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Maximum Risk

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Bloodstone
The Exchange
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,03 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Inspektor Alain Moreau von der Mordkommission in Nizza wußte nie, daß er einen Zwillingsbruder hat - bis er eines Tages vor einem Toten namens Mikhail steht, der ihm wie aus dem Gesicht geschnitten gleicht. Moreau weiß, er kann das Geheimnis Mikhails nur erkunden, indem er in dessen Haut schlüpft. Die Spur führt über Paris nach New York, mitten hinein in die höchsten Kreise der Russen-Mafia. Am eigenen Leib muß Moreau nun erfahren, daß sein Bruder mächtige Feinde hatte, mit denen er ein lebensgefährliches Spiel trieb...
eine kritik von punisher77:

                                              MAXIMUM RISK

Nachdem er bei The Quest – Die Herausforderung (1996) zum ersten Mal Regie geführt hatte, drehte Jean – Claude Van Damme seinen nächsten Film wieder unter externer Anleitung. Da sein Regiedebut finanziell ein wenig hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, ging der Belgier auf Nummer Sicher und verpflichtete für Maximum Risk wieder einen in die USA ausgewanderten Hongkong – Regisseur mit großer Fangemeinde. Nach John Woo, der mit Harte Ziele (1993) einen der erfolgreichsten Filme der Muscles From Brussels inszeniert hatte, arbeitete Van Damme nun mit Ringo Lam (City On Fire, 1987 / Full Contact, 1993) zusammen. Lam, der seit 2007 keinen Film mehr gedreht hat, genoss damals einen ausgezeichneten Ruf unter Kritikern, Filmfans und Regiekollegen. Quentin Tarantino (Pulp Fiction, 1994 / Django Unchained, 2013) gibt beispielsweise City On Fire als wichtige Inspiration für sein Regiedebut Reservoir Dogs (1992) an.

Maximum Risk wurde von Larry Furgeson (Presidio, 1988) geschrieben und mit einem Budget von 25 Millionen Dollar in Kanada und in den USA (New York) gedreht. Neben Jean-Claude Van Damme gehörten Natasha Henstridge (Species, 1995), Jean-Hugues Anglade (Nikita, 1990), Zach Grenier (Tommy Boy, 1995) und Paul Ben-Victor (The Wire, 2003 – 2008) zur Besetzung des Films.

In Maximum Risk bekommt der in Nizza lebende Cop Alain Moreau (Jean – Claude Van Damme) eines Tages die Leiche des Unterweltlers Mikahil Suverov zu Gesicht, der von Unbekannten zu Tode gehetzt wurde. Das Besondere an dem Toten ist, dass er Alain zum Verwechseln ähnlich sieht. Von seiner Mutter erfährt er schließlich, dass Alain mit Suverov einen Zwillingsbruder hatte, den sie aus Geldnot zur Adoption freigeben musste. Um die Mörder seines Bruders zu finden, nimmt Alain dessen Identität an und reist nach Little Odessa, das russische Viertel von New York, wo Mikail Suverov lebte, um Ermittlungen anzustellen. Dort lernt er die Barkeeperin Alex Bohemia (Natasha Henstridge) kennen, die in seinen Bruder verliebt war. Da man Alain für seinen Bruder hält, gerät er ins Fadenkreuz der Mafia und des FBI …

Viele Kritiker beurteilten Maximum Risk wie Harte Ziele – als Film des Regisseurs bleibt der Streifen hinter den Erwartungen zurück, als Van Damme-Film ist er dagegen weit überdurchschnittlich. Da ich außer Maximum Risk keinen von Ringo Lams anderen Filmen kenne (Schande über mich!) kann ich nicht sagen, inwiefern sein US-Debut seine übliche Handschrift als Regisseur aufweist. Doch selbst wenn Maximum Risk nicht wie ein typischer Lam-Film aussehen sollte, ist ihm dennoch ein weit überdurchschnittlicher, kompetent in Szene gesetzter Actionkracher gelungen.

Ringo Lams US-Debut legt von Anfang an ein hohes Tempo vor und bietet in regelmäßigen Abständen explosive, abwechslungsreiche Actionszenen. Schon die Auftaktsequenz bietet jede Menge Schauwerte und bis zum Showdown, bei dem Maximum Risk vollends auf der Überholspur fährt, präsentiert Lam dem Publikum eine Reihe spektakulärer Schießereien, Verfolgungsjagden (Mit und ohne Fahrzeuge) und mehrere tollkühne Stunts. Freunde von ausgedehnten Martial Arts-Szenen kommen ebenfalls auf ihre Kosten, wie z.B. in der Sauna-Szene. Hierbei soll aber nicht verschwiegen werden, dass frühere Filme des Belgiers in dieser Hinsicht mehr zu bieten hatten. Das dürfte aber wahrscheinlich hauptsächlich Fans der JCVD-Frühphase stören, da Van Damme von Film zu Film immer stärker auf „normale“ Action setzte, wie sie auch in Maximum Risk in hervorragender Qualität zu sehen ist.

