SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 48,99 € bei gameware Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware

Spectre

Herstellungsland:Großbritannien (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Thriller
Alternativtitel:James Bond 007 - Spectre
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,72 (39 Stimmen) Details
inhalt:
Eine mysteriöse Nachricht aus Bonds Vergangenheit setzt ihn auf die Fährte einer zwielichtigen Organisation, die er aufzudecken versucht. Während M damit beschäftigt ist, politische Mächte zu bekämpfen, um den Secret Service am Leben zu erhalten, kann Bond eine Täuschung nach der anderen ans Licht bringen, um die schreckliche Wahrheit zu enthüllen, die sich hinter SPECTRE verbirgt.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von leichenwurm:

James Bond 007: Spectre

Achtung: Spoilergefahr !!!


Da werden drei  komplette Leinwandauftritte einer Kinoikone genutzt, um die Weichen für ein allumfassendes letztes Kapitel zu stellen, in dem endlich die große Nemesis des Helden und die damit verbundene Geheimorganisation, die im Hintergrund die Fäden allen Übels zu ziehen scheint, enthüllt und im modernen Bond-Universum etabliert werden soll... und dann passiert DAS ! „Spectre“ darf sich meines Erachtens als DIE große Enttäuschung   in diesem Kinojahr betrachten… !

Dabei fängt alles so gut an…

In Mexico lauert unser Superagent auf eigene Faust einer Zielperson auf und schaltet sie in einer spektakulären Pre-Titel Sequenz aus. Anstatt sich von „M“ dafür aber ein dickes Lob ab zu holen, wird 007 vom Dienst suspendiert. Das „Doppel-Null“ Programm steht weiterhin auf dem Prüfstand und ist in den Augen vom Geheimdienstbürokrat Max Denbigh komplett überholt. Er setzt lieber auf allumfassende, multi-mediale Überwachung, was den Einsatz von Außenagenten überflüssig macht. Doch trotz des drohenden Endes des „Doppel-Null“ Programms und seiner Suspendierung folgt Bond einer in Mexico aufgenommenen Spur, die ihn gefährlich nah an eine  geheime Terror-Organisation mit dem Namen „Spectre“  herankommen lässt, an dessen Spitze ein mysteriöses Oberhaupt nur darauf wartet sich endlich James Bond vorstellen zu dürfen…

Eine beeindruckende Pre-Title Sequenz, düstere Vorzeichen, eine mystisch umwehte Organisation, ein unbekannter Gegenspieler der die Strippen zieht, ein Hurrikane wird unserem Superagenten da angedroht, der ihn wie einen Papierdrachen hinwegfegen wird… große Töne werden in der ersten Hälfte von „Spectre“  gespuckt und damit gibt der Film den Zuschauern ein Versprechen, das er leider nicht einhalten kann. Denn anstatt eines unberechenbaren Hurrikans weht unserem Superagenten eher ein laues Lüftchen entgegen.

Es ist schlicht unglaublich was für ein einfallsloses und unspektakuläres Drehbuch die drei (!!!) Autoren John Logan, Neal Purvis und Robert Wade hier für das finale (?) Abenteuer der Craig-Bond-Ära fabriziert haben. Denn „Spectre“ entwickelt sich nach sehr gutem Beginn auffallend schnell  zu einer mäßig überraschenden Agenten-Geschichte, die über die gesamte Laufzeit erschreckend gewöhnlich, vorherseh-/ und austauschbar bleibt. Das große Rätsel um „Spectre“ und die jeweiligen Zusammenhänge der neu etablierten Figuren bzw. Organisationen ist dermaßen schnell durchschaut, dass man als Zuschauer nur negativ verblüfft mit dem Kopf schütteln kann.

