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Demon Night

(Originaltitel: Night of the Demons III)
Herstellungsland:USA, Kanada (1997)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror
Alternativtitel:Night of the Demons 3
Demon House
La Nuit des démons 3
Demon Night - One Night in Hell
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,17 (6 Stimmen) Details
inhalt:
So hatten sich die Kids Halloween nicht vorgestellt. Was als wilde Nacht mit Bier, Fun und Girls geplant war, mündet in einen unglaublichen Alptraum ohne Ende. Ein schreckliches Mißverständnis im lokalen Supermarkt führt zu einer blutigen Schießerei mit der Polizei. Mit einem Schwerverletzten in ihrer Mitte suchen die Kids Unterschlupf in Hull House. Seit einem Massaker - Jahre zuvor - steht diese düstere Villa leer. Man wird dennoch erwartet - von der verführerischen Hexe Abigail, die nur darauf aus ist, das Tor zur Hölle aufzustoßen. Ganz weit...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dissection78:

Ich muss ja peinlicherweise gestehen, dass ich bis vor kurzem gar nicht wusste, dass „Demon Night“ (nicht zu verwechseln mit „Demon Knight“) der dritte Teil der „Night of the Demons“-Reihe ist, obwohl ich ihn bereits seit knapp 18 Jahren - damals noch auf VHS - kenne, hauptsächlich weil's mich bislang nicht sonderlich interessiert hat. Den ersten Film von Kevin S. Tenney mit Linnea Quigley hatte ich als recht unterhaltsam, jedoch eher mittelmäßig abgespeichert; Teil 2 von Brian Trenchard-Smith aus dem Jahr 1994 habe ich noch nicht gesehen; und das ‘09er-Remake von Adam Gierasch fand ich besser als das ‘88er-Original.
Auch an „Demon Night“ (1997, aka „Night of the Demons III“ aka „Demon House“ aka "One Night in Hell") war Kevin Tenney beteiligt, allerdings nur als Drehbuchautor und Co-Cutter. Die Inszenierung übernahm der eher unbekannte TV-Regisseur Jim Kaufman. Vorliegendes Werk wandelt unübersehbar auf den Spuren des Tenney-Originals, da auch Amelia Kinkade wieder mit von der Partie ist, die in den Vorgängerstreifen bereits als Dämon Angela Teenies heimsuchte.

Es steht ein einsames Haus, weit, weit von der Stadt entfernt. Ein Haus, das eine grässliche Geschichte hat: In seinem alten Gemäuer fand nämlich einst ein gar schreckliches Massaker statt, und seitdem soll es im Hull House Dämonen geben. Speziell an Halloween.
Die sich vom Leben vernachlässigt fühlende Abbie und ihre beste Freundin, die Cheerleader-Queen Holly, haben in dieser Nacht natürlich eine Wagenpanne. Eine Karre mit mehr oder weniger netten Jungs und Mädels nimmt die beiden mit. Unter ihnen ist auch der Angeber Vince und seine Schnalle Lois. Als man sich in einem Laden Alk besorgen, der Kassierer den Milchgesichtern aber nichts verkaufen will, rastet Vince aus und knallt einen hinzugekommenen Bullen über den Haufen. Eilig fliehen alle mit dem Auto. Doch wohin? Logischerweise erinnert man sich an Hull House und trotz Abbies Warnungen, dass es dort spuken würde, wagt man sich auf das verlassene Grundstück und überquert dabei jenen unterirdischen Fluss, der das Reich der Dämonen von der Außenwelt abschirmt…

Obwohl Produzent Claudio Castavelli ihn als überaus gelungene Mischung aus „Night of the Living Dead“ und „Reservoir Dogs“ (ha!) bezeichnete, ist „Demon Night“ ein jederzeit vorhersehbarer Spukhaus-(Möchtegern-)Grusler, der unter gewissen Umständen (also mit viel Gerstenkaltschale oder Härterem im Körper) einigermaßen Spaß machen kann, weil alles recht zügig über die Bühne geht und die Inszenierung den geneigten Betrachter mit flotten Schnitten über die bemerkenswerte Substanzlosigkeit des Skripts hinwegzutäuschen versucht. Mal davon abgesehen, dass man es hier wieder mal mit der üblichen Horde an unsympathischen und sich ziemlich blöde anstellenden Teen-Charakteren zu tun bekommt, sind die Darsteller leidlich akzeptabel, wobei sich aber lediglich die damalige Newcomerin Tara Slone als blonde Schlampe Lois ‘nen Extralolli verdient hat. Richtig lustig ist jedoch das damalige Getöse der Produzenten, die ihr mit viel Sexgefummel aufgeblasenes, für heutige Verhältnisse zeitweise sogar einigermaßen stimmungsvolles und mit allen Unarten obszönen Jugend-Jargons bis zur verbalen Ejakulations-Schmerzgrenze aufgeladenes 08/15-Machwerk als beinharten Horror-Actioner anpriesen, der nahezu perfekt geraten sei, wie voller Stolz, aber ohne Anmaßung verkündet wurde (haha!). Eigenlob stinkt. In vorliegendem Falle müffelt’s wie Jauchegrube. Das ist schon recht viel Selbstgefälligkeit für einen letztendlich höchst mittelmäßigen Streifen der B-Kategorie mit eher suboptimalen Preiswert-Effekten, der seinen einzigen originellen Einfall hat, wenn Höllenbr(a)ut Angela das Phallus-Symbol eines Teenies (ergo: seine Knarre) am Lauf genüsslich mit den Lippen umschmiegt und umschlingt, um am Ende die Patronen aus dem Mund zu spucken.

