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Dark

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Note: - (0 Stimmen) Details
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von s.k.:

Ein Stealth-Game mit einem Vampir als Alter Ego? Eigentlich eine sehr gute Kombination. In der Theorie zumindest. denn gerade mit diesem Geschöpf der Nacht wäre einiges drin gewesen um dem Genre frisches Blut zu verabreichen (und nicht allein der mit guten Eckzähnen versehenen Kreatur). Leider ist "Dark" ein weiteres von vielen traurigen Beispielen vergeudeten Spiel-Potentials. Was auf den ersten Blick interessant klingt und dank Cel-Shading-Optik ebenso aussieht, entpuppt sich sehr schnell als ärgerliches Trial-and-Error-Erlebnis mit monotonem Spielaufbau und überaus spannungsfreier 08/15-Handlung.

Story:
Eric Bane wacht in einer Gothic-Disco namens Sanctuary auf - und hat gleich ein dickes Problem am Hals. Man hat ihn zum Vampir wider Willen gemacht, und wenn er nach Aussage anderer freundlich gesinnter Blutsauger nicht schnellstens seinen "Erschaffer" findet und zum (unfreiwilligen) Aderlass bittet, kann er sich auf eine unschöne Verwandlung zum Ghul, einem Zombie-ähnlichen Vampir-Wesen, einstellen. Will er das? Natürlich nicht, und damit beginnt eine Jagd nach dem ihn rettenden Lebenssaft und der Wahrheit hinter seiner "Vampirisierung"...

Wer sich viel mehr von der Handlung erhofft, darf sich auf bitterste Enttäuschung gefasst machen. Sie kommt leider nie über den "Ist ja ganz nett"-Ansatz hinaus und will mit seiner übertriebenen Coolness, übelsten Figuren-Klischees und strunzdummen Dialogen nie so richtig gefallen. Die Entwickler packen das trendige Vampir-Szenario völlig falsch an. Fesselnde Atmo? Horror-Stimmung? Nope. Dafür ein arg formelhaftes Abklappern von Level zu Level ("Ober-Vampir 1 war das falsche Ziel, also zum Nächsten... Ach verdammt, der war es auch nicht, dann wohl Numero 3..." *schnarch*), wodurch sich das (wenn überhaupt vorhandene) Interesse an der zusammenhanglosen Story schnell ins Nirgendwo verliert.

Große Mitschuld trägt auch die miserable Sprachausgabe von "Dark", denn mit Ausnahme des Protagonisten-Stimmgebers müssen die restlichen Sprecher wohl selbst gerade frisch aus dem Sargpolster erwacht sein. Anfangs dachte ich noch, als ich in der Eric-Bane-Stimme den "Adam Jensen"-Synchro-Typen aus "Deus Ex: Human Revolution" heraushörte:
"Oha! Könnte zumindest akustisch ein Hochgenuss werden." 
Tja, der positive Ersteindruck sollte sich nicht lange halten. Vielleicht lag es an den öden Texten oder der allgemein drögen Charalterzeichnung Eric Banes, aber jener Mann hinterm Mikro hat hier bei weitem nicht die gleiche Leidenschaft gezeigt wie in Eidos' meisterhaftem Cyberpunkt-Rollenspiel. Von den anderen Synchronsprecher will ich erst gar nicht anfangen, ich will nichtmal wissen wo diese überhaupt aufgegabelt wurden. Nach professionellem oder gar erfahrenem Personal klang das definitiv nicht.
Was aber am meisten nervt: Diese schnelle Satz-auf-Satz-Folge ohne Atempause. Wer auch immer die Sprachsamples zusammengeschnitten hat, ich kann nur hoffen dass es dessen allerletzte Mischpult-Arbeit war. Das ist purer Folter für die Spieler-Ohren.

Von den Werbe-Screenshots zu "Dark" darf man sich ebenfalls nicht blenden lassen. Der Cel-Shading-Comic-Look mag auf seine Art angenehm anders, begrenzt stimmig und eigenständig sein, an den Schwächen der Engine gibt es dennoch nichts schönzureden. Gesichter ohne eine einzige Gefühlsregung, altbackende Effekte, übelst unscharfe Texturen und allgemeine Detailarmut wo man sich nur umschaut. Dazu noch jede Menge Clipping-Fehler und falsche Darstellungen gewisser Animationen (man beachte wie Bane seinen Opfern das Blut abzapft, ohne auch nur deren Hälse zu berühren... :-B). Das einzig Positive an der Engine von "Dark": Sie hat keinen allzugroßen Hardware-Hunger.

Den letzten Tiefschlag verpasst "Dark" allen Käufern mit seinem miesen Gameplay. Obwohl als Schleich-Spiel geworben, macht Stealth-Taktik - so wie man sie eigentlich versteht - in diesem Spiel nur bedingt, manchmal sogar keinen Sinn. Eine überlegte Vorgehensweise ist selten notwendig, oftmals gar nicht möglich, weil unübersehbare KI-Schwächen der Gegner nur durch deren erhöhte Präsenz ausgeglichen wurden. Wegen teils unfair gehaltener Level-Strukturen und Dutzender Klon-Wachen, die auf engstem Raum ihre Routen ziehen, spart man sich das Umherschleichen und knockt lieber einen KI-Deppen nach dem anderen aus und versteckt seinen Leichnam außer Sicht seiner Kollegen. Die meisten von Banes Vampir-Spezialfähigkeiten, die man im Laufe des Spiels RPG-like nach und nach erwirbt, haben durchaus ihre Daseinsberechtigung und lockern das Spielgeschehen ein wenig auf, doch richtig elegante Taktiken lassen sich wegen der nicht selten ungenauen Steuerung mehr schlecht als recht umsetzen. Durch den künstlich hochgesetzten Schwierigkeitsgrad und nur zwei verfügbaren Speicherplätzen pro Levelanschnitt (auf mittlerer Stufe) erreicht der Frust-Faktor sein endgültiges Höchstmaß. Respekt all denen, die all das nicht abschrecken kann - trotz meiner freundlich gemeinten Warnung.

Fazit:
Zu meinem Glück war es nur ein Fünfer den ich für dieses "Dark" verbraten hab. Mit dem Konzept und dem im Stealth-Genre eher unverbrauchten Vampir-Setting hätte vielleicht was Gescheites herauskommen können, aber bei der Umsetzung wurde so ziemlich alles schlecht wie falsch gemacht. Der Plot, die Charaktere, die Spielmechanik, die Technik - nix davon löste während der gut 12-stündigen Gesamtspieldauer Begeisterungsstürme in mir aus.
Wer wirklich NICHTS im Stealth-Segment auslassen möchte, bitte, der tue es sich gerne an. Ich rate lieber zu etablierten Marken ("Splinter Cell" "Thief", "Hitman" o.ä.) oder besonders empfehlenswerten Indie-Hits wie "Mark of the Ninja", denn dort ist jeder einzelne Euro wesentlich besser angelegt.

3/10
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