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Cop Land

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Copland
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,55 (57 Stimmen) Details
inhalt:
Freddy Heflin erwartet nicht mehr viel vom Leben. Seinen Dienst als Sheriff in „Cop Land“, einem Städtchen für Cops und deren Familien, reißt er ab. Als Internal-Affairs-Agent Tilden einen verschwundenen Polizisten aufspüren will, der zwei Schwarze auf dem Gewissen hat, muss Heflin sich zwischen Loyalität und Wahrheit entscheiden. Denn „Cop Land“ wurde von der Mafia finanziert.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von deniro:

Das kleine Örtchen Garrison hat eine besondere Bevölkerung. Die Einwohner sind ausnahmslos Ex- Cops. Das heißt aber nicht das hier alles mit rechten Dingen zugeht, – der Ort wird durch die Mafia finanziert. Als der junge Polizist Murray "Superboy" Babitch (Michael Rapaport) zwei unbewaffnete Schwarze erschießt, kommt mit dem Internal-Affairs-Agenten Moe Tilden (Robert De Niro) Unruhe in den Ort. Er muß sich mit dem halbtauben Hilfssheriff von Garrison, Freddy Heflin (Sylvester Stallone) auseinandersetzen. Erst langsam versteht dieser das einige Bewohner nicht mit offenen Karten spielen und seine Loyalität auf eine harte Probe stellen.

Durchaus dramatische Ereignisse also die uns Regisseur James Mangold (u.a. Todeszug nach Yuma, Identität )vorsetzen möchte!

Dabei ist "Copland"  kein Drama im eigentlichen Sinne, eher ein moderner Copthrilller mit "High Noon"- Westernanleihen. Da sind die korrupten vermeintlich "guten" Cops auf der einen Seite, und der etwas schwerfällige und naive "Hilfs"-sheriff auf der anderen. Viel hat er den übermächtigen und cleveren Ex- Cops mit ihren gewachsenen Strukturen und ihren tief im Sumpf des Verbrechens verankerten Machenschaften nicht entgegenzusetzen. Nur seine Moral!

"Copland" führt uns zurück zu den Anfängen Stallones, zurück zu den Milieustudien seiner frühen Filme wie Rocky oder auch eines John J. Rambo. Danach könnte man freilich fast frevlerisch sagen das Stallone nur noch seine selbst geschaffene Kunstfigur bediente und seriöse Rollen nicht wirklich zu seinem Repertoire gehörten. Doch in "Copland" zeigt er uns mehr als seinen gestählten Körper aus seinen simplen "Hau drauf Granaten".

Gut, mehr als die gewohnten 2-3 schauspielerischen Nuancen bekommt man in "Copland" freilich auch nicht zu sehen, und doch schafft es Stallone der Rolle des gescheiterten und desillusionierten Hilfsscheriffs Leben einzuhauchen. Schafft es auch gegen Oscar prämierte Schwergewichte vom Schlage eines Robert de Niro (Casino,Good Fellas) oder eines Harvey Keitel (Bad Lieutenant, From Dusk till Dawn) zu bestehen und sogar eigene Akzente zu setzen. Es scheint als sei ihm die Rolle tatsächlich auf den Leib geschneitert. Fast möchte man Regisseur James Mangold zu seiner Wahl gratulieren und ihm sein glückliches Händchen schütteln. Dabei empfand Mangold anfangs, das Stallone durchaus noch 15 kg zunehmen müsse um seiner Vorstellung gerecht zu werden. Eine Maßnahme die der trägen und stoischen Figur sicher zu Gute kam.

Selbsverständlich liegt der Fokus auf der Figur des Sheriffs und seiner tragischen Geschichte, doch Mangold gelingt es überdies auch einen kritischen Blick hinter die vermeintlich sauberen Fassaden des fest verschworenen amerikanischen Polizeiapparates zu werfen. Das dafür die Story an manchen Stellen etwas unglaubwürdig und aufgesetzt wirkt, sei ihm verziehen. Das immer gut aufgelegte Staraufgebot entschädigt hierfür zur Genüge! 

"Ich hab ihnen eine Chance geboten und sie habens vermassselt! Sie habens vermasselt!"

