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Star Wars: Das Erwachen der Macht

(Originaltitel: Star Wars: The Force Awakens)
Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy,
Science-Fiction
Alternativtitel:Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht
Star Wars: Episode VII - The Force Awakens
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (88 Stimmen) Details
inhalt:
30 Jahre nach dem Tod Darth Vaders ist sein Sohn Luke Skywalker verschwunden. Der Widerstand, unter der Führung von Leia Organa versucht verzweifelt den letzten Jedi-Ritter zu finden. Doch nicht nur die ehemaligen Rebellen versuchen Luke zu finden, sondern auch der mysteriöse Kylo Ren und die erste Ordnung sind hinter ihm her. Währendessen trifft die Schrotthändlerin Rey auf Jakuu den Astromechdroiden BB-8. Das Abenteuer beginnt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von s.k.:

Eines muss man J.J. Abrams lassen: Er hat ein Händchen für SciFi-Stoffe und vermag diese nicht nur spektakulär in Szene zu setzen, sondern diese auch mit wunderbar ausgearbeiteten Charakteren zu füllen. Dass er in einer recht kurzen Zeitspanne für zwei so gegensätzliche und populäre Weltraum-Franchises  - "STAR TREK" (= ST) und "STAR WARS" (= SW) - verpflichtet wurde, das erlebt nicht jeder Hollywood-Filmemacher. Doch er kann es halt. Was soll man sonst dazu großartig sagen?

Erst katapultierte er die fast vergessene U.S.S. Enterprise und ihre Crew der TOS-Ära zurück ins Kino (und ins Gedächtnis alter Kenner und Fans), das noch mit gigantischem Erfolg... Und nun gelingt ihm derselbe Streich mit dem berühmten Sternenkrieg. Nun ja, einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Stationen gibt es doch. Er zeigte Mut, als er den Schritt wagte Gene Roddenberrys Erbe einem radikalen Neunanstrich zu unterziehen, dieses cineastischer, moderner, aufwendiger und ja, auch massenkompatibler zu machen. Für die erzkonservativsten unter allen Trekkies ein Sakrileg ohnegleichen, aus Sicht der offen-neutralen Fanbase widerum der vielleicht wohl überfälligste Schritt den diese Marke nötig hatte, nachdem der letzte Serien-Ableger den unrühmlichen Quotentod sterben musste, weil das seit "The Next Generation" geradlinig beibehaltene Konzept kaum noch großen Anklang fand. Abrams zeigte Eier, veraltete Zöpfe abzuschneiden, ungeachtet dessen dass er den Zorn mancher Altfans auf sich ziehen würde.

In Punkto SW war es eher der umgekehrte Fall, weil diese erfolgsverwöhnte Marke zuletzt mächtig Schiffbruch erleiden musste. Und das durch ihren eigenen Schöpfer, George Lucas selbst. Der Erfinder von Luke Skywalker, Darth Vader, der dunklen wie hellen Seite der Macht, dem ewigen Kampf zwischen Imperium und Rebellen - Er brachte von 1999 bis 2005 die Prequel-Trilogie zur Classic-Saga in die Spielhäuser, und entmystifizierte den Kult um diese, ohne es selbst einsehen zu wollen. Bis heute.

"Die dunkle Bedrohung", "Angriff der Klonkrieger", "Die Rache der Sith" - diese drei Filme erzählten den Werdegang des jungen Anakin Skywalker, Lukes Vater, und von seinem unabwendbaren Schicksal, welches in die Verwandlung des übergroßen SW-Schurken Vader mündete. Das klang auf dem reinen Drehbuchpapier sehr schön, nur war das Resultat dazu mäßig bis katastrophal erzählt und mit zu vielen Nonsens, Peinlichkeiten und diversen anderen Mängeln vollgestopft. Lucas vergaß bei seiner Sucht nach "immer mehr Spezialeffekten" der "neuen" Trilogie die gleiche Magie und Seele zu geben für die das "alte" dreiteilige SciFi-Epos gerade so geliebt und geschätzt wird - NEBEN den damals herausragenden, noch handgemachten Tricks.

