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Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker

Originaltitel: Out for Justice

Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Krimi
Alternativtitel:Deadly Revenge - Brennpunkt Brooklyn
Giustizia A Tutti I Costi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,71 (117 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein rachebesessener Cop bahnt sich seinen blutigen Weg durch die Unterwelt Brooklyns. Sein Kollege und bester Freund wurde von einem psychopathischen Serienkiller grausam getötet - jetzt kennt Detektiv Gino Felino nur noch ein Ziel... (Warner)

eine kritik von argamae:

Dem Mann mit der "Gesichtslähmung" hat sein Agent vermutlich mit auf den Weg gegeben, daß eine einzige Mimik für die Filmkarriere vollkommen ausreichend wäre. Die Rede ist natürlich von Steven Seagal, der ein weiteres Mal in seiner Paraderolle als katholischer Cop italienischer Abstammung unter menschlichem Abschaum aufräumen darf. Die Formel von DEADLY REVENGE - DAS BROOKLYN MASSAKER (fantastischer deutscher Titel, by the way - und ja, das war der Schuß Ironie, der dem Film überdies komplett abgeht) ist so abgenutzt wie einfach: Cop verliert Partner, Cop startet Rachefeldzug. Wie der Covertext schon sagt: "somebody's got to take out the trash" (Jemand muss ja den Müll rausbringen).

Zum (dürftigen) Inhalt: Detective Gino Felino (Steven Seagal) ist seit Jahren Cop auf der Straße und kennt sein Revier in- und auswendig. Als scheinbar ohne Grund sein Partner Bobby (Joe Spartaro) auf dem Bürgersteig abgeknallt wird - und das auch noch vor den Augen von dessen Familie - platzt Gino mehr als nur eine Ader und er holt sich von seinem Chef die Erlaubnis, nötigenfalls auch ohne Einsatzbericht zu ermitteln. Aber viel ermitteln muss er nicht, da klar ist, wer ihn umgelegt hat - schließlich gab's haufenweise Zeugen. Doch der Übeltäter (William Forsythe), ein ehemaliger Schulbankdrücker von Gino, der nun als durchgeknallter Kokser willkürlich Leute abmurkst, taucht unter. Ihn aufzuspüren und zur Strecke zu bringen ist dann auch der restliche Inhalt des Films. Da in dem schmierigen Unterweltmilieu niemand freiwillig mit Infos herausrückt, müssen erst einige Zähne aus diversen Kauleisten geschlagen, der eine oder andere Knochen gebrochen sowie der Bleigehalt in manchen Körpern kriminell erhöht werden.

In seinem chronologisch gesehen vierten Streifen seit dem Debüt ("Nico") hat sich die Formel für Steven Seagal nicht verändert. Seinen Fans mag's gefallen, aber diese stereotype und eindimensionale Rolle als gläubiger, weißer Macho-Cop und Kampfsport-Badass ermüdet mich sehr, da sie auch nicht einen verdammten Deut variiert wird. Aber auch alles andere in diesem brachialen Action-Streifen versinkt in teils peinlichen Klischees und Plattitüden, angefangen vom netten, aufrechten Straßenjungen, der als Informant für Gino fungiert, über diverse Prostituierte, die einfach mal ein bißchen grob angefasst werden müssen, damit sie plaudern, bis hin zum wirklich so abgrundtief asozialen und widerwärtigen Hauptgegner, daß man sich fragen muss, wieso der Psychopath überhaupt noch Gefolgsleute hat. William Forsythe ist zu allem Überfluss (in diesem Film) ein schwabbeliges Weißbrot, dem man dadurch seine bedrohliche Gangster-Präsenz noch weniger abnehmen kann.
Wie oben schon erwähnt, variiert die Handlung nicht mal ansatzweise, sondern ist einzig um Steven Seagal und die häufigen Prügeleien und Shootouts herum gestrickt. Echte Spannung oder gar Dramatik mögen ebenso wenig aufkommen. Vor allem, daß Seagal wieder mal als unfehlbarer Überheld auftritt (und gleichzeitig die pubertären Träume gehänselter Schulaußenseiter befriedigt), der in jeder Szene dominiert, macht alles andere in Film und Handlung zur bloßen Staffage. Das man der Kulisse dazu überwiegend das niedrige Budget des Films ansieht, schiebt ihn schon fast auf die Trashschiene.

Also ein Film, den man getrost vergessen kann? *Seufz* Neeeeeee, denn DEADLY REVENGE springt aufgrund der knackharten und kompromißlosen Action der Bedeutungslosigkeit gerade so von der Schippe. Die Fights sind fast alle ordentlich inszeniert und Herr Seagal darf in diesen dann vom Leder ziehen. Dabei geben sich Fratzengeballer und Kugelhagel hier in etwa die Waage, Korkenzieher-Einsatz und abgetrennte Gliedmaßen inklusive. Wer emotional in diesen Streifen investieren möchte, kann genauso gut versuchen, auf 'nem Deich trockenen Fusses gegen den Wind zu pinkeln - aber wer einfach auf die blutigen Schauwerte brutaler Kampfszenen steht, bekommt sein Geld mit Zinseszins zurück. Achja, die Beastie Boys steuerten den Titelsong "No Sleep Til Brooklyn" bei, der noch heute ordentlich rockt.

