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Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere

(Originaltitel: The Hobbit: The Battle of the Five Armies)
Herstellungsland:USA, Neuseeland (2014)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Drama, Fantasy
Alternativtitel:Der Hobbit 3
Der Hobbit III
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (62 Stimmen) Details
inhalt:
„Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ zeigt das epische Finale der Abenteuer von Bilbo Beutlin, Thorin Eichenschild und den Zwergen. Als die Gefährten ihre Heimat vom Drachen Smaug zurückfordern, entfesseln sie unversehens seine zerstörerische Kraft: Der wütende Smaug speit seinen feurigen Zorn auf die wehrlosen Männer, Frauen und Kinder von Seestadt.

Thorin ist besessen von seinem Drang, den zurückeroberten Schatz zu schützen – dafür riskiert er sogar Freundschaft und Ehre, während Bilbo verzweifelt versucht, ihm Vernunft beizubringen. Bald muss der Hobbit eine sehr brisante Entscheidung treffen. Doch noch viel größere Gefahren stehen den Gefährten unmittelbar bevor. Denn nur der Zauberer Gandalf erkennt, dass der gewaltige Gegner Sauron seine Ork-Legionen in Marsch gesetzt hat, um den Einsamen Berg überraschend anzugreifen.

Als sich der Konflikt zuspitzt und die Finsternis hereinbricht, stehen die Völker der Zwerge, Elben und Menschen vor der Wahl: entweder gemeinsam kämpfen oder untergehen. In der epochalen Schlacht der Fünf Heere setzt Bilbo sein Leben für das seiner Freunde ein: Die Zukunft von Mittelerde steht auf dem Spiel.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dermanu:

Alle Jahre wieder… steht eine neue Tolkien-Verfilmung von Regisseur Peter Jackson ins Haus. Was ich von Hobbit und Hobbit II halte, war ja bereits nachzulesen: Mir gefällt das Franchise nicht sonderlich, obwohl ich die “Herr der Ringe”-Filme ziemlich gut finde. Der Stil hat sich einfach nach insgesamt knapp 16 Stunden Film abgenutzt, und die letzten drei machen es auch nicht mehr wett oder entscheidend besser, obwohl es sich hier wohl um den besten Hobbit-Teil handelt. Alle Beteiligten bleiben es uns weiterhin schuldig, warum man ein kurzes Kinderbuch auf neun Stunden Film aufblähen muss. Die Antwort kann nur lauten: Um die Cash-Kuh zu melken, solange sie noch Milch, äh… Geld gibt. Aber das hat alles mit Firmenpolitik und dem Drumherum zu tun. Wie ist denn der Abschluss der Hobbit-Trilogie nun als Film?

Wie gesagt, handelt es sich meines Erachtens um den besten Teil des “Hobbit”, was insgesamt nicht ganz so hoch zu hängen ist (ich habe die ersten beiden Teile im Nachhinein einfach zu gut bewertet). Schauwerte sind zweifelsfrei vorhanden, allein der Kampf mit dem Cumberbatchen Laber-Drachen ist schon ein epischer Einstieg. Schön ist, dass wir endlich nicht mehr der ewig lang gezogenen Reise zum Berg beiwohnen müssen und es allgemein düsterer zur Sache geht. Thorin ist nämlich vom Reichtum des Berges besessen und verfällt auf der Suche nach dem “Arkenstone” immer mehr dem Wahnsinn. Das ist sowohl schauspielerisch als auch inszenatorisch mehr als solide dargestellt und auch nachvollziehbar.

Irgendwie wirkt “The Battle Of Five Armies” etwas erwachsener und auch frischer, auch wenn der Fokus hier auf den Kämpfen liegt, besonders ausführlich natürlich auf der Schlacht um den “Zwergen-Berg” – Tolkien-Jünger mögen mir den Mangel an Vokabular verzeihen, ich habe keins seiner Bücher gelesen. Es sind halt nicht mehr genau dieselben Kameraeinstellungen und –Fahrten, zudem gibt es auch endlich mal Verluste in den “eigenen” Reihen zu verzeichnen. Die werden dann zwar in epischer Länge gezeigt und beweint, gehört aber bei der Darstellung von Krieg wohl so.

Die größte Stärke des Trilogieabschlusses ist auch gleichzeitig seine größte Schwäche: Die Schlacht ist groß und wird auch mit genauso großem Pinsel auf die Leinwand übertragen. Das ist epische Unterhaltung und sorgt zeitweise für Gänsehaut-Feeling. Doch selbst an der (von mir) geforderten Action, dass “endlich mal was passieren soll”, kann ich mich auf Dauer sattsehen. Klar, die Viecher (Earth Eaters, Orks, “Warbeasts”) sind beeindruckend und Legolas packt wieder einen stylischen Move nach dem anderen aus, aber nach 90 Minuten Springen, Stechen und Schlagen ist bei Weitem auch gut. Völlig übertrieben und unnötig ist dabei

ACHTUNG minimaler SPOILER

Thorins Tod: Dass der Ork-Obermotz sich noch mal aus dem Eiswasser erheben muss um ihn zu töten… naja, selbst im Slasher-Genre ist dieser Effekt des letzten Schockers inzwischen “verschrien” (pun intended). Wer der Geschichte gefolgt ist, weiß natürlich, dass Thorin stirbt, aber warum musste man das noch so billig und offensichtlich machen? I’m sorry, Mr. Jackson…

SPOILER ENDE

Richtig negativ ist aber der Comic-Relief: Hat man anfangs noch das Gefühl, erfährt hier einen Wandel und wird zu einer überraschend bedeutenden Figur, muss er im Verlauf des Films immer öfter als alberner Stichwortgeber herhalten. Das mag für Jüngere lustig sein (für die “Der Hobbit” eh zu brutal und finster ist), ich finde es extrem unpassend.