Des Weiteren bleibt  „Spectre“ als Gegner-Organisation für das Publikum viel zu theoretisch und wenig greifbar.  Die Ziele dieser finsteren Organisation bleiben stets im Halbdunkeln und sind nie so richtig klar, ihre Methoden werden lediglich in einigen Gesprächen über diverse Bombenattentate oder in kurzen Nachrichten-Einspielern angedeutet. Dadurch geht das so mühsam aufgebaute bedrohliche Flair das diese Geheimorhanisation umgiebt flöten, denn richtig gefährlich oder gar physisch bedrohlich wirkt dieser Verein eigentlich nie. Unserem Superagenten haben sie dann auch kaum etwas entgegen zu setzen. Viel zu leicht wird sich da ins Herz der Finsternis geschlichen und sich wieder aus der Gefahr gemogelt. Das Drehbuch schafft es nur ganz selten unseren Helden auch mal auf eine echte Bedrohung treffen zu lassen. Ja selbst physische Folter (die in einer wirklich fiesen Szene für schrilles Einatmen sorgt) verpufft und hinterlässt keinerlei Spuren bei Bond, obwohl vorher noch vollmundig diverse destruktive Konsequenzen für seine Wahrnehmung angekündigt werden.

Und selbst Bond- Nemesis Blofeld bleibt überraschend blass und viel zu harmlos charakterisiert. Die Verbindungen zwischen ihm und James Bond, die sich im Laufe der Geschichte offenbaren, sind zwar ganz interessant, allerdings fährt auch hier die Vorhersehbarkeit des Skripts dem Film immer wieder in die Seite, so dass diese (von Anfang an offensichtlichen, da viel zu früh im Film angekündigten)  Erkenntnisse nicht die gewünschte Durchschlagskraft entfalten. Einziger Lichtblick ist hier die Tatsache, dass „Spectre“ tatsächlich sämtliche losen Fäden der Vorgängerfilme wieder aufgreift und schlüssig miteinander Verbindet. Wenigstens DAS ist den Autoren gelungen. Christoph Walz tut dabei selbstverständlich das Möglichste um seine Rolle ambivalent und interessant zu spielen, wird dabei aber vom Drehbuch beinahe komplett im Regen stehen gelassen. Sein Blofeld darf keinmal wirklich böse glänzen, sondern verkommt vielmehr zum geschwätzigen Theoretiker.

Wesentlich imposanter fällt da der Auftritt von Dave Batista aus. In klassischer Bond-Manier,  darf er hier einen schweigsamen Handlanger im Kampfmaschienen-Modus vom Stapel lassen und sorgt schon allein durch seine Physis für eine echte Herausforderung für unseren Superagenten. Der Faustkampf zwischen ihm und Bond im Zug, der nur durch dumpfe Schlaggeräusche und das unerbittliche Rattern des Zuges begleitet wird ist dann auch eine der wenigen Szenen, die den Zuschauer mitfiebern lassen.

Ansonsten verschenkt „Spectre“ auch im Bereich der Action viele Möglichkeiten. Der Auftakt in Mexico, in dem unter unglaublich großem Aufwand das Fest zum „Tag der Toten“ nachgestellt wurde und der in einer beeindruckend langen Plansequenz, ohne erkennbaren Schnitt in die Handlung einleitet, gipfelt in einem halsbrecherischen Zweikampf in einem trudelnden Helikopter und lässt das Herz eines jeden Action-Fans höher schlagen. Diese Szene bleibt aber leider ein einsames Action-Highlight. Eine ellenlange Verfolgungsjagd durch Rom ist zwar toll gefilmt, entbehrt aber jeglicher spektakulärer Highlights, Bonds Angriff mit einem Kleinflugzeug auf mehrere Jeeps im verschneiten Österreich kommt auch nicht so recht in die Puschen und der episodenhafte Showdown  tritt immer wieder mit voller Wucht auf die Bremse, strapaziert das geradezu klassisch-schlechte „Wettlauf gegen die Zeit“- Motiv, in dem einfallsloserweise ein Countdown für Spannung sorgen soll,  gleich in doppelter Ausführung über und die finale Konfrontation mit Blofeld ist dermaßen kurz, unspektakulär und einfallslos, dass man als Zuschauer schon erzürnt die Stirn runzeln darf. Wie wenig Regisseur Sam Mendes anscheinend an den Actionmomenten des Films gelegen zu haben scheint, zeigt besonders die Flucht von Bond aus dem Hauptquartier von „Spectre“: ein Szenario, dass sich für eine große Actionszene ganz im Stile der alten Bondklassiker anbietet, verkommt in „Spectre“ lediglich zu einer kurzen Stippvisite, in der sich ruckzuck einer handvoll Gegner entledigt wird und dann eine Gewehrsalve in Richtung Gasleitung ausreicht um die KOMPLETTE BASIS dem Erdboden gleich zu machen…  da darf sich der geneigte Zuschauer schon mal ungläubig die Augen reiben ob des verschenkten Potentials. Ärgerlich…

