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leichenwurm
Level 5
XP 420
Eintrag: 25.02.2015

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2 Guns

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Komödie, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Seit 12 Monaten müssen der DEA Agent Bobby Trench (DENZEL WASHINGTON) und der U.S. Naval Intelligence Officer Marcus Stigman (MARK WAHLBERG) nun schon gegen ihren Willen zusammenarbeiten, denn die beiden wurden undercover in ein Drogen-Syndikat eingeschleust. Jeder der beiden misstraut seinem Partner mindestens genauso sehr wie den Kriminellen, die sie zur Strecke bringen sollen. Als ihr Versuch, ein mexikanisches Drogenkartell zu unterwandern und Millionen von Dollar sicher zu stellen, schief geht, werden Trench und Stigman plötzlich von ihren Vorgesetzten fallen gelassen. Jetzt, da jeder sie im Gefängnis oder tot sehen will, gibt es nur noch eine Person, auf die sie sich verlassen können – auf den jeweils anderen. Zum Leidwesen ihrer Verfolger. Denn die müssen bald feststellen, dass gute Jungs, die jahrelang so getan haben, als wären sie böse Jungs, nebenbei auch ein paar entsprechende Tricks aufgeschnappt haben...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von leichenwurm:

Der von Baltasar Kormákur („Contraband“) inszenierte Buddy- Actioner  „2 Guns“  basiert auf einer gleichnamigen Graphic Novel von Steven Grant und erzählt die Geschichte von zwei Undercover Agenten, die, anfänglich noch nicht ahnend, dass der jeweilige andere ebenfalls ein Polizist ist, versuchen ein mexikanisches Drogenkartell zu infiltrieren. Als ihr ursprünglicher Plan den Anführer des Kartells zu überführen scheitert, inszenieren sie einen Banküberfall um an den belastenden Inhalt eines Schließfachs zu gelangen. Aber auch dieser Plan läuft aus dem Ruder, denn als die beiden überraschender Weise beinahe 43 Millionen Dollar aus der Bank entwenden, heften sich nicht nur das Drogenkartell, sondern auch die wahren Besitzer des Geldes, die CIA  an ihre Versen. Und auch die jeweiligen Auftraggeber der beiden Undercover Agenten scheinen ein falsches Spiel zu spielen. Nun geraten die beiden ungleichen Haudegen zwischen sämtliche Fronten und müssen sich notgedrungen zusammenraufen…

Denzel Washington und Mark Wahlberg ergänzen sich dabei Prima. Vor allen Dingen der dauernd Kaugummi kauende, großmäulige Hitzkopf Wahlberg hat die Lacher auf seiner Seite, wobei Washington den coolen, bedachten Konterpart ebenfalls locker aus der Hüfte spielt. Ein wirklich tolles Gespann, das sich da zusammenraufen muss.  Auch die Nebendarsteller wissen zu gefallen, wobei besonders Bill Paxton als fieser CIA- Handlanger mit dem schlichten Namen  „Earl“ heraussticht. Er reißt wirklich jede Szene an sich. SO gut hat man ihn schon lange nicht mehr gesehen. John Robert Burke bleibt in seiner Nebenrolle leider etwas unterfordert, leistet aber guten Support. Gefreut habe ich mich über das kurze Wiedersehen von Fred Ward, der sympathische Mime aus „Tremors“ hätte ruhig eine größere Rolle bekleiden dürfen. Weitere bekannte Gesichter wie z.B. James Marsden (Cyclops aus „X- Men“) oder Edward James Olmos (Gaff aus „Blade Runner“) als Kartellboss Papi Greco runden den sehenswerten Cast ab.

