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Duff - Hast du keine, bist du eine

(Originaltitel: The DUFF)
Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie
Alternativtitel:Designated Ugly Fat Friend
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Bianca (Mae Whitman) findet heraus, dass sie an ihrer Highschool hinter ihrem Rücken ausgelacht wird. Sie gilt als "The DUFF" (Designated Ugly Fat Friend) und soll daher in ihrer Clique die hässliche, fette Freundin sein, während die anderen angeblich hübscher und beliebter sind. Also hört Bianca auf, ihren Schwarm Toby (Nick Eversman) anzuschmachten und wendet sich an Wesley (Robbie Amell), einen charmanten Sportler. Er soll ihr helfen, das alte Image abzustreifen, sich neu zu erfinden. Doch irgendwann merkt Bianca, dass es Wichtigeres gibt, als krampfhaft zu versuchen, in eine bestimmte Schublade zu passen. Sie versucht, die Macht der rücksichtlosen Madison (Bella Thorne) zu brechen, die mit ihren Labels auch andere Schüler herabwertet. Ist es denn wirklich so wichtig, wie Menschen aussehen?
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                 DUFF

Gestern war ich zum ersten Mal in einer "Sneak Preview". Auf der Homepage des Kinos war der (geheime) Film mit einer "FSK:18" angekündigt, so dass ich in Erwartung eines knochensplitternden Actionfilms oder eines bluttriefenden Splatterfilms ins Kino gegangen bin. Doch schon der Kinoangestellte, der vor dem Film Freikarten verloste, löste bei mir Unbehagen aus: Er kündigte an, dass der heutige Film - im Vergleich zu "Insidious 3", der in der vorigen Woche gezeigt worden war - viel seichter und lustiger ausfallen würde. Um Himmels willen! Sollte etwa "Terminator: Genesys" gezeigt werden? Nein, es kam - zunächst - schlimmer. Die Highschool - Teenie - Komödie "Duff" stand auf dem Programm.

Zunächst dachte ich: Gott, warum spielst Du mit mir? Nimm mich doch einfach zu Dir! Eine Highschool - Teenie - Komödie??!! Schon "American Pie" war damals nicht so meins gewesen und ich machte mich auf 100 quälend lange Kinominuten voller Kalauer, Flach - und Furzwitze gefasst. Aber es kam doch alles ganz anders ...

Das Wort "Duff" steht für "Designated ugly fat friend" und bezeichnet das unattraktivste Mitglied einer Clique, das gern ausgenutzt wird und nur als Sprungbrett dient, um an die wirklich coolen, bzw. schönen Mitglieder der Gruppe zu kommen. Die Schülerin Bianca (Mae Whitman), die eine Vorliebe für Vincent Price - Filme hat und ihr Zimmer mit "Shock Waves" - und "Woodoo" - Postern dichttapeziert, muss sich eines Tages eingestehen, dass sie eine "Duff" ist, worauf sie den Kontakt zu ihren alten (eigentlich wirklich netten) Freundinnen abbricht und ihr Leben selbst in die Hand nehmen will. Bianca will das "Duff"-Label loswerden und sucht ausgerechnet Hilfe bei ihrem Nachbar Wes (Robbie Amell), dem Captain der Highschool - Footballmannschaft ...

Ich bin weiß Gott kein Freund amerikanischer Teenagerkomödien, aber "Duff" hat mich positiv überrascht, was u.a. an Hauptdarstellerin Mae Whitman liegt. Natürlich ist sie weder fett, noch hässlich, sondern pflegt nur einen etwas eigenwilligen Kleidungsstil und hat einen (für Teenagerverhältnisse) etwas anderen Filmgeschmack, was sie in meinen Augen nur noch sympathischer macht. Sie spielt ihre Rolle sehr engagiert, was auch für Robbie Amell gilt, dessen Figur auf den ersten Blick wie der typische "All American Guy" wirkt, dann aber doch etwas mehr Tiefe bekommt, da auch der von ihm gespielte Wes mit Problemen zu kämpfen hat.

