Story
Zwei nymphomane Nutten, die für ihre Dienstleistungen nicht bezahlt werden, verführen den Daddy of the Year Keanu-„ich kann gleich zwei Weiber mit einmal knattern“ Reeves. Leider merkt der gute Keanu erst nach dem Koitus, dass die beiden Elsen nicht mehr alle Latten in der Fontanelle haben und kommt sich zunehmend bedrängt vor, da die beiden nun nicht mehr raus aus den 4 Wänden wollen. Nachdem er es dann doch schafft und sie in seinem Pampersbomber an der nächstgelegenen Raststätte aussetzt, muss er kurze Zeit später feststellen, dass die Beiden Damen einen ziemlich guten Orientierungssinn haben und wieder zurückgefunden haben. Nachdem Keanu eine Bratpfanne über die Rübe gezogen bekommt, findet er sich gefesselt und geknebelt in der Gewalt zweier Psychopatinnen wieder.
Kritik
Wie tief ist der Stern des guten Keanu mittlerweile gesunken? Spätestens nach Matrix Revolutions war klar, dass er sich aus der A-Liga der Schauspielergarde verabschiedet hat, wobei es immer noch bedenklich ist, wie er da überhaupt reinkommen konnte. Mit dem Film John Wick konnte er zwar vor kurzem so etwas wie ein halbes Comeback feiern, aber ob er es noch mal bis ganz oben schafft, traue ich ihm ehrlich gesagt nicht zu. Er spielt zu Beginn mit einer Überzeugung den perfekten Daddy, dass man am liebsten auf den Bildschirm kotzen möchte. Alle haben sich lieb, alles ist perfekt, alle haben einen tollen Job und sehen aus wie nach 3 Monaten Hawaii-Urlaub. Also die perfekte Bilderbuchfamilie, der man eigentlich nur alles Schlechte wünschen möchte. Kurz gesagt wird hier das Spiel getrieben: wie lange muss ich den besten Daddy der Welt reizen, bis er mit Schimpfen anfängt. Nur genau hier versagt Reeves auf ganzer Linie, die Tortur lässt er über sich ergehen, bleibt dabei ruhig und zeigt kaum Mimiken oder Gestiken.
Auf der anderen Seite stehen zwei nymphomane Schlampen, die ihren Hass an (verheirateten) Männern ausleben. Man muss zugeben, beide Damen haben ein Motiv, was man Regisseur Eli Roth schon positiv zuschreiben muss, da er eigentlich eher für Schock-Szenen a la Hostel zuständig ist, oder für Mülltonnenreferenzen, die selbst einem Tarantino zu schade sind. Die Wandlung zwischen unschuldigem Schulmädchen, notgeilem Früchtchen und psychopatischer Killerin gelingt beiden, auch wenn es stellenweise überzogen wirkt. Die beiden Sirenen sehen zumindest gut aus. Eine davon ist Lorenza Izzo, Roths Betthupferl und Angetraute, die mittlerweile in jeder seiner Produktionen mitwirkt. Ansonsten muss man den Mädels zu Gute halten, dass sie eine bessere Darstellung als Reeves bieten.
Keanu stolpert von Missgeschick zu Missgeschick. Zuerst stolpert er aus Versehen mit seinem DingDong in die beiden Damen rein und anschließend scheitert er bei jedem kläglichen Fluchtversuch, so dass man irgendwann nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Ob es der Rasentrimmer ist, der im Garten im Weg steht oder die Vase mit der Knarre, die er nach stundenlangen Versuchen nicht selbst runter schupsen kann, Keanu tritt in jedes Fettnäpfchen und mimt teilweise den Mr. Bean in Hübsch. Aber auch das andere „Opfer“ im Film besticht durch seine tadellose Inkompetenz, bei dem es aufgrund seiner Tölpelhaftigkeit eigentlich ein Wunder ist, dass er überhaupt seine Kindheit überlebt hat.
Problem an der ganzen Chose ist, dass sich Knock Knock, wie so viele Home Invasion-Thriller irgendwann wie ein Kaugummi hinzieht. Keanu wird gefesselt, gequält, er versucht zu fliehen (als erfahrener Zuschauer weiß man, dass das ohnehin in die Hose gehen wird), wird geschnappt, wieder gefesselt, wieder gequält, …, und so weiter und so fort. Im Grunde weiß man bereits im Vorfeld wie bestimmte Szenen ausgehen werden. Der Spannungsbogen wird zwar zu Beginn noch gut aufgebaut, aber gegen Ende kommen dann immer mehr Längen zum Vorschein. Einzig das Ende, um nicht zu viel zu spoilern, hat es in sich, man muss dabei jedoch bis zur allerletzten Szene warten. Denn genau hier gibt es den Humor zu sehen, der Werke wie Cabin Fever erst ertragbar gemacht hat.
Ein manschendes Splatterfest darf man hier nicht erwarten. Der FSK 16-Aufkleber sollte hierfür Warnung genug sein. Man sieht ein paar Möpse (nicht die Hunde), Keanu wird mit einer Gabel durchbohrt und dann gibt es noch eine Kopf-auf-dem-Stein-Geschichte, mehr nicht. Alles ist doch recht zahm, insbesondere wenn man es mit Roths Werk The Green Inferno vergleicht, der zwar eine etwas andere Thematik aufgreift, aber sich vom Härtegrad mächtig ins Zeug legt.
Fazit
Für Eli Roth-Verhältnisse ist Knock Knock ein erschreckend lahmer Film mit einem Keanu Reeves, der scheinbar vorher zuviel Beruhigungspillen geschluckt haben muss. Die Story zieht sich an manchen Stellen zu sehr in die Länge, Logik und gesunder Menschenverstand verabschieden sich auch recht früh. Ein überzeugender Home Invasion-Thriller sieht anders aus, denn Knock Knock kann man nur einmal ansehen und wird man auch ziemlich schnell wieder vergessen.
3/10