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Jumanji

Herstellungsland:USA (1995)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Fantasy, Kinderfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,94 (16 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

JUMANJI ist das geheimnisvolle, uralte Spiel, aus dem der unberechenbare Geist des Dschungels ausbricht, um die Welt zu beherrschen. Alle, die dieses Spiel je gespielt haben, kennen nur zu gut seine Gefahren. So auch Alan Parrish, der bereits als kleiner Junge in die gefährliche Welt von JUMANJI entführt wurde. Jetzt, 26 Jahre später werfen Sarah, Judy und Peter die Würfel - und können Alan befreien. Doch das ist erst der Anfang! Ob sie wollen oder nicht, JUMANJI geht weiter: die vier müssen sich gegen wilde Horden von Löwen, Affen, Elefanten, Nashörnern, fleischfressende Schlingpflanzen, Riesenspinnen, Monsunregen und Erdbeben wehren. Nur so können sie die Kräfte von JUMANJI bezwingen. Bis zum nächsten Spiel... (Columbia Videokassette-Cover)

eine kritik von mynan:

Iron Maiden haben auf ihrem neuen, kürzlich erschienenen Album "The Book of Souls" auch einen Song "Tears of a Clown" im Repertoire. Was das nun mit "Jumanji" zu tun hat? Nun, der Song ist nach Aussage der Band Robin Williams gewidmet und dürfte somit auch stellvertretend für alle Menschen zu verstehen sein, denen Depressionen, Angststörungen udgl. das Leben erschweren oder schlussendlich gar als nicht mehr lebenswert erscheinen lassen. Iron Maiden waren von dem Tod von Robin Williams offenbar genauso berührt, wie ich dies gewesen bin, mochte bzw. mag ich Robin Williams als Schauspieler doch unheimlich gerne und war auch von den breit gefächerten darstellerischen Fähigkeiten (man vergleiche z.B. seine komödiantischen Rollen mit seinem Part in "Insomnia") dieses sympathischen Alleskönners immer wieder aufs Neue beeindruckt.

"Jumanji" ist die Verfilmung von dem gleichnamigen Kinderbuches des amerikanischen Schriftstellers und Zeichners Chris van Allsburg aus dem Jahr 1981. Auch der später sehr erfolgreich verfilmte "Der Polarexpress" ist ein Kinderbuch von ihm aus dem Jahr 1985; für beide Bücher war er auch für die Bebilderungen verantwortlich. Ich hatte "Jumanju" damals im Kino gesehen und damals als schönes, ausgesprochen unterhaltsames Werk empfunden. Seitdem habe ich den Film jedoch aus den Augen verloren und erst "Tears of a Clown" hat mich kürzlich irgendwie dazu animiert, mir "Jumanji" nach all den Jahren wieder anzusehen und meine durchaus positiven Erinnerungen zu überprüfen. Und "Jumanji" spricht mich tatsächlich immer noch an.

Die Grundidee von "Jumanji" ist so einfach wie genial: ein Brettspiel entwickelt ein für die Spieler fatales Eigenleben. Ende der 60´er Jahre wird der junge Alan Parrish Opfer von "Jumanji"; nach einem für ihn verhängnissvollen Wurf sind die Würfel derart ungünstig für ihn gefallen, dass er von dem Spiel verschlungen wird  und fortan sein Dasein im Dschungel fristen muss. Erst viele Jahre später wird "Jumanji" wiederentdeckt und neu gespielt, was Alan Parrish, jetzt dargestellt von Robin Williams, wieder aus dem Dschungel befreit und ins Hier und Jetzt "zurückbringt". Die Sache hat nur einen nicht unwesentlichen Haken: das Spiel muss zuende gespielt werden, um die hieraus entstehenden Gefahren endgültig zu bannen.

Und die haben es wahrlich in sich und reichen über Fledermäuse, Moskitos, gewalttätige Affen, Löwen, einen Monsun, Krokodile, Riesenspinnen, einer Stampede (mit einem immer wieder verspäteten Nashorn als -nunja- "running" Gag), fleischfressende Pflanzen und einen durchgeknallten Großwildjäger, die die alte Parrish-Villa und die Stadt nach und nach in ein Schlachtfeld bzw. in einen Dschungel verwandeln.

