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The Slaughtering Grounds

Herstellungsland:USA (2015)
Bewertung unserer Besucher:
Note: 1,00 (2 Stimmen) Details
eine kritik von nivram:

Eigentlich wollte ich nach den letzten Reviews mal wieder über etwas Gutes schreiben, aber dieses epische Spiel, dass ich in einem meiner nicht ganz so hellen Momente im Sale erwarb, hat sich einen ordentlichen Verriss mehr als verdient.

Beginnen wir mit dem Hauptmenü, dass aus einem blauen Bildschirm besteht, egal, welche Spieloptionen ich einstelle. Mein Laptop übertrifft die Mindestanforderungen für dieses Spiel um ein sehr großes Stück, an dem dürfte es nicht liegen. Wenn ich eine bestimmte Stelle auf dem Bildschirm anklicke, werde ich ohne weiteres ins Spiel geworfen, also dürfte da der Startbutton sein.

Das Spiel besteht daraus, in zwei unübersichtlichen Arealen Zombies, Mutanten und anderes Zeug (gelegentlich auch nur schwarze Umriße, weil die Entwickler die Texturen vergessen haben) abzuknallen. Ich startete dabei jedes Mal mit kaum Munition, die erstmal in der Spielwelt gefunden werden wollte. Da es keinerlei Karten oder Wegpunkte gibt (außer einem quasi nutzlosen Feind-Radar) gestaltet sich die Suche äußerst schwierig. Ziemlich schnell stellte ich fest dass die Spielwelt aus vielleicht zehn unterschiedlichen Gebäuden besteht, die x-mal kopiert wurden, sowie einer Mauer als Levelbegrenzung. Da das Spiel den Spieler bei jedem Levelstart oder Neubeginn willkürlich irgendwo hinteleportiert (manchmal auch gerne direkt neben einen Feind, sodass die Runde gleich mit ein paar HP weniger beginnt), ist eine befriedigende Orientierung schlicht unmöglich. Egal, wie sehr ich auch versuchte, mir Konstellationen von Häusern einzuprägen, am Ende lief ich doch wieder nur ziellos umher. Die Gegner spawnen übrigens immer an haargenau den gleichen Stellen. Wenn man also in einem Gebäude alle Gegner tötet und dann ins nächste läuft, das eine exakte Kopie des vorherigen ist, bekommt man es mit genau den gleichen Gegnern in der gleichen Reihenfolge zu tun. Nach circa zwanzig Minuten kennt man quasi alle Gegner auswendig. Und die Aufenthaltsorte von Munition und Medi-Paks. Das Bekämpfen der Feinde ist danach unspannend, belanglos, stumpf, wiederholungslastig und schlicht und fühlt sich mehr wie Arbeit als wie ein Spiel an.

Während ich im Online-Modus mit anderen Leidensgenossen Spielern unendlich lange das gleiche Level durchwandern durfte, wurde ich im Solomodus nach 15 Minuten automatisch ins nächste Level verfrachtet. Insgesamt habe ich einmal bis Level 5 durchgehalten:

Level 1 ist bereits weiter oben beschrieben.

Level 2 ist durch mehrere Felswände eher Schlauchmässig angelegt, hat jedoch fast alle Texturen von Level 1 wiederverwendet.

Level 3 ist Level 2, nur deutlich aufgehellt. Soll wohl den Unterschied zwischen Tag und Nacht darstellen.

Level 4 ist Level 1, diesmal auch bei Tag.

Level 5 ist erneut Level 1, und zwar wieder bei Nacht, wie in Level 1. Ohne dies nachgeprüft zu haben, wage ich die Hypothese, dass dieser Kreislauf sich wiederholen dürfte.

Beim Eintritt in ein neues Level wird der Spieler all seiner Munition beraubt und muss wieder mit fast nichts starten. Jeglicher Fortschritt geht verloren. Bis auf Geld, dass der Spieler für neue Waffen, Lebensregeneration und wasweißichallesnoch ausgeben kann, aber dazu müste erstmal ein Grund vorhanden sein, dieses Spiel länger zu spielen.