Dennoch gibt es letztlich genügend Unterhaltung, die besonders auf dem großen Bildschirm (der Leinwand) sehr gut rüberkommt, selbst mit 3D-Brille. Nur begeht Jackson wie bei “Die Rückkehr Des Königs” den Fehler, keinen eindeutigen Schlusspunkt zu finden. Abblende, wieder Aufblende, und noch eine Verabschiedung, repeat… Ein Ende reicht, man braucht nicht vier davon.

Martin Freeman rockt stur seine Mischung aus Dr.Watson, Tim aus “The Office” und Lester Nygaard aus “Fargo” herunter, seine Figur Bilbo erhält hier allerdings deutlich mehr Bedeutung, auch wenn meist in kurzen Szenen. Dass Luke Evans als Bard, der mir in “No One Lives” schon sehr gut gefallen hat, eine größere Rolle bekommen hat, will ich hier positiv vermerken. Billy Connolly (als Thorins Cousin Dain) hätte ich dafür mehr Screentime gewünscht, aber da kommt im Director’s Cut bestimmt noch Einiges auf uns zu.

Insgesamt lähmt sich Peter Jackson mit der Kopie seiner Kopie selbst und ich hoffe, dass das unser letzter Ausflug ins Tolkien-Universum war. Fans des Franchises werden mich sowieso längst hassen und für Blasphemie auf den Scheiterhaufen wünschen. Mir egal, ich will mehr gute Filme.

Fazit: Betrunken von seiner eigenen Geilheit und im anhaltenden “Herr der Ringe”-Rausch führt Peter Jackson seine zu lang geratene Hobbit-Trilogie unterhaltsam zu Ende, schafft es aber erneut nicht, nur einen Schlusspunkt zu setzen. Es ist zwar der beste Hobbit-Teil, ich will trotzdem lieber wieder etwas in Richtung “Braindead”, “Bad Taste”, “Meet The Feebles” oder “Wie im Himmel”. 7,5/10

7/10
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Kommentare

28.01.2015 16:54 Uhr - deNiro
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Zugegeben ganz nett geschrieben, doch die ewigen "Cash-Kuh zu melken" Argumente langweilen einfach.
Wer sich, wie der Autor dieser Zeilen", wenig mit der Mythologie und des Zaubers der Mittelerde Geschichten auskennt und die Filme "zerlegt" und zu Tode "analysiert" wird selbstverständlich auch die "HdR" Filme NUR gut finden.
Fast möchte man dem Autor für die fehlende Fähigkeit solche Filme einfach nur zu genießen, bemitleiden. Warum es dann aber trotzdem eine verhältnismäßig gute Bewertung gab, erschließt sich mir trotzdem nicht, denn die Kritik spricht über weite Strecken doch eine andere Sprache.

12.02.2015 08:19 Uhr - DerManu
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Erklärung zur Bewertung: Da ich dennoch auch unterhalten wurde (ich kann auch durchaus genießen, Mitleid ist unangebracht) habe ich in Retrospektive bereits dem ersten Teil eine (damals zu hohe) Bewertung gegeben. Ich finde den dritten Teil aber auf keinen Fall schlechter, sondern eher besser - wie beschrieben. Ich habe auch erläutert, dass das an sich nicht alles schlecht ist, die gesamte Reihe aber zu repetativ. Und da greift das Cash-Kuh-Argument absolut und immer wieder.
Schließlich darf/kann/sollte ich ja auch den Film als Film (Handwerk etc.) bewerten und analysieren - das ist ja auch der Job eines Reviewers, dem ich versucht habe nachzukommen.
Zugegebenermaßen - auch das habe ich geschrieben - habe ich die Bücher nicht gelesen und es auch nicht vor. Das heißt aber nicht, dass man nicht trotzdem gute Filme machen kann. Hauptmotivator für mich damals bei den HdR-Filmen war Regisseur Peter Jackson. Und damals hat er mich durchaus in den Bann gezogen und ich konnte die gesamte Welt genießen. Nach zehn Jahren langweilt mich es aber.
Dass das nicht immer kongruent zu der Meinung vieler "Fanboys" (nicht als Beleidigung gemeint) ist, ist mir bewusst, aber letztlich geht es ja um meine Meinung, die ich auch begründe. Ich selbst kann auch viele Kritikpunkte an einiger meiner Lieblingsfilme nachvollziehen, und auch Kritik an meinen Reviews ;-)
Vielen Dank für das Feedback.

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