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Midori - Das Kamelienmädchen

(Originaltitel: Chika Gentō Gekiga: Shōjo Tsubaki)
Herstellungsland:Japan (1992)
Genre:Anime, Horror, Drama, Erotik/Sex
Alternativtitel:Midori - La jeune fille aux camélias
Mr. Harashi's Amazing Freak Show
Shōjo Tsubaki
Shôjo tsubaki: Chika gentô gekiga
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Nach dem Tod ihrer Mutter findet die zwölfjährige Waise Midori Unterschlupf in einem Zirkus mit eigener Freakshow, wo sie wie eine Sklavin gehalten wird und sexueller Missbrauch durch die Freaks an der Tagesordnung steht. Doch das Blatt wendet sich zum Guten, als der kleinwüchsige Zauberer Masamitsu der Show beitritt, der dem Zirkus zu finanziellem Erfolg verhilft und in den sich Midori verliebt. Das Glück der beiden hält jedoch nicht lange und entfacht auch bald Neid unter den Freaks.
eine kritik von nivram:

Kurz gesagt ist dieser Schund eine stinklangweilige Aneinanderreihung von sinnlosen, hässlichen und mieserabel animierten Rape- und Ekelszenen.

Lang gesagt geht es um die 12 Jahre alte Midori, die nach dem Tod ihrer Mutter einem Wanderzirkus beitritt. Dieser stellt sich jedoch schnell als Freakshow heraus, dessen Mitglieder sich aus den Ausgestoßenen der Geselschafft zusammensetzen. Midori wird tagtäglich missbraucht, sowohl als Sklavin als auch im sexuellen Sinne. Da es finanziell bergab geht, lassen alle ihre Frustration an dem wehrlosen Mädchen aus. Erst als ein höflicher Zauberer der Freakshow beitritt und beginnt, sich für sie einzusetzen, wendet sich scheinbar das Blatt...

Der Film lässt sich grob in zwei Hälften unterteilen. Die erste Hälfte erzählt von den Qualen, die Midori über sich ergehen lassen muss. Die reichen von Vergewaltigung über Erniedrigungen bis zu Sklavenarbeit und werden lang und breit gezeigt. Midori ist den Großteil mit Heulen und Flehen beschäftigt, die anderen Figuren sind allesamt grundlos böse und sadistisch. Höhepunkt dieses Abschnitts ist zweifellos die Hinrichtung von mehreren Hundewelpeln: Eines wird mit voller Kraft auf den Boden gedonnert, das zweite unter der Schuhsohle zermatscht (selbstverständlich in Großaufnahme). Warum der Täter dies tut, wird nie erläutert. Der Film setzt einfach voraus, dass diese Person zu der Art Mensch gehört, welche gerne Hundewelpen zermatscht. Ist halt so.

Die zweite Hälfte, die mit dem Auftauchen des Zauberers beginnt, ist dann schlicht und einfach öde. Da dieser sich sofort ohne nennenswerte Erklärung (weil in diesem Film sowieso alles ohne sinnvolle Erklärung passiert) zu Midori hingezogen fühlt und sie vor den bösen Vergewaltigern und Sklaventreibern (also allen anderen) beschützt, fallen sämtliche Qualen weg. Und was bleibt, wenn man bei einem Film, der nur aus Sex/Ekelszenen besteht, die Sex/Ekelszenen streicht? Richtig, gar nichts mehr.

Das Ende kommt so plötzlich, als hätten die Macher mitten beim Filmmachen die Lust dran verloren.

Übrigens wirken fast alle Szenen wirr aneinandergeheftet, als hätte jemand vergessen, bei jeder Szene Einblendungen wie "3 Wochen Später", "Am nächsten morgen" oder "2 Stunden danach" einzufügen.

Die Animationen bestehen zu großen Teilen aus Standbildern und sehen auch in Bewegung unfassbar billig aus. An dem Alter des Films kann es nicht liegen, ich kenne einige noch ältere Animes, die um Welten besser wirken. Den Soundtrack habe ich überhaupt nicht mehr in Erinnerung, obwohl es eine halbe Stunde her ist, das ich den Film gesehen habe. Definitiv kein gutes Zeichen.

