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Stash House

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Emma und David Nash haben es endlich gefunden: Ihr Traumhaus - das nur dummerweise zuvor als Hauptquartier eines Drogenbarons diente. Dessen Leiche liegt inzwischen zusammen mit Tonnen an Drogen versteckt unter den Dielenbrettern des Eigenheims. Und dessen Mörder, ein sadistischer Killer namens Spector, ist auf der Suche nach dem Versteck im Haus. Emma und David sitzen in einer tödlichen Falle, aus der es nur einen Ausweg gibt: Um überleben zu können müssen sie den Killer und seine Komplizen attackieren! (Koch Media)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von argamae:

Wenn man für'n Euro eine Bluray vom Grabbeltisch eines großen Elektromarkts mitnehmen kann und auch noch draufsteht "Von den Machern von Matrix, Stirb Langsam und Lethal Weapon" und Action-Ikone Dolph Lundgren grimmig vom Cover blickt, dann fragt man nicht lange, sondern geht zur Kasse.

So geschehen mit STASH HOUSE (2012). Natürlich weiß man als aufgeklärter Filmfan und Vielgucker, daß hier mal wieder mit schamlosem Name-Dropping gelockt werden soll. Aber ehrlich: wenn man den Mund SO voll nimmt, dann muss man auch liefern. Der Film ist wohl Teil der Action-Movies des Labels After Dark (von denen ich aber keine anderen kenne). Und tatsächlich ist der Film über Strecken unterhaltsam und war seinen Euro mehr als wert. Aber eigenständig als Action-Thriller bestehen zu können, daß war dann doch zuviel der Herausforderung.

Zum Inhalt: Im Film beobachten wir ein junges, hübsches und dynamisches Pärchen - Amy und David - daß in ein neues Haus ziehen möchte. Davids Job bei der Bank hat ihm Insider-Infos über das zur Zwangsversteigerung ausgeschriebene Anwesen verschafft, die er auch ausnutzt. Eine richtig schicke Villa mit Pool für einen Spotpreis. Ganz ehrlich: da hätte ich auch zugeschlagen. Problem ist nur: als er und seine Frau ob dieses Schnäppchens so ein wenig in sexuelle Stimmung kommen und sich ekstatisch an eine Wand drücken, fällt auf, daß sich die Wandverkleidung lösen läßt. Dahinter kommt ein amtlicher Haufen Drogen zum Vorschein, der nicht nur auf einen Schlag die Liebeslust tötet sondern obendrein auch noch zwielichtige Gestalten auf den Plan ruft. Als das Pärchen dann auch noch eine Hi-Tech-Sicherungseinrichtung entdeckt, die das ganze Haus in eine Festung verwandelt, beginnt eine Belagerung, aus der es zunächst keinen Ausweg zu geben scheint...

Zunächst einmal das gute: die grundlegende Story (Unbeteiligte finden Geheimversteck mit Drogen und stehen  plötzlich vor für sie völlig neuen Problemen - wie gehen sie damit um?) fand ich wirklich hammercool. Ein simples aber dennoch klasse Szenario. Auch die Entdeckung, daß das schmucke neue Eigenheim in Wahrheit eine Hi-Tech-Festung ist, hat echt Potenzial. Die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Sean Faris (David) und Brianna Evigan (Amy) waren solide und ansehnlich - besonders am Anfang kann man sich mit dem Pärchen durchaus anfreunden und identifizieren. Die Tatsache, daß der Film seine Geschichte (bis auf das Intro und den Schluß, als mehrere Polizisten auftauchen) mit nur 6 Darstellern erzählt, würde ich ebenfalls als positiv bewerten. Auch der Spannungsbogen und die generelle Inszenierung gehen in Ordnung, wenngleich sie trotz einiger Spitzen nicht über TV-"Drama" hinauskommen.

Doch es gibt zahlreiche Punkte an dem Film, die ihn runterziehen und die mich persönlich auch einfach genervt haben. Zum einen das farbreduzierte Spektrum (der Großteil des Films spielt bei Nacht), daß stellenweise alles zum breiigen Grau-Braun reduziert. Die Außenaufnahmen des Hauses, während die Schurken die Belagerung bzw. ihr Eindringen planen, sind in Restlichtverstärker-Optik aufgenommen (und sollen die vielen Kameras simulieren, die als Teil der Hi-Tech-Festung überall im Anwesen verstreut sind). Außerdem besitzen sie eine alberne Gesichts- und Waffenerkennung (!), die einen der Eindringlinge identifiziert. Leider wird im Film nicht klar, ob diese Informationen auch dem Pärchen bekannt sind oder einfach nur Spielerei darstellen, um einen auf "Hui, guck' ma: Hai Täck" zu machen. Überhaupt nutzen sie (also Amy und David) den Kameramonitor im Haus nur halbherzig.

