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Universal Soldier: Day of Reckoning

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller, Mystery
Alternativtitel:Universal Soldier: A New Dimension
Universal Soldier 4
Universal Soldier IV: Tag der Abrechnung
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,61 (74 Stimmen) Details
inhalt:
Vermummte Männer setzen John (SCOTT ADKINS) außer Gefecht. Hilflos muss er mit ansehen, wie einer von ihnen seine Maske abnimmt, sich als Luc Deveraux (JEAN-CLAUDE VAN DAMME) zu erkennen gibt und seine Frau und seine Tochter kaltblütig ermordet. Obwohl von schwersten Alpträumen geplagt, schwört der wieder genesene John Rache und macht Jagd auf den vermeintlichen Killer. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf Hinweise auf ein mysteriöses Programm, das sich Universal Soldier nennt. Immer weiter arbeitet er sich an die Killer heran – ahnt aber nicht, er auf eine falsche Fährte gelockt wird: Teil eines größenwahnsinnigen Plans des Abtrünnigen Andrew Scott (DOLPH LUNDGREN), der die Universal Soldiers befreien und mit ihnen die Weltmacht übernehmen will.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                       UNIVERSAL SOLDIER: DAY OF RECKONING

Universal Soldier: Regeneration (2009) muss er auf dem DVD – Markt gutes Geld eingespielt haben (Im Kino brachte der Film weltweit gerade mal ca. 845.000 Dollar ein), denn kurz nach Erscheinen des Films wurde ein weiteres Sequel angekündigt. Da man mit der Arbeit von Regisseur John Hyams zufrieden gewesen war, durfte er auch den nächsten Universal Soldier drehen. Auch Jean – Claude Van Damme und Dolph Lundgren sagten ihre Teilnahme am mittlerweile vierten Universal Soldier – Streifen zu. Neu hinzu kam Scott Adkins (Undisputed 2 & 3, The Tournament), mit dem Van Damme bereits zwei Filme gedreht hatte.

Ursprünglich sollte der Film A New Dimension heißen, doch dann wurde der Titel in das härtere Day Of Reckoning umgewandelt. Außerdem gab das Studio bekannt, dass der Film in 3D erscheinen sollte und einen „Limited Release“ im Kino bekommen sollte.

Hilflos muss John (Scott Adkins) mitansehen, wie seine Frau und seine Tochter von Luc Devereux (Jean – Claude Van Damme) ermordet werden. Er selbst überlebt Devreux´ Angriff nur schwer verletzt und fällt für neun Monate ins Koma. Nach seinem Erwachen kennt der von Trauer zerfressene John nur ein Ziel: Rache am Mörder seiner Familie. Im Zuge seiner Nachforschungen, während derer er sich ständig einen Killer namens Magnus (Andrei Arlovski) vom Leib halten muss, stößt er auf ein geheimes Regierungsprogramm namens „Universal Soldiers“, zu dem auch Devereux gehörte. Er ist ein abtrünniger „Unisol“, der zusammen mit Andrew Scott (Dolph Lundgren) „Universal Soldiers“ auftreibt, die die Regierung abgeschrieben hat. Mit ihnen wollen Devereux und Scott eine neue Weltordnung erschaffen …

Universal Soldier: Day Of Reckoning spaltete Fans und Kritiker in zwei Lager. Die Fans des Originals und des Regeneration – Films zerrissen ihn in der Luft und beklagten, dass er gar nichts mehr mit den Wurzeln der Serie zu tun habe. Andere hingegen lobten die neuen Ideen und die ungewöhnliche, teilweise experimentelle Machart des Films. 

Recht haben beide Lager. Day Of Reckoning hat in der Tat so gut wie gar nichts mehr mit seinen Vorgängern zu tun. Er ignoriert die Ereignisse der anderen drei Filme und sollte am besten als eigenständiges Werk betrachtet werden.

Die wohl größte Überraschung des Films aber ist, dass Jean – Claude Van Damme und Dolph Lundgren, die Aushängeschilder der Serie, erstaunlich wenig Screentime haben. Beide sind zwar den ganzen Film über als Bedrohung im Hintergrund präsent und haben hier und da auch mal (kurze) Auftritte, aber erst im Finale mischen beide richtig mit. Im Grunde spielen Van Damme und Lundgren hier nur Gastrollen.

Unumstrittener Hauptdarsteller des Films ist Scott Adkins, der seine Sache gar nicht mal schlecht macht. Dass ihm in Action – und Kampfszenen kaum jemand etwas vormachen kann, hat Adkins bisher in zahlreichen Filmen bewiesen, aber auch schauspielerisch schlägt er sich recht gut. Die Rolle des von Trauer und Schuldgefühlen geplagten Einzelgängers auf Identitätssuche spielt er sehr solide, auch wenn es vor allem die Actionszenen sind, in denen er besonders überzeugt.