Aber nicht nur in den Actionszenen kann Van Damme überzeugen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat er sich auch schauspielerisch etwas gesteigert. Er ist zwar immer noch kein Anwärter auf den Academy Award, aber im Vergleich zu seinem Frühwerk hat sich der Belgier durchaus weiterentwickelt. Als Beispiel sei die Sequenz genannt, in der Van Damme mit einem Spiegel auf einen Schurken einprügelt und anschließend über seine eigene Gewalttätigkeit entsetzt ist. Das macht den Belgier nicht zum Anwärter auf einen Job beim Wiener Burgtheater, aber trotzdem zeigt er in Maximum Risk, dass er – im Gegensatz zum Genrekollegen Steven Seagal (Nico, 1988) etwa – dazugelernt hat.

Insbesondere dem männlichen Publikum dürfte der Auftritt der äußerst attraktiven Natasha Henstridge, die in den letzten Jahren hauptsächlich für´s Fernsehen gearbeitet hat, dauerhaft im Gedächtnis bleiben - sie spielt hier Van Dammes Sidekick. Zwar geht ihre Rolle in Maximum Risk über die des typischen Actionhelden-Betthäschens hinaus, da sie Van Damme/Moreau weiterhilft, aber einen selbstbewussten, tatkräftigen Part spielt sie nun doch nicht. Auch der Rest der Besetzung agiert geradlinig bis stereotyp. So gibt Jean-Hugues Anglade den Moreau-Kumpel Sebastien ebenso routiniert wie Paul Ben-Victor den aalglatten, korrupten Agenten.

Unterm Strich ist Maximum Risk ein überdurchschnittlicher, geradliniger und auch heute noch unterhaltsamer Actionfilm, der zwar (möglicherweise) nicht gerade typisch für Regisseur Ringo Lam wirken mag, den „Test of Time“ aber besser bestanden hat als so manch anderer Achtiger/Neunziger Jahre-Actionfilm. Trotzdem ließ das Publikum Van Damme hier langsam aber sicher im Stich - in den USA landeten gerade mal 14,5 Millionen Dollar in den Kassen. Weltweit brachte es der Film auf insgesamt ca. 41 Millionen Dollar...ein richtiger Erfolg sieht anders aus. Trotzdem kann man sich Maximum Risk auch heute noch ansehen!

8-9/10

 

8/10
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Kommentare

04.09.2017 17:44 Uhr - dicker Hund
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Van Damme lasse ich tendenziell auch eher im Stich. Beim Punisher über seine Filme lesen geht aber natürlich trotzdem;-)

04.09.2017 18:02 Uhr - tschaka17
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Van Damme hat bei mir nen Stein im Brett. Perlen und Müll wechseln sich bei ihm stark ab. Maximum Risk fehlt mir noch, scheint ja was zu taugen. Danke also für den Tipp ;)

04.09.2017 18:08 Uhr - Punisher77
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Danke, für Eure Rückmeldungen :-).

@Dicker Hund:
Schön, dass Du das Review gelesen hast, obwohl JCVD nicht so Dein Fall ist.

@tschaka17:
Wenn Du den noch nicht kennst, musst Du das echt schnell nachholen. Im Gegensatz zu vielen Filmen, die JCVD seit seiner DtV-Zeit dreht, ist dieser Film hier Gold wert!

04.09.2017 18:40 Uhr - Knochentrocken
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Boar weil dus am Anfang erwähnt hast, hab ich malwieder Bock auf The Quest bekommen! Ein starkes Brett von einem Fighterfilm.

04.09.2017 20:14 Uhr - Pratt
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Sehr interessant & aufschlussreich geschrieben, ich fand den beim ersten Anschauen noch ziemlich gut, beim zweiten Mal war schon etwas Ernüchterung dabei, aber 'ne 7 würde ich dem Film schon noch geben, ist aber auch schon länger her... Tolle Arbeit!!

04.09.2017 20:32 Uhr - TheRealAsh
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Deine Rezi ist mal wieder Spitze und den Van-Dammerich hab ich sogar noch gesehen, hab ich ehrlicherweise aber irgendwie verdrängt. Bin gespannt, wann und ob ich das mal nachhole.

04.09.2017 21:53 Uhr - NoCutsPlease
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Starke Sache, dass Puni endlich aus der Sommerpause zurück ist und ein tolles Ding nach dem anderen raushaut.
Von mir gibt es auch 8/10 Kicks für diesen Film.

04.09.2017 22:19 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Euer tolles Feedback! Freue mich sehr!
Und wer den Film (noch) nicht gesehen hat - eine erste Sichtung oder ein Rewatch lohnt allemal ;-).

04.09.2017 22:54 Uhr - Horace Pinker
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Da ist dir ja wieder eine sehr lesenswerte, schön formulierte und aussagekräftige Fortsetzung deiner Van Damme Reviewreihe gelungen, toll gemacht Punisher! Maximum Risk hat mir auch recht gut gefallen, zwar nicht Van Dammes bester Film, dafür aber dennoch sehr unterhaltsam und besser als das meiste was nach 2000 noch von ihm kam, von mir gibt es auch 8/10 Punkte.
P.S. Die Cover Hard Trilogie kannst du dir ruhig mal geben, alle recht unterhaltsam und beim zweiten sind die Parallelen zum davon inspirierten Reservoir Dogs sehr deutlich (besonders im Finale).

04.09.2017 23:57 Uhr - Punisher77
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Danke für das Lob und für den Tipp, Horace!

05.09.2017 10:14 Uhr - JasonXtreme
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Das kann man wieder nur beipflichten, wie immer beim Herrn Castle!

06.09.2017 23:25 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Jason!

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