Nun, nachdem Lucas seine SW-Lizenz an den Disney-Konzern verkauft hat, stehen die Dinge wieder anders. Es gab - welch Ironie - "eine neue Hoffnung" dass die "Macht" immer noch stark in Lucas' geistigem Werk ist. Viel schlimmer konnte es ja nicht werden. Und nun, mit Abrams auf dem Regie-Stuhl, erlebt die Saga sowas wie ihren zweiten Frühling. Der sympathische Mann mit der Nerdbrille liefern allen SW-Fans und jedem der die alte Reihe auch nur ansatzweise mag genau das was Lucas ihnen im vorherigen Jahrzehnt nicht bieten konnte/wollte: Einen Film der genau so aussieht die die alten Abenteuer von Luke, Leia, Han, Chewie und Co., sich genauso anfühlt, anhört... Also viel von Altgeliebtem. Das ist sein größter Verdienst. Und zugleich seine einzige große Schwäche.

Wie schon bei ST bemüht sich Abrams um einen hohen Wiedererkennungswert, sei es um das Design der Raumschiffe, Kostüme, die typischen Soundeffekte, eben die optischen wie akustischen Elemente die unzertrennbar mit SW verbunden sind. Und natürlich leistet er mit der Wiedereinführung der alten Helden jede Menge Fan-Service. "SW7 - Das Erwachen der Macht" soll jeden an die "guten alten Zeiten" erinnern, man soll sich in dem Film sofort vertraut und heimisch fühlen. Das schafft er, bis in das letzte Zelluloid-Negativbild. Vielleicht ein bisschen zu sehr, und genau hier kommt schon der einzige relevante Kritikpunkt:

Anders als bei seinen beiden ST-Arbeiten traut sich Abrams zu weniger radikalen Schritten bzw. Umbrüchen. Es fehlt die erwartete SW-Revolution, ein Weg zu was völlig Neuem. Vor lauter Ehrfurcht und Huldigung im Angesicht der alten 1970er/1980er-Streifen geizt Episode 7 mit Überraschungen in der Handlung und übernimmt vor allem im Finale fast den gleichen Abschluss den absolut JEDER Filmkenner aus Episode 4 in- und auswendig kennt. Darum auch macht "Das Erwachen der Macht" fast den Anschein eines Remakes des besagten Klassikers, gar wie eine Teilkopie. Aber eben nur teilweise.

Es gibt nur wenig was mir persönlich an Episode 7 nicht gefiel und Raum für Nörgelei lässt.

- Snoke... Zu dieser Figur hat man sehr, sehr wenig Informationen preisgegeben. Spart man sich wohl für den Folgefilm auf. Ebenso für diese Elite-Sturmtrupplerin mit Edelstahl-Helm, Captain Phasma, sofern diese überhaupt nochmal auftauchen wird.
- Mark Hamill hat nicht eine einzige Dialogzeile bekommen. Also ehrlich... *schimpfend mit dem Finger fuchtelt*
- Die Starkiller-Base hat auf ihrer Oberfläche Berge. Schnee. Wälder. Eine Atmosphäre. Und einen Himmel... WHAT???? 

Abrams gleicht diese kleinen Patzer aber mit dicken Pluspunkten mehr als aus. Mit neuen Figuren, vielen kreativen Ideen und einer ungeheuren Salve an Spaß bringt er richtige Frische ins SW-Universum, und genau wie bei ST setzt er in erster Linie auf greifbare, vielschichtige Charaktere, genau das was immer das Herz eines Films sein sollte. Die junge Schrottsammlerin Rey, die von ihren Fähigkeiten und ihrer Bestimmung noch gar nichts ahnt. Finn, ein desertierter Sturmtruppler, der den von der "Ersten Ordnung" verübten Verbrechen nicht tatenlos zusehen kann und "das einzig Richtige" tun will. Poe, der beste Pilot der Resistance (ehemals Rebellion), der dynamisch und unerschrocken jeder Gefahr trotzt. Dieses Trio gefällt augenblicklich und beweist ein großes Potential für die kommenden Fortsetzungen. Veteranen wie Han Solo, Leia und Co. bilden hier sicherlich sowas wie Konstanten und stützen den Film wohltuend, stehen jedoch nicht so stark im Vordergrund als dass die "Neuen" Gefahr laufen in deren berühmten Schatten unterzugehen. Im besonderen hat mir hierbei Finn gefallen, weil er keine Unschuldigen töten und sich aus Überzeugung gegen das "neue Imperium" stellt, in deren Dienste er ohnehin nicht wirklich freiwillig geraten ist. Ich liebe diesen Kerl und freue mich vor allem seinetwegen auf die nächste Fortsetzung 2017.

