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The Strangers

Herstellungsland:USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (114 Stimmen) Details
inhalt:
Nach der Hochzeit eines Freundes wollen sich James und Kristen in die Einsamkeit ihres abgelegenen Sommerhauses zurückziehen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft müssen sie feststellen, dass sie nicht allein sind. Aus der Dunkelheit des Waldes tauchen maskierte Gestalten auf, die gewaltsam versuchen ins Haus einzudringen. Obwohl sie sich nicht erklären, wird schnell klar, dass ihre Absichten tödlich sind...
eine kritik von grrrg:

Kristen (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) haben es sich gemeinsam mit einer Beziehungskrise im Sommerhaus von James´ Eltern gemütlich gemacht, da klopft es an der Tür und die Klopfer führen Böses im Schilde.


Damit ist der gesamte Plot erzählt, mehr ist auch gar nicht nötig für einen zünftigen Home Invasion Thriller. Und dieser hier ist meisterhaft. Ganz ohne derbe Gewalttätigkeiten und (körperliche) Folterungen wird hier mächtig an der Spannungsschraube gedreht. Kamera, Musik und eine Atmosphäre der Hilflosigkeit gehen hier perfekt einher und erzeugen ganz old-school zerfetzte Nerven.

Am Anfang geht es vielleicht noch etwas behäbig los und die Probleme des jungen Paares werden vielleicht etwas ausufernd präsentiert, wobei dadurch allerdings auch sehr schön eine ganz alltägliche Situation, die die meisten nachvollziehen können, etabliert wird. Dies macht die Protagonisten menschlich und sympathisch, keiner ist der Schuldige. Ganz genau wird auch nicht gesagt, was eigentlich das Problem ist, nur durch Andeutungen bekommt man mit, dass der geplante Hochzeitsantrag von James schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt war. Man hat mit beiden bereits ein bisschen Mitleid, bevor der eigentliche Terror beginnt.  Die Kammerspielhaftigkeit des Anfangs wird auch weiterhin durchgezogen. Man hält sich fast ausschließlich im Haus auf, und das Böse lauert draußen und hämmert an die Tür. Es gibt hier überhaupt keine Erklärungen für die Taten der Eindringlinge, kein Warum und das gefällt mir ausgezeichnet und lässt das ganze umso fieser wirken.


Man könnte dem Film vorwerfen, dass er gewisse Standardsituationen des Thriller inklusive Jump-Scares abspielt, aber das tut er sehr, sehr gut. Oder dass die Zwei gelegentlich etwas zu klischeehaft unlogisch handeln und es so zu eben jenen Situationen kommt, aber das sehe ich ihnen nach, da sie durch einen zusätzlichen Schock (der hier nicht verraten wird, allerdings auch nicht besonders überraschend daher kommt), wirklich jenseits von Gut und Böse sind. Ich würde da, glaube ich, auch nicht besonders rational handeln.

Dazu überzeugen die Schauspieler auf ganzer Linie. Ich war nie ein großer Fan von Liv Tyler, aber hier steht ihr die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Von Scott Speedman hatte ich noch nie etwas gehört, und ein kurzer Check ergab, dass ich auch noch nie einen anderen Film mit ihm gesehen habe, aber auch er macht seine Sache gut. Die anderen brauchen nicht so viel zu spielen, da sie Masken tragen.  


Technisch auf hohem Niveau überzeugt die Kamera mit übersichtlichen, unhektischen Bildern und gelegentlichen Fahrten und Tiefenschärfespielereien. Die Musik untermalt die Geschehnisse sehr passend und erzeugt ordentlich Spannung, ohne besonders aufzufallen, aber auch ohne zu nerven, außer wenn sie soll.


Ein rundum überzeugender Thriller mit viel Atmosphäre ohne Kinkerlitzchen.

7/10
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Kommentare

11.12.2015 06:57 Uhr - dicker Hund
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Das Review hat mir sehr gefallen- so gar nicht für die Tonne und das erste zu "The Strangers" auf dieser Seite. Zu Recht gehst Du auf das angeblich "unlogische" Verhalten der Protagonisten ein, das in einigen Kommentaren zu den Schnittberichten zu diesem Film kritisiert wird. Da wird das eigene Normalitätsverständnis für allgemeingültig erklärt, so dass sich der Regisseur daran gefälligst zu messen habe. Ich halte das schon im Ansatz nicht für korrekt. Denn Logik ist Teil der fiktiven Regeln, die jeder Film selbst aufstellt und sich dann (wie hier) daran hält oder eben nicht. "Wie unrealistisch, Tote stehen doch nicht wieder auf und beißen die Lebenden!" höre ich solche schlauen Köpfe im Geiste daherreden, wenn sie einen Zombiefilm kritisieren. Deine Wertung teile ich in etwa.