Jean – Claude Van Damme wirkt dagegen etwas blass. Es mag vielleicht seiner Rolle geschuldet sein, aber irgendwie wirkt der Belgier – abgesehen vom Showdown des Films – verdammt müde und schlafwandelt eher durch den Film. Die groteske Schminke, die er während des Showdowns trägt, sorgt ebenfalls für Fragezeichen. Eine etwas bessere Figur macht da Dolph Lundgren, der die „Unisols“ mit Durchhalteparolen bei Laune hält und sich einen denkwürdigen Fight mit Scott Adkins liefert.

Die ungewöhnliche Machart des Films ist nicht ganz unproblematisch. An einigen Stellen arbeitet Regisseur Hyams mit Stroboskop – Effekten, die einfach viel zu stressig und definitiv nichts für Epileptiker sind. Ansonsten ist es dem Regisseur hoch anzurechnen, dass er sich optisch vom Einheitsbrei der B – und C – Actionfilme absetzt und mit Ego – Perspektiven, schönen Kamerafahrten und zum Teil sehr düsteren Bildern für Abwechslung sorgt. Überhaupt sieht Universal Soldier: Day Of Reckoning teurer aus als er war (Budget: 11,5 Millionen Dollar); man merkt ihm an, das er nicht für den DVD – Markt, sondern fürs Kino gemacht wurde.

Auch was die Handlung angeht, geht Day Of Reckoning neue Wege. Der Fokus des Films liegt auf Johns/Scott Adkins´ Suche nach den Mördern seiner Familie und nach seiner eigenen Identität und der Zuschauer tappt genauso im Dunkeln wie er selbst. Das ist streckenweise spannend anzusehen, kann aber über die große Schwäche des Films nicht hinwegtäuschen. So aufregend und spektakulär ist die Handlung des Films wirklich nicht und mit einer Laufzeit von über 100 Minuten ist er zudem viel zu lang geraten. Da beschleicht einen als Zuschauer das Gefühl, das Hyams mit seinen inszenatorischen Highlights darüber hinwegtäuschen will, dass der Plot des Streifens im Grunde äußerst banal und mitunter auch etwas wirr ist. Eine inhaltliche Straffung hätte Day Of Reckoning wirklich gut getan.

Alles richtig gemacht haben Hyams und sein Team bei den Actionszenen. In einem Zeitalter, in dem Actionfilme die Zuschauer durch hektische Schnitte, den inflationären Einfluss der Wackelkamera und Unmengen von schlechtem CGI – Blut stressen, bietet Day Of Reckoning Action, wie man sie sehen will. Obwohl die Kameraführung alles andere als statisch ist, lässt sie zu jeder Zeit erkennen, wer bei einer Verfolgungsjagd gerade hinter wem her ist; auch die Kampfszenen sind spektakulär, für das Auge des Zuschauers aber jederzeit nachvollziehbar. Damit hat Universal Soldier: Day Of Reckoning sogar gegenüber vielen Big Budget – Kinofilmen die Nase vorn. Neben einer temporeichen Autoverfolgungsjagd bietet der Film vor allem knallharte, kompromisslose Kampfszenen von wirklich selten gesehener Brutalität und Rohheit. Wenn Adkins und Arlovski aufeinander losgehen, kann der Zuschauer den Schmerz, den ihre Schläge verursachen, buchstäblich nachempfinden. Und wenn Adkins  einen „Unisol“ nach dem anderen niedermacht, ehe er sich nacheinander mit Lundgren und Van Damme anlegt, dürfte selbst dem härtesten Actionfan die Kinnlade runterklappen. Seine Altersfreigabe trägt der Film jedenfalls völlig zurecht. Erfreulich ist auch, dass nur sehr wenig CGI verwendet wurde und man stattdessen hauptsächlich auf handgemachte Effekte setzte. Warum geht so etwas nicht bei Filmen wie The Expendables, die ein wesentlich höheres Budget haben als Universal Soldier: Day Of Reckoning?

John Hyams´ zweiter Universal Soldier – Streifen ist kein perfekter Film. Er weist einige Schwächen auf und kommt auch nicht an das Original von Roland Emmerich heran. Trotzdem ist er ein mutiger, streckenweise origineller und spektakulärer Actionfilm, der sich positiv von dem abhebt, was sonst so in Deutschland an Actionfilmen auf DVD und Blu Ray erscheint. Man darf gespannt sein, ob es einen weiteren Universal Soldier – Film unter der Regie von John Hyams geben wird.

7-8/10

7/10
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Kommentare

23.12.2015 02:19 Uhr - Präsident Clinton
2x
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Wunderbare, äußerst treffende Kritik zu einem etwas anderen Actionfilm.

Ich weiß auch nach dreimaligem Anschauen immer noch nicht, welche Punktzahl ich vergeben würde. Die Defizite hast Du gut beschrieben, gerade Van Dammes alberne Bemalung sowie die ständigen Flackereien hätte man sich sparen können, jedoch ist die Action so dermaßen bombastisch, das ich eher zu einer 9,5/10 tendieren würde.
Der ganze experimentelle Ansatz gefällt mir eigentlich sehr gut, nur die Umsetzung ist halt nicht immer geglückt...allerdings hat der Film so unglaublich viel denkwürdige und vor allem unfassbar gnadenlose Action zu bieten, ich lege mich jetzt mal auf 9 Punkte fest.
Eigentlich sollte John Hyams das THE RAID-Remake drehen :-).


