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The Fast and the Furious: Tokyo Drift

Herstellungsland:USA, Japan, Deutschland (2006)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Fast & Furious 3
Fast & Furious: Tokyo Drift
The Fast and the Furious 3
Wild Speed X3: Tokyo Drift
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,21 (56 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Shaun Boswell (Lucas Black) war schon immer ein Außenseiter. Seine Leidenschaft: getunte PS-Boliden durch die Stadt zu jagen. Sein Problem: die Polizei. Seine Lösung: das Rennparadies Tokyo. Hier sind die ultimativen „Drift-Racing-Wettbewerbe" angesagt. Und das heißt Pedal to the Metal-Vollgas bis zur Schmerzgrenze, auf Kursen, die so eng sind, dass sie selbst Fahrradfahrern Schweißperlen auf die Stirn treiben. Achterbahngleich wird hier das Limit an jeder Kurve neu definiert. Bei diesem Spiel mit dem Tod stellt sich für Shaun nur eine Frage: Wird er es überleben? (Universal Pictures)

eine kritik von kable tillman:

Tanz auf heißen Reifen

2006 kam der bei Fans heiß ersehnte dritte Teil des "Fast & Furious"-Franchise in die Kinos. Ohne Paul Walker und ohne Vin Diesel in den Hauptrollen, dafür mit Lucas Black, Tokio als neuen zentralen Ort der Handlung, einem Budget von 85.000.000$ und erstmals Justin Lin auf dem Regiestuhl. Damals war der aus Taiwan stammende Regisseur ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt, doch später sollte er der "Fast & Furious"-Reihe das Gesicht geben, das sie bis heute beibehalten hat: Over-the-Top-Action in Musikvideo-Optik, welche die Massen in die Kinosäle lockt. Als erster Teil der Reihe bekam "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" hierzulande in seiner ungekürzten Fassung eine FSK-12 Freigabe und war außerhalb der USA sehr erfolgreich. In den Staaten kam der Ortswechsel weniger gut an, was wiederum dazu führte, dass das Franchise erst 2009 mit "Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile." ein Comeback feiern durfte, diesmal mit Paul Walker und Vin Diesel. Und wieder mit Justin Lin auf dem Regiestuhl. Doch kommen wir zurück zu "The Fast and the Furious: Tokyo Drift", dem offiziell dritten Teil, welcher im zeitlichen Kanon der Reihe jedoch kurioserweise zwischen Teil 6 und 7 anzusiedeln ist. Wieso und warum möchte ich nicht spoilern, aber wer Teil 6 kennt weiß worauf ich hinaus will. Doch was euch Leser sicherlich wirklich interessiert ist: Wie gut ist Justin Lins erster Beitrag zum "Fast & Furious"-Franchise denn?  

Der Beginn: Sean Boswell (Lucas Black) ist der am ältesten aussehende Teenager der Welt und kommt immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Er sagt zu keinem illegalen Rennen nein und scheut so gut wie keine Herausforderung. Dabei setzt er sein Leben und das seiner Altersgenossen regelmäßig aufs Spiel. Schlussendlich bleibt ihm nur eine Alternative: Er muss zu seinem getrennt von seiner Mutter lebenden Vater nach Japan und endlich ein normales Teenager-Leben fernab jeglicher Autorennen anfangen, oder er landet im Jugendknast. Wenig überraschend ist "normal" nicht der Stil von Sean und er landet schneller hinter dem Steuer eines sündhaft teuer aufgemotzten Schlittens, als Dominic Toretto für die Viertelmeile braucht. Doch in der Racer-Szene in Tokio geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um Kontrolle beim Driften. Absolute Kontrolle. Und der amtierende Drift King D.K. (Brian Tee), Neffe eines führenden Yakuza-Mitglieds, kann den "Gaijin" Sean nicht leiden.

Die Mitte: Und so entsteht eine Geschichte, die sich grundsätzlich als Kombination von "Footlose" und "Karate Kid", beides Kinoklassiker aus 1984, herunterbrechen lässt, nur eben diesmal mit Autorennen statt Tanzeinlagen oder Karatekämpfen. Das klingt wie ein alter Hut, ist auch eben solcher, doch dank der gekonnten Regie Justin Lins fällt die kaum vorhandene Tiefe oder Frische der Handlung kaum auf. Stattdessen berauscht einen die skurrile Mixtur aus japanischen Manga-Motiven, dem klischeehaften Bild Ostasiens und dem typischen "Yankee-trifft-fremde-Kultur"-Problem. Lucas Black ("Jarhead - Willkommen im Dreck") ist solide in seiner Rolle als rebellischer Rennfahrer, auch wenn man ihm den Teenager zu keiner Zeit abkaufen mag. Sein Sidekick Twinkie, verkörpert von Rapper Bow Wow, nervt dagegen pausenlos. Sung Kang spielt den Mentor Han routiniert lässig. Nathalie Kelley darf als Love-Interest Neela herhalten und muss dafür kaum mehr als gut Ausschauen. Den Bad Guy D.K. mimt Brian Tee, doch mehr als 2 bis 3 Gesichtsausdrücke braucht er dafür auch nicht. Über jeden Zweifel erhaben sind dagegen der treibende Score von Brian Tyler, welcher auch bei den folgenden Teilen das Vertrauen von Regisseur Justin Lin genießen sollte, und der stimmige Soundtrack. 