Auch der ganze Hintergrund der Assassinen, Spector (Lundgren) und Ray (Jon Huertas), wird überhaupt nicht klar. Das da Spannungen zwischen ihnen sind, wird überdeutlich durch die trägen, etwas plumpen Dialoge der beiden klar gemacht. Offensichtlich hat Lundgren's Charakter irgendwie Mist gebaut und er sowie Ray wollen nun die Sache ausbügeln, wobei Ray dann im Kartell ein gutes Wort für ihn einlegen wird, worauf Spector einwillt. Das Spector dann aber Ray später einfach erschießt, ergibt für mich keinen Sinn. Überhaupt erscheint einiges unlogisch. In einer Szene sind die Verbrecher schließlich im Haus und flexen eine gefühlte Ewigkeit lang eine Metallplatte auf. In dieser Zeit wäre für das Pärchen ein PERFEKTES Fluchtfenster gewesen! Aber nein, stattdessen fäßt David den Plan, sich in ihrem Rücken an eine unbeaufsichtigte Shotgun anzuschleichen - ist er doch durch die Lautstärke der kreischenden Elektrowerkzeuge geschützt. Das macht er aber so quälend langsam, daß man als Zuschauer schon mit den Augen rollt, weil der Spannungsbogen hier bis zum Ausleiern gezogen wird. Und dann wird er fast doch noch entdeckt, bekommt aber die Shotgun in seine Hände und ist - durch die freundliche Unterstützung zweier Filmschnitte - urplötzlich aus einem langen Gang verschwunden, als die Bösewichte nachsehen gehen. Argh!

Als am Ende die Polizisten auftauchen, ersinnt Spector noch eine etwas dürftige Geschichte, gibt sich als Vater von Amy aus und zwingt David, sich zu verstecken. Dabei wird Polizeiarbeit mal wieder mit Füßen getreten, denn während schon Leichen aus dem Haus transportiert werden und der Detective die Befragung aufnimmt, haben die Beamten noch IMMER NICHT das ganze Haus gesichert geschweige denn die Spurensicherung die Spuren! Das ist zum Haareraufen dämlich. Überhaupt wird die anfangs halbwegs sorgfältige Inszenierung am Ende komplett gekippt. Auf Bitten von Spector (als Fake-Dad), lieber das Haus verlassen zu wollen, willigt der Detective ein, um dann IN STRÖMENDEM REGEN ohne Schirm oder Hut draußen die Befragung fortzusetzen. Doppel-Argh!

In Sachen Effekte hat der Film nicht viel zu bieten, aber das, was gezeigt wird, ist okay (ein, zwei Härten und ein wenig CGI-Blut). Wo ich am Anfang noch die beiden Jungdarsteller lobte, muss ich Herrn Lundgren abstrafen - seine Performance wirkt im ganzen Film unglaublich gelangweilt und dröge. Wenn es zu seiner Rolle als mittlerweile abgestumpfter Auftragskiller passen sollte, dann bitteschön. Filmisch mitreißend oder glaubwürdig war sie für mich jedenfalls nicht.

FAZIT: STASH HOUSE ist trotz interessanter Kulisse und Grundidee ein sehr durchschnittlicher Thriller, der in keiner Disziplin über Mittelmaß hinauskommt. Dabei ist das Gefälle hier deutlich zu sehen: gelungener Auftakt fällt zu einem mißlungenen Ende ab. Selbst beinharte Lundgren-Fans dürften kaum satt werden. Schade.

5/10
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Kommentare

02.08.2015 16:29 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Umfangreich und wortgewandt beschrieben!
Ich schätze mal das viele Spoilern war notwendig, um die vielen Unzulänglichkeiten des Films aufzuzeigen?
Ich kenne ihn nicht, deshalb frage ich.

02.08.2015 17:09 Uhr - Argamae
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 276
Danke für das Lob!

Ich schätze mal das viele Spoilern war notwendig, um die vielen Unzulänglichkeiten des Films aufzuzeigen?

Ja, da hast Du recht. Ich befürchte, es wäre viel zu oberflächlich geworden, wenn ich unspezifisch geblieben wäre. Zumal es ja auch die spezifischen Sachen waren, die mich zum Ende hin eben extrem gestört haben. Wenn man als Zuschauer für dumm verkauft wird, nervt mich das sehr. Zumal ein wenig mehr Sorgfalt im Drehbuch bei dieser Vorlage einen richtig coolen Schlußakt hätte produzieren können.

03.08.2015 11:07 Uhr - NoCutsPlease
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Das Spoilern ist im Grunde halb so wild, da du ja ohnehin eher vom Konsum des Films abrätst. ;-)

03.08.2015 13:48 Uhr - Argamae
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 276
03.08.2015 11:07 Uhr schrieb NoCutsPlease
Das Spoilern ist im Grunde halb so wild, da du ja ohnehin eher vom Konsum des Films abrätst. ;-)

Es sei denn, man bekommt ihn irgendwo für unter 5 Euro. Er ist ja nicht vollkommen schlecht, sondern eben nur Mittelmaß. Aber, verflixt nochmal, genau jenes "Mittelmaß" bei dem man sich ärgert, daß bei den guten Ansätzen nicht mehr draus wurde. Grrr. ;)

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