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ParamedicGrimey
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Eintrag: 05.08.2015

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The Stuff - Ein tödlicher Leckerbissen

Return To Castle Wolfenstein

Herstellungsland:USA (2001)
Standard-Freigabe:USK 16
Alternativtitel:Return To Castle Wolfenstein: Operation Resurrection
Return To Castle Wolfenstein: Tides Of War
Возвращение в замок Вольфенштейн
Wolfenstein 2000

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,92 (32 Stimmen) Details
inhalt:
Eine geheimnisvolle Bedrohung hat sich formiert. Die Wölfe sind eine gefährliche und äußerst entschlossene Sekte, die vor nichts Halt macht. Mit der Hilfe wissenschaftlicher Forschung und okkulter Zeremonien wollen sie die Macht an sich reißen. Ganz auf sich allein gestellt sind Sie die letzte Hoffnung der übrigen Welt. Stoppen Sie die üblen Machenschaften der Wölfe, bevor es zu spät ist. Kämpfen Sie zusätzlich im teambasierten Mehrspieler-Modus und tragen Sie Ihre eigenen Gefechte zwischen den Alliierten und den Achsenmächten aus. Wer wird die Schlacht für sich entscheiden?
eine kritik von paramedicgrimey:

Als im Dezember 2001 endlich das heißersehnte „Return to Castle Wolfenstein“ erschien, hatten deutsche Spieler schon eine Wolfenstein-Odyssee durchlebt. Wurde die Mutter aller Egoshooter und der direkte Vorgänger, „Wolfenstein 3D“ hierzulande niemals veröffentlicht (und dennoch indiziert und beschlagnahmt) und das selbstlaufende Addon (aber alles andere als ein Selbstläufer) „Spear of Destiny“ blieb dem deutschen Spieler auch verwehrt. Zumindest offiziell.

Dann wurde endlich der Nachfolger angekündigt, allerdings mit der Botschaft „Nicht für Deutschland“. Die Trauer war groß und bei id Software reagierte man. Man kündigte eine angepasste Version an. Nur für uns Deutsche. In der deutschen Version fehlten komplett die Bezüge zum Dritten Reich, hier heißt der Feind „Die Wölfe“. Sehr originell. Hakenkreuze, SS-Runen, ja sogar Namen wurden abgeändert. Dafür gab’s eine sehr gute Synchronisation. Ich habe es damals auch mit diesen Einschnitten geliebt. Die Gewalt blieb erhalten und das Spiel wurde ab 16 Jahren freigegeben. Zu Recht – ist sie doch maßlos überzeichnet. Es nutzte nichts, fast ein halbes Jahr später wurde selbst diese Version indiziert.

Doch wovon handelt „Return to Castle Wolfenstein“? Es beginnt im Jahre 943 n.Chr., als ein Priester den unsterblichen König Heinrich I. in ein übernatürliches Gefängnis sperrt. 1943 steht in der Nähe dieser Stelle die Burg Wolfenstein, das Grab wird von den Nazis entdeckt und Himmler (in der deutschen Version Höller) darüber informiert. Das bekommen die Alliierten spitz und entsenden zwei Spione, das zu erforschen. Jedoch werden diese beiden auf Burg Wolfenstein enttarnt und gefangen genommen. Als einer von beiden, B.J. Blazkowicz, können wir fliehen, während der andere Spion unter Folter stirbt. Nun heißt es, von der Burg fliehen und Richtung Ausgrabungsstätte im nahen Örtchen Wulfburg, doch dort wurden durch okkulte Rituale bereits die Untoten und noch schlimmeres geweckt…

Nazisploitation, Trash, Groteske, Action, Krieg, Splatter und Horror gemixt mit Agentenfeeling, das ist „Return to Castle Wolfenstein“ und das macht es so einzigartig legendär. Gegner werden maßlos überzeichnet, das Wolfenstein-Deutschland ist vollgepackt mit Klischees, Gewalt wie man sie übertriebener nicht darstellen könnte, eine Story über Nazis, Untote, Monster und Supersoldaten. B-Movie-Fan, was willst du mehr?

Einen geschichtlichen Bezug gibt es dennoch definitiv. Himmler war fasziniert vom Okkulten, die Wewelsburg, wo er solche Rituale praktizierte, diente als Vorbild für Burg Wolfenstein. Zudem läuft man im späteren Verlauf durch Paderborn, welches sich dort treffenderweise tatsächlich in der Nähe befindet, auch wenn das echte Paderborn definitiv nicht so aussieht oder je so aussah. Der Rest der Orte bleibt fiktiv, ebenso wie die Sprache der Gegner. Sie sprechen nämlich lediglich Englisch mit „deutschem“ Akzent (wobei ich hin und wieder eher an einen Franzosen dachte!), was der Authentizität, jedoch dem Trash-Faktor keinen Abbruch tut. In der deutschen Version sprechen alle einwandfreies Deutsch. Dort fehlt, wie bereits beschrieben, nur der Nazi-Bezug. Man sollte zudem mal auf die angebrachten Plakate achten. Absurd, was da so rumhängt und teilweise wo… Menschliche Gegnertypen reichen von normalen Soldaten über Offiziere bis hin zu weiblichen SS-Elitekämpfern, die so fix und clever agieren wie seinerzeit die Agenten in Half-Life. Da kann man sich schon die Zähne dran ausbeißen. Insgesamt sind die menschlichen Gegner sehr clever - sie werfen Granaten, umlaufen einen, weichen geschickt aus. Oder sie haben einen Flammenwerfer. Tolle Waffe übrigens. Daran scheitert ein „Call of Duty“ bis heute kolossal. Der Rest aus Zombies, Monster und Supersoldaten (und natürlich Endgegner) sind meist stärker im Angriff und/oder der Abwehr, allerdings taktisch eher stoisch. B.J.s Tour geht quer durch Europa, es gibt viel zu sehen und zu erleben. Auch echte Kriegsmomente sind dabei.