Formal gibt man sich hier natürlich keine Blöße. „Spectre“ sieht selbstverständlich fantastisch gut aus. Da sitzt jeder Schnitt und jeder Schwenk perfekt. Inhaltlich bleibt der Film aber ein mittelschweres Ärgernis, da kann Regisseur Sam Mendes mit noch so vielen Anspielungen und Zitaten auf die bisherige Bond-Filmographie für Nostalgie sorgen.

Schade ist das natürlich besonders für Daniel Craig, der mittlerweile die Rolle des James Bond beinahe perfekt verinnerlicht hat. Und er ist auch hier wieder eine sichere Bank. Ihm zur Seite stellt man einen vortrefflichen Support-Cast, der aber drehbuchgemäß  ebenfalls kaum Zeit zum Glänzen hat. Die in „Skyfall“ noch aufwändig etablierte Naomi Harris als Eve Moneypenny spielt beinahe überhaupt keine Rolle mehr, Monica Belucci wird atemberaubend schnell verheizt und bleibt für die Entwicklung der Story eigentlich vollkommen bedeutungslos, Ralph Fiennes als „M“ wiederholt im Grunde nur nochmal seinen Auftritt aus „Skyfall“ , Ben Whishaw als "Q"   darf sich einige trocken-witzige Dialoggefechte mit 007 liefern, wirklich glänzen vermag seine Figur in dieser austauschbaren Angelegenheit aber auch nicht, Andrew Scott hat als Geheimdienstbürokrat Max Denbigh geradezu „Schurke“ auf der Stirn stehen und Léa Seydoux liefert als Bond-Girl Madeleine Swann  zwar keine schlechte Vorstellung ab, ihre Figur schwankt jedoch recht unentschlossen zwischen tough und verletzlich hin und her. Über den sträflich vernachlässigten Christoph Walz und den im krassen Gegensatz dazu wirklich sehenswerten Auftritt von „Drax dem Zerstörer“ hab ich mich ja schon etwas weiter oben geäußert…

Als Fazit muss ich also leider schreiben, dass „Spectre“ dem enormen Erwartungsdruck leider nicht standhalten kann. Inhaltlich bleibt der Film unoriginell und vorhersehbar bis ins Mark und die Schauwerte halten sich nach furiosem Beginn unangenehm zurück. Lediglich die inhaltlichen Querverbindungen zu den anderen Bond-Filmen der Craig-Ära bleiben hier im Gedächtnis. Ansonsten herrscht hier biederer Standard, wo eigentlich die Messlatte hätte höher gehängt werden sollen….

Wirklich schade.

5 von 10 Punkten
 

5/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Lake
leichenwurm
8/10
Clowntown
leichenwurm
4/10
die neuesten reviews
Brawl
TheMovieStar
7/10
Nie
Cabal666
7/10
American
Cabal666
7/10
Hatchet
dicker Hund
7/10

Kommentare

11.11.2015 17:22 Uhr - Dimetrodon12
2x
DB-Helfer
User-Level von Dimetrodon12 5
Erfahrungspunkte von Dimetrodon12 432
Ein richtig klasse Review was du hier abgeliefert hast, zu einem Bondfilm, der leider wirklich hinter den Erwartungen (besonders nach "Skyfall") zurückbleibt und das fast ausnahmslos in allen Punkten. Ich persönlich fand den Film immer noch sehr unterhaltsam und würde mich zu 7/10 Punkten hinreißen lassen (ich bin ja aber auch für meine recht offene und großzügige Punktevergabe bekannt).
Dein Review ist aber wie immer wunderbar geschrieben und spricht eigentlich alles an, was einem bei dem Film einfallen kann und arbeitet dabei auch die Stärken des Films klasse raus.
Mal als Frage: Wie hat dir der "Spectre" Titelsong "Writing's on the Wall" gefallen, bzw. fandest du ihn passend zum Opening?

