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Running Man

(Originaltitel: The Running Man)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,31 (111 Stimmen) Details
inhalt:
Im Jahr 2019: Ben Richards (Arnold Schwarzenegger), ehemals Polizist, ist unschuldig verurteilt worden, ein Massaker angerichtet zu haben und leistet nun Zwangsarbeit in einem elektronisch gesicherten Gefängnis.
Nach einem Ausbruch wird er für die ultrapopuläre TV-Show „The Running Man“ zwangsrekrutiert, in dem Strafgefangene in einer tödlichen Spielzone um ihr Leben kämpfen müssen. Niemand hat bisher die Show überstanden, denn die TV-Kämpfer gehen mit Hockeyschlägern und Motorsägen auf die unbewaffneten Gefangenen los. Doch Richards ist hochmotiviert...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                        RUNNING MAN

Running Man (Deutscher Titel: Menschenjagd, 1982) ist ein Roman von Stephen King, dem erfolgreichsten Horrorromanautor aller Zeiten. Allerdings erschien der Roman unter dem Pseudonym Richard Bachmann, da King sehen wollte, wie gut seine Romane ankommen, wenn sein Name nicht auf dem Cover steht. Der Produzent Georg Linder kaufte die Rechte an dem Film 1985, ohne zu wissen, dass es er damit die Rechte an einer Stephen King – Verfilmung erworben hatte. 

Allerdings hat die Verfilmung nicht mehr viel mit dem Roman zu tun, man übernahm nur die Namen und ein paar Handlungselemente. Das Drehbuch wurde von Actionprofi Steven E. De Souza (Phantom Kommando, 1985) geschrieben. Da mehrere Regisseure und Hauptdarsteller für den Film im Gespräch waren, schrieb De Souza insgesamt fünf verschiedene Drehbücher. Zuerst sollte George P. Cosmatos (Rambo II – Der Auftrag, 1985) den Film inszenieren, aber aufgrund kreativer Differenzen verließ Cosmatos das Projekt schnell wieder. Der deutsche Regisseur Carl Schenkel lehnte den Film ab, da er ihm zu groß war.  Während der Vorproduktion lief alles bestens, aber das Projekt entglitt ihm schnell. Nach nur acht Drehtagen lag er bereits mehrere Tage im Drehplan zurück. Also musste Schenkel während des Films entlassen werden. Ersetzt wurde er von Paul Michael Glaser, der als Schauspieler durch die TV – Serie Starsky Und Hutch bekannt geworden war. Ihm blieben nur zwei Tage zur Vorbereitung, dann musste Glaser ans Set. 

Das Budget des Films betrug ursprünglich 15 Millionen Dollar, aber das produzierende Studio war von dem Film so überzeugt, dass das Budget schrittweise auf 27 Millionen angehoben wurde. Davon erhielt Arnold Schwarzenegger, der die Hauptrolle in Running Man bekam, drei Millionen Dollar. Schwarzenegger war nicht die erste Wahl für die Rolle des Ben Richards gewesen. Ursprünglich wollte man Christopher Reeve (1952 – 2004) haben, doch als George P. Cosmatos das Projekt verließ, lehnte er den Film ebenfalls ab und drehte stattdessen Superman IV – Die Welt Am Abgrund (1987). Man bot den Film noch Don Johnson (Miami Vice, 1984 – 1989) und Patrick Swayze (Dirty Dancing, 1987) an, aber beide lehnten ihn ab. 

Amerika im Jahr 2019: Rohstoffe und Nahrungsmittel sind knapp, der Kontinent ist in Polizeistaaten aufgeteilt, Musik und Kunst werden zensiert und wenn die Bevölkerung mal den Aufstand probt, fährt die Kavallerie sofort schweres Geschütz auf. Das Fernsehen ist zum wichtigsten Instrument der Manipulation geworden, um das Volk bei Laune zu halten. Der größte Renner ist die blutrünstige Sensationsshow Running Man, in der Verbrecher von bewaffneten Killern zu Tode gehetzt werden. Bald darf Moderator Damon Killian (Brillant: Richard Dawson, 1932 – 2012) einen besonderen „Gast“ in seiner Show begrüßen: Ben Richards (Arnold Schwarzenegger), einen Polizisten, der sich weigerte, auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen. Vom Fernsehen als „Schlächter von Bakersfield“ hingestellt, beginnt Richards mit drei Freunden das tödliche Spiel. Doch schon nach der ersten Spielphase wird klar, dass Richards aus anderem Holz geschnitzt ist als alle bisherigen Kandidaten…

