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Aquifel
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XP 371
Eintrag: 16.09.2015

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Herz aus Stahl

(Originaltitel: Fury)
Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krieg
Alternativtitel:Heart of Steel
Herz aus Eisen

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,51 (25 Stimmen) Details
inhalt:
April, 1945. Während die Alliierten ihren letzten und entscheidenden Vorstoß in den Kriegsschauplatz von Europa wagen, kommandiert ein kampferprobter Army Sergeant namens Wardaddy (BRAD PITT) einen Sherman Panzer und dessen fünfköpfige Besatzung auf einer tödlichen Mission hinter den Feindeslinien. Zahlen- und waffenmäßig weit unterlegen, und mit einem blutigen Anfänger-Rekruten, der ihnen aufgedrängt wurde, an ihrer Seite, müssen sich Wardaddy und seine Männer gegen überwältigend große Widerstände behaupten, als sie heldenhaft versuchen, mitten im Herzen von Nazi-Deutschland zuzuschlagen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von aquifel:

Anti-Kriegsfilme sind ja immer eine willkommene Angelegenheit. Sie bieten einerseits die Möglichkeit brachiale Action darzustellen, ohne, dass der Gewaltgrad gleich kritisiert wird, andererseits kann man so auch gleich einen gewissen Anspruch bzw. eine Message mit einbauen. Und "alle" sind zufrieden. Ganz abgesehen davon, auch wenn, man mag es kaum glauben, unsere heutige Zeit fast schon die friedlichste in unserer langen Geschichte ist, ist Krieg immer schon ein Thema gewesen, das den Menschen begleitet. Seine schrecklichen Seiten, egal welcher Natur, aufzuzeigen verleiht einem Film damit eine tiefergehende Daseinsberechtigung als nur Unterhaltung.

Doch schnell verschwimmt die Grenze zwischen ernsthaftem Anti-Kriegsfilm und "normalem" Kriegsfilm. Dass es heldenhafte Taten, Patrioten und gewaltätige Auseinandersetzungen gibt, erklärt sich von selbst, aber manchmal wird dann doch übers Ziel hinausgeschossen und die Message versumpft in der filmischen Darstellung. Eines meiner Lieblingsbeispiele hierfür ist Spielbergs "Der Soldat James Ryan". Meisterhaft wird einem der Schrecken der Schlacht dargestellt, filmisch ist das Ganze eine Wucht, aber zwischen alle dem gibt es auch viele Szenen, die so gar nicht mit einer ehrlichen Anti-Kriegsmessage zusammenpassen wollen (um es kurz zu machen: Will ich den Krieg anprangern, dann darf, selbst im zweiten Weltkrieg, nicht so eine klare gut-böse Zeichnung der kämpfenden Parteien stattfinden). Macht das den Film schlechter? Nein. Aber es schadet der Botschaft etwas.

"Herz aus Stahl" ist hierfür ein weiteres Paradebeispiel. Der Film des Spezialisten für düstere Action, David Ayer (u.a. "Harsh Times", "Sabotage" oder als Writer "Training Day") folgt einer amerikanischen Panzereinheit gegen Ende des zweiten Weltkriegs. Der Rookie Norman Ellison (Logan Lerman; "Percy Jackson"-Reihe) soll Don "Wardaddy" Colliers (Brad Pitt; "Sieben", "Fight Club") Einheit (Shia LaBeouf, Michael Pena, Jon Bernthal) und ihren Sherman Panzer "Fury" untersützen. Nach einigen Ereignissen, die ihm erstmal den Arsch auf Grundeis gehen lassen, bekommen die 5, zusammen mit einigen anderen Panzerführern, eine höchstgefährlich Mission.

Ayer zeigt hier ganz konkret seine beiden Stärken: Klasse inszenierte Action und eine düstere "Straßen"-ehrlichkeit. Ellison als Neuling hat es mit den erfahrenen Kameraden wahrlich nicht leicht getroffen. Hier sind keine Pseudophilosophen am Werke, sondern harte, gezeichnete Männer. Und genau hier punktet "Herz aus Stahl". Keiner der Truppe kann irgendwo als Held bezeichnet werden, alle sind, wie schon geschrieben, gezeichnet. Sie wirken "echt", auch wenn man darüber diskutieren kann, ob so kurz vor Ende des Krieges wirklich eine so depressive Grundhaltung in den Reihen der Aliierten vorherrschte.