 

Fazit:

Ein inhaltsleeres Sammelsurium von Wiederlichkeiten. Bei vielen älteren Filmen denke ich mir "Schade, dass solche Filme heutzutage nicht mehr gemacht werden". Hier ist das Gegenteil der Fall.

1/10
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Kommentare

17.02.2015 15:14 Uhr - ParamedicGrimey
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Über den Film ist ja kaum was zu finden (bis auf den kompletten Film auf youtube...).
Was für ein Schund. Hab nur kurz drübergeschaut. "Tricktechnisch" (wenn man das so nennen will) ein Desaster, da sehen Serien und Filme aus den 70ern viel besser aus und inhaltlich scheints auch eine Katastrophe zu sein. Viel schlimmer finde ich jedoch, dass es ein Klientel für geschändete 12jährige gibt....

17.02.2015 17:01 Uhr - KarateHenker
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Animationen bestehen zu großen Teilen aus Standbildern und sehen auch in Bewegung unfassbar billig aus. An dem Alter des Films kann es nicht liegen, ich kenne einige noch ältere Animes, die um Welten besser wirkten.


... was daran liegen könnte, dass Harada den kompletten Film ALLEINE animiert hat.

Midori war in den 90ern übrigens in Fankreisen DER Hype schlechthin - es gab keinen regulären Kinostart und kein VHS- oder DVD-Release (in seinem Herkunftsland ist das bis heute so, es existiert allerdings eine französische DVD), man konnte das Machwerk nur bei speziellen, von Kunst-Happenings begleiteten Underground-Screenings in Anwesenheit des Regisseurs bewundern (u.a. in SM-Clubs). Das macht diesen prätentiösen Haufen Mist natürlich nicht besser, ist aber als Hintergrundinfo vielleicht ganz interessant.

18.02.2015 19:18 Uhr - Laughing Vampire
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Hey!! Jetzt bin ich aber wirklich schockiert. Daß man Shôjo Tsubaki nicht (wie meine Wenigkeit) für ein Meisterwerk des Untergrundkinos halten muß, ist geschenkt, man kann den Film natürlich totlangweilig, nichtssagend oder prätentiös finden -- aber so eine miserable Bewertung und Kritik kann nur von jemandem stammen, der null, aber auch wirklich NULL Ahnung von der ganzen Sache hat. Weder von der Ero-Guro-Kunstbewegung, noch von der historischen und kontemporären Vorlage (von Suehiro Maruo), noch von dem waghalsigen Entstehungsprozeß.

Es geht nicht primär um "Rape- oder Ekelszenen". Warum werden beispielsweise die Hundewelpen getötet? Um die kleine Midori zu brechen und zu demütigen, ganz einfach. Der Film erzählt die bizarre, surreale Leidesgeschichte eines jungen Mädchens im Japan der Shôwa-Zeit, das in einem Misemono-Zirkus (die es genau in der Form tatsächlich gab) gefangen gehalten und gefügig gemacht wird. Das ist alles nicht schön, soll es auch nicht sein, und daß diese Art der Darstellung nicht jedermanns Sache ist und für Europäer ohne kulturelles Hintergrundwissen sehr mißverständlich erscheinen mag, ist logisch, aber dann sollte man sich auch nicht an eine Kritik zu so einem komplexen Werk wagen. Und ich übertreibe nicht: Shôjo Tsubaki reicht sehr weit in die japanische Kunstgeschichte zurück. Gerade, wenn sich hier irgendjemand über angebliche Pornographie mockieren möchte.

Und wenn du die Machart kritisierst, dann bedenke wenigstens, daß der gesamte Film von einer einzigen Person animiert wurde, und zwar von vorne bis hinten und über 5 lange Jahre hinweg. Der Soundtrack stammt übrigens von meinem absoluten Lieblingsmusiker J.A. Seazer.

Shôjo Tsubaki ist keine Unterhaltung, der Film ist komplizierte, sperrige Kunst für Liebhaber.

