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The Punisher

Herstellungsland:Australien, USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Comicverfilmung, Drama, Krimi,
Thriller
Alternativtitel:Der Punisher
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,68 (137 Stimmen) Details
inhalt:
Die Familie des Polizisten Frank Castle wird von einem Verbrecher-Syndikat grausam ermordet.Frank überlebt den Anschlag unbemerkt,doch der Verlust hat ihn für immer verändert.Rachsüchtig zieht er schwerbewaffnet durch die Kanalisation und startet einen gnadenlosen und blutigen Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen.Bereits nach kurzer Zeit hat der unaufhaltsame "Punisher" die Mafia empfindlich geschwächt.Daraufhin kommt es zwischen der Mafia und der Yakuza zu erheblichen Differenzen und einem brutalen Streit um Macht und Kontrolle.Die Kinder eines Mafiosi werden entführt und der Punisher versucht,die Unschuldigen aus dem Konflikt herauszuhalten.Schon bald hilft er dem Mann,der für den Tod seiner Familie verantwortlich ist und gerät somit endgültig zwischen die Fronten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                   THE PUNISHER

The Punisher ist eine Comicfigur aus dem Hause Marvel Comics und wurde von Gerry Conway, Ross Andru und John Romita Sr. geschaffen. Sein Debut feierte der Rächer mit dem Totenkopf auf der Brust in The Amazing Spiderman '# 129. Hinter dem Punisher verbirgt sich der Ex - Marine Frank Castle, der nach der Ermordung seiner Familie einen Privatkrieg gegen das Verbrechen startete und dabei Dinge tat, an die Weicheier wie Spiderman oder Captain America nicht mal im Traum denken würden. Nach zahlreichen Gastauftritten innerhalb des Marvel - Universums und der fünfteiligen Circle Of Blood - Miniserie bekam der Punisher Ende der 80er Jahre eine eigene fortlaufende Serie, von der pro Ausgabe in den USA angeblich ca. 600.000 Hefte verkauft wurden. Also machte man sich bald Gedanken über eine Verfilmung.

Die Regie der ersten Punisher - Verfilmung übernahm Mark Goldblatt, ein vielbeschäftigter Cutter, der in dieser Funktion Filme wie Terminator (1984) oder Rambo II - Der Auftrag (1985) betreut hatte. Die Titelrolle ging an Dolph Lundgren, dessen Filme Masters Of The Universe (1987) und Red Scorpion (1988) zwar finanziell hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, ihn aber immerhin als Actionhelden qualifizierten, weshalb er für die Rolle des Punishers genau der Richtige war.Die Rolle des Mafiabosses Gianni Franco bekam Jeroen Krabbe, der in James Bond 007 - Der Hauch Des Todes (1987) eine tolle Vorstellung gegeben hatte. Der weibliche Schurke des Films, Lady Tanaka, wurde von der Asiatin Kim Myiori gespielt. Lundgrens (Ex-)Partner wurde von Louis Gosset Jr. dargestellt, der in Ein Offizier Und Gentleman (1982) mitgewirkt und dafür einen Oscar in der Kategorie "Bester männlicher Nebendarsteller" erhalten hatte, aber schnell im B - und C - Movie - Sumpf versank. Das Budget des Films betrug angeblich neun Millionen Dollar, gedreht wurde in Australien.

Die Angst geht um in der Unterwelt: 125 Gangster starben in den letzten fünf Jahren eines gewaltsamen Todes. Die Leichen gehen auf das Konto des Ex-Cops Frank Castle (Dolph Lundgren), der seit der Ermordung seiner Familie unter dem Namen The Punisher einen Kreuzzug gegen das Verbrechen führt. Tagsüber führt Castle - bevorzugt nackt - Zwiegespräche mit Gott, nachts schlachtet er jeden Gangster ab, der das Pech hat, seinen Weg zu kreuzen. Als Castle eines Nachts zum Rundumschlag gegen die Unterwelt ausholt, kommen ihm schwerbewaffnete Ninjas dazwischen, die ihm die meiste Arbeit abnehmen. Die Yakuza - angeführt von Lady Tanaka (Kim Miyori) - hält Einzug in New York und will der dortigen Mafia den Drogenmarkt streitig machen. Eigentlich sollte es Castle egal sein, wenn sich die Gangster gegenseitig umbringen. Doch dann entführt die Yakuza die Kinder der Paten, um diese zu erpressen. Da in der stahlharten Brust des Bestrafers ein Herz für Kinder schlägt, macht sich der Punisher auf, um den Mafia - Nachwuchs zu befreien...

Als Comicverfilmung ist The Punisher gründlich danebengegangen; man hat phasenweise den Eindruck, die Verantwortlichen hätten nicht ein einziges Punisher - Comicheft gelesen. Der größte Fehler war, Dolph Lundgren ohne den Totenkopf auf der Brust auftreten zu lassen ... man stelle sich vor, Batman müsse ohne die Fledermaus oder Superman ohne sein "S" auskommen - geht gar nicht! Dadurch wirkt der Lundgren - Punisher wie ein x - beliebiger Actionheld in Lederklamotten. Die Ermordung von Castles Familie - ein Massaker im Central Park, das zur beklemmenden Schlüsselszene der Comics avancierte - wird hier zu einem schnöden Bombenattentat. Aus dem Computerhacker Microchip wurde ein versoffener Penner, es gibt keinen Battle Van ... für Comicfans dürfte der Film eine echte Enttäuschung sein.