Apropos "All American": "Duff" wirkt ziemlich amerikanisch, greift aber auch Themen auf, die international sind und auch deutsche Zuschauer berühren dürften. So geht es z.B. um Außenseitertum und Cyber - Mobbing, welches mir absolut zuwider ist. Bianca schwärmt für den Gitarre spielenden Toby (Nick Eversman) und albert in einem Klamottenladen etwas herum, wobei eine Schaufensterpuppe als Toby herhalten muss. Leider bemerkt Bianca nicht, dass sie dabei gefilmt wird. Ihre Erzfeindin, Wes´ Ex - Freundin Madison (100%ig glaubwürdig in ihrer Schlampenrolle: Bella Thorne), macht daraus ein Schmähvideo, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet und Bianca zum Gespött der gesamten Schule macht. Überhaupt sind Leute, die mit Smartphones filmen, in diesem Film allgegenwärtig - hier bekommt der Filmtitel "The Hills Have Eyes" eine völlig neue Bedeutung. Ich muss zugeben, dass mir diese Szene(n) sehr nahe gegangen ist/sind, da sich solche Ereignisse tagtäglich abspielen und sich die "Generation Facebook/What´s App" keine Gedanken darüber macht, was sie damit anrichtet, jedes vermeintlich witzige Video zu "teilen". Umso diebischer habe ich mich über die Reaktionen im Film gefreut: Der Direktor der Schule ordnet ein Handy - Verbot an, sodass alle SchülerInnen ihre Smartphones vor dem Unterricht abgegeben müssen ... ein Vorgehen, das ich auch an deutschen Schulen hundertprozentig befürworten würde. Natürlich bekommt Bianca, wegen der dieses Verbot überhaupt verhängt wurde, die Reaktionen ihrer MitschülerInnen mit und die sind so authentisch, dass es schon fast weh tut: "Danke, dass Du mein Leben zerstört hast!", "Gerade hab´ ich an was Lustiges gedacht und jetzt kann es keiner erfahren!". Auch das ist mühelos auf deutsche Verhältnisse zu übertragen, da es für die meisten unserer Teenies wohl auch nichts Schlimmeres gäbe als ein Internet - und Handy - Verbot...

Trotz allem ist "Duff" aber immer noch eine Komödie und als solche funktioniert der Film recht gut. OK, nicht jeder Gag zündet und auch die deutsche Synchro dürfte den einen oder anderen Witz versaut haben, aber dennoch verfügt "Duff" über jede Menge Wortwitz, Situationskomik und amüsante Zitate, so dass der Film wie im Flug verging.

Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass das Ende des Films absolut vorhersehbar ist und dass die Botschaft des Films ("Sei nur Du selbst, dann wird alles gut!") am Ende geradezu mit der Abrissbirne daher kommt. Beim Finale gibt es zudem ein "Dirty Dancing"-Zitat, bei dem ich im Strahl hätte kotzen können.

Trotzdem ist "Duff" ein guter, amüsanter und unterhaltsamer Film, der ernste Themen aufgreift, ohne sie lächerlich zu machen. Und das ist doch auch was.

7-8/10

7/10
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Kommentare

30.06.2015 12:51 Uhr - NoCutsPlease
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Ich hatte zunächst mit einer Bierkomödie gerechnet. ;-)
Das Review selbst ist toll, aber der Film klingt mir zu sehr nach der Post-"American Pie"-Ära, obwohl die Idee an sich bestimmt witzig sein kann.

30.06.2015 13:20 Uhr - Angertainment
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Wusste ja gar nicht das du auf Teenie-Komödien stehst ;-)

30.06.2015 15:09 Uhr - leichenwurm
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Pah... das erinnerte mich doch glatt an meine erste Sneak irgendwann um den Jahrtausendwende (ich glaub 99)... ich hatte so gehofft dass der directors cut vom "Exorzisten" läuft und was kam... die unglaublich behämnerte Teenie - Klamotte "Mädchen, Mädchen"... :-))) ! Hat danach bestimmt 8 Jahre gedauert bis ich mich wieder in eine Sneak getraut hab... und da hab ich den verstörenden "Dumplings" erwischt der mich doch glatt von meinem Trauma geheilt hat... ;-) !

Edit: übrigens hat die Freigabe inner Sneak nix mit dem Inhalt zu tun. Eher mit dem Status "ungeprüft" oder es hängt schlicht mit der Uhrzeit der Vorstellung zusammen... ;-)

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