Running Man ist ein packender, knallharter Actionfilm im futuristischen Gewand. Schon der Beginn, als Richards aus dem Gefangenenlager ausbricht, legt ein hohes Tempo vor. In der Spielzone angekommen, jagt eine Actionszene die nächste. Schwarzenegger – wie in Predator eher Gejagter als Jäger – bezeichnet Running Man als einen seiner aufregendsten Filme. Zum Ende des brutalen Action / Sci – Fi – Krachers, in dem Köpfe explodieren und Menschen mit der Kettensäge malträtiert werden, ist Schwarzenegger als Initiator eines Aufstands mit Maschinengewehr und Zigarre, Marke Ofenrohr, wieder ganz der Alte. 

In Running Man hat Schwarzenegger aber auch einen würdigen Gegner. Sein Gegenspieler ist der grandiose Richard Dawson, der dem späteren Gouverneur von Kalifornien schauspielerisch haushoch überlegen ist. Er spielt hier einen Dompteur in seinem eigenen Zirkus, mit dem Mikrophon als Peitsche. Wie Dawson als Killian die Zuschauer in seinen Bann zieht, wie er sich am Applaus der Masse weidet, ist schlichtweg brillant – allein deswegen sollte man Running Man gesehen haben.

Aber Running Man will nicht nur ein unterhaltsamer Actionfilm, sondern auch eine Mediensatire sein. In dieser Hinsicht schneidet Glasers Film nicht ganz so überzeugend ab wie in den Kampfszenen. Sicherlich gelingen ihm und Drehbuchautor De Souza einige witzige Parodien auf Gameshows wie Wheel Of Fortune (z.B. Climbing For Dollars) oder TV – Serien wie Love Boat (In Killians Büro hängt ein Hate Boat – Plakat). Und in einigen Szenen werden die Manipulationsmöglichkeiten des Fernsehens entlarvt, das Fakten manipuliert und die Wahrheit mit Füßen tritt.

Diese kritischen Ansätze stehen jedoch nicht zu sehr im Vordergrund, schließlich ist Running Man immer noch ein Actionfilm. Außerdem zelebriert der Film die Gewalt, die er zu kritisieren vorgibt – wenn Schwarzenegger z.B. einen Jäger ins Jenseits befördert, tut er das stets mit einem coolen Spruch auf den Lippen, so dass die dargestellte Gewalt eher unterhaltsam als abschreckend wirkt.

Außerdem hat Running Man auch einige logische Patzer. Warum bedeuten Richards´ relativ kleine Rebellion und der Untergang des Fernsehens sofort das Ende aller Missstände in den USA, wenn man den Jubel auf den Straßen als Maßstab nimmt? Und warum gelingt es der Obrigkeit nicht, bei all den Tricks, die das Fernsehen auf Lager hat, Richards´ Aufstand zu vertuschen? 

Daraus sollte man Running Man allerdings keinen allzu großen Strick drehen. Man sollte ihn als das sehen, was er ist: einen unterhaltsamen, temporeichen Action – und Science – Fiction – Streifen der 80er Jahre mit allem, was man sich als Schwarzenegger – Fan wünscht, inklusive der berühmten I´ll Be Back – Catchphrase.

8-9/10

8/10
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Kommentare

28.01.2016 06:25 Uhr - dicker Hund
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Vorzügliche Besprechung! Gerade die Informationen zur Entstehung des Films geben ordentlich Würze. Einer der wenigen Filme, zu denen ich die Buchvorlage kenne, die in der Tat nicht mehr wiederzuerkennen ist. Das dortige Ende wäre nach den Anschlägen vom 11.09.2001 wahrscheinlich mittlerweile zu heikel für eine 1:1-Verfilmung. Die weichgespülten Distopieanteile des Romans haben mich bei der Sichtung zwar gestört, die Wertung erscheint aber angemessen.