11.11.2015 17:38 Uhr - leichenwurm
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Danke für die Rückmeldung :-) ! Oha... jetzt hast du mich echt erwischt... denn mir gehen die jeweiligen Titelsongs und die dazugehörigen Titelanimationen zu bisher ALLEN Bond-Filmen gehörig auf die Nerven... ich bin immer echt froh wenn der jeweilige Vorspann vorbei ist (auf den gängigen Heimkino Medien überspringe ich diese sogar ;-)) ! Ist erstens überhaupt gar nicht mein Musikgeschmack und dieses ständige "besingen" des jeweiligen Filmtitels regt immer zum fremdschämen an ;-) !

11.11.2015 18:08 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.110
Schön, dass unser Michael neben dem vielen Metzeln mal wieder Zeit zum Schreiben gefunden hat. :-)

Äußerst interessantes Fleißreview zu einem Film, in den wohl so einige große Erwartungen gepackt haben/hatten. Hier muss man zwangsläufig spoilern, um seine Enttäuschung zum Ausdruck zu bringen.
Ich habe ihn bisher noch nicht gesehen und werde ihn mir wohl für's Heimkino aufheben.

11.11.2015 19:55 Uhr - JasonXtreme
2x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Danke für die Worte zu meinen Gedanken nach dem Kino Gang. Ich werte ihn zwar höher, aber für mich schließt Spectre weder die Craig Bonds ab, noch ist die Story brauchbar. Vor allem eben in Hinblick auf Bonds Vergangenheit und Waltz Charakter, der SO da schlicht nicht reinpasst.

11.11.2015 20:19 Uhr - sonyericssohn
3x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 19
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 7.721
Wenn ich mal ehrlich sein darf, könnte wegen mir Bond sterben. Nicht die Person an sich, sondern die Reihe. Für mich ist es so wie Wetten daß...? Es kommt nix neues mehr. Des weiteren is Craig für mich kein Bond wie man ihn kennen darf.

Tolle Kritik !

11.11.2015 21:01 Uhr - leichenwurm
2x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
So... ich hab das Review Grad nochmal etwas editiert und von einigen merkwürdigen Stilblüten und seltsamen Formulierungen befreit...jetzt liest es sich glaub ich etwas flüssiger... ;-) ! Kommafehler hab ich auch nen paar gefunden... ich hoffe ich hab alle erwischt... ;-) !
Danke NoCuts, Jason und Sony für eure Rückmeldungen... ;-) !

11.11.2015 21:52 Uhr - JasonXtreme
3x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
@ Sony
Irgendwie fühlt sich Bond in der Tat einfach nicht mehr an wie der Bond, den man als kiddie kennen und lieben lernte. Die gadgets, die abgehobenen Bösewichte und szenarien.... Das gibt es heute so nicht mehr. Man sehe sich zum Vergleich einfach mal Dr. No an.....

11.11.2015 21:56 Uhr - Major Dutch Schaefer
2x
Gestern auch im Kino gesehen.

Ich würde zwar eher zu ner soliden 6.5 tendieren, aber die von Dir herausgestellten Kritkpunkte sind exakt die gleichen wie bei mir.

Die "Verfolgungsjagd" mit dem Aston und dem Jaguar war ganz schön zahnlos, die Flugzeug-Szene sah im Trailer um einiges mächtiger aus und die Story/ Entwicklung/ Auflösung ist in Teilen quasi identisch zu Captain America Teil 2, den ich - hingegegen vieler anderer Meinungen - auch lediglich als solide empfand.