Grafisch war es damals id-typisch der neueste Standard, ebenso soundtechnisch. Gegner sind gut lokalisierbar, die Abmischung ist top und die Soundeffekte haben den Qualitätslevel hierfür ein Stück höher geschraubt. Die Shootersteuerung ist vorbildlich, auf Zweitfunktionen der Waffen, wurde (bis auf das Scharfschützengewehr) komplett verzichtet und es klappt. Tadellos. Insgesamt rettet man in gut 10-12 Stunden die Welt. Das war damals ebenso Standard.

Eine echte Perle ist der Multiplayer. Das erste Mal ein richtig gutes Klassensystem. Der Standard-Soldat, der alle Waffentypen tragen kann, ein Sani zum Heilen und Wiederbeleben per Spritze („Medic! Help!“), ein Ingenieur zum Dynamit legen und entschärfen, sowie zum Stacheldraht entfernen und ein Leutnant, der Luftschläge anfordern kann. Diese Spezialklassen verfügen nur über die Standard-MP der Alliierten oder Achsenmächte. Es gibt zwar Team Deathmatch, allerdings ist das zielbasierte Spiel die packendere Alternative. Hier müssen z.B. die Allierten Omaha Beach stürmen und dabei gewisse Punkte erobern, bis man am Ziel. Sehr suchterzeugend seinerzeit. Kurzum ein toller und ausbalancierter Multiplayer. Zudem wegweisend.

Wer keine Probleme mit der Überzeichnung und Übertreibung im Zweiten Weltkrieg hat, ist hier gut aufgehoben. Außerdem rechne ich dem Spiel hoch an, dass es auf Ami-Pathos und Patriotismus verzichtet. Es ist geradlinig und mit Schmackes ins Gesicht. Muss man mögen, sollte man mögen. Denn dieses Spiel hat das Genre im Single- und Multiplayerbereich geprägt, wie Anfang des letzten Jahrzehnts kaum ein anderes. Auch heutzutage noch sehr gut spielbar. Es ist überraschend gut gealtert und spielt sich schwerer als Activisions alljährliche Eigenkopie und das ohne übertriebene Scripts. Zudem muss man hier zusehen, dass man Gegenstände per Aktionstaste einfach ausprobiert. Ob es funktioniert, sieht man erst danach, denn es gibt keine Anzeige, dass es hier etwas zu aktivieren gibt. Was war das für eine tolle Zeit!

Paranormale 10/10 Punkte

10/10
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Kommentare

05.08.2015 22:10 Uhr - Argamae
1x
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 206
Du sprichst/schreibst mir aus der Seele! Ich bin ein Wolfenstein-Fan der ersten Stunde und habe RETURN TO CASTLE WOLFENSTEIN auf der Xbox gespielt. Ist übrigens eines der Spiele, die man auch auf der 360 spielen kann und das hervorragend angepasst worden ist. Derzeit ballere ich mich auf der PS4 durch "The Old Blood".

Danke für das klasse Review.

Nebenbei: wer auch im Tisch- oder Pen-and-Paper-Rollenspiel unterwegs ist, sollte sich mal "ACHTUNG! Cthulhu" von Modiphius Entertainment anschauen. Es injiziert den Mythos in den Zweiten Weltkrieg und bietet mit dem Zusatzband "Interface 19.40" auch jede Menge kranken, okkulten Scheiß in bester Wolfenstein-Manier. Spielwerte sind sowohl für Call of Cthulhu als auch für Savage Worlds enthalten.

06.08.2015 00:37 Uhr - hudeley
User-Level von hudeley 7
Erfahrungspunkte von hudeley 639
Unfassbar treffende Kritik! Saubere Leistung!
RTCW ist bis heute nicht nur mein Lieblingsteil der Reihe, sondern teilt sich auch mit "Stalker: Shadow Of Chernobyl" den ersten Platz meiner persönlichen Lieblingsgames.
Ein geradlinig marschierender Shooter, der teils (vorallem im Labor) auch mehr als nur intensiv daherkommt!

Was habe ich mich auch "New Order" und "New Blood" gefreut... war nur in beiden Fällen ein Schuss in den Ofen. Und das, obwohl man gar nicht so viel hätte falsch machen können...

06.08.2015 12:59 Uhr - Argamae
1x
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 206
06.08.2015 00:37 Uhr schrieb hudeley
Was habe ich mich auch "New Order" und "New Blood" gefreut... war nur in beiden Fällen ein Schuss in den Ofen. Und das, obwohl man gar nicht so viel hätte falsch machen können...

Kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Der im Rahmen der bislang eher "konservativen" Wolfenstein-Reihe geradezu genial-mutige Reboot in den 60er Jahren ist von vorne bis hinten hervorragend gelungen. Atmosphäre, Inside-Gags, Spielbarkeit, "Old-Schooligkeit" - alles vom Feinsten. Ich blicke der Zukunft von "Wolfenstein" äußerst freudig und gespannt entgegen.

08.08.2015 11:45 Uhr - ParamedicGrimey
DB-Helfer
User-Level von ParamedicGrimey 4
Erfahrungspunkte von ParamedicGrimey 232
Vielen Dank!
Das Cthulhu-Game muss ich mir mal anschauen. Ich finde den ganzen Nazi-Okkultismus-Kram wahnsinnig interessant. Schon seit Indiana Jones.
Persönlich mag ich TNO und TOB sehr und halte sie, im Gegensatz zu der Grütze von 2009, für würdige Nachfolger.

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