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Kap der Angst

(Originaltitel: Cape Fear)
Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,61 (27 Stimmen) Details
inhalt:
Als der eiskalte Psychopath Max Cady vierzehn Jahre nach seiner Verurteilung wieder auftaucht, kennt er nur ein Ziel: Er will sich an seinem Anwalt Sam Bowden rächen. Cadys Präsenz wird zunehmend bedrohlich, als er Bowdens langsam auseinander bröckelnde Familie immer enger einkreist. Nachdem Sam erkannt hat, dass er rechtlich nichts unternehmen kann, um seine attraktive Frau Leigh und seine pubertierende Tochter Danielle zu schützen, muss er auf unkonventionelle Maßnahmen zurückgreifen, die in einem unvergesslichen Showdown am Kap der Angst gipfeln.
eine kritik von ivan_danko:

ANWALT! BIST DU DA DRÜBEN?

Mein heutiges Review beschreibt ein Remake. 1962 spielte Robert Mitchum eine der bösartigsten Rollen der Filmgeschichte, Gregory Peck, Martin Balsam und Telly Savalas rundeten den hervorragenden Cast perfekt ab. Wie schon von Tom Cody in einer sehr guten Kritik abgehandelt, ist "Ein Köder Für Die Bestie" ein Hitchcock-ähnlicher Meilenstein des Thriller-Genres. Im den Neunzigern kam eine Neuverfilmung des Stoffes in die Kinos. Niemand geringerer als der italienischstämmige Star-Regisseur Martin Scorsese inszenierte trotz der Genialität des Vorgängers ein weiteres Meisterwerk und meiner Meinung nach wohl das beste Remake aller Zeiten.

KAP DER ANGST

Über Martin Scorsese braucht man eigentlich keine großen Worte verlieren, Filme wie "Hexenkessel", "Taxi Driver", "Wie Ein Wilder Stier", "Goodfellas", "Departed - Unter Feinden" oder "Zeit Der Unschuld" werden für Ewigkeiten zum Besten gehören, was Hollywood je hervorgebracht hat, wobei meine Beispiele hier wirklich nur ein kleiner Ausschnitt aus der beeindruckenden Filmographie eines wahren Könners sind. Fast leid tun konnte einem der gute Martin im Jahre 2005, als er zum 6. (!) Mal bei der Oscarverleihung leer ausging und dort wirklich nur schwer die Fassung halten konnte. Erst 2007 wurde ihm die Ehre zuteil, die ihm schon wesentlich früher zugestanden wäre, für "Departed - Unter Feinden" mit Jack Nicholson, Matt Damon und Leonardo DiCaprio wurde er endlich vollkommen verdient mit der begehrten Trophäe für die beste Regie ausgezeichnet.

Der heutige Lieblingsschauspieler von Scorsese ist wohl Leonardo DiCaprio, nicht weniger als 5 Hauptrollen (alle in unglaublich differenzierten Filmen) spielte der Amerikaner mit deutschen Vorfahren in den letzten Jahren. Vorher allerdings hatte diese Position ein ganz anderes schauspielerisches Schwergewicht inne, nämlich Robert De Niro ("Heat", "Ronin"), der sogar in insgesamt 8 Filmen vom Maestro brillierte und aus der gemeinsamen Zusammenarbeit einen Academy Award-Gewinn und zwei weitere Nominierungen verbuchen konnte. Überhaupt ist diese Jahrzehnte andauernde Freundschaft des wohl besten Charakterdarstellers aller Zeiten mit einem der besten Regisseure aller Zeiten wohl die bemerkenswerteste Erfolgsstory Hollywoods.

Im Jahr 1991 trafen diese zwei Giganten der Filmgeschichte erneut zusammen, um gemeinsam mit den ebenfalls sehr starken Darstellern Nick Nolte (Oscar-Nominierung für "Herr Der Gezeiten"), Jessica Lange (Oscar-Gewinnerin für "Tootsie" und "Blue Sky") und Juliette Lewis (Oscar-Nominierung für "Kap Der Angst") einen Thriller zu drehen, den man so schnell nicht wieder vergißt.

Die Rolle des diabolischen Max Cady, eines verurteilten Vergewaltigers, zeigt deutlich, welche Variabilität in Robert De Niro steckt. In einer Sekunde verbitterter Racheengel, in der nächsten charismatischer Mentor der Tochter des Anwalts Sam Bowden (Nolte), der in vergangener Zeit Beweismaterial unterschlug um Cady länger ins Gefängnis zu bringen, schlußendlich dann mörderische Bestie, die zu allem in der Lage ist. De Niro wirkt in jeder Situation souverän und erschreckend glaubhaft, tätowiert, muskelbepackt und vom Gefängnis gezeichnet macht er sich auf, um die Sicherheit und letztendlich die Familie seines ehemaligen Anwalts zu zerstören.