Das alles wurde von Joe Johnston (Jurassic Park III, Hidalgo, Captain America: The first Avenger) 1995 aufwendig und effektvoll inszeniert. Ihm zur Seite stand eine ansehnliche Darstellerriege, wobei natürlich an erster Stelle Robin Williams zu nennen ist, der den Part des erwachsenen John Parrish mit sichtlicher Spielfreude meistert. Ihm gelingt es, wie von diesem Ausnahmschauspieler auch nicht anders zu erwarten, seiner grundsätzlich komödiantisch und skurril angelegten Rolle darüber hinaus auch eine gewisse notwendige Tiefe zu verleihen und damit die Angst und das Trauma seines Dschungelaufenthaltes eindrücklich darzustellen; dies gilt insbesondere für einige traurige und melancholische Momente, zu denen der Besuch in der ehemaligen Fabrik seines Vaters oder am Grab seiner Eltern gehören. In einer Doppelrolle als Vater von Alan Parrish sowie als gnadenloser Jäger van Pelt gefällt Jonathan Hyde (Die Mumie). Weiterhin erwähnenswert ist die junge, damals 13jährige Kirsten Dunst (Spiderman 1 - 3) als geplagte Mitspielerin von "Jumanji".

Für die sehr gelungene und passende musikalische Untermalung zeichnete der leider kürzlich tödlich verunglückte James Horner (Titanic, Apocalypto, Avatar) verantwortlich. Als (einer der) Drehbuchautor(en) ist Jonathan Hensleigh zu nennen (Drehbuch u.a. auch zu Stirb langsam - Jetzt erst recht, Armageddon), der 2004 den "Punisher" (Drehbuch und Regie) wieder von der Kette lassen und damit gemischte Reaktionen hervorrufen sollte. Die von Industrial Light & Magic (ILM) kreirten und mit einem Saturn Award ausgezeichneten Effekte in "Jumanji" sind zahlreich, aber sicherlich mittlerweile teils als eher charmant und etwas "in die Jahre gekommen" anzusehen; nichtsdestotrotz kann das aus Animatronics und CGI bestehende Effektgewitter, das "Jumanji" entfesselt, auch heute noch durchaus beeindrucken. Dass "Jumanji" nicht nur zu einem schnöden, familien- und blockbustertauglichen Effektbombast verkommt, ist vor allem Robin Williams zu verdanken. Das Ende von "Jumanji" ist (im o.g. Sinne von "famillientauglich" wenig überraschend) sicherlich etwas kitschig geraten, was aber meinen positiven Gesamteindruck nur unwesentlich schmälert.

Der Film hatte einen durchaus beachtlichen Erfolg; bei einem Budget von ca. 50-60 Mio Dollar spielte er alleine in den USA ca. das Doppelte ein, weltweit waren es ca. 260 Mio Dollar. Somit gehörte "Jumanji" zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 1995. Für Ende 2016 hat Sony ein Remake angekündigt. Ob das unbdingt notwendig ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.

"Jumanji" ist für mich, wenn auch kein Klassiker, nach wie vor ein richtig schönes und unterhaltsames, lustiges und auch durchaus spannendes Werk, was ansprechende, wenn auch leicht bekömmliche Familienunterhaltung bietet, jedoch gleichwohl nicht unbedingt für die ganz Kleinen geeignet sein dürfte, werden trotz aller komödiantischen Elemente die Gefahren des Dschungels doch recht eindrücklich und actionreich dargestellt.

"Jumanji" erhält von mir total subjektive und zweifellos auch mit einem Nostalgie- und Robin Williams-Bonus versehene 9 Punkte; ohne ihn wären es wohl 1 bis 2 Punkte weniger. Es werden sicherlich nicht nochmals so viele Jahre für mich bis zum nächsten Wiedersehen mit "Jumanji" und Robin Williams vergehen, und es wird dazu auch wohl keines neuen Songs mehr bedürfen.

 

"Tomorrow comes, tomorrow goes

but the cloud remains the same

Wonder why he´s feeling down,

Tears of a clown ..."

9/10
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Kommentare

03.10.2015 11:38 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Schön wieder etwas von dir zu lesen, sehr gute Arbeit!
Den habe ich schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gesehen, da sollte mal eine Wiederholung erfolgen.
Von mir gibt es 7,5-8/10 für den Film. :-)

"Tears of a Clown" kenne ich bislang übrigens nur von The Beat aus dem Jahre 1979.

03.10.2015 14:13 Uhr - Mynan
1x
User-Level von Mynan 7
Erfahrungspunkte von Mynan 625
Vielen Dank. Das Lied aus 1979 kenne ich wiederum noch nicht. Es scheint darüber hinaus auch noch einen weiteren gleichnamigen Song aus den 60´er Jahren zu geben. So lernt man immer noch etwas dazu ;-)

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