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Melvin-Smiley
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Eintrag: 03.01.2016

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Phoenix - Blutige Stadt

(Originaltitel: Phoenix)
Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,50 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Harry Collins (Ray Liotta) ist ein ehemaliger Phoenix/Arizona Polizeidetektiv, der über so viele Laster wie Tugenden verfügt. Trotz allem lebt Harry nach seinen eigenen Gesetzen und seiner eigenen Moral, die alles nur kompliziert, wenn er seinem regelmäßigen Glücksspiel nachgeht und dabei alles außer Kontrolle gerät.
Die Situation spitzt sich zu, als Harry ehemalige Kameraden-Cops dazu anstiftet, Mike Henshaw (Anthony La Paglia), James Nutter (Daniel Baldwin) und Fred Shuster (Jeremy Piven) den Clubbesitzer Louie (Giancarlo Esposito) auszunehmen, um seinen Buchmacher auszahlen zu können. Harrys letzte Chance zur Rettung seiner selbst ist die Freundschaft zu der resoluten Barbesitzerin Leila (Anjelica Huston), aber auch diese Freundschaft ist in Gefahr, nachdem er nach dem ganz großen Spiel trachtet, das ihm ermöglichen soll, seiner schäbigen Vergangenheit zu entfliehen.
eine kritik von melvin-smiley:

Spätestens seit Martin Scorseses Meisterwerk "Goodfellas" ist ja bekannt, dass Ray Liotta ein hervorragender Schauspieler ist. 
Warum der gute Mann allerdings größtenteils ein Dasein im B-Movie-Sektor fristen muss und sich mit meist mittelprächtigen, wie kostengünstigen Produktionen herumschlagen darf, die ihm kaum Raum zur Entfaltung seines Potentials bieten, ist allerdings eine Frage, die sich der findige Filmfreund durchaus stellen kann und sollte. 

Eine dieser eher unbekannten Produktionen ist auch das 1998 heimlich, still und leise erschienene Cop-Drama "Phoenix – Blutige Stadt", welches es Herrn Liotta gleichtut und ein ähnliches Schattendasein fristen muss, obwohl der Film wohl zu den besten und unbedingt sehenswertesten Beiträgen des Cop-Thrillers gehört. Lässt man die stiefmütterliche Behandlung dieser kleinen Perle für einen Moment außer Acht, so bietet sich dem Zuschauer schon bei Betrachtung des Casts eine famose Zusammenstellung namenhafter, wie fähiger Darsteller aus der oberen Hollywood-Mittelklasse. 

Und bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass wir es hier mit einem Prachtexemplar von einem düsteren und pessimistischen Thriller zu tun haben, welches vor Energie nur so strotzt und in bester Film-Noir-Manier unweigerlich auf eine finale Katastrophe zusteuert. 
Die Geschichte um Korruption, Verrat und Mord innerhalb polizeiinterner Kreise ist zwar alles andere als innovativ und wartet mit nur wenigen wirklichen Überraschungen auf, aber die Umsetzung des Stoffes ist meisterhaft in Szene gesetzt und der Film fesselt von der ersten Minute an, indem bei aller Düsternis noch ein permanenter Galgenhumor mitschwingt.

"Phoenix" ist hervorragendes Darstellerkino und verlässt sich nicht auf eine ausgefeilte Story, sondern vordergründig auf seine Akteure, die alle zusammen perfekt harmonieren, was besonders auf das im Fokus des geschehens stehende Polizisten-Quartett zutrifft, welches hervorragend von Liotta koordiniert und geleitet wird. 
Sein grundehrlicher, aber auch heruntergekommener und in der Bredouille steckender Charakter ruft durchgängig eine Ambivalenz an Gefühlen beim Betrachter hervor und man kann sich nicht entscheiden, ob man den Mann bewundern, oder bedauern soll. Klar ist nur, dass es für ihn kein Entrinnen aus der sich ständig fortbewegenden Abwärtsspirale geben wird und dass sein Glück ihn über kurz oder lang komplett verlassen wird.
Glück ist gleichsam eines der Hauptmotive des Filmes und die Jagd danach zieht sich, genau wie der Aberglaube, durch den kompletten Film, was immer wieder zu skurrilen und komischen Situationen/Dialogen führt und den Zuschauer nur zusätzlich bei bester Laune hält. 

