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Invasion U.S.A.

Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Invasion USA
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,41 (47 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der russische Agent Rostov (Richard Lynch) überfällt die USA mit einer Horde von Söldnern. Die US-amerikanische Verteidigung ist auf einen so plötzlichen Überfall nicht vorbereitet. In höchster Gefahr ist schnelles Handeln und hartes Durchgreifen gefordert: ein Fall für Ex-Agent und Waffenexperte Matt Hunter (Norris), der kein Erbarmen kennt. Umso weniger, als er sich seinem Erzrivalen Rostov gegenübersieht, mit dem er noch eine Rechnung offen hat... (20th Century Fox)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                            INVASION USA

Invasion USA(1985) war der Versuch der Cannon - Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus, Chuck Norris im Mainstream zu etablieren. Golan und Globus steckten die für sie ungewohnt hohe Summe von 12 Millionen in den Film, da sie der Meinung waren, dass mehr Action und mehr Aufwand reichen würden, um die Massen in die Kinos zu locken und Norris zu einem Star vom Kaliber eines Sylvester Stallone oder Clint Eastwood zu machen. Die Idee zum Film soll von Norris höchstpersönlich stammen: In der Zeitschrift "Reader´s Digest" hatte er einen Artikel über  Terroristenausbildungscamps in Iran gelesen, die ihre Kämpfer in die USA schickten, um das Land zu infiltrieren und auszuspionieren. Das war der Ausgangspunkt für Invasion USA, der von Joseph Zito (Missing In Action, 1984) inszeniert und von Norris und James Bruner geschrieben wurde. Gedreht wurde in Atlanta, wo man u.a. in einem zu renovierenden Einkaufszentrum drehte und von der Nationalgarde unterstützt wurde.

Die Invasion USA wird von dem russischen Agenten Mikahil Rostov (Richard Lynch) angeführt, der mit einer Horde Terroristen zur Weihnachtszeit in Miami einfällt, um die USA mit Terroranschlägen zu überziehen. Allerdings hat Rostov eine Schwäche: Er wird von Alpträumen geplagt, in denen der Ex-CIA-Agent Matt Hunter (Chuck Norris) die Hauptrolle spielt, der Rostov beinahe geschnappt hätte. Um ungestört Anschläge auf Kirchen und Einkaufszentren verüben zu können, hetzt er Hunter eine Killertruppe auf den Hals. Rostovs Attentäter versagen jedoch und Hunter nimmt den Kampf gegen seinen Erzfeind auf ...

Invasion USA setzt die Tradition der US - Science - Fiction - Filme der 50er Jahre fort, in denen die USA von Außerirdischen bedroht wurden, die für die Sowjets standen, bzw. stehen konnten. Dass sich Invasion USA an diesen Filmen orientiert, zeigt eine kleine Hommage, die Regisseur Joseph Zito in den Film eingebaut hat - in einer Szene sieht sich Norris einen dieser Streifen im Fernsehen an. Außerdem erweckt Invasion USA den Eindruck eines Ein - Mann - Remakes von Die Rote Flut (1984), in dem es auch um eine kommunistische Invasion ging. Was in diesem Film von mehreren Personen vollbracht wurde, schafft Chuck Norris in Invasion USA allein.

Zitos Invasionsstreifen zeigt alles, wovor der US-Bürger in den 80er Jahren, zumindest den Machern des Films gemäß, Angst haben musste: Terroristen aus kommunistisch regierten Ländern, die mit ihren Attentaten friedliebende Familien, Schulkinder und ethnische Minderheiten in Angst und Schrecken versetzen und denen das Gesetz machtlos gegenübersteht. Die Frage, ob eine kleine Privatarmee, die so zusammengewürfelt ist und so offensichtlich zu Werke geht, wie Rostovs Söldnerhaufen,tatsächlich die gesamten Vereinigten Staaten aus den Angeln heben könnte, klammert Invasion USA dabei völlig aus und konzentriert sich stattdessen auf die spektakulär inszenierten Terrorakte, die so grausam und hinterhältig sind, dass man dem von Chuck Norris verkörperten Matt Hunter fast schon applaudieren möchte, wenn er Gewalt mit Gewalt beantwortet und den ganzen Abschaum mit Maschinenpistolen und Bazookas zur Hölle schickt. Man braucht halt keine Politiker, sondern Männer der Tat wie Matt Hunter, die immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, so die Botschaft von Invasion USA (Wenn man denn eine Botschaft in den Film hineininterpretieren möchte...).

Ist Invasion USA also nichts weiter als ein mieser Propagandastreifen im Actionfilmgewand, der außer seiner zweifelhaften Aussage nichts weiter zu bieten hat? Nun, man kann Invasion USA auch - wie ich - als trashigen Actioncomic betrachten, der gerade wegen seines übertriebenen Patriotismus und der damit verbundenen unfreiwilligen Komik unterhält. Auch die übertriebene Stilisierung des Matt Hunter zum unüberwindbaren Helden, die sicher eine Quelle der zahlreichen "Chuck Norris-Facts" darstellt, und seine kultigen Sprüche ("Wenn du hier nochmal reinkommst, verpasse ich dir so viele linke Haken, dass du um einen rechten bettelst!") tragen ebenfalls zum Unterhaltungswert des Films bei.

Auch die Actionszenen und die Schauwerte, die den Produzenten Golan und Globus so wichtig waren, sind spektakulär und zahlreich. Ein Highlight des Films ist Films ist die Schießerei im Einkaufszentrum mit anschließender Verfolgungsjagd, in der Regisseur Zito alle Register seines Könnens zieht, und auch das Finale, für das die Pyrotechniker wahrscheinlich etliche Überstunden schieben durften, weiß zu überzeugen. Freunde des B-Actionfilms der 80er Jahre kommen auf ihre Kosten und dürften nicht enttäuscht werden, zumal der Film mit Richard Lynch auch noch über einen hervorragenden Bösewicht verfügt, der sich mühelos der grobschlächtigen Linie des Films anpasst.

Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass Invasion USA nicht zu Norris´ besten Filmen gehört. Im Gegensatz zu Cusack, Der Schweigsame (1985), der nicht nur über tolle Action, sondern auch über eine halbwegs solide, recht spannende Geschichte verfügt, setzt Invasion USA hauptsächlich auf Action und lässt kaum Spannung aufkommen, zumal dieser Film im Besonderen keinen Zweifel an der Unbesiegbarkeit seines Helden aufkommen lässt. Außerdem kommt es während der, für einen Film dieses Kalibers üppigen Spielzeit von 103 Minuten zu der einen oder anderen Länge.

Invasion USA mag kein Klassiker des Genres sein, bietet aber dennoch ordentliche 80er Jahre - Actionfilmunterhaltung.

Invasion USA brachte nicht den erwünschten Erfolg. Hatte Norris die Kritiker mit seiner Leistung in Cusack, Der Schweigsame noch überzeugt, wurden er und Invasion USA in Grund und Boden gestampft. Auch das US- Einspielergebnis von 17,5 Millionen Dollar war nicht der von Menahem Golan und Yoram Globus erwartete Blockbuster. Die Summe zeigte, dass Norris über ein Stammpublikum verfügte, die Massen erreichte er - im Gegensatz zu Sylvester Stallone, der im gleichen Jahr Rambo II - Der Auftrag und Rocky IV - Der Kampf Des Jahrhunderts ins Rennen schickte, hingegen nicht.

 

 

 

7/10
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Kommentare

03.05.2015 17:06 Uhr - NoCutsPlease
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Toll formuliert! :-)
So tiefgründig habe ich über den Film nie nachgedacht, sondern ihn einfach als unterhaltsame One-Man-Army-Show betrachtet. :-),

03.05.2015 17:18 Uhr - Cobretti
2x
Super review zu einem , wenn nicht DEN Ammi Propaganda Streifen überhaupt!
Schaut man sich den Film im O Ton an, schreien die "Terroristen" in einer szene sogar zwei oder dreimal auf Deutsch^^ Müsste wohl der junge Hans Gruber gewesen ein ;) Ausnahmslos Alle wollen der USA an den Kragen in diesem Film!
Rassistischer aber Geiler Unfug. Man sollte sich einfach an den Schauwerten ergötzen sonst kotzt man! Fette Explosionen und recht Blutige Schiessereien und Chuck Norris als real Captain America...

03.05.2015 17:25 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leute :-)!
Und man sollte es wie Cobretti halten - Hirn ausschalten und Spaß an den Schauwerten haben!

03.05.2015 18:23 Uhr - NoCutsPlease
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Ich würde dir nur empfehlen nicht mehr als zwei Kritiken an einem Tag hochzuladen, weil sich deine Texte sonst gegenseitig Konkurrenz machen.

03.05.2015 18:53 Uhr - leichenwurm
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Klasse Review zu einem äußerst fragwürdigen Machwerk. Der Film gehört zu dem Trio an Chuck Norris - Filmen mit denen ich nie so wirklich warm geworden bin (zusammen mit der "Mission in Action" Trilogie und der "Delta Force"-Reihe). Zugute halten kann man dieser "Invasion" dass sie dermaßen übersteigert inszeniert wurde das man sie gar nicht mehr ernst nehmen kann. Da haben mir Filme wie "Lone Wolf McQuade" oder "Code of Silence" wesentlich besser gefallen...

03.05.2015 18:56 Uhr - Punisher77
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Danke!
Was "Lone Wolf McQuade" und "Code Of Silence" angeht, bin ich bei Dir. Das sind auch für mich Norris´ beste Filme. Auch weil sie nicht so ultrapatriotisch sind.

@NoCutsPlease:
Vielleicht sollte ich Deinen Vorschlag wirklich beherzigen. War heute nur im Chuck Norris-Modus.

03.05.2015 19:13 Uhr - Lordi
1x
Für mich, der beste härteste und vorallem actionreichste Film,
vom good old Chuck.

03.05.2015 20:18 Uhr - Dr. Jones
1x
Also in den 80ern haben die mit Patriorismus getränkten US Action Filme eigentlich niemanden gestört . Ganz im Gegenteil ,die Kommunisten waren ja auch wirklich die bösen in dieser Zeit ;-)

04.05.2015 10:39 Uhr - leichenwurm
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Klar... und die USA waren zu diesem Zeitpunkt auch schon die intervenierende "Weltpolizei" die den Kommunismus in einem permanenten Angst- und Bedrohungsklima instrumentalisierte um von den eigentlichen, innerpolitischen Problematiken innerhalb der Reagan-Regierung ab zu lenken... ;-) !

04.05.2015 11:33 Uhr - Kable Tillman
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Politisch und ideologisch ist "Invasion U.S.A." selbstverständlich fragwürdig, doch unter den 80er Jahre Krawall-Actionern definitiv eine Perle der Explosionsunterhaltung. Ähnlich viel Deko ging sonst nur in den "Rambo"-Sequels zu Bruch. Dein Review ist wie gewohnt klasse und deiner Schlussfolgerung, dass Chuck Norris zwar über eine treue Fanbase verfügt, aber nie ein Charakter für die Massen war, kann ich nur zustimmen!

04.05.2015 11:48 Uhr - leichenwurm
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Wie war das eigentlich nochmal genau... die Filmfigur Matt Hunter taucht doch auch noch im Dudelkiff - Vehikel "Night Hunter" auf... gilt der als offizielle Fortsetzung von "Invasion USA" ?

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