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Children of Men

Herstellungsland:Großbritannien, Japan, USA (2006)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Keine Kinder. Keine Zukunft. Keine Hoffnung. Das Aussterben der Menschheit scheint unabwendbar, als im Jahr 2027 der jüngste Mensch der Welt mit nur 18 Jahren stirbt. Der desillusionierte Regierungsagent und ehemalige Aktivist Theo und seine Ex-Frau Julian sollen die Zukunft des von Terroristen und Nuklearkriegen verwüsteten Planeten sichern: Als eine junge Frau wie durch ein Wunder schwanger wird, werden sie zur Eskorte auf einem gefährlichen Weg zu einem Zufluchtsort auf hoher See. (Universal Film Internetseite)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von roderich:

Children of Men von (inzwischen, siehe Gravity) Starregisseur Alfonso Cuarón aus dem Jahre 2006 ist ein großer, düsterer und thematisch sehr ernsthafter Science Fiction Film mit etlichen schlicht sensationellen Szenen. Der Film ist mehr wie eine Art Märchen inszeniert und hat vermutlich auch deshalb leider kein großes Publikum gefunden - trotz vieler guter Kritiken.

Die Prämisse ist denkbar düster: Seit einiger Zeit (der Film spielt ca. 30 Jahre in der Zukunft) geht aus unerklärlichen Gründen die Geburtenrate massiv zurück und seit ca. 20 Jahren hat die Menschheit ganz aufgehört, Kinder zu bekommen! Die Schulen sind aufgegeben, der Unfalltod des letzten (jetzt 20jährigen) weltweit bekannten "Babys" führt überall auf der Welt zu völliger Verzweiflung. Wir sterben aus, es kommt nichts mehr nach uns!

Wir befinden uns in London, Hauptstadt Großbritanniens, das sich mit einem gigantischen Flüchtlingsproblem herumschlägt, sich zu einem äußerst brutalen Polizeistaat verwandelt hat und Millionen Hilfesuchende in Lager und Gulags sperrt. Die ganze Welt scheint vom Verfall erfasst, den die Hauptfigur, ein perspektivloser Alkoholiker gespielt vom (wie immer) guten Clive Owen, auch nur noch lethargisch hinnimmt.

Der Film beginnt mit einer der Cuarón-typischen langen, am Stück gedrehten und damit äußerst aufwändigen Szene, die mit einem Schock endet. Unser Held gerät in einen Terroristenplot, in den ihn seine Exfrau (Julianne Moore) hineinzieht. Ungewollt wird er zum Hüter der wichtigsten Person der Welt: Einer hochschwangeren Frau! Die ist allerdings schwarz und einer der Parias und Flüchtlinge und wild entschlossen, sich nicht der Regierung auszuliefern, sondern eine Art geheimes Paradies zu finden, wo die Menschen noch frei sind. Die Terroristen unterstützen sie offenbar bei dem Versuch und so wird auch unser Held mehr oder weniger freiwillig zu einem von ihnen, jedenfalls anfangs.

Der Film nimmt etliche Wendungen, während die Protagonisten versuchen, den Weg in dieses Paradies zu finden ohne dass dabei die Schwangerschaft entdeckt und instrumentalisiert wird. In einem Gastauftritt darf übrigens  der wie immer äußerst sympathische Michael Caine als kiffender Hippyvater des Helden glänzen.

Eine - Filmgeschichte schreibende - sensationelle fast 5 Minuten am Stück (!) gedrehte Action (!) - Sequenz, in der sich die Kamera in und außerhalb eines schnell fahrenden (!) Autos um Schießereien, eine Motorrad-Verfolgungsjagd, intime Dialoge und Geschicklichkeitsspielchen im Auto bewegt, lässt einem den Mund offenstehen. Später, im Finale, gibt es eine ähnliche lange Szene mit hunderten von Extras mit einer Kriegshandlung einschließlich vieler Toter und Panzerbeschuss, auch alles am Stück gedreht! Der Effekt für den Zuschauer ist, dass er absolut hineingezogen wird in diese Handlungselemente und am - schrecklichen - Geschehen unmittelbar teilnimmt.

So wird mit filmischer Meisterkunst die letztlich traurige und gegen Ende immer surrealer und auch religiöser wirkende Geschichte äußerst intensiv vermittelt und der Zuschauer wird fast erschlagen von der Wucht der Bilder, der großartigen Special Effects und vor allem der Gefühle.

Keine leichte Kost also und insoweit auch verständlich, dass sich nicht so viele Zuschauer dem aussetzen wollten, aber das macht dann halt auch trotzdem ein echtes Kunstwerk aus. 

9/10
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Kommentare

16.09.2015 14:11 Uhr - leichenwurm
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Jo... unterschreib ich so ;-) ! Inhaltlich und formal eine echte Perle. Dein Review übrigens auch ;-)) !

16.09.2015 14:12 Uhr - JasonXtreme
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Da setz ich mal meinen Servus drunter! :)

16.09.2015 14:42 Uhr - Gorno
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Da gabs ne Szene, welche mich richtig geschockt hat ^^ super Kritik ;)

16.09.2015 18:16 Uhr - NoCutsPlease
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Kompaktes, aussagekräftiges Review zu einem eindringlichen und nicht gerade für die Spaßgucker-Liga gedachten Film.

Gibt es denn jetzt wieder häufiger Kritiken von dir?

16.09.2015 18:27 Uhr - spone
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Tolles Review von dir!
Der vielleicht am meisten unterschätzte Science-Fiction überhaupt mit einer der besten Kameraarbeiten der Filmgeschichte!!
Schade, dass der nicht die Aufmerksamkeit bekam, die er verdient gehabt hätte. Mit Deinem Review wird er aber bestimmt neue Fans dazubekommen.

16.09.2015 20:32 Uhr - NICOTERO
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Hammer Kommentar zu einer wahren Perle von Film.

@ spone
….. mit einer der besten Kameraarbeiten der Filmgeschichte….
Absolut: Ein Meisterstück!
Alleine die -mittlerweile legendäre- Bildersprache von "eben diesem" Emmanuel Lubezki hat in meinen Augen 11 von 10 Punkten verdient. Ein wichtiges Element in diesem Werk, dass beinahe schon den Grad eines heimlichen Darstellers inne hat. Man bedenke die "räumliche Fahrt im Minivan" oder die intensiv dargestellte " One take ,echtzeit" Strassenschlacht zu ende des Filmes. Respekt: Auch aus heutiger Sicht alleweil ein Sahnestück der Photographie!
Aber GRAVITY oder Birthman hob das ganze noch auf ein ganz anderes Level…! Unglaublich.
Für mich Freunde gilt es Aufzurunden nota bene, auf volle 10 von 10 Punkten.

16.09.2015 20:52 Uhr - NICOTERO
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…übrigens: Bediente sich nicht "Spielberg" auch dieser einen, räumlichen Kamerafahrt im innern eines Vans in Seinem Werk "Krieg der Welten"?
Und dieser Film kam doch später oder?….Oje, ich werde alt=(...

17.09.2015 07:23 Uhr - Marty Wan Kinobi
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Sehr sauber geschriebene Review zu einem kleinen Meisterwerk, das für mich deutlich besser als, der Dank der Academy viel mehr beachtete "Gravity", funktioniert.

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