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Melvin-Smiley
Level 2
XP 63
Eintrag: 23.12.2015

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John Q. - Verzweifelte Wut

(Originaltitel: John Q.)
Herstellungsland:USA (2002)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Fabrikarbeiter John Q. Archibald steht kurz vor der Pleite und auch sonst meint es das Schicksal nicht gut mit ihm.
Als bei seinem Sohn ein Herzfehler festgestellt wird, der nur durch eine nicht ganz ungefährliche und gleichzeitig auch teure Operation behoben werden kann, wendet sich John an die Krankenkasse.
Diese weigert sich aber die Kosten zu übernehmen. Nun sieht John nur noch einen Ausweg. Er begibt sich bewaffnet in ein Krankenhaus, nimmt Geiseln um so die Operation mit Gewalt zu erpressen.
Als Polizist Grimes versucht zu vermitteln weiß dieser nicht dass sein Vorgesetzter Scharfschützen vor dem Gebäude postiert !!
eine kritik von melvin-smiley:

Ein verzweifelter Vater nimmt aus einer Kurzschluss-Reaktion heraus Geiseln in einem Krankenhaus, um die Herztransplantation seines todkranken Sohnes zu erpressen. Was wie eine quirlige Mischung aus "Desperate Measures" und "Verhandlungssache" klingt, ist in Wahrheit ein mahnendes, wenn auch recht kitschiges und vorhersehbares Drama von US-Regisseur und Schauspieler Nick Cassavetes, der spätestens mit "Beim Leben meiner Schwester" weltweiten Ruhm erlangt haben dürfte.

Doch auch hier schafft er es, eine Geschichte zu erzählen, die zwar auf den ersten Blick recht simpel anmutet, aber dennoch auf hohem Niveau unterhält. Cassavetes schafft es nicht nur, den Spannungsbogen behutsam aufzubauen und die Charaktere interessant wie facettenreich zu gestaltet ; er schafft es vielmehr, ab dem Höhepunkt, dem tatsächlichen Beginn der Geiselnahme, die Spannung bis zum Finale auf einem konstant hohen Level zu halten. 

Dies allerdings allein ihm als fähigen Regisseur zuzuschreiben, wäre zugegebenermaßen Nonsens, da die Schauspieler, allen voran Denzel Washington als titelgebender John Q. , hier eine famose Leistung liefern. Washington als verzweifelter Vater und Kimberly Elise als Mutter, die das Drama um ihren Mann von außen verfolgen muss, leisten hervorragende Arbeit und schaffen es, den Zuschauer durch ihr Schauspiel zu berühren. 
Dem gegenüber stehen eine eiskalt agierende Anne Heche als Klinik-Leiterin, sowie ein gewohnt lässig-schmieriger James Woods, der den Chef-Chirurgen mit Hingabe verkörpert ; zwei Figuren-Paare, deren Interessen opponenter kaum sein könnten, was im Verlaufe der Handlung zwangläufig zur Eskalation führen muss. 
Die diversen Nebencharaktere, die mit Ray Liotta, Ethan Suplee, oder Eddie Griffin ebenfalls größtenteils prominent besetzt und relativ gut in die Handlung eingeführt, wenn auch nicht ausführlich charakterisiert werden, runden das Darstellerkino hier noch einmal zusätzlich ab.

Der Film kann sich zudem damit rühmen, dass er nicht bloß konstatiert, sondern gleichsam kritisiert, indem er reichlich Schelte gegenüber dem US-amerikanischen Gesundheitssystem und seinen Lücken zulässt und die gesamte Story auf einer unzureichenden Versorgung vieler US-Bürger durch jenes System fußen lässt ; quasi die unterschwellige Rache eines verzweifelten Mannes aus der Arbeiterklasse an dem System, welches ihn in die Enge treibt.
Ob der Film daher als Mahnmal oder ernsthaft erhobener Zeigerfinger gesehen werden kann, ist dennoch fraglich, da das Gezeigte zu realitätsfern und sauber daherkommt. 
Vielmehr läuft der komplette Film auf ein fast schon versöhnliches Ende für alle Beteiligten hinaus, was den tragischen Aspekt schmälert und die Kritik ein wenig in den Hintergrund rücken lässt. Daran ändern auch die kurz vor dem Abspann eingeblendeten Interview-Ausschnitte, in denen sich diverse Hollywood-Stars kritisch gegenüber dem US-Gesundheitssystem äußern.

Die unterschwellige Medienkritik fällt darüber hinaus schon fast nicht mehr in's Gewicht ; dieser Aspekt wurde zwar durch die reißerische wie skrupellose Berichterstattung vor dem als Schauplatz dienenden Klinikum angerissen, aber leider kaum konsequent weiterverfolgt, was durchaus schade ist, da Washington durch eben diese Berichterstattung zum Helden innerhalb der Bevölkerung stilisiert wird.

Dennoch, "John Q." ist mehr, als bloßes Melodrama-Geplänkel, da hier aufgrund der rasanten Inszenierung schon fast Thriller-artige Züge zu entdecken sind, die allerdings die tragische Komponente nie zu übertünchen drohen, sondern sie vielmehr unterstützen und den Film als Gesamtkonstrukt abrunden.