Nach diesem Streifen drehte Seagal übrigens "ALARMSTUFE: ROT" und wurde durch dessen Erfolg auch einem breiteren Publikum bekannt.

5/10
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Kommentare

20.07.2015 08:36 Uhr - NoCutsPlease
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Seagal, der Mann mit einem Gesichtsausdruck für alle Lebenslagen. ;-)

Das Review selbst ist wieder in dem sehr gelungenen Stil verfasst, mit dem du dich hier schnell bekannt gemacht hast. Allerdings würde ich den Film deutlich höher bewerten, denn unter den klassischen Seagal-Actionern ist es einer der besten. Und Forsythe macht als impulsiver Vollblutpsychopath mal so richtig Laune.

20.07.2015 09:35 Uhr - JasonXtreme
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Ich mag Deine Schreibe, aber hier schließe ich mich der Meinung auch nicht an :D ich mag den, und er kriegt ne 7/10. Is aber ja Geschmackssache, eh klar. Mach aber bitte nicht noch meinen Liebling von Steven "Belly of the Beast Seagal runter: Zum Töten freigegeben, denn der rockt immer noch richtig! :D

20.07.2015 09:59 Uhr - Punisher77
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Ich mag Deinen Stil und das Review ist wieder einmal fantastisch geschrieben!

Allerdings schätze ich den Streifen deutlich höher ein. Die Story ist zwar altbekannt und strotzt sicherlich vor Klischees - dennoch ist der Racheplot atmosphärisch dicht, packend und extrem brutal verfilmt worden. Die Fights und Forsythes Performance sind super und dieser Film macht einmal mehr schmerzlich bewusst, dass es einen solchen Kracher von Seagal leider nie wieder geben wird.

Trotzdem ein Topreview!

20.07.2015 11:30 Uhr - Argamae
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Danke für Blumen bis hierhin! Tatsächlich habe ich kürzlich einen "Seagalathon" hinter mich gebracht (6 oder 7 Filme aus seiner Frühzeit in kurzer Zeit hintereinander weg geguckt), daher taucht er gerade auch häufiger in meinen Reviews auf. Dabei merkte ich, wie sich schnell Ermüdungserscheinungen einstellten, da seine Plots und Storys kaum je variieren.

@JasonXtreme: tatsächlich mache ich "zum Töten freigegeben" nicht runter, den halte ich auch für einen seiner besten. :)

20.07.2015 11:51 Uhr - JasonXtreme
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Na dann bin ich aber froh - und hoffe mal drauf, dass dem dafür eine Huldigung Deinerseits zu Teil wird^^

20.07.2015 16:54 Uhr - leichenwurm
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Ich mag diesen stumpfen Reisser sehr gerne. Paraderolle für Seagal, schnörkellose, simple Rächer- alibistory, härteste Action in übersichtliche Bilder verpackt... eigentlich vereint der Film doch genau die Elemente die heut zu tage so schmerzlich im Action - Genre vermisst werden. Dieser beinharte Kracher wirkt rückblickend fast wie ein Destillat aus Zutaten, die das damalige Action - Genre berühmt-berüchtigt gemacht hat... ich find den Klasse ! Definitiv einer von Seagals simpelsten- aber eben auch besten Filmen... ;-)

21.07.2015 10:16 Uhr - Argamae
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@Leichenwurm: grundsätzlich hast du ja recht, aber es war auch in den "guten, alten Zeiten" nicht alles Gold, was glänzte. Ich erwähne ja durchaus lobend die geradlinige, brachiale Action und erachte sie als die Daseinsberechtigung für diesen Streifen. Aber der Rest ist teils so peinlich und plakativ, daß ich Fremdschäm-Momente spürte. Ist wohl den veränderten Sensibilitäten des Alters geschuldet. ;)

Müßte ich die Wertung unterteilen, gäbe es 8/10 für die Action und 2/10 für den Rest.
So komme ich zu meinem Mittelwert.

21.07.2015 13:28 Uhr - NoCutsPlease
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@ Argamae:

Dass wir den Film alle besser finden als du ändert ja nichts an der Qualität deiner Kritik. Du hast deine Meinung umfassend begründet und das ist das wirklich Wichtige!

Als angenehm selbstironischer Seagal sei übrigens "Exit Wounds" zu empfehlen, denn da nimmt er sein Image mal wirklich auf die Schippe.

21.07.2015 21:58 Uhr - leichenwurm
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Ja klar... es war damals tatsächlich nicht ausnahmslos alles "Gold was glänzte". Ich kann zb. "Hard to Kill" mit Seagal absolut nicht ab. Wollte mit meinem Kommentar auch gar keine Kritik an deinem Review üben, nur zum Ausdruck bringen dass "Out for Justice" für mich zu den Besten Filmen aus Seagals früher Fim Phase gehört... ;-)

22.07.2015 09:03 Uhr - Argamae
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@NoCutsPlease, Leichenwurm: habe ich auch nicht als Kritik an der Kritik verstanden. ;) Wollte lediglich nochmal verdeutlichen (u.a. mit den zwei Einzelwertungen), daß ich bei dem Film in der "Zwickmühle" stecke - Action hui, Rest pfui.

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