Den emfpand auch schon als recht voraussehbar.

Ein toller Auftakt und ein cooler Bautista sind hingegen die Lichtblicke in dem Streifen.

11.11.2015 22:14 Uhr - Egill-Skallagrímsson
1x
DB-Helfer
User-Level von Egill-Skallagrímsson 4
Erfahrungspunkte von Egill-Skallagrímsson 227
Servus Leichenwurm,
Da du auf dieser Seite zu den Angemeldeten gehörst, deren Filmebewertungen am deckungsgleichsten mit meinen sind, ist dein Review zum neuen Bond wahrscheinlich ziemlich besorgniserregend für mich. "Wahrscheinlich" weil ich es nicht gelesen habe, da ich keine Spoiler aufnehmen möchte (bin aber sicher, du hast gute Schreibarbeit geleistet) ;-)
Da bin ich heilfroh, dass ich ohnehin nicht vorhatte ins Kino zu gehen. Nach dem missratenen "Quantum Trost" und dem unterdurchschnittlichen "Skyrim" habe ich bei dem Tenor das Gefühl, dass sich hier auch für mich die nächste Bond-Gurke anbannt. Sehr schade :-(

11.11.2015 23:03 Uhr - NICOTERO
5x
User-Level von NICOTERO 1
Erfahrungspunkte von NICOTERO 15
Zweifelsfrei eine Spitzenkritik zum aktuellen Bond...
Allerdings teile ich weder Deine einschätzung der Punkte noch Deine persönliche Ansicht des gesamten Werkes! Aber Deine nachvollziehbare Argumentation spricht zweifellos eine verständliche Sprache die man individuell akzeptieren muss...! Und jeder der eine solche, auch dem Film angemessene Review schreibt, ist für mich bereits -nicht zuletzt wegen Seines Zeitaufwands- ein Gewinner! Respekt....
Ich bin kein wirklich großer Fan der "Sam Mendes" Bond's! Aber im direkten Vergleich zu " Skyfall" empfinde ich "SPECTRE" als wesentlich einprägsamer und im Endeffekt auch besser! Es wird Zeit das Regiezepter einem anderen "Trainer" zu überreichen! Wieder an Martin Campbell.....?

11.11.2015 23:04 Uhr - Frank Drebin
2x
User-Level von Frank Drebin 2
Erfahrungspunkte von Frank Drebin 40
Hallo, Leichenwurm. *wink*

Ich habe "Spectre" letzte Woche am Freitag im Kino gesehen und am Samstag bereits überlegt gehabt, hierzu eine Review zu schreiben, doch fand bislang nicht die Zeit. Nun habe ich deine gelesen und finde mich in dieser so dermaßen krass übereinstimmend wieder, dass ich meine wohl ad acta legen werde. Soll heißen: Super gemacht, ganz großes Dankeschön, dass Du mir quasi aus der Seele sprichst!!!

Ich selbst habe dem Film eine 7 gegeben, denn neben den Negativaspekten, die du aufgezählt hast, sind mir noch andere Punkte aufgefallen, die mir als Fan der Reihe seit meinem 8. Lebensjahr ("Man lebt nur zweimal" war mein Erster) doch nun sauer aufstießen.

ACHTUNG SPOILER!!!!

Ich verstehe nicht, warum man so dermaßen Vieles NEU machen musste. WARUM mussten die Gadgets zu Running Gags der schlechten Sorte verkommen? Dass er einen Wagen zu Schrott fährt, ist normal, doch dieses Mal war ja die Verfolgungsjagd echt zahnlos... war eher n Schmusekurs mit Hinterherfahren und ohne zwingende Not der Fahrer, Gefahren auszuweichen.

Wieso muss man die Bellucci so verheizen? Es hätte doch weitaus mehr Sinn gemacht, diese FRAU doch als "Anhängsel" der Organisation als späte Gehilfin Bonds durchblicken zu lassen, und sie wie bspw. wie bei "Octopussy" supergut mitlaufen zu lassen? Dafür wäre die junge Dame doch eine geile radikale Verteterin ihres Vaters gewesen und hätte doch nen super Gegenpol bilden können. Aber nee....

