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Enthüllung

Originaltitel: Disclosure

Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:Enthüllung - Sex ist Macht
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,83 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Tom Sanders (Michael Douglas) ist Manager eine IT-Firma. Er führt ein normales Leben mit seiner Frau am Rande der Stadt und kommt jeden Tag mit der Fähre zur Arbeit. Doch dann bekommt Tom eine neue Kollegin, Meredith Johnson (Demi Moore). Beide kennen sich von Früher, waren sie doch damals ein Paar. Meredith ist eine attraktive und erfolgreiche Frau, der Tom nur schwerlich wiederstehen kann. Diese Situation nutzt sie schonungslos aus, indem sie versucht Tom zu verführen, doch es gelingt ihm aus der unangenehmen Situation und dem darauf folgenden Streit zu entkommen. Am nächsten Morgen muss er dann aber die Konsequenzen am eigenen Leib spüren, denn Meredith beschuldigt Tom sie vergewaltigt zu haben. Für Tom steht nun alles auf dem Spiel, denn sowohl seine Ehe, als auch sein Job scheinen verloren. Doch dann entschließt er sich zu kämpfen und ein packendes Katz- und Maus-Spiel um Macht und Verrat nimmt seinen Lauf. Wem kann er noch trauen? ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mynan:

Angenommen, man ist Manager in einer großen Firma, die man selbst mit aufgebaut hat. Man fühlt sich dort sehr wohl, gut integriert, und die neue Vorgesetzte ist eine äußerst attraktive Person, ein "Zuckerschneckchen", wie man bei uns im Rhein-Main-Gebiet sagen würde, die einem auch noch eindeutige Signale sendet, dass sie stark an einem Austausch von Körperflüssigkeiten interessiert ist. Wie also geht man am besten mit dieser Situation um?

Tom Sanders (Michael Douglas), Mananger bei DigiCom und darüber hinaus vorbildlicher Ehemann, entscheidet sich nach einem kurzen Moment der Unschlüssigkeit für die moralisch einwandfreie Variante: er lässt Meredith Johnson (Demi Moore) abblitzen. Diese ist davon alles andere als begeistert und beschuldigt ihn fortan der sexuellen Belästigung. Tom Sanders muss um seine Integrität, seine Ehe und seine Karriere kämpfen.

"Enthüllung" (Disclosure) wurde von Regisseur Barry Levinson (Rain Man, Sleepers, Good Morning Vietnam) im Jahr 1994 inszeniert und geht auf eine kurz zuvor erschienene Romanvorlage von Michael Crichton (Westworld, Jurassic Park) zurück, der hier auch als Mitproduzent fungierte.

"Disclosure" traf offenbar seinerzeit einen wunden Punkt in den USA und galt als kleiner Skandalfilm, was sich in einem R-Rating widerspiegelte, welches der sexuellen Thematik und insbesondere der Sexszene (die alles in allem harmlos bleibt und kein "Basic Instinct"-Niveau erreicht) von Michael Douglas und Demi Moore geschuldet gewesen sein dürfte. Bei uns hingegen hat der Film eine FSK 12 erhalten, über die man in Anbetracht der Grundthematik und so mancher Dialoge vielleicht auch geteilter Meinung sein kann. Wie dem auch sei, der Film ist zumindest wieder ein Beleg dafür, dass man hierzulande ganz offensichtlich lockerer mit der Thematik umgeht, was auch gut so ist.

Barry Levinson gelang ein spannendes Werk über die Thematik "Sex als Waffe". "Disclosure" punktet vor allem mit pointierten, messerscharfen Dialogen und einer unerwartet wendungsreichen, immer wieder Haken schlagenden Geschichte, die so anfangs nicht unbedingt zu erwarten war, den Zuschauer jedoch durchgehend bei Laune hält und die nicht gerade kurze Laufzeit schnell vorübergehen lässt.

Die vertauschten Rollen stellen einen zusätzlichen kleinen Kunstgriff dar, der aufhorchen lässt. Hier ist ausnahmsweise nicht die Frau das Opfer; "Disclosure" unterläuft somit geschickt die gängigen Rollenklischees, umso plausibler erscheint es, dass Tom Sanders nunmehr ein massives Glaubwürdigkeitsproblem hat und sein Kampf schier aussichtslos erscheint. Das große, schmucklos-gläserne Bürogebäude passt als Kulisse wie die Faust aufs Auge und steht sinnbildlich für die Kälte, die Tom Sanders entgegenschlägt und den Präsentierteller, auf dem er fortan sitzt.