Besonders wirkungsvolle Szenen befinden sich hier vor allem außerhalb des Kampfgetümmels (das mit den Leuchtspuren bei Schüssen schon etwas Star Wars Feeling aufkommen lässt): Zum einen zwingt Wardaddy Ellison einen deutschen Gefangenen zu erschießen, was Ellison offenkundig verstört und widerstrebt. Das ist genau die Art Ehrlichkeit, die mir bei "James Ryan" abging: Dort waren die Charaktere zwar auch keine glattpolierten Strahlemänner (die meisten zumindest nicht), aber hier rettet der Vorgesetzte den Kriegsgefangenen nicht. Unter dem Banner eines Anti-Kriegsfilmes darf man ruhig zeigen, dass beide Seiten alles andere als Unschuldslämmer sind, denn der Krieg verändert einen numal. 

Die zweite Szene ist in dem eingenommenen Städtchen. Wardaddy und Ellison finden dort eine deutsche Mutter und ihre Tochter und nutzen die Wohnung einfach mal, um sich zu rasieren, etwas zu essen, etc.. Der Punkt dabei ist, dass Wardaddy, selbst unter diesen Umständen, versucht eine normale Atmosphäre zu schaffen, als ob er und Ellison, so wie die beiden deutschen Frauen. Er versucht, dem Kriegstreiben zu entkommen und einfach einmal wieder Normalität einkehren zu lassen. Was dann jäh durch den Rest des Trupps gestört und verzerrt wird. Das alles wirkt leicht grotesk, aber genau dieser Kontrast wirkt perfekt.

Danach geht es auf die Mission (nachdem ein Bombenangriff die Protagonisten auf den Boden der Tatsachen zurückholt). Bei einem Kampf gegen einen deutschen Panzer bleiben nur "Fury" und seine Besatzung übrig und hier beginnt es dann, im Sinne eines Anti-Kriegsfilmes, leicht albern zu werden. Die fünf GIs versuchen mit Fury eine Kreuzung gegen ein ganzes SS-Regiment zu halten. Das geht selbstredend nicht gut und ist hervorragend inszeniert, aber bei realistischer Betrachtung ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass ein liegen gebliebener Sherman-Panzer mit 5 Mann, trotz des Überraschungseffektes, so lange gegen eine solche Überzahl aushält geschweige denn so hohe Verluste bei den Feinden anrichtet. Filmisch und dramaturgisch ist das wie gesagt sauber gemacht, aber hier ist "Herz aus Stahl" eher Kriegs-Actioner, als Anti-Kriegsfilm. Hier verschwimmt es bei Ayer und er überschreitet den schmalen Grat. Wie Ellison das Ganze dann überlebt schwenkt aber wieder zurück, denn hier zeigt Ayer erneut, dass nicht alles schwarz-weiss ist.

"Herz aus Stahl" durfte sich viel Kritik gefallen lassen, wohl gerade aufgrund des Showdowns. Dieser ist, wie der Rest des Filmes, handwerklich auf sehr hohem Niveau und überzeugt dramaturgisch (auch wenn es natürlich eine sehr klassische Angelegenheit ist), ist für eine Anti-Kriegsbotschaft allerdings zu sehr klassisches Actionkino (eine Spur "The Wild Bunch" kann man nicht verleugnen). Der Rest davor punktet aber auch in dieser Hinsicht. Dreckige, ehrliche Charaktere, kein reines schwarz-weiss Zeichnen und einige durchaus in Erinnerung bleibende Szenen in  düster-deprimierender Stimmung. Also mir gefiel der Film.

8/10
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Kommentare

16.09.2015 15:22 Uhr - leichenwurm
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Sehr gelungenes Review. Und ich sehe es genauso wie du: der "Showdown" zieht den ansonsten sehr fesselnden Anti-Kriegsfilm in den Sumpf von austauschbarer Kriegsaction. Sehr schade das sich Ayer auf den letzten Metern so derb im Ton vergreift, denn die ersten beiden Drittel waren wirklich äußerst sehenswert...

16.09.2015 15:22 Uhr - leichenwurm
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Mist... Doppelpost... Sry... !

Ähm... ach ja... die Wertung: ich für meinen Teil würde da zu Guten 6, maximal gaaanz knappen 7 Punkten tendieren. Das Ende macht rückwirkend vieles kaputt...