Als (B-)Actionfilm dagegen ist The Punisher aber ein hervorragender Streifen, der zu Lundgrens besten zählt und einiges zu bieten hat. Der Streifen ist mit rasanten Actionszenen geradezu gespickt. Es gibt zahllose Schießereien, Verfolgungsjagden und brachiale Kampfszenen, in denen von der Maschinenpistole über das Ninjaschwert bis hin zum Wurfmesser jede erdenkliche Waffe zum Einsatz kommt und jede gängige Tötungsart genüßlich zelebriert wird. Dolph Lundgrens Darstellung des Punishers ist trotz guter Ansätze etwas eindimensional geraten, in den blutigen Actionszenen des Films zieht er aber alle Register seines Könnens.  Die enorme Brutalität des Films und seine düstere, nihilistische Atmosphäre dürften dafür sorgen, dass der Film so schnell nicht vom Index gestrichen wird. Apropos Index: The Punisher  ist das Opfer diverser zensurtechnischer Eingriffe geworden, auf die ich hier nicht im Besonderen eingehen möchte, weil sie auf dieser Seite bestens dokumentiert sind. Nur so viel: Die gekürzte (und dennoch indizierte) VHS - Fassung lehrte mich, dass Filme trotz einer 18er - Freigabe geschnitten sein können. Wer also mehr Wert auf Action als auf die akkurate filmische Umsetzung eines Comics legt, wird hier bestens bedient.

Neben den Actionszenen ist es vor allem Kim Miyori als Lady Tanaka, die überzeugt. Die von ihr gespielte Yakuza - Chefin ist eine würdige Gegnerin für den einsamen Rächer; hinter ihrem freundlichen Äußeren und ihrer (nur scheinbar) höflichen Art verbirgt sich eine eiskalte Mörderin. Miyori gelingt es, diese beiden Seiten der Yakuza-Lady glaubhaft darzustellen. Etwas farbloser wirken dagegen Jeroen Krabbe und Louis Gosset Jr. Krabbe gelingt es kaum, echte Akzente in seiner Rolle zu setzen und Gosset Jr. gibt den zuverlässigen, markigen Sidekick - nicht mehr und nicht weniger.

Unterm Strich ist The Punisher ein unterhaltsamer, überdurchschnittlicher B - Actionkracher, der trotz einiger Kritikpunkte zu den Highlights in Dolph Lundgrens Karriere zählt und mit etlichen Schauwerten aufwarten kann. Nur Fans, die eine originalgetreue Punisher - Verfilmung erwarten, dürften etwas enttäuscht sein. Trotzdem - der Streifen rockt!

8,5/10

 

8/10
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Kommentare

10.02.2015 11:42 Uhr - Tom Cody
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Hervorragende Rezension zu einem etwas unterschätzten Action-Kracher der späten 80er (wohl auch wegen der von dir oben erwähnten Kritikpunkte). Der Film hat übrigens, wie ich finde, auch einen ziemlich geilen Soundtrack.

Mark Goldblatt hat als Regisseur (leider) nur noch den ebenfalls sehr unterhaltsamen, spaßigen und teils auch recht ruppigen Zombie/Cop-Streifen "DEAD HEAT" zu verantworten. Schade eigentlich.

Meine Fresse, was habe ich mich damals im Kino über diese ursprüngliche, deutsche Rumpffassung geärgert, bei der nicht EINE EINZIGE Actionszene unangetastet blieb. Eines der schlimmsten Schnitt-Massaker, das ich jemals im Kino ertragen musste.

„Komm schon, Gott. Antworte mir. Seit Jahren frage ich dich... warum? Warum sind
die Unschuldigen tot und die Schuldigen am Leben? Wo ist Gerechtigkeit? Wo ist die
Bestrafung? Oder hast du schon geantwortet? Hast du der Welt schon gesagt „ Hier ist die Gerechtigkeit, hier ist die Bestrafung...hier ...in mir!““

11.02.2015 11:55 Uhr - Punisher77
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Danke, danke!
Die deutsche Rumpffassung fand ich unglaublich...insbesondere der Schnitt in der Szene, in der Lundgren und Krabbe aus dem Aufzug steigen ist unglaublich. Zumal ich damals so naiv war zu glauben, dass FSK:18 - Filme immer ungeschnitten sind, weil sie ja eben nicht jugendfrei sind. Besorgte mir dann die britische Kassette, aber die war auch cut. Es war zum verrückt werden...

07.03.2015 18:15 Uhr - Grrrg
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If you´re guilty, you´re dead!
Gute Kritik zu einem Spitzenfilm. Ich fand Dolph Lundgren nie besser und extrem passend für die Rolle.

Woher hast Du eigentlich die Info mit der Auflage?

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