I wonder if you know 
How they live in Tokyo
If you see me then you mean it 
Then you know you have to go 
Fast and furious (Drift, Drift, Drift) 
Fast and furious (Drift, Drift, Drift) 

Das Finale: Ford Mustang vs. Nissan 350 Z. Auf der einen Seite ein klassisches, amerikanisches Muscle-Car voller Kraft, auf der anderen Seite der wütende japanische Samurai voller Hingabe für die Straße. Das ist vorrangig auf die Autos bezogen, doch der Konflikt zwischen "Gaijin" Sean und Yakuza-Spross D.K. läuft nicht umsonst auf eben jenes Duell hinaus. Spannend wird es, actionreich wird es, und auch die anderen Rennen im Film wissen optisch sowie inszenatorisch zu überzeugen und verheizten über 100 Autos. Die beeindruckenden Rennszenen wurden dabei von professionellen Stuntleuten und Rallyefahrern ausgeführt. Wer CGI's vermutet, liegt falsch. Justin Lins "The Fast and the Furious: Tokyo Drift" ist wesentlich bodenständiger als seine Nachfolger, bleibt den illegalen Straßenrennen, den Verbrechersyndikaten sowie den Einzelgängern als Helden treu, bietet sogar einen Cameo-Auftritt des echten Drift Kings Keiichi Tsuchiya und ist bei Fans trotzdem oftmals der unbeliebteste der Reihe. Liegt es am farblosen Helden, an der ungewohnten Location oder an der altbekannten Story? Wohl von Allem ein bisschen. Am meisten lag es jedoch wohl daran, dass illegale Autorennen 2006 nach etlichen Versoftungen ("Need for Speed"-Reihe) nicht einmal mehr halb so verrucht waren, als noch 2001 bei "The Fast and the Furious". Eine neue Idee musste her. Und sie kam auch, doch dazu mehr in meinem nächsten Reviews zur "Fast & Furious"-Reihe. Kommen wir nun zur Wertung.

Qualitätswertung: 6 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 8 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 7 von 10 Punkten 

Und ich lerne vor einer Reise nach Tokio das Driften, denn das ist anscheinend alles was in Japan zählt.

Bis zum nächsten Review!

Hochachtungsvoll euer Kable 

7/10
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Kommentare

05.04.2015 05:07 Uhr - Tom Cody
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Ein wie üblich tolles und lesenswertes Review, welches gekonnt sowohl die Stärken wie auch die Schwächen des Films offenlegt. Da hätte wohl noch keiner vermutet, in welche Richtung sich diese Reihe unter der Regie von Justin Lin noch entwickeln würde (nicht wenige dachten ja sogar, dass nach diesem Film wohl endgültig Schluss sei).

Du hast vollkommen Recht wenn du schreibst wie nervig dieser Bow Wow-Bengel ist. Aber der Film weiß trotzdem durchaus zu unterhalten. Sehr überraschend auch die Szene , wo xxxxxxx stirbt. Ziemlich witzig fand ich damals, wenn Sean für Han in dem öffentlichen Bad das Geld eintreiben soll, von "dem Typ mit der Bärentatze"... :-)

Du schreibst über den Cameo-Auftritt des echten Drift-Kings Keiichi Tsuchiya (einer der beiden Fischer am Hafen, wo Sean das Driften übt). Dann hätte ich aber vielleicht auch noch den Gastauftritt von Asien-Filmlegende und "Streetfighter"-Star Sonny Chiba (aka Shin'ichi Chiba) erwähnt (der Yakuza-Onkel von D.K.).

Abgesehen davon - Two thumbs up!

05.04.2015 10:19 Uhr - leichenwurm
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Den teil hab ich bisher komplett ignoriert. Ich fand die ersten beiden "Fast/Furious"-Filmchen einfach zu mies als das ich mich dazu hätte durchringen können dem dritten ne Chance zu geben. Witziger weise haben mich die späteren Filme der Reihe (besonders teil 5 und 6) wirklich gut unterhalten. Dein Review liest sich sehr gut und eröffnet eine interessante Sichtweise auf die Geschehnisse im Film... ma gucken... evtl geb ich dem ja doch ma ne Chance... ;-)

PS (höhö): Wann startet endlich "Die Vernichtung" ;-D ?

05.04.2015 11:39 Uhr - NoCutsPlease
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Auch ich habe diesen Teil bisher dezent ausgelassen, ohne die Protagonisten der Vorgänger/Nachfolger fehlt irgendwie der Reiz, aber vielleicht gebe ich dem Film nach diesem ermutigend guten Review seine Chance.

05.04.2015 11:46 Uhr - Samsu83
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Tolle Kritik. Für mich ist Teil 3 auch ein klarer 7-Punkte-Film. Der Streifen ist relativ spannend, hat solide Darsteller zu bieten und die Autorennen wurden sauber inszeniert.

05.04.2015 12:26 Uhr - Dr. Jones
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Der von mir ungern gesehenste Teil dieser ...Furios Reihe . Trotz solider Inszenierung und story . Japan Location ging auch in Ordnung .

Durch die schlechte Wahl des Hauptdarstellers erlitt der Film letztendlich in meinen Augen ein kompletten Achsenbruch.

In diesen Sinne Frohe Ostern und dicke Eier

06.04.2015 01:45 Uhr - Frank the Tank85
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Ich mag teil 3 . Der schlechteste ist für mich Teil 2.
Schlimm hingegen ist, das der Mustang hier eigentlich kein Muscle Car mehr ist, weil ein Nissan (!!) V6 eingepflanzt wird statt Ami V8 Power :(

Weisst du wofür DK steht?
Donkey Kong?
:-D

06.04.2015 17:46 Uhr - Gorno
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Schmeisst mich nicht raus, aber für mich ist TD der beste Teil! Wieso? Kommt bald :)
Aber deine Kritik ist natürlich wie immer sehr gut! ;)

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