16.09.2015 17:23 Uhr - Aquifel
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Hätte ich früher genauso gesehen bzw. wenn ich "Herz aus Stahl" als reinen Anti-Kriegsfilm verstehen würde, dann wäre ich auch in der Bewertung voll bei dir. Aber ich erwarte von Hollywood teilweise einfach nichts anderes und gerade bei Kriegsfilmen, die auch auf intensive Schlachtszenen setzen, ist die Grenze ja oft auch schwer einzuhalten. Ein wirklich guter Antikriegsfilm braucht eigentlich gar keine Gefechte, da die Message letzten Endes oft eher woanders liegt und "gute" Action zu oft dafür sorgt, dass sie auf der Strecke bleibt bzw. in den Hintergrund der Action rückt. Genau genommen hab ich deswegen vor dem Showdown mental gleich in den "Action-Fan"-Modus geschaltet, da mir klar war, dass ich mich sonst nur aufregen würde^^

16.09.2015 18:01 Uhr - NoCutsPlease
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Ich habe "Herz aus Stahl" noch nicht gesehen, aber sämtliche Reviews stellen ihn unverkennbar als Kriegsfilm dar - ohne Anti-Komponente. ;-)
Gutes Review, aber deine allgemeinen Argumentationspunkte klingen irgendwie so, als wäre ein guter Kriegsfilm nur als Antikriegsfilm denkbar. Dass dem nun nicht so ist, zeigen einige Titel aus den 70ern, die sich dem Thema Krieg auf nahezu dokumentarische Weise nähern und für keine Seite Partei ergreifen.
Kurzum: Es gibt nicht nur patriotische/reaktionäre Kriegsaction auf der einen und entschiedene Antikriegsfilme auf der anderen Seite.

16.09.2015 18:16 Uhr - Insanity667
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Wieder mal eine solide und interessante Kritik. Kriegsfilme ansich sind eigentlich überhaupt nicht mein Ding, allerdings gibt es dennoch sehr sehenswerte und auch bedeutsame Werke, die äußerst gut funktionieren und einen gewissen Reiz abseits der Effekthascherei mit sich bringen. Sei es auch nur der historische Hintergrund, der dazu anregt, sich näher mit gewissen Ereignissen und Begebenheiten in unserer Geschichte auseinander zu setzen. "Herz aus Stahl" hat sich dahingehend bei mir zwar nicht wirklich so eindrucksvoll wie erhofft entfalten können, nach deiner gelungen Rezension und mit eben dieser im Hinterkopf werde ich wohl aber nochmal einen zweiten Durchlauf wagen. :)

16.09.2015 19:56 Uhr - leichenwurm
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16.09.2015 18:01 Uhr schrieb NoCutsPlease
Ich habe "Herz aus Stahl" noch nicht gesehen, aber sämtliche Reviews stellen ihn unverkennbar als Kriegsfilm dar - ohne Anti-Komponente. ;-).


Also die ersten beiden Drittel lassen sich ganz klar als " Anti " charakterisieren. Deshalb ist der Bruch am Ende des Films ja auch so ein grosser Kritikpunkt...

16.09.2015 22:56 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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16.09.2015 15:22 Uhr schrieb leichenwurm
Sehr gelungenes Review. Und ich sehe es genauso wie du: der "Showdown" zieht den ansonsten sehr fesselnden Anti-Kriegsfilm in den Sumpf von austauschbarer Kriegsaction. Sehr schade das sich Ayer auf den letzten Metern so derb im Ton vergreift, denn die ersten beiden Drittel waren wirklich äußerst sehenswert...

Solide!
Da stimme ich zu! Habe selten ein Film gesehen, der in den ersten 2/3 absolut sehenswert war und dann mit dem letzten Drittel alles zunichte gemacht hat. Dieses unrealistische Showdown hätte nicht sein dürfen. Davor war es ein ein beklemmender Actionfilm mit schonungsloser Härte, der das Deutsche Reich in seinen letzten Tagen ziemlich gut dargestellt hat (siehe auch Wikipedia "Werwolf").
Erste 2/3: 8/10
Letztes Drittel: 2/10
Zwar wird die Protagonistengruppe doch eher als Helden statt Opfer des Krieges dargestellt, aber würde ihn in der Gesamtheit doch eher als "Anti-Kriegsfilm" bescheinigen. Oh, sehe gerade das Leichenwurm das ganze in seinem letzten Kommentar auch gut zusammengefasst hat.