Nick Cassavetes ist hier ein wirklich gutes, spannendes und vor allem hervorragend besetztes Drama gelungen, welches allerdings seinem eigentlich anvisierten Charakter als anprangerndes Werk nur bedingt gerecht wird ; zu vorhersehbar und glatt ist doch das Grundkonzept der Story. Dennoch ein ernstzunehmendes Werk, welches diskutiert werden will und auch sollte, zumal das Gesundheitssystem in den USA noch heute für Zündstoff in den Medien sorgt ; unbedingt sehenswert !

(7,25/10)

7/10
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Kommentare

23.12.2015 10:00 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.050
Und wieder ein interessanter Tipp!
MMn ist dies eine angemessene Vorgehensweise möglichen Subtext anzudeuten, aber diesen nicht zur Kaffeesatzleserei werden zu lassen.

Der Denzel geht eigentlich immer und das Vergleichswerk "Desperate Measures" fand ich auch auf einem guten Gesamtniveau.

Vielleicht solltest du deinen Output noch etwas langsamer takten, denn wenn du jeden Tag eine neue Kritik rausbringst, kommen viele Leser nicht dazu sich auf jeden Text einzulassen, sprich: So bleibt einiges ungelesen.

Eine Frage noch zur Wertung: Wie funktioniert denn deine Gewichtung, wenn du sogar in 0,25er-Intervallen Punkte vergibst?

23.12.2015 13:51 Uhr - Melvin-Smiley
2x
User-Level von Melvin-Smiley 2
Erfahrungspunkte von Melvin-Smiley 63
23.12.2015 10:00 Uhr schrieb NoCutsPlease
Und wieder ein interessanter Tipp!
MMn ist dies eine angemessene Vorgehensweise möglichen Subtext anzudeuten, aber diesen nicht zur Kaffeesatzleserei werden zu lassen.

Der Denzel geht eigentlich immer und das Vergleichswerk "Desperate Measures" fand ich auch auf einem guten Gesamtniveau.

Vielleicht solltest du deinen Output noch etwas langsamer takten, denn wenn du jeden Tag eine neue Kritik rausbringst, kommen viele Leser nicht dazu sich auf jeden Text einzulassen, sprich: So bleibt einiges ungelesen.

Eine Frage noch zur Wertung: Wie funktioniert denn deine Gewichtung, wenn du sogar in 0,25er-Intervallen Punkte vergibst?


Danke für Dein Feedback ! :)

Denzel Washington schaue ich eigentlich auch immer gern und auch gern in unterschiedlich angelegten Rollen. Richtig stark fand ich ihn zuletzt im "Equalizer", zumal er mir in Fuquas "Training Day" auch schon als zwielichtiger und nicht wirklich heldenhafter Charakter sehr gut gefallen hat. Ganz davon ab, dass mir bisher jeder Film von Antoine Fuqua überaus gut gefallen hat und er mit Washington einen famosen Hauptdarsteller gefunden hat, dem man sowohl gute, als auch weniger gute Charaktere glaubhaft abnimmt.

"Desperate Measures" gefällt mir wegen dem genialen Charakter-Duell zwischen Garcia und Keaton noch eine ganze Ecke besser, zumal er der konsequentere Vertreter ist. Auch, wenn die Konsequenz eher zulasten der inhaltlichen Tiefgründigkeit; was ich aber generell auch gar nicht schlimm finde, solang das Endprodukt, auf welcher Ebene auch immer, zu unterhalten weiß.

Was die Taktung angeht, habe ich mir dahingehend eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht, aber es hat schon Hand und Fuß, wenn Du sagst, dass das im Moment alles ein wenig arg flott voran geht. Wenn ich so darüber nachdenke, dann sollte ich da wirklich mal auf die Bremse treten, zumal die Weihnachtstage auch quasi dazu einladen. Danke jedenfalls für den Hinweis. :)

Und was die Wertung angeht, bin ich sehr eigen. Ich habe lange Zeit mit den einzelnen Punkten von 01-10 gearbeitet (0 habe ich, soweit ich weiß noch nie vergeben und wenn, dann wohl eher für Pseudo-Mondos wie "Faces of Gore" und Konsorten ...), komme damit aber nicht mehr wirklich zurecht.
Mit der Aufteilung der einzelnen Punkte in Viertel kann ich, auch, wenn es manchmal schwierig ist, genauer arbeiten und auch besser Vergleiche zu anderen Werken ziehen.
Es gibt Filme, die würde ich beispielsweise beide auf der normalen Skala mit 08/10 bewerten, ohne den Vergleich zu ziehen und jeweils einzeln betrachtet. Im genauen Vergleich ziehe ich aber oft einen dem anderen vor, ohne diesen damit gleichzeitig abwerten zu wollen.
Diese 0,25-Intervalle haben sich für mich persönlich als nützlich erwiesen, aber ich verstehe auch jeden, der in 1er-Schritten wertet. :)

23.12.2015 14:10 Uhr - JasonXtreme
2x
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.531
Gut geschrieben, dem schließe ich mich mal an, auch wenn ich Desperate Mesures völlig anders in Erinnerung habe, und lediglich den gleichen Handlungsort zuschreibe. War eine Paraderolle für Denzel, und trotz allen Kitsches mag ich den Streifen echt gerne.

16.05.2018 00:34 Uhr - Höpeldöpel
Affen film

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