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Passagier 57

(Originaltitel: Passenger 57)
Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (65 Stimmen) Details
inhalt:
Der Flug 163 von Florida nach Los Angeles Mit an Bord sitzt Charles Rane, Anführer einer brutalen Terrortruppe. Für die Insassen des Fluges wird der skrupellose Killer zum Alptraum, aber einer leistet Widerstand: Passagier 57 - Anti-Terrorspezialist John Cutter (Wesley Snipes). Über den Wolken beginnt ein mörderischer Kampf...
eine kritik von ivan_danko:

DIE HARD IM FLIEGER, NICHT AM FLUGHAFEN:

Im Fahrwasser von "Die Hard" und "Die Harder" wurde eine ganze Reihe von Actionfilmen im Stil der großen Vorbilder aus der Kamera gezaubert. Viele davon blieben minderwertige, aber oft unterhaltsame Produktionen, einige muß man aber durchaus als gelungen bezeichnen und waren auch an den Kinokassen erfolgreich. Gemeinsam mit "Alarmstufe: Rot" ist "Passagier 57" einer dieser Vertreter, und auch sonst gibt es etliche Gemeinsamkeiten: Beide wurden 1992 produziert, beide waren erfolgreich, und beide haben einen kampferprobten Hauptdarsteller, der im Alleingang eine ganze Armee schachmatt setzen kann, um nur einen Teil der Parallelen zu erwähnen.

War es beim einen Steven Seagal, ist es hier Wesley Snipes, der den Angreifern mit Waffe, Ideenreichtum und Martial-Arts das Fürchten lehrt. Klingt Formelhaft? Ist es auch, nur auf eine durchaus unterhaltsame und spannende Art und Weise, obwohl das ganze Konzept in der heutigen Zeit etwas altbacken daherkommen mag. 

Snipes ist eine Genre-Ikone. Filme wie "Drop Zone", "Money Train" oder "Blade 1 - 3" sind jedem Actionfan bestens bekannt, jedoch ist auch Snipes kurz vor seiner Inhaftierung wegen Steuerhinterziehung im Sumpf von billigen Durchschnittsfilmen für den Heimkinomarkt versunken. Nach einigen Jährchen hinter schwedischen Gardinen feierte er erst vor kurzer Zeit im Stallone-Vehikel "The Expendables 3" und in "Gallowwalkers" ein passables Comeback, das ihm zumindest einige neue Hauptrollen sichern sollte. Bleibt zu hoffen, daß diese wieder an die alten Tage anschließen können, in denen sowohl Produktionen als auch Rollenauswahl durch die Bank stimmten.

John Cutter (Wesley Snipes) spielt in "Passagier 57" einen Antiterrorexperten, der nach einem traumatischen Erlebnis als Sicherheitsexperte und -ausbilder für Fluglinien arbeitet. Als der gefährliche Verbrecher Charles Rane (Bruce Payne mit einer beeindruckend fiesen Performance) ausgerechnet mit seinem Flieger überstellt werden soll, ist der Ärger vorprogrammiert und gipfelt in einer spektakulären Entführung mit Folge: ACTION!

Trotz überschaubarer Kosten von 15 Mio. Dollar (bei einem Box-Office von ca. 44 Mio. Dollar in Amerika) sieht genau diese sehr gut aus. Explosionen, Verfolgungsjagten, Schlägereien und Schießereien gerieten durchwegs spektakulär, auch die schauspielerische Leistung von Haupt- und Nebendarstellern ist gut und routiniert. Herausragend ist dabei, wie bereits erwähnt, die Rolle von Bruce Payne ("Dungeons & Dragons"), der seinem Bösewicht nur durch Mimik und Blicke eine wirklich herausragende Bösartigkeit verleiht. In weiteren Nebenrollen sind mit Tom Sizemore ("Der Soldat James Ryan") und Elisabeth Hurley ("Teuflisch") ebenfalls bekannte Gesichter zu sehen. 

Wie in dieser Zeit üblich, ist die Action handgemacht und bietet keinen CGI-Overkill. Leider ist dies zu einem visuellen Problem der Gegenwart geworden, wie klassische Actionfans der alten Schule zu ihrem Entsetzen mittlerweile sogar bei vermeintlichen Old-Style-Produktionen wie "The Expendables" negativ bemerken müssen. Snipes spielt genau das, was man von ihm erwartet, einen geradlinigen Helden mit Vergangenheit, der durch eine Extremsituation die Gelegenheit bekommt, Geschehenes aus dem Gedächtnis zu verdrängen. 

Von der FSK wurde "Passagier 57" (meiner Meinung nach ungerechtfertigt) ab 18 Jahren freigegeben, landete aber nie auf dem Index. Im Zuge einer Neuprüfung für das neue FSK-Siegel wurde der Film im Jahr 2013 ab 16 Jahren freigegeben, was in der heutigen Zeit sicherlich als realistischer einzuschätzen ist, Härteorgien sucht man vergebens, einige Shootouts und Kämpfe sind allerdings auch durchaus kompromißlos umgesetzt.

Wie bereits oben erwähnt, hat dieser Film eine entscheidende Schwäche, fehlende Kreativität und viele Klischees. Heutige Standards verlangen es einfach, mehr als nur eine simple "Die Hard"-Kopie zu produzieren, wobei der Geist des zeitlosen Klassikers ohnehin trotz aller Bemühungen nie erreicht wurde. Deshalb empfand ich "Passagier 57" bei einer kürzlichen Sichtung nach langen Jahren als wesentlich weniger mitreißend, als noch in meiner Jugend. Im Angesicht der guten Actionsequenzen und Schauspieler bekommt der Film von mir trotzdem noch 6 von 10 Punkte, da er zumindest den Charme der klassischen Actionfilme versprüht.

6/10
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Kommentare

23.07.2015 06:53 Uhr - Argamae
1x
User-Level von Argamae 4
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Da gehe ich größtenteils d'Accord. Gute Einleitung und ein sehr unterhaltsames Review.

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