16.09.2015 23:49 Uhr - Aquifel
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16.09.2015 18:01 Uhr schrieb NoCutsPlease
Ich habe "Herz aus Stahl" noch nicht gesehen, aber sämtliche Reviews stellen ihn unverkennbar als Kriegsfilm dar - ohne Anti-Komponente. ;-)
Gutes Review, aber deine allgemeinen Argumentationspunkte klingen irgendwie so, als wäre ein guter Kriegsfilm nur als Antikriegsfilm denkbar. Dass dem nun nicht so ist, zeigen einige Titel aus den 70ern, die sich dem Thema Krieg auf nahezu dokumentarische Weise nähern und für keine Seite Partei ergreifen.
Kurzum: Es gibt nicht nur patriotische/reaktionäre Kriegsaction auf der einen und entschiedene Antikriegsfilme auf der anderen Seite.


Dann kommt das falsch rüber. Das Problem sehe ich vor allem darin, dass heutzutage ein Kriegsfilm sehr häufig eine "Anti-"Komponente angedichtet bekommt oder versucht, wenigstens etwas "Anti-" einzubringen (wodurch er automatisch auch im Bereich Antikriegsfilm zu verstehen ist). Eben weil die meisten Leute nur in Kriegsactioner und Antikriegsfilm unterteilen und ersteres in der heutigen Welt ja gerne "böse" verschrien wird. Deswegen habe ich ja auch versucht zu beschreiben, dass "Herz aus Stahl" bis zum Showdown ein sehr starker Anti-Kriegsfilm ist, dann aber halt eher ein Kriegsactioner. Nicht reaktionär oder patriotisch (habe ich bewusst vermieden, das so zu bezeichnen), aber halt weg von der Kritik am Krieg hin zum klassischen Actionkino. Dass ich trotzdem 8/10 vergebe sollte ja zeigen, dass ich kein Problem damit habe, wenn ein Film nicht nur entschieden gegen den Krieg ist, sondern auch einfach nur mal Kriegsaction (sonst hätte das Ende den Film für mich auch komplett zu Nichte gemacht).

17.09.2015 00:14 Uhr - NoCutsPlease
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OK, wenn du das so gemeint hast, dann passt das vom Allgemeinen her. :-) Es kam nur im Review etwas anders rüber, aber ist ja nun geklärt.

17.09.2015 19:06 Uhr - Major Dutch Schaefer
3x
Gutes Review, auch wenn ich die Meinung nicht teile bzw die Wertung um 7 Punkte zu hoch einstufe.

Warum? Sorry...dieses Ende ist dermassen hanebüchen scheisse, da kann der Rest des Films noch so gut sein.
Das ist ne regelrechte Beleidigung der Intelligenz.

Alles, aber wirklich alles was der Film an Stimmung und Atmosphäre in den ersten zwei Dritteln aufbaut, wird völlig über den Haufen geworfen.

Ich stimme zu, dieses dreckige, rauhe...sehr gut und stimmig eingefangen.

Aber der Film driftet dann dermassen ins Lächerliche ab, daß selbst "Inglorious Basterds" näher an der Realität ist.

Ich sehe es absolut ähnlich, daß viele Kriegsfilme zu Unrecht den Titel "Anti" tragen...und umgekehrt.
Ich habe per se mal überhaupt kein Problem, wenn z.B. der Zusammenhalt untereinander "glorifizierend" dargestellt wird, siehe "Lone Survivor" oder "Black Hawk Down".
Es bekommen auch Filme wie "Tränen der Sonne" angedichtet, sie seien Hurra-Amerika. Ich halte ihn für einen der ehrlichsten Filme, die man aus den Staaten in Bezug auf Afrika bislang gesehen hat.

Gerade bei Filmen mit dem Thema Krieg wird extrem viel undifferenziertes Zeug abgelassen.
Teils werden Filme mit diesem Thema in den Himmel gelobt, die ich auch nicht nachvollziehen kann, z.B. "James Ryan" -> Handwerklich und in punkto Ausstattung absolut perfekt, aber mit groben storytechnischen Schnitzern, die mich einfach aufregen...von vielen aber einfach wohlwollend ausgeblendet wird.
Bei Kriegsfilmen wird dermassen oft der Realismus bzw die historische Korrektheit ausgeblendet, da ja die vermittelte "Botschaft" so toll ist...oder die meisten wollen nur sehen, wie Nazis sterben.
Gut, eigentlich ja nichts schlechtes...aber dann lieber "Indiana Jones" oder "Basterds".