Optisch kommt der Film, konträr zum dreckig-schmuddeligen Setting, sehr hochwertig daher und neben Regie, Schnitt und Kameraführung weiß auch der dezente und niemals aufdringliche Score zu gefallen. Qualitativ hat man es hier jedenfalls mit einem ausgereiften Produkt zu tun, auch, wenn es an aufregenden/spektakulären Schauplätzen mangelt. 
Die Action ist in dieser Mischung aus Drama, Thriller und Film-Noir eher nebensächlich und beschränkt sich auf einige wenige Scharmützel, bei denen effektvoll Leben durch Schusswaffengebrauch beendet werden ; alles sehr sauber und gekonnt inszeniert, doch der Fokus liegt eindeutig auf der Story und dem desaströsen Zusammenspiel der Charaktere. 

Gewalt bietet der Film trotz mangelnder Action dennoch reichlich, da am laufenden Meter bedroht, beschimpft, geschlagen oder eben auch mal geschossen wird, sodass man definitiv eine gewisse Kaltblütigkeit in Verbindung mit Geringschätzung menschlichen Lebens attestieren muss, was sich allerdings hervorragend dem düsteren Tenor des Filmes anpasst.

"Phoenix - Blutige Stadt" ist kein großer und schon gar kein bekannter Film, aber hiervon sollte man sich nicht abschrecken lassen, da man ansonsten einen sehenswerten Beitrag des pessimistischen Thrillers-Kinos verpassen würde. Es braucht keine Hollywood-A-Klasse, um hervorragendes Entertainment abzuliefern ; es braucht lediglich gute Darsteller und eine fesselnde Inszenierung. Eine glasklare, bittersüße Empfehlung !

(8,75/10)

9/10
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Kommentare

03.01.2016 22:37 Uhr - deNiro
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Tolles Review.

Obwohl es Regisseur Danny Cannon durchaus verdient hätte in einem kleinen Nebensatz Erwähnung zu finden;)

Übrigens ist der Film tatsächlich ein kleines Juwel, erinnert mich, mit seinem durchaus tragischen Helden, an den gleichgeartet "Romeo is bleeding". Irgendwie Schade das Liotta nie wieder an diese Art von Qualität anknüpfen konnte.

03.01.2016 23:31 Uhr - Präsident Clinton
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Der Cannondanny hat immerhin YOUNG AMERICANS gemacht. Den habe ich zwar noch auf VHS gesehen, fand ihn aber großartig.
PHOENIX ist in der Tat ziemlich klasse. Wie immer unterhaltsam & treffsicher geschrieben, da liest man gern mit.
Und gerade in GOODFELLAS hat Liotta eine umwerfende Jahrhundertperformance hingelegt...schade um seine spätere "Karriere".
Kann da Tarantino nicht mal eingreifen ;-)...?

04.01.2016 00:16 Uhr - KarateHenker
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Trotz wiederholter, teils überschwänglicher Lobeshymnen aus dem Freundskreis nie gesehen; Deine motivierende Kritik war jetzt der Anlass, endlich mal die DVD zu ordern und diese Bildungslücke hoffentlich schnellstmöglich zu schließen. Danke! ;-)

04.01.2016 09:18 Uhr - JasonXtreme
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nie gesehen, scheint nachgeholt werden zu müssen! Danke für den super Tipp

04.01.2016 09:25 Uhr - Melvin-Smiley
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Danke für die Blumen ! :)

Stimmt, Danny Cannon hätte ich erwähnen können und vllt. auch sollen, aber da ich aus seinem Output bisher nur den vergurkten "Judge Dredd" und seine spaßig-verhunzte Slasher Fortsetzung "I still know what you did last summer" kenne, wollte ich das von einem Kaliber wie "Phoenix" eher trennen. Auch, wenn man so gut hätte Kontraste setzen können. Sei's drum; zumindest habe ich jetzt (mal wieder) "The Young Americans" im Visier und werde da in nächster Zeit mal versuchen, fündig zu werden. Der reizt mich nämlich schon seit Jahren ungemein. :)

Und was Liotta angeht, so tut es mir wirklich leid, einen großen Schauspieler so vor die filmischen Hunde gehen zu sehen. Er spielt zwar immer wieder in überdurchschnittlich guten Produktionen (z.B. "Sin City 2", "The Place beyond the Pines", oder "Stretch") mit und kann dort auch meist Akzente setzen, aber auf jeden guten Film folgen dann auch ein paar Gurken, wie z.B. einige der Boll'schen "Meisterwerke".
Schade drum.