Scorsese zieht hier alle Register eines perfekten Psycho-Schockers, die Spannungsschraube wird gnadenlos angezogen, Max Cady's Gewaltausbrüche treffen direkt in die Magengrube und demonstrieren, welches Monster der streckenweise sehr kontrolliert agierende Ex-Sträfling eigentlich ist. Die Intensität, mit der eine wahrlich bedrohliche Atmosphäre nur von einem Mann erschaffen wird, ist kaum noch einmal übertroffen worden. Nach einem erklärenden Aufbau, der sowohl die Zerrüttung der Familie Bowden als auch die Beweggründe von Cady weitreichend ausführt, gipfelt die Situation in einem schauspielerisch und visuell beeindruckendem Finale, das sich mir seit der ersten Sichtung derart ins Gehirn geprägt hat, dass Robert De Niro seitdem mein erklärter Lieblingsschauspieler ist, nicht wegen der Sympathie in dieser Situation, sondern wegen der wahnwitzigen Leistung, die für mich abermals einen Oscar verdient hätte. 

Auch das Schauspiel der schon oben erwähnten anderen Darsteller, die allerdings alle vor einem entfesselt aufspielenden De Niro den Hut ziehen müssen, ist absolut in Ordnung, besonders Juliette Lewis als rebellierender Teenager macht ihre Sache sehr gut und passt auch genau in die ihr zugeschriebene Rolle.

Der Gewaltgrad des Film ist sehr hoch, wenngleich sich auch die Anzahl der Szenen in Grenzen hält. Hier dominiert eher eiskalter Psychoterror, den Max Cady seinen Opfern immer intensiver aufbürdet, wenn er es für nötig erachtet, resultieren seine Entscheidungen allerdings in äußerst blutigen und sadistischen Sequenzen. Mit der FSK hatte "Kap Der Angst" keine Probleme, der Film wurde mit einer Freigabe "ab 16 Jahren" eingestuft.

Mir bleibt als Fazit nur zu sagen, dass mich noch nie ein Psycho-Thriller derart beeindruckt hat und auch bei weiteren Sichtungen bei mir noch immer ein ungutes Gefühl hinterlässt. Hier stimmt von der Rollenbesetzung bis zur Inszenierung einfach alles, weswegen ich hier erst zum zweiten Mal die volle Punktzahl von 10 Punkten vergebe.

10/10
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Kommentare

04.08.2015 19:37 Uhr - JasonXtreme
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Super Rezension zu einem immer noch geilen Thriller! De Niro spielt hier die formidable Besetzung echt an die Wand. Das Original ist zwar auch nicht übel, ebenso wie der Roman, aber verblasst gegen diesen hier für mich etwas.

04.08.2015 19:59 Uhr - Ivan_Danko
1x
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Stimmt, sehe ich auch so, natürlich spielt das Alter hier auch eine Rolle, aber der Neue hat einfach mehr De Niro ;-) Trotz der guten Besetzung auch beim Original.

05.08.2015 09:40 Uhr - Argamae
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Vielleicht nicht ganz eine 10, aber ein nahezu perfekter, dicht und spannend inszenierter Thriller. Auch ich finde ihn fantastisch. Danke für das tolle Review!

05.08.2015 09:51 Uhr - deNiro
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Schön geschrieben!

Du hast einige Punkte angesprochen die man durchaus noch hätte etwas ausbauen können (die scheinbar vorhandenen Sicherheit in der wir uns alle wiegen, und die von einer Sekunde zur anderen zerstört werden kann, Das Böse/ Tier in uns allen --> Reaktionen von Bowden auf die Bedrohung seiner Familie --> wie weit würde ich gehen? usw. da hätte ich mir einfach noch ein wenig mehr "Tiefe" gewünscht;)
Bei den restlichen Punkten gebe ich dir aber 100% Recht. Absolutes Meisterwerk, mit einem überragenden De Niro;)

05.08.2015 15:52 Uhr - Ivan_Danko
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Danke für die Feedbacks.

@ deNiro: Du hast natürlich vollkommen recht, ich hätte gestern noch Stunden über den Film schreiben können. Dabei hab ich irgendwie keine Formulierungen gefunden, die nicht zuviel spoilern... Wollte den wenigen, die weder das Original noch das Remake gesehen haben, nicht alles verraten. Genau Deine Herangehensweise mit dem psychologischen Hintergrund wäre ein Kompromiss gewesen. Manchmal steht man halt auf dem Schlauch...

05.08.2015 17:06 Uhr - NICOTERO
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Meisterwerk! Und dazu ein superkompatibles Review! Toll...

05.08.2015 20:00 Uhr - Ivan_Danko
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Vielen Dank!

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