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Eden Lake

Herstellungsland:Großbritannien (2008)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (192 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Am idyllischen Eden Lake wollen Jenny (Kelly Reilly) und Steve (Michael Fassbender) ausspannen, doch statt eines romantischen Wochenendes durchlebt das Paar einen Albtraum. Die Provokationen einiger Jugendlicher eskalieren zur brutalen Gewalt, als der Kampfhund des Anführers getötet wird. Von jetzt an machen die Kids in den Wäldern unerbittlich Jagd auf die Erwachsenen und lassen auch die letzten Grenzen zwischen Leben und Tod hinter sich. (Universum Film)

eine kritik von gorno:

Das sind doch nur Kinder? Nein, denn wenn man sich nicht um seine Kinder kümmert und sie nicht richtig erzieht, versuchen sie sich irgendwo draussen zu behaupten und gehen im schlimmsten Fall sogar über ihre Grenzen hinaus. Theoretisch gesehen handelt es sich um nur einen Jungen, welcher eigentlich das wiederspiegelt was auch sein Vater ist und genau deswegen haben die anderen Respekt vor ihm. Das Pärchen Jenny und Steve hat leider grosses Pech, dass es sich mit ihnen angelegt hat. Wenn etwas schief geht gibt es kein zurück mehr.

Eden Lake

Die Story ist eigentlich recht simpel. Steve und Jenny fahren nach Eden Lake um ein gemütliches Wochenende am See zu verbringen. Er möchte ihr dort endlich einen Heiratsantrag machen, doch dann werden sie von einem Haufen pöbelnder Kinder gestört. Steve legt sich mit ihnen an und als Strafe wird sein Auto geklaut. Nach einer blöden Auseinandersetzung eröffnen die Kinder die Jagd auf die hilflosen Touristen und hetzten sie durch den ganzen Wald. Bis die Grenzen überschritten werden...

In meinen Augen wird der Film völlig falsch vermarktet. Natürlich ist die Fanbase für einen Horrorfilm viel grösser, aber Eden Lake ist definitiv kein gewöhnlicher Horrorfilm. Er ist viel mehr ein Terrorthriller gemischt mit einem sozialkritischen Drama. Der einzige Horror hier ist das echte Leben. Anfangs als die Mutter dem kleinen Kind eine runtergehauen hat möchte uns der Film still sagen, dass man aufpassen soll wie man mit seinen Kleinen umgeht. Später packt er richtig aus und zeigt uns mit schockierenden und kontroversen Bildern ein mögliches Ergebniss von falscher Erziehung. Spätestens bei der letzten Szene sollten einem die Augen geöffnet werden, denn dieser Film regt eindeutig zum nachdenken an und sollte einen nicht kalt lassen.

Abgesehen von diesem Thema bekommen wir auch noch eine super Unterhaltung geboten. Die Kulisse ist in diesem Fall der Wald und dieser wirkt ziemlich bedrohlich, denn für einen gejagden Menschen in dieser grossen und unbekannten Natur ist die Lage sehr aussichtslos. Vor allem wenn die Jäger ihr Territorium bestens kennen. Auch der Aufbau der Geschichte gefällt mir sehr und die Aufteilung ist ebenfalls gut, denn es wird nicht nur auf das verlorene Pärchen eingegangen sondern auch auf die Kinder. Eden Lake ist einer dieser Filme welcher zwar vom Goregehalt nicht übertreibt, dafür aber psychisch ziemlich unter die Haut geht. Und bei dieser Thematik verstehe ich auch die Indizierung, denn Kinder die einen Erwachsenen Folter oder besser gesagt zum Foltern gezwungen werden und andere Kinder verbennen, ist auch ohne Blut ein extrem harter Tobak. Die einzigen Minuspunkte sind für mich erstens der Schluss und zweitens die Rachejagd. Natürlich regt so ein Ende einen noch mehr zum Nachdenken an, aber für meinen eigenen Frieden hätte ich mir lieber etwas anderes gewünscht. Dieser Wunsch ist mit dem zweiten Negativen verbunden, denn die Rachejagd auf die Kinder habe ich etwas intensiver erwartet und sodurch auch auf ein Ende gehofft.

Von intensivem Terror auf intensiven Grusel. Der Regiesseur James Watkins, auch für sein Werk The Woman in Black bekannt, liefert uns für seine Erstlingsarbeit ein echt fieses Filmchen ab und brennt sich in unsere Köpfe. Er greift ganz klar in die Richtung der Home Invasion Filme, aber dank dieser Kulisse erweitert man sich auf einen harten Überlebensthriller mit einem heftigen Unterton. Dies verdanken wir natürlich vor allem auch Kelly Reilly, welche der Rolle Sarah das gewisse Etwas verleit. Die aus Sherlock Holmes und True Detective bekannte Britin liefert eine super Leistung und überbietet den damals nicht so bekannten Michael Fassbender. Auch die Kinder zeigen eine top Performance und sind ebenfalls nicht komplett unbekannt.

Fazit: Sehr sozialkritischer Thriller mit nur ganz kleinen Mängeln. Schauspielerisch und regietechnisch wurde eine sehr gute Arbeit abgeliefert, denn meiner Meinung nach hängt es nur ganz leicht am Drehbuch. Aber dennoch ein empfehlenswerter Überlebensfilm der definitiv nicht leicht zu verdauen ist, aber trotzdem sehr unterhaltet und immer die Spannung beibehält. Trotz den Mängeln verdiente 8-9 Punkte.

9/10
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Kommentare

08.02.2015 23:10 Uhr - Frank the Tank85
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Wirklich ein top Film, von dem ich beim ersten mal leicht enttäuscht war, weil ich wesentlich mehr Blut erwartet hatte.
Mittlerweile bin ich von dem Streifen begeistert.
Auch das oft kritisierte Ende finde ich doch recht gelungen.
Lange Rede, kurzer Sinn, schönes Review.

09.02.2015 00:56 Uhr - NICOTERO
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Die "Kinderdarsteller" alleine sind eine Wucht. Top Thriller aus England.
Einer meiner persönlichen Lieblinge. Und Reilly/Fassbender geht immer.

09.02.2015 05:43 Uhr - Tom Cody
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Sehr gute Kritik.
Auch deinen Ansatz, dass der Streifen völlig falsch als reiner "Horrorfilm" vermarktet wurde, finde ich sehr interessant.
"Eden Lake" ist einer der Filme, die dem Zuschauer ziemlich an die Nieren gehen (und hier ist mir übrigens auch Michael Fassbender das erste Mal aufgefallen)
Two thumbs up.

09.02.2015 07:04 Uhr - Gorno
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Danke Leute ;)

09.02.2015 15:36 Uhr - cecil b
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Ich stimme euch allen zu, und bin erfreut darüber, dass dieser Film doch oft 'erkannt' wird!

10.02.2015 14:01 Uhr - bueschel61
1x
Die Review ist wie der Film.Klasse.
Mir persönlich hat das Ende sehr gut gefallen.Ich fand das so richtig fies.
Danach setzte das Kopfkino ein,aber darüber leg ich lieber den Mantel
des Schweigens. ;-)
9/10 geht völlig OK.
LG
bueschel61

19.11.2016 00:37 Uhr - Calahan
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Super Review und super Film, der mich sehr verstört zurückließ. Erst das anschauen vom Making off hat mich wieder versöhnt.
Die bösen Kids sind da lieb und lachen auch.

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