SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 38,99 € bei gameware

Mother's Day

Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,71 (17 Stimmen) Details
inhalt:
Drei Brüder treffen nach einem Banküberfall in ihrem ehemaligen Elternhaus auf die neuen Besitzer und deren Gäste und bringen diese kurzerhand in ihre Gewalt. Als die ebenfalls psychopathische Mutter hinzustößt, beginnt für die Geiseln ein erbitterter Kampf ums nackte Überleben, denn der gestörten Familie ist kein Opfer zu groß.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von leichenwurm:

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Und an so einem kommerziell-motivierten „Feiertag“ wie dem „Muttertag“ fällt einem die ein- oder andere Skurrilität besonders auf. Da stehen dann z.B. 2,15m große Metalheads im „Cannibal Corpse“ Pulli an der Blumentheke und bitten die Floristik- Fachangestellte den gerade zusammengestellten Tulpenstrauß als Geschenk zu verpacken, die Baggy-Pants-in-den-Kniekehlen-tragenden- Cappy-Hip-Hopper stehen genau daneben und können ihren „Gangsta-Slang“ für die Dauer der Blumenbestellung plötzlich ablegen und generell geben sich an diesem Tag grobschlächtige „Schlägertypen“ mit Pralinen und Blumen bewaffnet die Klinke in die Hand… verrückt. Erschreckender Weise kann man diese Tatsache, dass manche Dinge eben einfach nicht zusammen passen, auch auf das hier besprochene Remake von „Muttertag“ übertragen. Denn, das jetzt ausgerechnet dieser fiese kleine Low-Budget-Exploitation- Sicko von Charles Kaufmann aus dem Jahre 1980, in Deutschland sogar mit einer bundesweiten Beschlagnahme gemäß §131StGB abgestraft, für ein Big-Budget-Hollywood-Remake Pate stand ist mindestens genauso skurril wie eben beschriebene Situation im Blumenladen.

Der groteske und in seiner unverschämten Rotzigkeit äußerst effektive Originalfilm, war damals eine kleine Perle des Backwood- Horror Subgenres und konnte in einem Atemzug zusammen mit „The Texas Chainsaw Massacre“ oder „The Hills have Eyes“ genannt werden. Ausgerechnet „Saw“- Vieldreher Darren Lynn Bousman wurde damit beauftragt ein Remake des Streifens zu inszenieren.

Die bankraubenden Schwerverbrecher-Brüder Ike und Adley landen nach einem gescheiterten Coup, zusammen mit ihrem schwerverletzten Bruder und einem sehr zurückhaltenden  Schwesterchen, im trauten Heim eines Yuppie- Pärchens, die mit ihren Freunden gerade ein gemütliches Beisammensein fristen. Aus dem gemütlichen „Sit- In“ wird aber ganz schnell blutiger ernst, denn Ike und Adley haben bei Mutti gepetzt und diese ist nun auf dem Weg um ihre Satansbraten zu unterstützen. Und es stellt sich sehr schnell heraus, dass Mutti bei unkooperativen Opferverhalten sehr schnell sehr böse wird…

Bankräuber ? Häh ? Yuppie-Pärchen ? Was ? Noch mehrere Geschwister im Schlepptau ? Und warum sind wir in einer Yuppie-Bude und nicht mehr im Hinterwäldle ? Was zur Hölle… ??? Ja man merkt es recht schnell… die Neuverfilmung hat, bis auf die Tatsache, dass die Übeltäter dieselben Namen wie die beiden Brüder im Original haben und  eine psychisch etwas angeknackste Mutti auftaucht, nicht viel mit der Vorlage gemein. Der neue „Mothers Day“ kommt als hanebüchene Home- Invasion Variante mit leichtem „Super- Nanny“ Einschlag daher.

Was folgt ist eine Ansammlung zusammenhangsloser Szenen, in denen gestylte Boyband-Milchbubis versuchen Psychos zu spielen, sämtliche Opferfiguren doof wie zwei Meter Feldweg agieren und eine Rebecca Demorney, die wahrscheinlich ab Take eins geahnt hat in was für einen Schund sie da geraten ist, und sich verzweifelt an das krallt was man wohl als „Over-Acting“ bezeichnet. Zu keiner Zeit kommt Spannung auf, Identifikation mit den Figuren gibt es nicht und Regisseur Bousman versucht auf biegen und brechen brutal zu sein.