Nein, vermasselt hat hier niemand etwas! Für mich ist "Copland" ein durchaus gelungener und teilweise auch beeindruckender Film, nicht nur wegen des immensen Staraufgebotes (Ray Liotta, Harvey Keitel, Annabella Sciorra, Robert De Niro, Robert Patrick), nein, vorallem wg. der ruhigeren Töne zwischendrin, wegen der sich zuspitzenden Ereignisse die in einer durchaus blutigen und intensiven Schießerei gipfeln, und natürlich wegen der immer  vorhandenen aber unaufdringlichen Präsenz eines Sylvester Stallones.  Erwähnung soll auch noch der Score eines Howard Shore finden, und der ein oder andere Song ("Stolen Car", tolle Szene!) eines gewissen Bruce "The Boss" Springsteen.

Übrigens bietet der Directors Cut (Schnittbericht) einige sehr interessante neue Szenen, für eine erste Sichtung ist die KF aber sicher ausreichend.

9/10
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Kommentare

10.02.2015 23:46 Uhr - Tom Cody
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Top. Sehr gute und interessante Kritik zu einem Kleinod in Stallone's Filmographie!
Mir hat "Copland" damals auch sehr gut gefallen, nicht nur wegen gewisser Parallelen zum Western. Toll wie Stallone diesen kleinen, schwerfälligen und vielleicht nicht allzu cleveren Vorstadt-Cop spielt, der seine Mängel durch jede Menge Rückgrat und Integrität ausgleicht. Die einzigen, die mit dem Film wahrscheinlich nicht viel anfangen konnten, waren diejenigen, die einen "typischen" Stallone-Actionkracher erwarteten.
Großartig auch der Showdown bei dem Stallone kurzzeitig sein Gehör verliert und parallel dazu der Filmsound zu einem dumpfen Brei heruntergefahren wird.

Bei den Milieustudien von Stallone hätte ich vielleicht (neben "Rocky" natürlich) noch "Vorhof zum Paradies" oder "F.I.S.T. - Ein Mann geht seinen Weg" genannt

Eine tolle Story mit einer wirklich fantastischen Besetzung. Auch James Mangold ist ein sehr zuverlässiger Regisseur, der aus den unterschiedlichsten Genres sehenswerte Filme abgeliefert hat, egal ob Drama, Western, Musik-Biographie, Psychothriller oder Comic-Verfilmung.

Eigentlich müsste ich mir "Copland" irgendwann mal zulegen...

11.02.2015 06:44 Uhr - cecil b
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Ein gutes Review zu einem guten Film!

Meiner Meinung nach hat Stallone in diesem Film gezeigt, dass er durchaus gut spielen kann, auch wenn er dies laut meiner Erinnerung etwas subtiler hätte machen sollen. Aber es ist lange her, dass ich diesen Film gesehen habe, den ich damals für Stallones Besten hielt. Und heute wahrscheinlich auch.

11.02.2015 11:31 Uhr - ParamedicGrimey
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Ich muss gestehen, ich hab ihn damals auf Premiere gesehen und war aufgrund der Actionarmut mittelschwer enttäuscht. Ich sollte ihm nochmal ne Chance geben. Sehr schöne Review!

11.02.2015 14:07 Uhr - Paratrooper
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Mein absoluter Lieblingsfilm mit Stallone.

BTW: Top Review.

11.02.2015 14:17 Uhr - Gorno
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Einer der besten Stallone Filme überhaupt! Klasse Kritik wie üblich ;)

11.02.2015 15:05 Uhr - deNiro
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Vielen Dank an alle!

@Tom

Du hast da noch ein paar interessante Punkte aufgezählt. Stimmt, Action wird wenig geboten, das hat der Film aber Gott sei Dank auch nicht nötig.

@ ParamedicGrimey

Stimmt, auch bei mir zündete der Film etwas später, wobei ich auch beim ersten sichten schon durch Keitel und De Niro genug angefixt wurde;)

03.05.2015 14:54 Uhr - Norminator
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Schönes Review! Flüssig, informativ und vor allem interessant geschrieben! Auch für mich ist der Film einer der unterbewertetsten überhaupt. Und Dein Verweis auf den Director's Cut ist mehr als angemessen; denn dieser ist eindeutig die bessere Version & macht den Film sogar noch mal ein kleines Stück besser! :)

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