Wie oben beschrieben stehen die Figuren hervorragend auf eigenen Füßen, was aber auch am ebenso hervorragendem Spiel der Darsteller liegt. Mit Daisy Ridley, John Bojega und Oscar Isaac hat man junges, Blockbuster-unbelastetes Blut integriert. Auch Adam Driver als unkontrollierter Haupt-Antagonist weiss zu gefallen. Aus ihm wird zwar kein zweiter Darth Vader, aber mit seiner Person scheint man eine etwas andere Heransgehensweise zu beabsichtigen, weshalb ein Direkt-Vergleich mit einem der größten aller Film-Schurken im Moment wenig Sinn macht. Da müsste im Nachhinein das Trilogie-Werk als Ganzes betrachtet werden, wenn diese in 4 Jahren ihre Vollendung erfährt. Eines kann man aber definitiv sagen: Die Chemie stimmt innerhalb dieses grandiosen Quartetts. Und davon profitiert dieser Film enorm.

Technisch ist SW7 absolut auf der Höhe der Zeit, und ja, ich neige mich vielleicht in Wiederholungen zu verzetteln, aber genau wie in seinen ST-Arbeiten schafft Abrams abermals eine wunderbare Verbindung von Retro-Elementen mit modereren Inhalten. Gerade als einen der wenigen der heutigen Regisseure schätze ich ihn umso mehr, dass er noch auf echte Sets und Drehorte besteht und nur da CGIs einsetzt wenn es anders nicht umsetzbar ist. Nix mit überladenen CGI-Tapeten und Kunstlook, wie man sie in Episode 1-3 durchgehend ertragen musste. Der heisse Wüstensand, der verschneite Wald, die Alien-Masken, die Dekors, die kleinen Droiden, ja sogar der Mini-Held BB-8 - alles physisch und echt. Kannst ruhig weiter rumschmollen, George, aber SO sieht echte Kino-Illusion aus!

Fazit:

"STAR WARS" erwacht zu alter Stärke, mit diesem Film bekommen Fans endlich wieder das was ihnen an den Episoden 1-3 gefehlt hat: Magie pur. Und das sage ich als Nicht-Fan aus der Trekkie-Partei. *g* Episode 7 ist wuchtig, spannend, laut, humorvoll und emotionalgeladen zugleich. Und überhaupt ist "Das Erwachen der Macht" mehr STAR WARS als alle Prequel-Filme zusammengenommen.

9/10
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Kommentare

05.01.2016 21:02 Uhr - Tom Cody
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Oh ja, eine wirklich sehr gute Kritik zum "ERWACHEN DER MACHT". Auch deine (wenigen) Kritikpunkte werden fundiert begründet.
Besonders gut hat mir die Formulierung gefallen, dass der größte Verdienst des Films auch gleichzeitig seine größte Schwäche ist. Es war halt auch für Abrams eine ziemliche Zwickmühle, sowohl die alten als auch die neuen "STAR WARS"-Fans zufriedenstellen zu müssen. Aber er hat es ziemlich gut gelöst, finde ich.

Nach diesem Film merkt man erst, was für enorme Schwächen die zweite Trilogie hatte. Und das Lucas "DAS ERWACHEN DER MACHT" so gar nicht gefiel, ist inzwischen ja sogar fast so etwas wie ein finaler Ritterschlag für den Film! ;-)

Das Review ist wirklich Top und bei der Bewertung stimme ich dir ebenfalls zu (auch wenn ich weiterhin zu meiner in der ersten Begeisterung abgegebenen 10/10-Punktewertung stehe).

05.01.2016 23:36 Uhr - cecil b
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Fraglos ein Top-Review, werter Kolleeege: :)

06.01.2016 06:56 Uhr - Insanity667
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Wirklich einwandfrei, da gibt es absolut nix zu meckern! Und deine wenigen Kritikpunkte decken sich auch mit meiner Meinung, bis auf das Ding mit der Basis. Die war ja, soweit ich verstanden habe, in einen bereits vorhandenen Planeten eingebaut... logisch dass der seine eigene Vegetation hat.

06.01.2016 09:52 Uhr - deNiro
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Schönes Review das Platz für Kritik und Lob hat und Lust und Neugier auf die nächsten Teile der Saga macht.

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