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Dissection78
Level 15
XP 3.899
Eintrag: 14.04.2015

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Bordello of Blood

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie, Splatter
Alternativtitel:Geschichten aus der Gruft presents: Bordello of Blood
Tales from the Crypt Presents: Bordello of Blood
Dead Easy

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,77 (77 Stimmen) Details
inhalt:
Vampirlady Lilith (Ex-Model Angie Everhart) eröffnet ein Bordell am Stadtrand. Nach dem Liebesdienst muss die Kundschaft bluten, im Wahrsten Sinne des Wortes. Privatdetektiv Rafe (Dennis Miller) soll für eine Klientin („Baywatch"-Nixe Erika Eleniak) dieses Freudenhaus näher unter die Lupe nehmen und entdeckt das schreckliche Geheimnis. Selbstverständlich hat er nun nicht nur jede Menge Ärger, sondern auch eine Meute blutdurstiger Vampire am Hals – wo auch sonst...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dissection78:

In den 50ern wurde der Cryptkeeper zum Buhmann der USA. Kluge Leute aus Regierung und Wissenschaft fanden die schreckliche Wahrheit heraus, nämlich dass der urige Unhold für die Verrohung der Jugend, die Kriminalisierung der Menschheit und die Zerstörung des amerikanischen Traums verantwortlich war. Man tat das einzig richtige, ächtete ihn und trieb den vermoderten Volksverhetzer somit in seine düster-feuchte Gruft zurück. Doch Jahrzehnte später kehrte er aus dem Grabe wieder. Aus den Comics wurde eine TV-Serie und schließlich entstanden sogar Kinofilme. Der Cryptkeeper konnte also unter dem Deckmäntelchen der freien Marktwirtschaft sein sinistres Treiben fortsetzen. Doch in einem kleinen Land mitten in Europa ließ sich eine Schar aufrechter Staatsanwälte (oder war’s nur einer?) von dem grausigen Gruftie nicht ins Bockshorn jagen. Die Ritter des Rechts drohten dem ersten abendfüllenden Kinofilm des toten Tunichtguts („Ritter der Dämonen“, 1995, O-Titel: „Demon Knight“) die Beschlagnahme an, nachdem dieser in eine finstere Verbrecherhöhle namens Videothek (ja, damals gab’s sowas noch sehr viel öfter als in unserer heutigen Zeit) gelangt war, woraufhin der Vetrieb des verderbten und verderbenden Ekel-Schundes das tat, womit die Staatsdiener gerechnet hatten: Er wies alle Videotheken an, den Film aus ihrem Programm zu nehmen, um sich nicht in Verruf zu bringen. Zur gleichen Zeit auf der anderen Seite des Ozeans erreichte das zweite Kinowerk „Bordello of Blood“ die Lichtspieltheater. Driftete nun ein ganzes Land in den kollektiven Wahnsinn ab?

Enthält SPOILER! „Bordello of Blood“ handelt von dem hartgesottenen Privatdetektiv Rafe Gutman (Dennis Miller), der von der attraktiven Katherine Verdoux (Erika Eleniak), einer jungen, gottesfürchtigen Frau, engagiert wird, um ihren verschwundenen Bruder Caleb (Corey Feldman), das schwarze Schaf der Familie, wiederzufinden. Die Spur führt den Schnüffler zu der erotischen Lilith (Angie Everhart), einer uralten Vampirin, die nun einen Sexschuppen voller geiler (Blut-)Saugerinnen leitet. Der bibeltreue Priester Current (Chris Sarandon) hat Lilith wiedererweckt und als Leiterin des Bordells eingesetzt, um mit ihrer Hilfe die Sünde aus der Welt zu schaffen. Zu spät wird ihm klar, dass das Laster seitdem erst richtig floriert… SPOILER Ende!

Gilbert Adler, einer der Produzenten der „Tales of the Crypt“-Serie, gab hier sein Kinofilm-Regiedebüt, wobei die Optik leider eher TV-mäßig rüberkommt. Zuvor inszenierte er eine Folge der Cryptkeeper-Sendung („Der verkaufte Tod“ aka „Death of a Salesman“). Zusammen mit A. L. Katz schrieb Adler auch das Drehbuch zu vorliegendem Streifen, welches auf einem unverfilmten „Crypt“-Skript von Bob Gale und Robert Zemeckis basiert. Bereits Anfang der 90er plante das Team um die ausführenden Produzenten Richard Donner, David Giler, Walter Hill, Joel Silver und Robert Zemeckis eine „Crypt“-Trilogie, die jedoch anders als letztendlich realisiert aus „Dead Easy“ (einem Zombiefilm mit dem Alternativtitel „Fat Tuesday", der wohl abgedreht wurde, jedoch in Joel Silvers Gruft verschwand, weil dieser Angst hatte, aufgrund des New-Orleans-Settings - „Fat Tuesday" ist schließlich ein anderer Name für „Mardi Gras" - als Rassist abgestempelt zu werden), „Demon Knight“ und „Body Count“ (nie realisiert) bestand. Das zusammenhaltende Element dieser Trilogie sollte der in „Demon Knight“ zu sehende Schlüssel sein. Dieser kommt auch in „Bordello of Blood“ vor, allerdings nicht in „Ritual“ (2002), dem Kino-Nachfolger zu „Bordello“.