23.12.2015 08:20 Uhr - JasonXtreme
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Super Rezi! Die Härte des Streifens fand ich wirklich beachtlich, die Machart anfangs sonderbar, aber er funktioniert!
Für mich der APOCALYPSE NOW des Actionkinos, wenn man sich mal die Handlung und das Ende vor Augen hält, und die Ideologie die Deveraux und Scott verfolgen :D

23.12.2015 09:27 Uhr - Melvin-Smiley
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Sachlich, fundiert und sehr gut geschrieben; gefällt mir ! :)

Den vierten Teil, wenn an die beiden mäßigen TV-Produktionen aus Kanada mal kurz ausblendet, finde ich noch eine ganze Ecke besser, als den schon famosen Vorgänger.
Was uns Hyams hier serviert hat schon nichts mehr mit bloßer Action-Unterhaltung zu tun, sondern nimmt weitaus größere Dimensionen an.
Der Film Verknüpft Action-, Thriller- und Drama-Elemente, um diese mit einer gehörigen Portion Psycho-Horror anzureichern und eine Mixtur zu kredenzen, die zunächst abstrus wirkt, aber bei genauerer Betrachtung vielfältige Möglichkeiten der Deutung bietet und auch mit einigen "Aha-Momenten" aufwartet. Dass nebenbei noch ein wenig an künstlerischen/psychedelischen Aspekten herumprobiert wird, finde ich mutig und nach mittlerweile 5 Sichtungen auch absolut gelungen.
Der Film ist ein einziges, tiefgehendes Experiment, auf das man sich einlassen muss, um es zu genießen, da es an "normalen" Sehgewohnheiten vollends vorbeischlittert.
Highlights sind hier natürlich die extremen Action-Einschübe, die nicht nur handgemacht daherkommen, sondern Splatter-Elemente bieten, dass es einem die Kinnlade nach unten sausen lässt. Selten wurde in einem niedrig budgetierten Action-Reißer so dermaßen rücksichtslos die Gewalt-Keule geschwungen, ohne dass dabei auch nur ein Hauch Augenzwinkern zu erkennen ist.
Adkins als Hauptdarsteller ist hier zumindest schauspielerisch in der Rolle seines Lebens; nie hat er besser und glaubwürdiger agiert. Der mann ist mir schon seit Jahren und etlichen Filmen unglaublich sympathisch, aber hier konnte er endlich mal zeigen, was in ihm steckt. Ich hoffe, dass man ihm die Chance gibt, das auszubauen.

Unter'm Strich bleibt Universal "Soldier : Day of Reckoning" für mich das Highlight der ohnehin sehr guten Reihe und übertrifft letztlich sogar Emmerichs hervorragendes Original knapp; hart, düster, kompromisslos und einfach mal anders. Genau das Stück Action-Kino, das ich mir nie erwartet hätte und das ich mir doch immer sehnlichst gewünscht habe.
Das gibt 9,25/10 von meiner Seite aus. :)

23.12.2015 10:10 Uhr - NoCutsPlease
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Und auch hier wieder ein sauberes Review vom Punisher! Vor allem die Schwächen mancher modernerer Actionstreifen bringst du sehr gut auf den Punkt.

Ich persönlich empfinde den Film auch als besser, aber das ist ja alles Geschmackssache.
Die Psychokomponente gefiel mir übrigens sehr gut, denn das ist einfach mal frischer Wind im Genre gewesen.

23.12.2015 10:25 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen!

Sicherlich ist "Day Of Reckoning" ein überdurchschnittlicher Film und um dieses Review zu schreiben, musste ich ihn mir mehr als einmal anschauen. Und auch wenn er mit jeder Sichtung besser wird, ist er mir immer noch etwas zu sperrig.

Kann aber auch sein, dass ich zu sehr an dem Original klebe. "Universal Soldier" war damals der erste richtige Actionfilm, den ich im Kino gesehen habe und ich sehe ihn mir immer wieder gerne an. Und "Day Of Reckoning" ist so komplett anders ... vielleicht hätte mir der Film besser gefallen, wenn man ihn nicht unter dem Label "Universal Soldier", sondern als eigenständiges Werk vermarktet hätte.

23.12.2015 11:59 Uhr - The Darkness
1x
Hätte zwar ein bisschen mehr Action vertragen können, vorallem von Scott Adkins, aber ansonsten ist der Film eine Wucht., und für mich einer der besten Action der letzten 5 Jahre.

23.12.2015 22:06 Uhr - Frank the Tank85
1x
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Wow. Hier hast du ein Brett abgeliefert mein lieber.
Wie schon gesagt kann ich mit Regeneration/ Day of... absolut nix anfangen, aber mit dem Expendablesvergleich triffst du ins schwarze.
Wirklich top.

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