Die Story von „2 Guns“ kann man gut und gerne als solide und gut durchdacht bezeichnen. Das grundsätzliche Story Prinzip  von zwei Helden, die, umringt von gleich mehreren Gegnerparteien, versuchen diese auszutricksen - bzw. sie gegeneinander aus zu spielen fußt dabei sogar eher auf klassischen Westernmotiven als auf typischem Actionstoff. Allerdings gibt es innerhalb der Story  auch einen dicken Patzer,  denn ausgerechnet die einzige weibliche Figur gespielt von Paula Patton, will nicht so richtig in das Story Konstrukt passen. Denn ihr Verhalten und das Motiv für ebenjenes wirken wenig glaubwürdig. Des Weiteren spielt Patton ihre Rolle viel zu durchschaubar, so dass ihre Bedeutung innerhalb der Story von Anfang an zu erahnen  ist. Ihre unpassend säuselnd-flüsternde deutsche Synchronstimme lässt zusätzlich noch den „Nerv-Faktor“ dieser Figur in die Höhe schnellen. Schade, denn abseits dieser Figur hat die Regie alle anderen agierenden Fraktionen sehr gut im Griff, so dass der Zuschauer zwar am Ball bleiben muss um den Überblick über das Geschehen zu behalten, dabei aber nie überfordert wird.

Besonders gefallen hat mir, dass der Film szenenweise deutlich politische Töne anschlägt, denn hier kommen weder Regierung, Polizei, Militär noch Geheimdienste besonders gut weg. Sämtliche Obrigkeit ist hier genauso korrupt und bereit über Leichen zu gehen wie die Kartelle selbst. Und wenn die beiden Protagonisten sich ausgerechnet unter illegalen mexikanische Einwanderern den Weg über die Grenze zurück in die USA suchen müssen, oder Washington in einer Szene selbsternannte „Hillbilly- Grenzwächter“ locker flockig abstraft, kann man das als bösen Kommentar zur amerikanischen Grenzpolitik und der damit verbundenen Verteufelung von mexikanischen Einwanderern lesen.  Und wenn Bill Paxton als brutaler CIA- Mann  „Earl“ betont „ICH bin die Regierung der vereinigten Staaten“, dann ist das nicht nur ein zynischer Wink mit dem Zaunpfahl sondern im Hinblick auf diverse Geheimdienstskandale unserer Tage hochbrisant. 

Aber trotz dieses zynischen Subtextes wird der Film nie zur verkopften Polit- Metapher, für zusätzliche Würze sorgt er aber allemal. Es dominieren ganz klar die Frotzelein zwischen  Wahlberg und Washington und die regelmäßigen Actioneinschübe, die in einem stimmigen Rhythmus über den Film verteilt wurden. Die Actionszenen sind dabei recht kurz und knackig geraten und ufern nur selten aus, wobei trotzdem eine klare Steigerung der Action zu erkennen ist. Diese mündet in einem tollen Showdown, der zwar ebenfalls nicht in minutenlanges Geballer ausartet, aber innerhalb des Films die spektakulärste und größte Actionszene darstellt und dabei eine geradezu ikonische Szene abfeiert, in der unser ungleiches Duo Rücken an Rücken und in Zeitlupe die Bad Guys aufs Korn nimmt. Und da die Action, so kurz und knackig sie auch sein mag, vortrefflich inszeniert wurde und in übersichtliche, toll fotografierte Bilder verpackt ist, geht hier das  „Klasse statt Masse“- Motto durchaus auf.

Insgesamt hat mir „2 Guns“ wirklich gut gefallen. Eine famose, staubtrockene Optik trifft hier auf die Mechanismen und den Humor des „Buddy- Movies“ ganz im Stile großer Vorbilder der Marke „Lethal Weapon“ oder „Nur 48 Stunden“. Gemixt wird das Ganze zusätzlich noch mit diversen Motiven aus dem klassischen Western. Herausgekommen ist dabei ein mit zynischem Humor gespicktes, selbstironisches Männerabenteuer dessen schnodderige Lässigkeit schon allein für Laune sorgt.  Washington und Wahlberg ergänzen sich prima, ihre Wortgefechte sorgen für ordentlich Laune, die Action ist wohl dosiert,  und in geradezu wohltuend-übersichtliche Bilder verpackt und der zweckmäßige, aber unterhaltsame  Plot wird durch zynischen,  gesellschaftskritischen  Subtext unterfüttert.

Das sind vollkommen zufriedene 8 von 10 Punkten meinerseits.
 