11.12.2015 07:39 Uhr - NoCutsPlease
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Den Fans von "Underworld" dürfte Scott Speedman ein Begriff sein. Im Cop-Thriller "Dark Blue" mit Kurt Russell hat er auch eine gute Leistung abgelegt.

Das Review trifft das Wesens dieses recht gelungenen Home-Invasion-Thrillers ohne große Umschweife sehr gut auf den Punkt.

Außerdem: Bei gewissen Worten ist das "ß" immer noch existent. Es sei denn, du bist Schweizer - die benutzen das gar nicht.

11.12.2015 10:54 Uhr - Insanity667
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Schönes und treffendes Review zu einem wirklich guten Homeinvasionthriller! :)

Das Teil hat mich beim ersten mal schon schwer beeindruckt, vor allem Liv Tyler zeigt hier, was sie kann. Auf die Frage nach der "Logik" sollen vielleicht mal die ewigen Nörgler antworten, die scheinen sich ja bestens mit solchen Situationen auszukennen, möchte man anhand einiger Kommentare anderenorts zumindest annehmen.

11.12.2015 11:17 Uhr - leichenwurm
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Jau ich fand den auch sehr gelungen. Die Fokussierung auf Suspense fand ich spitze. Und das sich diese im späteren Verlauf in puren Terror verwandelt ebenfalls... ;-) ! Hab den schon länger nicht mehr gesehen, ich glaub der ist mal wieder fällig. Klasse Review Grrrg... schön mal wieder was von dir zu lesen... ;-) !

11.12.2015 14:50 Uhr - Grrrg
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Danke, danke,

Im Duden finde ich Homeinvasionthriller nicht, also keine Ahnung, wie die korrekte Schreibweise lautet, aber das "ß" mag ich eigentlich sehr gerne, warum ich das so weggelassen habe... Zu lange raus, denke ich.

Ich war auch ziemlich verwundert, dass es so viele Kommentare aber kein Review zum Film gab, dass ich mich spontan entschlossen habe, eines zu schreiben, aber gesehen haben ihn wohl einige.

NCP, taugt der "Dark Blue" was? Vorlage von Elmore Leonard klingt ja schon mal gut. Underworld hatte ich tatsächlich gesehen, aber erfolgreich verdrängt.

Und vor einer Woche wurde anscheinend (mal wieder) der zweite Teil der Strangers angekündigt, für Ende nächstes Jahr. Wobei ich ddie Befürchtung habe, dass da alles "erklärt" und viel kaputt gemacht wird. Laut IMDB soll sogar Liv Tyler wieder mit dabei sein


11.12.2015 16:01 Uhr - NoCutsPlease
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Zu "Dark Blue": Es ist nun schon an die zehn Jahre her, dass ich den gesehen habe, aber habe ihn als gut in Erinnerung. Kein Meilenstein, aber gut!
Vom Thema her lernt der "alte Bulle" den Neuling ein (allerdings nicht buddymäßig, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) und Polizeikorrupution sowie die Rassenunruhen von 1992 bilden den Handlungsrahmen. Alles in allem durchaus empfehlenswert sofern man mit der Thematik etwas anfangen kann.

11.12.2015 17:00 Uhr - Grrrg
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11.12.2015 16:01 Uhr schrieb NoCutsPlease
Zu "Dark Blue": Es ist nun schon an die zehn Jahre her, dass ich den gesehen habe, aber habe ihn als gut in Erinnerung. Kein Meilenstein, aber gut!
Vom Thema her lernt der "alte Bulle" den Neuling ein (allerdings nicht buddymäßig, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt) und Polizeikorrupution sowie die Rassenunruhen von 1992 bilden den Handlungsrahmen. Alles in allem durchaus empfehlenswert sofern man mit der Thematik etwas anfangen kann.

Danke, klingt jetzt nicht so ganz meins, und ich hab gerade festgestellt, dass es nicht Elmore Leonard war, sondern James Ellroy, bei dem freudschen Verleser war wohl der Wunsch der Vater des Gedankens.

11.12.2015 17:02 Uhr - Dr. Jones
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In meinen Augen ein wirklich Hammerharter Film mit Nachwirkung .
Man fühlt und leidet förmlich von Anfang an mit den beiden und am dann zum bitteren Ende entgegen die Frage nach dem warum ...

@ NoCutsPlease
" Dark Blue" fand ich auch klasse . Auf jeden Fall ne Glasklare Empfehlung .
Bin ich erst durch die TV Movie Zeitschrift aufmerksam geworden .

12.12.2015 19:21 Uhr - cecil b
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Lässig verfasstes, pointiertes Review!

25.01.2016 14:55 Uhr - JasonXtreme
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Saubere Arbeit :) ich persönlich bevorzuge das "längere Ende" des Films vor dem Kinoende

08.07.2016 12:26 Uhr - naSum
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Klasse Review, das dem Film in allen Belangen gerecht wird und ihn filmisch verstehend bewertet.
Stimme dir in jeder Hinsicht zu.

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