„Bordello of Blood“ wurde im Sommer 1995 in Vancouver abgedreht und sollte ursprünglich im Januar ’96 in den US-amerikanischen Kinos starten. Da wäre das Fun-Splatter-Werk aber auf „From Dusk Till Dawn“ gestoßen. Ein Gerücht besagt, die Verschiebung beruhe darauf, dass man einen ähnlichen Film nicht zur selben Zeit ins Rennen schicken wollte, ein anderes, dass die Previews ein so gutes Ergebnis erzielt hätten, dass man den Film im Sommer einsetzen wollte, weil er ideal schien, Jugendliche nach der Schule direkt ins Kino zu locken. Letzteres misslang anscheinend, denn „Bordello“ war kommerziell nicht sonderlich erfolgreich.

Mit Kunstblut wird im zweiten „Geschichten der Gruft“-Streifen nicht gegeizt, was zur deutschen Liste-A-(Folge-)Indizierung führte. Der Hang zu deftigen Splatterszenen wurde ja schon in „Ritter der Dämonen“ offensichtlich. Storymäßig erinnert „Bordello of Blood“ mit seinem Vampirpuff tatsächlich an „From Dusk Till Dawn“. Doch der Humor in vorliegendem Werk hat nichts von der Tarantino-typischen Coolness, sondern ist eher platt und laut, genau wie die sowohl krassen als auch höchst professionell abgelieferten Make-Up-Effekte aus den Werkstätten von Todd Masters und Kevin Yagher. Diese Mischung aus klamottiger Komik und hartem Horror funktioniert recht gut. Obwohl der Streifen thematisch nichts wirklich Neues zu erzählen hat, ist er insgesamt gesehen unterhaltsam, selbst wenn er qualitativ bei weitem nicht an den „Ritter der Dämonen“ mit dem grandios-abgedrehten Billy Zane herankommt. Die Dialoge sind derb und durchaus witzig, und der bereits erwähnte großzügige Umgang mit Blut, Gedärm und Leichenteilen sowie jede Menge nacktes Fleisch sorgen dafür, dass unsere niedersten Instinkte über die gesamte Laufzeit kontinuierlich angesprochen werden (was ja schließlich auch ‘ne Leistung ist). Dazu kommen etliche gelungene Einlagen von mehr oder minder talentierten Schauspielern, die dem Zuschauer vermutlich etwas länger im Gedächtnis bleiben werden, als dass dies nur aufgrund der Splattersequenzen geschehen würde. So sind beispielsweise die Showproben des Fernsehpredigers Current ein hübsch ironischer Kommentar auf die realsatirischen Bekehrungssendungen religiöser Fundamentalistenvereine der nordamerikanischen Christlichen Rechten, die vor allem im Mittleren Westen der USA ihre frohe Botschaft an die, dem Untergang geweihte, dekadent-degenerierte Gesellschaft der Gottlosen und Gottesverächter richtet. Auch der Schlepper des Blut-Bordells kommt mit seiner etwas prolligen Art beinahe dem FDTD-Auftritt von Cheech Marin nahe (ihr wisst schon, so von wegen „weiße Pussys, schwarze Pussys, spanische Pussys, gelbe Pussys, heiße Pussy, kalte Pussys, nasse Pussys, stinkende Pussys, haarige Pussys, blutige Pussys, bissige Pussys, Seide-Pussys, Samt-Pussys, Nylon-Pussys, Pferde-Pussys, Hunde-Pussys, Hühner-Pussys“ etc.pp.).

Zu den Darstellern:
Erika Eleniak war unter anderem in „E.T. – Der Außerirdische“ (1982), „Der Blob“ (1988) und von ’89 bis ’92 in „Baywatch“ zu sehen; Dennis Miller in „Enthüllung“ (1994), „Das Netz“ (1995) und „Never Talk to Strangers“ (1995); Chris Sarandon verbiss sich 1985 in „Fright Night – Die rabenschwarze Nacht“ als Vampir in die Hälse blutjunger Damen; und Corey Feldman sagte bereits in „Lost Boys“ modernen Wiedergängern (Kiefer Sutherland), in „Stand By Me“ halbstarken Rüpeln (Kiefer Sutherland) und in „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“ einem machetenschwingenden Killer namens Jason Voorhees (nicht Kiefer Sutherland) den Kampf an - sowie den Klopeks. Die in Ohio geborene Angie Everhart arbeitete lange als Top-Model, hatte eine kleine Rolle in „Last Action Hero“, eine größere als Callgirl in William Friedkins „Jade“ und die Hauptrolle in „9 ½ Wochen, Teil 2“. Sie kann als teuflische Puffmutter nicht nur optisch überzeugen.