WALTZ!!!! Für mich kam er rüber wie ein bemühter Hans Landa, der sich nicht klar ist, ob er Boss oder Handlanger mit Persönlichkeitsproblemen ist. Abgesehen davon, dass ich den Showdown in der Wüste so verdammt kurz fand, WARUM muss dann der eigentliche Handlanger plötzlich als Visionär verkauft werden, der sogar ne eigene Kampfszene mit M bekommt? Und wieso zum Donnerdrummel muss dann der BOSS selbst nochmal in einem sehr bemühten zweiten Showdown auftauchen, um Bond im Gebäude gegenüber zu stehen? Der BOSS hat sich doch selbst doch wesentlich eleganter immer Bond zu entledigen versucht... WESHALB 2 Showdowns? Hätte man EINE Sequenz gehabt, hätte man es doch mal so wie immer enden lassen können, nämlich dass B. in letzter Sekunde doch entkommt und verschwindet... DAS hätte Bedrohung bedeutet!

Die Folterszene war schon recht heftig für meine Begriffe, doch hier hat Waltz irgendwie stereotyp in seiner ganzen Tonart geredet und gespielt....

Craig wiederum leidet an Apathie... Wo sind Bonds kernige Sprüche? Wo ist der rote Faden nach der Eingangsszene? Wieso muss plötzlich so viel Nebencast aushelfen und Filmzeit verschwenden, und trotzdem kann Bond es ja doch irgendwie alleine?...


Und zu guter Letzt: Wieso diese ellenlangen schweigenden Sequenzen mit Musik und atmosphärischen Bildern? Sicher ein schönes Stilmittel, doch ich empfand diesen Film als den wortkargsten Bond ever.... und dabei lebte Bond doch irgendwie immer von berühmten Zitaten und unvergessenen Namen wie Goldfinger, Drax oder Beißer....

Warum meine 7?
Alles fand eine Erklärung. es gab einen Abschluss, es gab einen schönen Faustkampf im Zug, es gab kleine Lichtblicke und eine so verdammt heiß machende Anfangssequenz in Mexiko... und schöne kleine Andeutungen an vergangene Filme.

--SPOILER ENDE--

Jedenfalls Vielen Dank für dein tolles Review, dessen Gründlichkeit ich von den Produktionsumständen her nicht so gut hinbekommen hätte, zumal mich langsam auch die Lust daran verließ, je länger dieser Freitag her ist.

Gruß, Frank Drebin
Spezialeinheit. *g*

11.11.2015 23:04 Uhr - Frank Drebin
2x
User-Level von Frank Drebin 2
Erfahrungspunkte von Frank Drebin 40
sorry, Doppelpost

12.11.2015 00:11 Uhr - Major Dutch Schaefer
3x
Um nochmal auf den Bond-Song zurückzukommen.

Auch ich skippe auch gern mal die Titelsongs bzw mach den Ton leiser, weil die mich null ansprechen. Aber der Song von Spectre war ganz ganz schlimm. Der Refrain...uuhhh....schlimmer als die Stimmbänder-Szene in Dawn Of The Dead 2

12.11.2015 09:13 Uhr - leichenwurm
3x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Wow... vielen Dank für das tolle Feedback an alle !!!

@MajorDutch: Jau der Vergleich zum "Winter Soldier" ist mir auch durch den Kopf geschossen, denn dass ist alles wirklich sehr ähnlich. Während im zweiten Teil vom Captain daraus allerdings eine wirklich greifbare Bedrohung gemacht und die ganze Nummer wesentlich fetziger aufgezogen wurde, verpufft dieser Aspekt bei "Spectre" beinahe komplett. Ansonsten ist es natürlich schön zu lesen dass wir (wiedermal) einer Meinung sind... und das sogar im Hinblick auf die Bond-Titelsongs... ;-)) ! Danke ür die Rückmeldung Major !

