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Margos Spuren

Originaltitel: Paper Towns

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Liebe/Romantik, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die geheimnisvolle Margo (Cara Delevingne) ist für Quentin (Nat Wolff) das begehrenswerteste Mädchen an seiner Schule. Für eine Nacht wird Quentins Traum wahr und die beiden ziehen um die Häuser. Am nächsten Tag ist Margo verschwunden – aber nicht ohne versteckte Hinweise zu hinterlassen. Die Suche nach ihr entwickelt sich für Quentin und seine Freunde zu einem aufregenden und spannenden Abenteuer, das sie quer durch die USA führt. Bei dem Versuch, Margo und ihr Universum zu verstehen, wachsen alle Beteiligten schnell über sich hinaus, und genau darin scheint die Lösung zu liegen. (20th Century Fox)

eine kritik von martyrs666:

Es ist oft lohnenswert, über den Tellerrand zu schauen. Grade im Bezug auf Filme erlebt man auf diese Weise immer wieder äußerst positive Überraschungen. Und aus diesem Grund versuche ich in schöner Regelmäßigkeit aus den Genreschranken des Horrorfilms auszubrechen und mich (zumindest scheinbar) völlig konträren Filmen zuzuwenden. In diesem Fall kam noch erschwerend hinzu, dass ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter, zu dem der gleiche Autor, John Green, die Vorlage lieferte wie zu Margos Spuren, sehr mochte. Deshalb war ich gespannt, ob mich der "Nachfolger" genauso sehr beeindrucken würde, obwohl die beiden Filme bis auf die Tatsache, dass die zugehörigen Bücher von der selben Person geschrieben wurden, natürlich inhaltlich nichts gemeinsam haben. Aber immer der Reihe nach...

Die Story ist schnell zusammengefasst:  

Quentin, genannt Q, ist ein Teenager mit einem festen Lebensplan. Ein guter Schulabschluss, Medizin-Studium, Familie, Kinder. Alles ist für ihn schon festgelegt. Margo Roth Spiegelman ist das genaue Gegenteil. Sie führt ein unberechenbares, aber auch abenteuerliches Leben. Und Q ist seit seiner Kindheit in sie verliebt. Nachdem die beiden als Kinder gut befreundet waren, haben sie sich in den letzten Jahren soweit auseinandergelebt, dass sie kaum mehr miteinander sprechen. Bis Margo eines Abends bei ihm ans Fenster klopft und ihn auf eine Rachetour an ihrem Ex-Freund mitnimmt. Die beiden kommen sich wieder näher, doch am nächsten Morgen erscheint Margo nicht in der Schule und bleibt auch die folgenden Tage verschwunden. Aber Q findet Hinweise und ist sich sicher, dass Margo diese Hinweise hinterlassen hat, damit er sie ausfindig machen kann. Zusammen mit seinen besten Freunden Radar und Ben macht er sich auf die Suche, die zum grössten Abenteuer ihres bisherigen Lebens wird...

Schon die Story hat mich sehr angesprochen, birgt sie doch neben den üblichen, aber hier gut dargestellten Teenagersorgen und -nöten ein Mysterium, dass der Geschichte des Films eine ganz besondere Faszination verleiht, denn die fast schon detektivische Suche nach seiner vermeintlich grossen Liebe ist für Q so vertrackt wie für den Zuschauer spannend. Hilfreich ist hier auch, dass die Liebesgeschichte nie über die Maße ausgebreitet wird, im Gegenteil, sie findet über weite Strecken eher im Hintergrund statt. Dennoch kann der geneigte Zuschauer die Gefühle, die Q für Margo entwickelt hat, gut nachvollziehen, denn ihre Figur ist geheimnisvoll, verwegen, ein wenig verrucht, aber auch immer wieder sehr verletzlich und einfach menschlich. Dazu trägt meiner Ansicht nach vor allem die grandiose Darstellung von Cara Delevingne bei, die es schafft, Margo mit all den genannten Attributen scheinbar mühelos auszustatten und dabei noch absolut real zu wirken. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass dies die erste Hauptrolle des 23-jährigen Models aus London ist. Hier kann man in der Zukunft durchaus noch einiges erwarten. Aber auch ihr männlicher Gegenpart Q, dargestellt von Nat Wolff, der schon in Das Schicksal ist ein mieser Verräter eine grössere Rolle spielte, überzeugt. Er ist sympathisch, oft schüchtern, aber in den richtigen Momenten mutig. Er ist die Verkörperung des netten Jungen von nebenan, den man einfach mögen muss, der aber noch andere Seiten in sich entdeckt, auch wenn er anfangs Angst hat, diese auszuleben. Wolffs Darstellung ist absolut tadellos. Gleiches gilt für das restliche Ensemble, das durch die Bank aus talentierten Jungschauspielern besteht, deren Leistungen sich allesamt sehen lassen können. Besonders zu erwähnen wäre noch Ansel Elgort, bekannt aus Die Bestimmung - Divergent und Insurgent sowie als männliche Hauptrolle in Das Schicksal ist ein mieser Verräter, der hier in einer Mini-Rolle als prolliger Tankstellenverkäufer herrlich konträr zu seinen bisherigen Rollen bestetzt ist.

Margos Spuren ist einfach nur ein herrliches Coming-of-Age-Movie, das mit viel Fantasie und Herz zeigt, wie wichtig es ist, einfach mal zu leben und gleichzeitig sich selbst zu erkennen oder besser kennenzulernen. Die Figuren machen alle eine Entwicklung durch und sind am (überraschenden und glücklicherweise nicht allzu aufgesetzten, aber irgendwie schönen) Ende des Films nicht mehr die, die sie am Anfang waren. Und wir als Zuschauer? Nun, ich würde nicht soweit gehen, dass Margos Spuren mich verändert hat, aber er hat mir 100 wunderbare Minuten beschehrt, und wird dies wohl auch noch einige weitere Male in meinem Leben tun. Und das ist doch alles, was man von einem Film erwarten kann, oder?

 

9/10
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Kommentare

01.01.2016 23:00 Uhr - NoCutsPlease
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Interessante Rezension und eine wahrlich unerwartete Titelauswahl vom Teufelszahlen-Peiniger.

02.01.2016 00:07 Uhr - Martyrs666
1x
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User-Level von Martyrs666 5
Erfahrungspunkte von Martyrs666 369
Tja, man muss manchmal auch Filmen ne Chance geben, von denen man nicht viel erwartet! Da kommt der innere Softie raus, der normalerweise unter einem Berg aus Leichenteilen begraben ist! 😉

02.01.2016 11:41 Uhr - Insanity667
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User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.819
Schönes Ding, keine Frage! ;)

03.01.2016 03:47 Uhr - Präsident Clinton
1x
User-Level von Präsident Clinton 2
Erfahrungspunkte von Präsident Clinton 36
Sehr schönes Review zu einem bestimmt tollen Film.
Und bei Martyrs Kommentar konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen :-).
Die Einleitung könnte übrigens treffender kaum sein.

04.01.2016 15:40 Uhr - Martyrs666
1x
DB-Helfer
User-Level von Martyrs666 5
Erfahrungspunkte von Martyrs666 369
03.01.2016 03:47 Uhr schrieb Präsident Clinton
Sehr schönes Review zu einem bestimmt tollen Film.
Und bei Martyrs Kommentar konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen :-).
Die Einleitung könnte übrigens treffender kaum sein.

Vielen Dank! 😀

04.01.2016 16:06 Uhr - cecil b
2x
Moderator
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Erfahrungspunkte von cecil b 7.504
Tolle Review! Wunderbar verfasst!

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