 

Fazit:
Ganz so fürchterbar mies wie Frank the Tank85 in seiner äußerst lesenswerten Kritik vermerkt hat, finde ich „Demon Night“ nicht. Im Bereich „Dämonenfilm“ sind meiner Meinung Dilettanten-Gurken wie „Slaughterhouse Rock“ oder „Tanz der Dämonen“ nochmals schlechter, auch wenn deren undefinierbarer 80er-Jahre-Charme, dem auch ich desöfteren erliege, vorliegendem Machwerk komplett abgeht. Aber nur weil „Demon Night“ nicht grottenschlecht ist, heißt dies noch lange nicht, dass er gut ist. Das ist er mitnichten. Inszenierung: (Unteres) Mittelmaß; Darsteller: Für Low-Budget-Trash halbwegs okay; Drehbuch: Achgottchenachgottchen; Effekte (sowohl „handmade“ als auch CGI): Billigstens - führten in Deutschland aber zur Indizierung auf Liste A.
Mir hat er trotz allem ausreichend genug Spaß gemacht, um ihn nicht unter 4 Punkten zu bewerten. Also gebe ich ihm zwischen 4 und 5 und runde – nett wie ich bin – auf.
 

5/10
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Kommentare

27.03.2015 10:27 Uhr - Insanity667
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Was soll man da sagen? Irgendwann gehen einem die Superlativen aus! :/

PS.: Wie nett du bist! :D

27.03.2015 10:59 Uhr - NoCutsPlease
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Die Kritik liest sich unglaublich unterhaltsam! Eine sehr schöne Idee solch ausbalancierte Sätze mit dem einen oder anderen saloppen/derben Ausdruck zu würzen.

27.03.2015 11:31 Uhr - Tom Cody
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Hui! Tolles Review zu einem (offensichtlich) sehr mittelmäßigen Film. Zudem ein weiter Sprung von Roman Polanski runter zu Jim Kaufman. Trotzdem ist die Kritik mit der gleichen Sorgfalt angelegt wie die zu den cineastischen Höhenflügen.
Allerdings, der Spruch des Produzenten, den Film als eine "Mischung aus „Night of the Living Dead“ und „Reservoir Dogs“" anzupreisen, ist leider nicht zu toppen. ;-)
Von dieser Film-Reihe kenne ich auch (glücklicherweise?) nur das Remake von 2009. Reicht auch, wenn es genau so amüsant ist, über diesen Trash etwas zu lesen.

27.03.2015 12:08 Uhr - Frank the Tank85
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Schön geschrieben.
Mein Maximum wäre aber 4 gewesen.
Zu Tanz der Dämonen, den hab ich mir jetz nochma gegeben und ich glaub dümmer geht's net :-D
- Ich glaube das Haus will uns töten.
-Sollen wir die Nacht im Auto oder im Haus verbringen? Also im Auto schlafe ich garantiert nicht!
Göttlich :-P


27.03.2015 19:36 Uhr - cecil b
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Zwei Daumen hoch!

27.03.2015 21:52 Uhr - Dissection78
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Und auch hier vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!

Tom:
Ach, den ersten Teil kann man durchaus mal antesten, wenn man auf trashigen 80er-Jahre-Dämonenhorror steht. Den zweiten Film habe ich - wie bereits erwähnt - nicht gesehen, aber laut Franks Review ist gerade dieser ja der beste Streifen der Reihe. Und ja, das Remake empfinde ich im Nachhinein als recht cool. Das kann allerdings auch damit zu tun haben, dass ich zuvor ziemlich negativ an die Chose rangegangen bin. Da ist es nicht sonderlich schwer, jemanden positiv zu überraschen, wenn einige schräge Einfälle untergebracht werden und ein recht hohes Tempo vorgelegt wird.

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