@Egill-Skallagrimsson: "Skyfall" hat mir eigentlich sehr gut gefallen (und "SkyRIM" hab ich auch sehr gern gespielt ;-)). Allerdings hatte der auch wesentlich mehr zu bieten (Inhaltlich sowieso und die Actionszenen hatten auch wesentlich mehr Wumms). Deswegen ist meine Wertung auch tatsächlich so niedrig, da schwingt ne ganze Menge Enttäuschung mit, da die Voraussetzungen für "Spectre" ja mindestens so gut (durch die Besetzung von Christoph Waltz sogar noch etwas besser) waren wie beim direkten Vorgänger... ! Danke für die Rückmeldung Egill und ich glaube mit Spoilern bruachts du in diesem speziellen Fall gar nicht sooo vorsichtig sein, denn "Spectre" ist von anfang an so durchschaubahr wie nen Fenster ;-)) !

@Nicotero: Vielen Dank auch dir für die Rückmeldung. Jetzt würde mich aber tatsächlich deine Einschätzung zu "Spectre" interessieren (Review deinerseits ? ;-))... ! Und Martin Campbell wär bestimmt nicht die schlechteste Wahl als nächster Regisseur, er hat Bond ja nun schon zweimal in eine neue Ära übergeleitet... ich glaub das schafft er auch nen drittes mal ;-)) !

@FrankDrebin: Mensch, dein Kommentar ist ja schon fast nen Review... ;-)) ! Und es ist natürlich schön zu lesen, dass auch wir einer Meinung sind. Und ich bin ganz ehrlich... ich musste mich zu dem Review auch etwas aufraffen (hatte den Film bereits letzten Sonntag gesehen)... bzw. hatte ich mit dem gedanken gespielt mich erst nach einer zweiten Sichtung (auf BluRay)ans Review zu wagen. Allerdings hat mich der Film dann doch so sehr gewurmt, dass ich mir sicher bin, dass die Enttäuschung nicht an meiner "Tagesform" sondern tatsächlich an der Qualität des Films gelegen hat... !Danke für die Rückmeldung FrankDrebin.

So ich hoffe ich hab niemanden vergessen... ;-) !

12.11.2015 17:48 Uhr - Dr. Jones
2x
Also erst mal meine tiefe Verbeugung für das " Spectre " Review. !

Jedes einzelne Wort deiner Kritik kann ich absolut nachvollziehen . Hab mich nach der Filmvorführung gefragt was für ein Bond war das eigentlich jetzt .
Die Bezeichnung bieder trifft es haargenau . So ging's mir schon streckenweise bei Skyfall . Der Fight mit Bautista im Zug und die Erföffnugssequenz war das einzige Sehenswerte . Wobei ich mich bei der Explosion und dem Einsturz des Gebäudes gefragt habe warum das bei den hiesigen Menschenmassen keiner so richtig mitbekommen hat .
Gut , verziehen .

Dann eine charismatische Frau wie die Belucci nur fürs Bett zu degradieren ...
Hab ich nicht verstanden .
Und Waltz als Bösewicht hat sich als völlig uninteressant entwickelt . Wobei die große Briefing Szene eigentlich eine gute Einführung war . Sonst haben die Koll. oben ja schon alles trefflich gesagt .
Man kann glaub ich festhalten das man mit Sam Mendes aufs falsche Pferd gesetzt hat .

Quantum hingegen war schnörkellos . Der hat sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten . Die Action war auf keinen Fall schlechter.

Casino Royal ist mit D.Craig für mich der Bond Film in allen Belangen . Opening , Schurke , Story , Musik / Komponist und mit Abstand ist Eva Green einer der besten Bondgirls .