@KarateHenker

Filmisch wirst Du mit Sicherheit nicht enttäuscht werden. Aber qualitativ sind alle DvD-Veröffentlichungen hierzulande schlichtweg grauenhaft.
Ich weiß nicht, ob es sich lohnt in's Ausland zu schielen bzw. ob's dort endlich irgendwo eine mäßig gute Version zu kaufen gibt, aber sobald eine einigermaßen brauchbare Blu-ray zu haben ist, wird die dt. EuroVideo-Scheibe ausgetauscht.
Trotzdem viel Spaß mit dem Film ! ;) :)

04.01.2016 13:41 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr gutes Review!

Der Film war mir bis dato unbekannt, aber Ray Liotta lohnt sich und diese 90er-Thriller, die nicht ganz A-Movie, aber auch keine wirkliche B-Ware sind, machen doch immer wieder Spaß. "Flucht aus Absolom" ist z.B. auch sehr gelungen und fällt mir beim Namen Liotta stets als erstes ein.

Die britische DVD von "Phoenix" gibt es fast geschenkt, allerdings soll auch diese eine unbefriedigende Qualität haben.

04.01.2016 14:04 Uhr - JasonXtreme
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:D ABSOLOM fällt mir bei Ray irgendwie nie ein, weil der so absolut atypisch in seiner vita ist - und dabei fiel er mir in eben dem als erstes wirklich auf

04.01.2016 16:58 Uhr - KarateHenker
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Filmisch wirst Du mit Sicherheit nicht enttäuscht werden. Aber qualitativ sind alle DvD-Veröffentlichungen hierzulande schlichtweg grauenhaft.


Im Ausland wohl leider auch; die dt. DVD hat immerhin Widescreen-Format, wenn auch nur letterboxed. Da muss ich jetzt halt durch... ;-)

05.01.2016 10:24 Uhr - Melvin-Smiley
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04.01.2016 13:41 Uhr schrieb NoCutsPlease
Sehr gutes Review!

Der Film war mir bis dato unbekannt, aber Ray Liotta lohnt sich und diese 90er-Thriller, die nicht ganz A-Movie, aber auch keine wirkliche B-Ware sind, machen doch immer wieder Spaß. "Flucht aus Absolom" ist z.B. auch sehr gelungen und fällt mir beim Namen Liotta stets als erstes ein.

Die britische DVD von "Phoenix" gibt es fast geschenkt, allerdings soll auch diese eine unbefriedigende Qualität haben.


Merci ! :)

Leider ist der Film auch bis dato recht unbekannt, was eigentlich eine Schande ist, da es sich um ein kleines Thriller-Juwel handelt. Gesehen haben sollte man ihn definitiv; viel falsch machen kann man hier wirklich nicht.
Die britische DvD kenne ich nicht, aber dafür das Label und da kann ich mir denken, wie das Endergebnis aussieht. ;) Die US-DvD scheint auch nicht anamorph zu sein die dt. DvD ist es ebenfalls nicht, was den Genuss schon trübt.
Eine technisch gut umgesetzte Blu-ray wäre mehr als wünschenswert.

04.01.2016 14:04 Uhr schrieb JasonXtreme
:D ABSOLOM fällt mir bei Ray irgendwie nie ein, weil der so absolut atypisch in seiner vita ist - und dabei fiel er mir in eben dem als erstes wirklich auf


"Flucht aus Absolom" ist wirklich ein starker Streifen, aber irgendwie passt Liotta für mich nicht in diese Rolle; da wäre mir ein Christopher Lambert, oder Eric Roberts lieber gewesen. Trotzdem maccht der Film gewaltig Spaß ! :)

04.01.2016 16:58 Uhr schrieb KarateHenker
Filmisch wirst Du mit Sicherheit nicht enttäuscht werden. Aber qualitativ sind alle DvD-Veröffentlichungen hierzulande schlichtweg grauenhaft.


Im Ausland wohl leider auch; die dt. DVD hat immerhin Widescreen-Format, wenn auch nur letterboxed. Da muss ich jetzt halt durch... ;-)


Wirst es überleben. ;) Zum Glück ist die Scheibe auch recht günstig zu haben und kann technisch mehr, als ihr(e) Low Budget-Vorgänger.

06.01.2016 17:15 Uhr - Inferis
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Wirklich, wirklich guter Film, Danke das du mich wieder an diese Perle erinnert hast. Und ein sehr gutes Review! :)

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