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Big Eyes

Herstellungsland:USA, Kanada (2014)
Standard-Freigabe:FSK o.A.
Genre:Biographie, Drama
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als Margaret, Mutter einer jungen Tochter, nach gescheiterter erster Ehe den charmanten Kunstliebhaber Walter Keane heiratet, kann sie erstmals ihre kreative Ader ausleben. Walter liebt ihre Bilder von Kindern mit großen traurigen Augen, zeigt großen Erfindungsreichtum in deren Vermarktung als Kunst, die jeder sich leisten kann. Doch Margarets Preis für die immer populärer werdenden Bilder ist hoch. Weil Walter sich von Beginn an als deren Schöpfer ausgegeben hat, muss sie diese Lüge aufrechterhalten - sogar vor ihrer Tochter. (VideoMarkt)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dimetrodon12:

Review: Big Eyes

 

Filme von Tim Burton sind vorrangig für ihre Fantasy- und Gothicelemente bekannt. Oftmals mit einer großen Portion Humor („Beetlejuice“), als Animations- („Corpse Bride“) oder Comicfilm („Batman“) oder sogar als Musical („Sweeney Todd“). Doch 1994 probierte Burton etwas anderes. Mit „Ed Wood“ meisterte er einen Film über das Leben und die Werke des bekannten Trashregis­seurs. 20 Jahre später suchte er sich erneut eine reale Geschichte und verfilmte diesmal die Ereig­nisse rund um die „Big Eyes“, eine Reihe von Gemälden auf denen kleine Kinder mit übergroßen Augen zu sehen sind.

Margaret hat 1958 ihren Ehemann verlassen und zieht mit ihrer Tochter nach San Fransisco. Die un­bekannte Malerin wird bald von Walter Keane, einem anderen Maler, entdeckt. Schnell entwickelt sich eine Beziehung und kurz darauf heiraten die Beiden schon. Die Probleme beginnen schon bald, als Walter anfängt den Ruhm für Margarets „Big Eye“-Bilder einzuheimsen, damit sie diese besser verkaufen können. Die Nachfrage steigt rapide an und schon bald ist sich Magaret nicht sicher, ob sie wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat, auf Walters Lüge einzugehen. So sitzt sie in ih­rem Haus und malt ein „Big Eye“-Bild nach dem anderen, während Walter immer berühmter wird. Damit zieht er aber auch den Hass von anderen Galeriebesitzern und Kunstkritikern auf sich.

„Big Eyes“ basiert auf dem wahren Fall von Magaret und Walter Keane. Der Film erzählt diese Ge­schichte sehr unterhaltsam und ohne Längen, dennoch kommt, mit der Ausnahme von einer Szene, nicht wirklich Spannung auf. Das liegt vor allem daran, dass der Film in einem leichten Ton erzählt wird, so dass der Zuschauer schnell erkennen kann, was als nächstes passieren wird und wie alles ausgehen wird. Der Film bleibt trotzdem interessant, grade weil der Zuschauer weiß wie es ausgeht, sich aber lange Zeit im unklaren ist, warum Magaret so lange Walters Spiel mitspielt. In einer schon kurz erwähnten Szene wird Spannungsschraube plötzlich extrem angezogen, was dem Film eine fast erschreckende Wendung gibt. Diese Szene ist nicht allzu lang, hat den Zuschauer aber mit Si­cherheit vor dem Bildschirm gefesselt.

Ein weiterer Grund warum der Film trotzdem so gut funktioniert sind die beiden Hauptdarsteller. Amy Adams (Oscar-nominiert u.a. für „The Fighter“ und „American Hustle“) spielt die Rolle von Magaret Keane klasse. Am Anfang ist sie kaum wiederzuerkennen. Trotzdem liefert sie in ihrer Per­formance einen Blick in Magarets Weltbild und sorgt dafür, dass wir ihre Motivation gut verstehen können, auch wenn es nie genau ausgesprochen wird. Dafür wurde sie auch mit dem Golden Globe prämiert. Ihre gegenüber spielt Christoph Waltz (Oscar-prämiert für „Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“) den Ehemann Walter Keane. Damit sehen wir Waltz in einer seiner besten und gleichzeitig dunkelsten Rollen seit dem Judenjäger Hans Landa in „Inglourious Basterds“. Er spielt seine Rolle ebenfalls großartig, so dass es dem Zuschauer eine Freude ist ihn zu hassen. Ne­ben den beiden Hauptdarsteller sollte man vor allem Delaney Raye und Madeleine Arthur loben, die beide zusammen die Rolle von Magarets Tochter Jane spielen (einmal im Alter von 9 bis 11 und einmal von 13 bis 16) und dabei Beide eine gute Performance hinlegen. Krysten Ritter („Breaking Bad“) legt noch eine solide Performance als Magarets skeptische/sarkastische Freundin DeAnn hin, die dem Zuschauer alles aus dem Mund nimmt, was er gerne Magaret gesagt hätte.