Aber keine Angst, ich werde jetzt trotzdem keine chinesische Magie anwenden, um dich für diese Kritik zu bestrafen. Auch wenn ich es gerne würde. :P

18.02.2015 20:02 Uhr - nivraM
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18.02.2015 19:18 Uhr schrieb Laughing Vampire
Hey!! Jetzt bin ich aber wirklich schockiert. Daß man Shôjo Tsubaki nicht (wie meine Wenigkeit) für ein Meisterwerk des Untergrundkinos halten muß, ist geschenkt, man kann den Film natürlich totlangweilig, nichtssagend oder prätentiös finden -- aber so eine miserable Bewertung und Kritik kann nur von jemandem stammen, der null, aber auch wirklich NULL Ahnung von der ganzen Sache hat. Weder von der Ero-Guro-Kunstbewegung, noch von der historischen und kontemporären Vorlage (von Suehiro Maruo), noch von dem waghalsigen Entstehungsprozeß.


Mit dieser Vermutung hast du vollkommen ins Blaue getroffen. Ich bin eher zufällig auf den Film gestoßen und habe ihn mir sofort angesehen, ohne mich auch im Geringsten über irgendetwas zu informieren. Ich habe tatsächlich keine Ahnung von den angesprochenen Sachen.

Es geht nicht primär um "Rape- oder Ekelszenen". Warum werden beispielsweise die Hundewelpen getötet? Um die kleine Midori zu brechen und zu demütigen, ganz einfach. Der Film erzählt die bizarre, surreale Leidesgeschichte eines jungen Mädchens im Japan der Shôwa-Zeit, das in einem Misemono-Zirkus (die es genau in der Form tatsächlich gab) gefangen gehalten und gefügig gemacht wird. Das ist alles nicht schön, soll es auch nicht sein, und daß diese Art der Darstellung nicht jedermanns Sache ist und für Europäer ohne kulturelles Hintergrundwissen sehr mißverständlich erscheinen mag, ist logisch, aber dann sollte man sich auch nicht an eine Kritik zu so einem komplexen Werk wagen.

Dass ich es dann doch getan habe, dürfte vor allem daran liegen, dass ich gar nicht auf den Gedanken gekommen bin, es könnte sich um ein "komplexes" Werk handeln. Auf mich machte der Film mehr einen plakativen Eindruck, und diesen Eindruck beschrieb ich dann in meiner Kritik.
Das es solche Zirkusse wirklich gab, habe ich mir schon teilweise gedacht.
Gerade, wenn sich hier irgendjemand über angebliche Pornographie mockieren möchte.

Ich habe dem Werk zumindest nicht bewusst Pornographie unterstellt. Es zeigt zwar sexuelle Szenen, aber als Hentai würde ich "Midori/Shôjo Tsubaki" nicht bezeichnen.

Und wenn du die Machart kritisierst, dann bedenke wenigstens, daß der gesamte Film von einer einzigen Person animiert wurde, und zwar von vorne bis hinten und über 5 lange Jahre hinweg. Der Soundtrack stammt übrigens von meinem absoluten Lieblingsmusiker J.A. Seazer.

Na gut, dass ist eine Erklärung für die schwachen Animationen. Aber nicht für die bruchstückhafte Erzählform.
Aber keine Angst, ich werde jetzt trotzdem keine chinesische Magie anwenden, um dich für diese Kritik zu bestrafen. Auch wenn ich es gerne würde. :P

Das freut mich zu hören. Die wichtigere Frage aber wäre: Wirst du die Magie nicht anwenden, weil du nicht in der Lage bist, oder weil ich es bin?

Alles in allem werde ich mein Review aufgrund deines Kommentars jetzt nicht sofort komplett neu schreiben. Aber ich muss zugeben, in ein paar Punkten hast du mir zu denken gegeben. Vielleicht werde ich mich bei Gelegenheit ausführlich über ein paar von dir genannte Themen informieren und das Review später noch einmal überdenken.

18.02.2015 20:39 Uhr - Laughing Vampire
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Dann ist ja alles gut. :) Ich möchte dein Review natürlich nicht in den Dreck ziehen, aber da es sich um ein Werk handelt, mit dem ich sehr vertraut bin und mit dem ich mich lange beschäftigt habe (nicht zuletzt habe ich auch Unmengen für die ganzen Originalcomics ausgegeben!), mußte ich einfach mal deutlich widersprechen. Wenn du jetzt doch motiviert bist, dich bei Gelegenheit etwas genauer mit der Materie auseinander zu setzen, kann ich sehr gut damit leben. Ich für meinen Teil habe großen Respekt vor Haradas Arbeit!

(Daß ich ein großer Fan von Maruos Werken bin, verrät übrigens nur schon mein Pseudonym hier. Google hilft!)

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