Da brauch man sich keine Gedanken machen, ob der Soldat in einem sinnlosen Krieg sein Leben lässt.

Aber "Fury" ist historisch und zum Ende hin dramaturgisch ein dermassen hochgradig reaktionärer Ami-Müll, der ebenso aus der Reagan bzw John Wayne-Ära hätte entsprungen sein können.

Ne sorry Leute, der Film ist einfach scheisse.

Aber was reg' ich mich uff...krieg ja hohen Blutdruck.

Stimmt, hatte mir schon in den anderen 2 Reviews Luft über den Film verschafft.

18.01.2015 02:25 Uhr schrieb Major Dutch Schaefer
06.01.2015 13:32 Uhr schrieb Andman1984
...Das eine SS-Kompanie fast komplett von einem fahruntüchtigen Panzer aufgerieben wird, war mehr als grenzwertig. Natürlich trifft mit der Panzerfaust keiner und auf die Idee, Wardaddy, vom MG wegzuballern kommt auch keiner...sicher. Bis auf den Schluss, ist der Film aber recht gut inszeniert.



So siehts aus.

Eben gesichtet. War eigentlich gar nicht schlecht....bis zum Ende.
Bis dahin hatte der Film echt die ein oder andere bedrückende Szene zu bieten.

Und ich stimme durchaus mit einigen der von Dir (@Dimetrodon12) genannten Punkte überein.

Vieles in "Fury" war stimmig und teils wirklich gut:

Amerikaner, die selbst Grausamkeiten begehen und nicht die absoluten Saubermänner sind, wenn auch mit Figuren vom Klischee-Reißbrett.
Ein Regime, daß Greueltaten an den eigenen Leuten begeht, trotz Niederlage sinnlos Menschen in den Tod schickt.
Das Essen war ziemlich beklemmend inszeniert und hinterließ ein ungutes Gefühl in der Magengrube.

Bis dahin fand ich den Film gut und es war durchaus Potential vorhanden, wenn auch mMn viele Ansätze nicht bis zuletzt ausgearbeitet bzw konsequent bis zum Ende verfolgt wurden.

Zum Beispiel wurde die Botschaft, daß Krieg die Hölle ist, mit dem Holzhammer inszeniert. Denn um das zu zeigen, gibt es die ein oder andere Splattereinlage bzw harte Bilder. Jene - vor allem zum Ende hin gesehen - im Kontext gar nicht selbstzweckhafter hätten ausfallen können.

Brutale Härten sind nicht gleich automatisch Antikriegsfilm. Dazu bedarf es doch einiges mehr.

Die bis dorthin spärlichen Kampfszenen wurden, obgleich sie etwas unlogisch waren, wenigstens noch glaubhaft genug dargestellt.

Aber dann kam das Finale...ohne Worte

Dieses unsägliche Ende ist eine Beleidigung der Intelligenz, bei dem ich mich regelrecht verarscht fühlte.

Dieses Finale ließ "Fury" dermassen ins Lächerliche abdriften, dass ich mich danach richtig ärgerte meine Zeit mit diesem reaktionären Werk verschwendet zu haben.

Jenem im Vorfeld ja ach so tolle historische Authenzität sowie Akribie attestiert wurde....und von manchen Kritikern tatsächlich auch wird.

Vor allem ärgere ich mich aber darüber, daß der Film TROTZ des Finales so viele positive Kritiken erhält. Denn dieses Ende potenziert die zuvor genannten Schwächen geradezu ins uferlose.

Die finale Schlacht ist - sorry - ein so unverschämt dreist überzogener Schwachsinn, daß es mich nach ner Weile regelrecht anwiderte, wie der Film wieder in plumpe Schwarz-Weiß-Malerei der 50er/60er Jahre Kriegsactioner verfällt.
Schade, wenn man bedenkt, daß Serien wie z.B. "Band of Brothers" oder "The Pacific" um eine deutlich realistischere und vor...


18.09.2015 18:27 Uhr - Ivan_Danko
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Ich muss sagen, ich kann Deine Wertung verstehen, wäre das Ende nur besser gelungen... Aber technisch gibt's nix auszusetzen, selten hat mein Heimkino so abgeliefert, das war immerhin Referenz.

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