Alles in allem ist „Big Eyes“ ein guter Film, der sich bemüht die Geschichte von den Keanes zu er­zählen. Er bleibt dabei fast durchgängig etwas ruhiger und sanfter, als es wahrscheinlich wirklich war, was man dem Film aber auch verzeihen kann. Es ist zwar kein besonders spannender Film, dennoch tritt keine Langeweile auf. Besonderes Augenmerk muss man auf die Schauspieler richten, denn besonders unsere beiden Hauptdarsteller machen eine großartige Sache, die alleine den Film schon sehenswert macht.

8/10
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Kommentare

19.09.2015 21:51 Uhr - NoCutsPlease
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Interessanter Beitrag im Rahmen der Genrevielfalt zu einem SB-untypischen Film.

19.09.2015 21:51 Uhr - leichenwurm
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Hey... vielen dank für das äußerst lesenswerte Review. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass da was neues von Tim Burton in den Startlöchern steht... ;-) ! Leider waren Burtons letzte Filme eher mau (Dark Shadows und Alice im Wunderland waren echt enttäuschend... Sweeney Todd war mMn der letzte gute Burton). Demnach bin ich nach deinem positiven Review mal vorsichtig optimistisch... ;-) !

20.09.2015 00:59 Uhr - Deathking
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Das Review ist wirklich lesenswert, hast Du gut gemacht.
Burton war zwar nie mein Ding, doch seit "Alice in Wonderland" habe ich eine Antipathie entwickelt.
Nörgel, Bla, Sülz, Schwätz...

20.09.2015 07:53 Uhr - Dimetrodon12
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Danke euch Dreien. WIe geasgt probiert den Film auf jeden Fall mal aus, aber keinen Burton-typischen Fantasyfilm erwarten. Der ist wirklich eine neue Art von Burtonfilm, den ich so noch nie von ihm gesehen habe. "Ed Wood" kommt da am nähesten ran.

21.09.2015 20:21 Uhr - cecil b
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Tolle Review! Tim Burtons Filme liebe ich, oder sie funktionieren nicht bei mir. Habe am Sonntag eine Ausstellung von ihm besucht. DIE LIEBTE ICH!!!!!!

21.09.2015 20:31 Uhr - NoCutsPlease
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20.09.2015 07:53 Uhr schrieb Dimetrodon12
Wie gesagt probiert den Film auf jeden Fall mal aus, aber keinen Burton-typischen Fantasyfilm erwarten.


Bei dieser Handlung sollte nun aber wirklich niemand einen Fantasyfilm erwarten. :-)
Bleib am Ball Dimetrodon mit deiner interessanten Titelauswahl aktueller Filme, die nicht so im Fokus des Zuschauers liegen, z.B. zuletzt "Picknick mit Bären"!

22.09.2015 09:39 Uhr - Dimetrodon12
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21.09.2015 20:31 Uhr schrieb NoCutsPlease
20.09.2015 07:53 Uhr schrieb Dimetrodon12
Wie gesagt probiert den Film auf jeden Fall mal aus, aber keinen Burton-typischen Fantasyfilm erwarten.


Bei dieser Handlung sollte nun aber wirklich niemand einen Fantasyfilm erwarten. :-)
Bleib am Ball Dimetrodon mit deiner interessanten Titelauswahl aktueller Filme, die nicht so im Fokus des Zuschauers liegen, z.B. zuletzt "Picknick mit Bären"!


Danke ich geb mal mein Bestes. Jetzt hab ich grade ein Review zu "Sicario" verfasst, den ich gesten in einer Sneak Peek Vorstellung sehen durfte. Ich denke zwar der ist wieder etwas bekannter, aber ich hab immer noch "Inherent Vice" bei mir liegen und plane dazu ein Review.

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