Die einzigen Schauspieler, die mir persönlich hier als eher mittelmäßig auffallen, sind jedoch ausgerechnet die beiden Hauptdarsteller Miller und Eleniak:
Wie ich bereits in meinem Kommentar zu dem exzellenten Review von Frank the Tank85 geschrieben habe, kann Dennis Miller durchaus Spaß machen, weil das Skript ihm schön derbe Sprüche in die Kodderschnauze legt, allerdings agiert er hier reichlich hölzern… und das obwohl er als Stand-Up-Komiker in den 80ern und 90ern gerade mit seiner lockeren Art sowie seinen zynisch-bissigen und politunkorrekten Auftritten in TV-Sendungen wie „Saturday Night Life“, „The Dennis Miller Show“ oder „Dennis Miller Live“ auf sich aufmerksam machen konnte; Erika Eleniak bleibt ziemlich farblos, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass sie in ihrer Rolle als bibelfeste Jungfrau als einzige der mitwirkenden Fräuleins ihre Reize unter Verschluss halten muss.
Der übrigen Schauspielerriege merkt man jedoch an, dass die Dreharbeiten Spaß gemacht haben müssen. Eine gewisse gute Laune überträgt sich jedenfalls auf den geneigten Zuschauer.


Fazit:
„Bordello of Blood“ ist ein netter Zeitvertreib für den durchschnittlichen Horrorfan (also mich) und kann auch so manchen Gorebauern zufriedenstellen. Nicht so cool wie „Ritter der Dämonen“, aber um einiges besser als der „Tales of the Crypt“-Kinonachfolger „Ritual“, der nach dem Misserfolg von „Bordello“ zuerst nicht als Teil der „Crypt“-Reihe vermarktet wurde. 6,5 Punkte.
 

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Kommentare

14.04.2015 07:59 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
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Da hat der "durchschnittliche Horrorfan" mit dem mehr als überdurchschnittlichen Schreibtalent eine erstklassige Kritik abgeliefert. Schon allein das Intro ist der Hammer!

14.04.2015 10:01 Uhr - Gorno
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Gorno 2.664
14.04.2015 07:59 Uhr schrieb NoCutsPlease
Da hat der "durchschnittliche Horrorfan" mit dem mehr als überdurchschnittlichen Schreibtalent eine erstklassige Kritik abgeliefert. Schon allein das Intro ist der Hammer!


Ganz genau! Wie immer tolle Arbeit ;)

14.04.2015 11:32 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Cooles Review. "Bordello" ist schon schwer unterhaltsam, aber der atmosphärische "Ritter der Dämonen" (für mich übrigens der "Tanz der Teufel" der 90ger ;-)) hat mir dann doch wesentlich besser gefallen. Den dritten "Tales from the Crypt"- Spielfilm habe ich nie gesehen. Aber die Hintergundinfos in deinem Review sind sehr informativ und waren mir bisher völlig unbekannt. Spitze...

14.04.2015 13:28 Uhr - cecil b
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DB-Co-Admin
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Erfahrungspunkte von cecil b 5.927
Ein super Review, mit interessanten Infos! Ansonsten sehe ich den Film auch so ähnlich wie du.

14.04.2015 16:19 Uhr - Grrrg
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User-Level von Grrrg 5
Erfahrungspunkte von Grrrg 338
Super Kritik, 1a Hintergrundinfos!
An dem Film haben mich vor allem die (von dir erwähnte) TV-Optik und der etwas platte Humor gestört und die Rollen waren zumindest m Fall von Eleniak und Feldman grandios fehlbesetzt. Angie Everhart dagegen...rrrrrrrr! Und die Effekte hab ich auch noch als sehr gut in Erinnerung.

14.04.2015 20:43 Uhr - Samsu83
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User-Level von Samsu83 2
Erfahrungspunkte von Samsu83 91
Wirklich hervorragende Kritik!!! Von Bordello of Blood hab ich bis dato noch nix gehört, scheint aber kein Film zu sei, den man gesehen haben muss. Dennoch, sollte der Streifen mal durch die FSK Prüfung Uncut durchkommen, so werde ich Mal nen Blick riskieren.

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