8/10
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Kommentare

25.02.2015 12:40 Uhr - cecil b
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Ich sag es mal so: Ich gaube, ich bin ein Fan von dir;)

25.02.2015 13:13 Uhr - Gorno
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25.02.2015 12:40 Uhr schrieb cecil b
Ich sag es mal so: Ich gaube, ich bin ein Fan von dir;)


Da sind wir schon zu zweit :)

25.02.2015 15:23 Uhr - bueschel61
2x
25.02.2015 13:13 Uhr schrieb Static&Gorno
25.02.2015 12:40 Uhr schrieb cecil b
Ich sag es mal so: Ich gaube, ich bin ein Fan von dir;)


Da sind wir schon zu zweit :)


Ne,zu dritt. :-)
Toll geschriebene Review.
LG
bueschel61

25.02.2015 16:33 Uhr - Insanity667
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Hahahahaha! Der kommt flach Jungs! :D

"Ich bin Nummer Vier"

Nee ohne Witz, das ist ne echte Perle von Review! Der Film ging auch, hat gut unterhalten fand ich! ;)

25.02.2015 16:48 Uhr - Gorno
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25.02.2015 16:33 Uhr schrieb Insanity667
Hahahahaha! Der kommt flach Jungs! :D

"Ich bin Nummer Vier"

Nee ohne Witz, das ist ne echte Perle von Review! Der Film ging auch, hat gut unterhalten fand ich! ;)


Achtung! Ich bin ein Mogadori! Jetzt hab ich dich! :P

25.02.2015 17:09 Uhr - Insanity667
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25.02.2015 16:48 Uhr schrieb Static&Gorno
Achtung! Ich bin ein Mogadori! Jetzt hab ich dich! :P


Damned! :D

25.02.2015 20:46 Uhr - leichenwurm
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Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen ; -) ! Und ich muss sogar zugeben, dass ich von "2 Guns" nach dem Kinobesuch leicht enttäuscht war, da er eben nicht so ein brachiales Action Inferno abfackelt wie andere aktuelle Genre - Größen. Des weiteren hatte ich die halbe Laufzeit im Kino damit verbracht mich über die viel zu Dunkle und bewegungsunscharfe Kinoprojektion zu ärgern . Aber nach nochmaliger Sichtung auf Blu Ray hat der Film bei mir voll gezündet. Danke nochmal für die positiven Rückmeldungen ; -))

25.02.2015 21:19 Uhr - deNiro
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Auch mir hat sowohl Film als auch dein Review sehr gut gefallen. Schön, das du ähnlich wie ich, die Western- Anleihen erkannt hast;))

Hab sogar einige Parallelen zu div. Werken eines gewissen Peckinpah ausgemacht. Ähnlich wie bei den Helden Peckinpah´s z.B. verschwimmen auch hier die Grenzen zw. Gut und Böse.
Schön geschrieben!

25.02.2015 21:48 Uhr - Tom Cody
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Yep, sehr gutes Review, hat mir gut gefallen.
Schon witzig, denn bei mir hat der Film nämlich auch erst im 2. Anlauf richtig gezündet.
Das mit den Western-Parallelen ist vollkommen richtig. Kormákur erzählt im Audiokommentar auch, dass er die Parallelen jetzt auch nicht zu aufdringlich präsentieren wollte, in dem er Mark Wahlberg z. B. einen Cowboyhut hätte tragen lassen.
Naja, und bei der Szene mit den Schießübungen auf die eingegrabenen Hühner denkt man ja auch sofort an Peckinpah's "Pat Garrett & Billy the Kid".
Bei Edward James Olmos denke ich immer zuerst an 'Commander Adama' in "Battlestar Galactica" oder vielleicht noch an 'Lieutenant Castillo' in "Miami Vice".

25.02.2015 21:52 Uhr - leichenwurm
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Oh ja... das stimmt allerdings. Sowohl optisch als auch inhaltlich lässt der Film Assoziationen zu Sam Pekinpah oder den von Pekinpah maßgeblich beeinflussten Neo-Western eines Walther Hill zu... ! Auch wenn der Tonfall hier nie so fatalistisch wird wie es bei "Bloody Sam" ja regelmäßig der Fall war. Danke für die Ergänzungen deNiro und Tom Cody ;-)

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