PS Selbst die Folter Szenen fand ich im ersten Craig Bond viel viel schlimmer und eher für uns Männer Nachvollziehbarer ;)





12.11.2015 22:18 Uhr - Frank Drebin
2x
User-Level von Frank Drebin 2
Erfahrungspunkte von Frank Drebin 40
@leichenwurm: sehr gern geschehen. Wie gesagt: da ich selbst ein Review geplant hatte und deines dann las, nutzte ich quasi die "Chance zur Faulheit" und schrieb als Kommentar meine (weiterführenden) Gedanken zu Spectre. Witzig find ich ja fast schon, dass du dich auch aufraffen musstest, es zu schreiben. Ich für meinen Teil hatte zu wenig Zeit am WE und da ließ die Energie schnell nach...

Was die BD-Sichtung angeht, bin ich mir momentan nicht mal sicher, ob ich nicht das erste Mal einen Bond-Film als Anschaffung weglasse o.O

@Major Dutch Schaefer: Ja, bei DEM Song dachte ich mir auch, was die sich DABEI gedacht haben!! Die Songs der Craig Bonds fand ich bis dahin sowas von gut, und dann kam der unsägliche Refrain.... brrr

Sogar dem elektronisch angehauchten "Die another Day" von Madonna konnte ich da mehr abgewinnen als dem Sam Smith sein "Geheule"....

Wie gesagt: das Review und die Kommentare hier treffen allesamt meinen Nerv, den Spectre mich gekostet hat *schnief* SCHADE VERDAMMT!

13.11.2015 10:35 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
12.11.2015 17:48 Uhr schrieb Dr. Jones

Quantum hingegen war schnörkellos . Der hat sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten . Die Action war auf keinen Fall schlechter.

Casino Royal ist mit D.Craig für mich der Bond Film in allen Belangen . Opening , Schurke , Story , Musik / Komponist und mit Abstand ist Eva Green einer der besten Bondgirls .

PS Selbst die Folter Szenen fand ich im ersten Craig Bond viel viel schlimmer und eher für uns Männer Nachvollziehbarer ;)


Erstmal vielen dank für die positive Rückmeldung Dr.Jones ;-) ! Und deine Ausführungen zu "Casino Royal" kann ich nur unterschreiben. Für mich ebenfalls einer der Besten Bond-Filme. Und selbst der von vielen geschmähte "Quantum" war in meinen Augen wesentlich unterhaltsamer als "Spectre"... denn bei aller (berechtigter) Kritik war der wenigsten schnörkellos (wie du es ja auch schon geschrieben hast) und rasant inszeniert... bin ich also ebenfalls genau deiner Meinung... ;-) !

@FrankDrebin: Ich bin mir auch noch nicht so ganz 100% sicher ob "Spectre" in die Sammlung wandern wird... höchstens aus "Komplettheits-Gründen"... da ich aber ohnehin nicht im Besitz aller Bond Filme bin und ich es bisher immer so gehandhabt habe, mir nur die Teile zu zulegen die mir auch wirklich gefallen (es gibt da nämlich so einige Bonds die ich nicht so prall finde) ist die Wahrscheinlichkeit eher gering... ;-) !

14.11.2015 22:29 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Puh!

GEILES REVIEW!

Mich nervt die Werbung für diesen Werbefilm ohnehin schon (Autos, Uhren...), aber da gibt es andere, die wissen einfach viel besser als ich, warum dieser Film nur gutes Mittemaß ist, und damit nicht dieser Reihe gerecht wird. Ich kenne nur die alten Filme, nach Golden Eye hatte ich aufgehört...

15.11.2015 06:26 Uhr - leichenwurm
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Vielen dank cecil ;-) ! Jup... der Name Bond ist eben auch eine absolute Geldmaschiene. Aber soweit ich mich erinnern kann gehört das penetrante Product Placement seit den 90ern (also den Brosnan Bonds) einfach mit dazu...passt ja eigentlich auch zu der protzig-überhöhten Welt des Superagenten ;-)) ! "Goldeneye" fand ich übrigens spitze, is mein liebster Bond mit Brosnan... ;-)

15.11.2015 18:21 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.060
Goldeneye ist vielleicht gut -zu lange her- aber die Alten sind mir mehr hängen geblieben, weil sie so abgefahren sind. Und du hast Recht, Bling Bling ist auch einfach Bond. :)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)