Ein weiterer interessanter Kniff ist die wiederkehrende Einblendung der Wochentage, die dem Zuschauer verdeutlicht, dass eine Arbeitswoche, die anfangs noch normal war, sich mehr und mehr in einen Alptraum wandelt (für eine kurze Filmszene sogar wortwörtlich) und in welch kurzem Zeitraum die Demontage des Protagonisten stattfindet. 

Michael Douglas überzeugt als in die Enge Getriebener auf ganzer Linie und kann den Zuschauer rasch für sich einnehmen, ebenso besticht Demi Moore als attraktives, intrigant-berechnendes Miststück, das dem Zuschauer immer wieder die Zornesröte ins Gesicht treibt. Aber auch der übrige Cast ist durchaus namhaft und kann sich sehen lassen. Besonders zu erwähnen sind hier Donald Sutherland als eiskalter Firmenchef, Dennis Miller, der zwei Jahre später das "Bordello of Blood" kennenlernen sollte, Roma Maffia (Eraser, Doppelmord) als toughe Anwältin von Tom Sanders, und Dylan Baker (Trick ´r Treat).

Für die Filmmusik zeichnete niemand Geringeres als Ennio Morricone verantwortlich, der hier jedoch, anders als in früheren Werken (Zwei glorreiche Halunken, The Thing, The Untouchables) keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Ich hatte den Film seinerzeit im Kino gesehen und war damals schon schwer begeistert, was sich im Lauf der Zeit auch nicht geändert hat. Offenbar war ich damals mit meiner Meinung auch nicht alleine, denn ich kann mich noch an einige Male Szenenapplaus im Kinosaal erinnern, am eindrücklichsten natürlich in der Szene, in der Michael Douglas Demi Moore ein süffisantes "bye bye" entgegenhaucht.

Etwas unpassend und wenig hilfreich sind in meinen Augen die in dem Film eingstreuten Szenen in punkto Cybertechnik-Thematik, für die Michael Crichton jedoch wohl ein generelles Faible hatte, so dass sie auch in "Disclosure" nicht fehlen durfte. Zudem ist für mein Empfinden "Disclosure", obgleich schwer unerhaltsam und spannend, vielleicht immer noch einen Tick zu glatt und zu konventionell geraten, erfindet das Genre nicht neu und hätte gerne noch etwas bösartiger ausfallen dürfen. Der Film ist meiner Meinung jedoch trotzdem viel besser, als es die teils durchwachsenen Kritiken seinerzeit vermuten ließen.

Alles in allem mag ich den Film nach wie vor sehr gerne und scheue mich daher auch nicht vor einer hohen Bewertung, auch wenn sich dies sicherlich nicht jedem erschließen mag. "Disclosure" ist jedoch für mich eine schöne Jugenderinnerung und hat auch nach mehrfachem Ansehen nichts von seinem Reiz auf mich verloren.

9/10
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Kommentare

13.05.2015 18:32 Uhr - Darkassassin
2x
Dieser Film ist vor allem genial, weil er die widerwärtigen Folgen des seit Jahren im Westen um sich greifenden Feminismuswahnsinns ungeschönt darstellt!! Was da nämlich passiert, ist leider hierzulande alltäglich und ruiniert zigtausend unschuldiger Männer. Da bin ich heilfroh dass ich in einer Branche arbeite in der ich nicht mit Weibern zu tun hab!!!

13.05.2015 18:48 Uhr - NoCutsPlease
2x
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Schön, dass du mal wieder ein Review spendierst, Mynan. :-)
Wie gewohnt ein qualitativ sehr hochwertiger Beitrag von dir.

14.05.2015 17:33 Uhr - Mynan
1x
User-Level von Mynan 7
Erfahrungspunkte von Mynan 625
13.05.2015 18:48 Uhr schrieb NoCutsPlease
Schön, dass du mal wieder ein Review spendierst, Mynan. :-)
Wie gewohnt ein qualitativ sehr hochwertiger Beitrag von dir.


Danke dir ! Freu mich auf Deine nächsten Reviews :-)

14.05.2015 17:55 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Bitte! Besonders das Intro ist toll. ;-)

Gibt auch demnächst mal wieder was von mir. Falls dir das Warten zu lang wird, kannst du ja in den zwischenzeitlich erschienenen mal stöbern.

14.05.2015 18:04 Uhr - Mynan
1x
User-Level von Mynan 7
Erfahrungspunkte von Mynan 625
14.05.2015 17:55 Uhr schrieb NoCutsPlease
Bitte! Besonders das Intro ist toll. ;-)

Gibt auch demnächst mal wieder was von mir. Falls dir das Warten zu lang wird, kannst du ja in den zwischenzeitlich erschienenen mal stöbern.


Bin schon fleißig dabei :-)

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