28.01.2016 07:29 Uhr - Angertainment
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Eine gute Wertung und interessant wie immer.
Gute Kritik.

28.01.2016 08:43 Uhr - JasonXtreme
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Da kann man sich nur anschließen - und ich sollte wohl endlich mal die Vorlage lesen :D

28.01.2016 10:23 Uhr - Lordi
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Weiß zufällig jemand welches Label momentan, die Rechte an den Film hat?

28.01.2016 10:51 Uhr - KarateHenker
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28.01.2016 10:23 Uhr schrieb Lordi
Weiß zufällig jemand welches Label momentan, die Rechte an den Film hat?


Paramount.

28.01.2016 10:58 Uhr - Lordi
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Danke für die schnelle Antwort. Kein Wunder dass das mit der Neuprüfung so lange dauert.

28.01.2016 14:25 Uhr - KarateHenker
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28.01.2016 10:58 Uhr schrieb Lordi
Danke für die schnelle Antwort. Kein Wunder dass das mit der Neuprüfung so lange dauert.


Ich sehe für den Film leider auch ziemlich schwarz, weil Paramount praktisch keine Backkatalogtitel mehr veröffentlicht, und wenn dann höchstens sehr bekannte. Vielleicht kommt er ja mal über '84 oder Konsorten...

28.01.2016 15:47 Uhr - Grrrg
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Super Review, allerdings finde ich den Film nicht gar so toll. Er wirkt etwas billig (sicher nicht wie 27 Millionen) und ist absolut schlecht gealtert. Ich bin kein großer Schwarzenegger Fan, aber dieser Film ist wirklich lahm. Eine Schande, was sie aus der Buchvorlage gemacht haben.
Wenn der 8 Punkte wert ist, was sind dann Predator oder Total Recall?

28.01.2016 16:12 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure zahlreichen Rückmeldungen! Freue mich sehr über Euer Feedback!

@Grrrg:
Sicherlich gibt es Schwarzenegger-Filme, die besser gealtert sind, das mag durchaus sein. PREDATOR hab ich 9,5/10 und TOTAL RECALL 10/10 gegeben.

28.01.2016 20:08 Uhr - NoCutsPlease
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Unter Arnies 80er-Äktschn-Streifen ist dies wahrlich einer der B-Movie-haftesten, aber der Unterhaltungswert stimmt einfach mal - so wie auch bei deinen gut geschriebenen Texten immer wieder die Lesefreude stimmt! :-)

28.01.2016 22:07 Uhr - Insanity667
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Sehr treffende Besprechung, auch wenn ich den Streifen geringfügig schwächer finde, so in etwa 6 - 7 Punkte, ganz einfach weil mir der Seitenhieb auf die Unterhaltungsmedien zwar gefallen hat, durch diverse unfreiwillig komische Einlagen aber in seiner Brisanz zu sehr verwässert wurde. Wie auch immer, ich muss mir erst nochmal eine Anabolika einwerfen! :D

29.01.2016 12:38 Uhr - Ismael
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28.01.2016 20:08 Uhr schrieb NoCutsPlease
Unter Arnies 80er-Äktschn-Streifen ist dies wahrlich einer der B-Movie-haftesten, aber der Unterhaltungswert stimmt einfach mal


Also ich schaue immer wieder gerne die guten alten Arnie-Streifen an und ich zähle mich sowieso zu den "härtesten Kerle" ;) darum ein Dankeschön von mir, an Punisher77 für sein Review. :)
B-Movie-Feeling haben auch "Commando" und "Raw Deal", aber wie NCP schreibt, der Unterhaltungswert stimmt einfach mal und nicht wie bei vielen heutigen Blockbustern mit ihrer öden CGI-Effekthascherei. :(

29.01.2016 21:22 Uhr - Punisher77
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Danke, Leute!
Stimmt, "Commando" versprüht auch ordentlich B-Movie-Filme, macht aber gerade deswegen extrem viel Spaß. Für mich (neben "Rambo II", "Die City-Cobra" und "Death Wish III") ein Paradebeispiel für einen Actionfilm von der Sorte, in denen das Schusswaffenarsenal und/oder der Muskelumfang der Hauptdarsteller wichtiger war als alles andere ;-).

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