Wer keine Lust hat, nur sinnlos Zombies abzuschießen, deren KI mit Toastscheiben konkurriert, kann sich an den drei Aufgaben versuchen, die oben links eingeblendet werden: "Töte 10 Zombies", "Schaffe 10 Headshots" und "Jage 10 Zombies in die Luft" (machbar durch die Minen und Sprengfallen, die sich in dem überhaupt nicht dafür ausgelegten Leveldesign aber nur schwer benutzen lassen) sind drei extrem innovative Missionsziele, die Stunden an forderndem Spielspaß versprechen und selbst Pro-Gamer zum Schwitzen bringen dürften. Die drei Missionen werden durch Countdowns beschränkt. Erreicht der Zähler die Null, fängt er wieder von vorne an, OHNE den Zähler für die Missionsziele zu resetten. Folglich hat der Spieler unendlich viel Zeit, um die Missionen zu erledigen. Sobald er eine geschafft hat, gibt es zur Belohnung einen "coolen" Ausruf von der kernigen Off-Stimme wie "Bloodbath!" oder "Well done!" und der Counter wird doch noch resettet.

 

Fazit:

Dieses Spiel wirkt, als würde es sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befinden. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass sämtliche Bäume im Spiel einfach durchgelaufen werden können? Oder dass so mancher Zombie einfach nur dumm in der Ecke herumsteht, weil scheinbar die komplette KI vergessen wurde? Oder dass der Spieler bei der Sterbeszene sich noch bewegen und daher über den Boden glitchen kann? Oder, dass es im ganzen Spiel nur ein einziges Musikstück gibt, dass überall in Dauerschleife läuft? Oder, dass der Zähler, der anzeigt, wie viele Zombies der Spieler in dieser Runde bereits erlegt hat, nur bis 1000 zählen kann und danach seinen Dienst einstellt?

Es ist eine Frechheit, solch einen unfassbar lieblos dahingeklatschten Müll der zahlenden Kundschaft vorzuwerfen.

1/10
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Kommentare

16.09.2015 22:05 Uhr - Fratze
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Wow. Da fallen mir ja Online-Flashgames ein, die vermutlich besser ausgearbeitet sind und vermutlich auch mehr Spaß machen...

Trotz allem wars aber zumindest gut für einen sehr hübschen und amüsanten Verriss, vielen Dank ^^

17.09.2015 07:06 Uhr - Marty Wan Kinobi
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Ein Game aus 2014, das aussieht wie 1994 und sich spielt, wie das zu Recht in der Wüste vergrabene E.T. Videospiel (erschien1982 für den Atari 2600er). Sehr netter Verriss. So jetzt darfst Du echt mal was gutes Spielen...

17.09.2015 17:27 Uhr - spone
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Du hast mich grad dazu gebracht das erste Spiele-Review überhaupt zulegen ;-) hab null übrig für Games aber 1/10 hat mich neugierig gemacht... Toll geschriebener Verriss von dir ! Der letzte Absatz ist herrlich... :-)

So, jetzt kannst du dich ja mal an was Gutes Wagen. Wie wär's mit ein paar Gibli-Meisterwerken? Zu denen würd ich gern mal was von dir lesen :-)

17.09.2015 18:43 Uhr - nivraM
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@ Marty Wan Kinobi
Keine Sorge, ich spiele auch andere Spiele, die ich nicht reviewe. Derzeit sitze ich zum Beispiel an Outlast.

@ spone

Offen gesagt halte ich die meisten Werke von Ghibli nicht für Filme, sondern für Kunst. Und was Kunst betrifft, verweise ich auf ein bestimmtes Zitat in meiner derzeitigen Forensignatur:

"I don't really like talking about art. It is already a way to talk without talking, so why bother talking about it?" - Rin Tezuka, Katawa Shoujo

Daher muss ich dich wohl enttäuschen. Aber eigentlich brauchen die meisten Ghiblis auch keine Reviews, da sie fast uneingeschränkt empfehlenswert sind.

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