Das Ganze führt zu geradezu lachhaften Szenen, die fast vermuten lassen, dass hier eine Parodie auf das Genre entstehen sollte:  Da sehen Opfer die gerade noch in Flammen standen in der nächsten Szene wieder wie geleckt aus, eine zertrümmerte Hand, aus der die Fingerknochen ragen, hindert nicht mehr beim Benutzen eines winzigen Handys und keines der schätzungsweise 12 potentiellen Opfer bekommt es gebacken einen der zwei (!!!) agierenden Übeltäter an zu greifen, obwohl man in direkter Umgebung tausend mögliche Waffengegenstände zur Verfügung hätte (u.a. jede Menge Flaschen, Billard – Stäbe , Barhocker etc.). Nein… anstatt Gegenwehr zu leisten gehen die Gepeinigten lieber wie die Opferlämmer mit aller Gewalt aufeinander los, wenn die beiden Übeltäter das verlangen. Da werden sämtliche Anwesenden von den Übeltätern meterdick mit Frischhaltefolie gefesselt… nein… eingewickelt, dass man meinen könnte der gesamte US- Amerikanische Bestand wäre aufgebraucht, der eigentlich schon verblutete, aber re- animierte jüngere Bruder soll ad- hock noch ne Mieze vergewaltigen und steht natürlich gleich dafür parat. Des weiteren wird eine, den ganzen Film über unüberwindbar wirkende, jeglichen Fluchtgedanken eliminierende Kellertür dann plötzlich von einer spindeldürren Schaufensterpu…ähm… Schauspielerin mit einem kleinen Schubs aufgebrochen und wenn sich am Ende dann mit Mutti gefetzt wird, werden ernsthaft Tiefkühlerbsen und Kopfsalat zu Wurfgeschossen…

Nein, nein und nochmals nein… „Mothers Day“ macht so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann. Ein absoluter Rohrkrepierer. Mögliche Alternativtitel: „Mama Mia“, „Mama ante Portas“ oder „Stopp oder meine Mami schießt 2“ !

P.S.: man möge mir meinen nicht ganz sachlichen Tonfall und den recht saloppen Umgang mit diversen Hintergrundinfos bzgl. Besetzung, schauspielerischer Leistung, musikalischer Begleitung etc.pp. verzeihen, denn so viel Mühe in diesen Stumpfsinn zu versenken wäre ebenfalls eine Skurrilität ;-))

Gaaanz schlappe 2 von 10 Punkten

Und jetzt... auf zur Mutti zum Kaffeetrinken und zum...ähm... Blumenstrauss-Abgeben... ;-))
 

2/10
mehr reviews vom gleichen autor
Lake
leichenwurm
8/10
Clowntown
leichenwurm
4/10
die neuesten reviews

Kommentare

10.05.2015 14:52 Uhr - Frank the Tank85
2x
DB-Helfer
User-Level von Frank the Tank85 5
Erfahrungspunkte von Frank the Tank85 379
Danke, danke, danke.
Ich hab damals in Wkw eine Kurzkritik von diesem Machwerk erstellt und den ebenfalls mit 2 Pünktchen bewertet und wurde dafür fast gelyncht.
Das einzige was hier an (das von mir sehr geschätzte) Original erinnert, sind die Namen der Brüder und die Fernseh-Szene.
Brauch kein Mensch das Teil

10.05.2015 15:35 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.132
Tolles Intro und sehr gelungene, satirisch aufbereitete Kritik. ;-)
Nur bei dem einen oder anderen Wort hat dir scheinbar die Autokorrektur aus falsch verstandener Mütterlichkeit ein paar Watsch'n verpasst.


10.05.2015 20:07 Uhr - Grrrg
1x
User-Level von Grrrg 5
Erfahrungspunkte von Grrrg 338
man möge mir meinen nicht ganz sachlichen Tonfall und den recht saloppen Umgang mit diversen Hintergrundinfos bzgl. Besetzung, schauspielerischer Leistung, musikalischer Begleitung etc.pp. verzeihen

Nein, möchte ich nicht, im Gegenteil, weiter so.

18.11.2016 13:34 Uhr - Tommy83
Sehr gut verfasst! Liest sich echt gut.Ich fand ihn aber nicht ganz so schlecht ok ok Logik ist nicht seine Stärke aber unterhalten hat er mich. Ich denke aber das er etwas zu lang geraten ist dadurch zieht er sich streckenweise etwas. Aber trotzdem super Schreibstil!

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)