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Die Legende der Wächter

Originaltitel: Legend of the Guardians: The Owls of Ga'Hoole

Herstellungsland:USA, Australien (2010)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Animation, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,78 (32 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der junge Soren ist fasziniert von den epischen Geschichten seines Vaters über die Wächter von Ga’Hoole – diese sagenhafte Truppe geflügelter Krieger zog einst in eine gewaltige Schlacht, um die Eulen gegen die bösen Reinsten zu verteidigen. Soren träumt davon, eines Tages in die Gemeinschaft seiner Helden aufgenommen zu werden, doch sein älterer Bruder Kludd verspottet ihn deswegen. Kludd will viel lieber jagen und fliegen – es wurmt ihn, dass sein Vater den jüngeren Bruder vorzieht. Doch Kludds Eifersucht hat fürchterliche Folgen: Beide Brüder fallen aus dem Nest – und direkt in die Klauen der Reinsten. Soren wagt die tollkühne Flucht und wird dabei von anderen tapferen jungen Eulen unterstützt. Gemeinsam erheben sie sich in die Lüfte, fliegen über das Meer und durch den Nebel, um den Großen Baum zu finden, wo die legendären Wächter wohnen: Sie sind Sorens letzte Hoffnung – denn im Kampf gegen die Reinsten gibt es für das Reich der Eulen keine andere Rettung. (Warner Bros.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von argamae:

DIE LEGENDE DER WÄCHTER ist bis heute die wahrscheinlich epischste, animierte Tier-Fantasy.

Nachdem ich seinerzeit immer mal wieder Trailer gesehen habe, verpasste ich den Film dann, als er in die Kinos kam. Dort wäre das Erlebnis sicher noch intensiver gewesen. Doch tatsächlich konnte ich erst heute diesen Film nachholen - und dann auch nur in 2D. Vorerst. Denn in 3D werde ich mir diese Perle garantiert noch in meine Filmsammlung holen und bin schon heute gespannt, ob ich dann auf 10/10 aufwerten kann.

Gut, da ich nun das Fazit vorweg genommen habe, erkläre ich im Folgenden, weshalb mich dieser Film so begeistert. Vornehmlich natürlich, weil ich ein Animations-Fan bin und seit dem Aufstieg Pixars haufenweise computeranimierte Erzeugnisse konsumiert habe. Aber auch die Geschichte und die Charaktere können mich hier gefangen nehmen. Mir ist bewußt, daß die Kritiken damals sehr auf der "einfältigen" und "gehetzten" Story mit ihrer klaren Gut-Böse-Trennung und einer für Kinder viel zu überfordernden Faschismus-Thematik herum hackten. Seriously? WTF? Es ist Tier-FANTASY! Da sind epische Geschichten von Charakteren, die in großer Not über sich hinauswachsen und sich gegen das Böse stellen, Salz und Pfeffer in der Story-Suppe! Ich stimme zu, daß man aus LEGENDE DER WÄCHTER auch ein dreiteiliges Epos hätte machen können (sieht man allein mal davon ab, daß die Romanreihe, die ihm zugrunde liegt, noch deutlich umfangreicher ist), aber ich bin auch nicht undankbar, daß die Geschichte der ersten 6 Bücher hier in einem Film erzählt wird - auch, wenn dabei manches etwas "schnell" abgehandelt wird. Hier insbesondere die Wandlung von Kludd zum fanatischen Anhänger der "Reinen" oder Sorens Entwicklung zum Flieger-Ass. Aber das schmälert das wunderbare Filmerlebnis nur marginal. Ist mir beispielsweise sympathischer als Peter Jacksons aufgeblasene Hobbit-Verfilmung.

Der Film zieht audiovisuell wirklich jedes Register, daß ihn zu einem Animationserlebnis der Extraklasse macht. Ich tue mich mit Superlativen wirklich schwer, aber was hier optisch und animationsmäßig für ein berauschendes Fest gefeiert wird, sucht bis heute seinesgleichen. Dabei ist der realistische Stil ganz besonders gut gelungen: brausende Brandungen, wogende Wellen, gleißende Glut, fürstliche Forste, hallende Höhlen oder flatternde Federn - mir gingen sicherlich die Alliterationen aus, bevor meine Augen sich an dieser Pracht sattgesehen hätten. Ebenso können mit der begrenzten Mimik von Eulengesichtern die Persönlichkeiten der Helden und Schurken ohne Verluste dargestellt werden. Ob nun die Gutmütigkeit und Naivität von Soren, die schwelende Eifersucht Kludds, die kauzige (HA! Wortwitz!) Verschrobenheit des Sonderlings Digger, der Edelmut von Lyze, die Liebenswürdigkeit von Eglantine und so weiter und so fort. Die einzelnen Figuren wachsen einem sehr ans Herz.

Ich erwähnte die audiovisuelle Extravaganz, daher darf auch die tolle Filmmusik, die das Epos untermauert, nicht unerwähnt bleiben. Während ich den Popsong "To the Sky" von Owl City zwar nicht blöd, aber doch irgendwie unpassend fand (er paßt nicht so recht zur fantastischen Stimmung), macht der orchestrale Score das wieder wett. Höhepunkt war dann die kurze Einspielung eines Auszugs von "The Host of Seraphim" von Dead Can Dance, während Soren in ein Flammeninferno fliegt, um das Feuer zu Hilfe zu holen. Da hatte ich Gänsehaut. Wundervoll.

Die Inszenierung aller Aspekte der Eulen - ihr Flug, ihr Gefieder, ihre Kultur & Gesellschaft, ihre Waffen & Rüstungen - zeugen von Authentizität (im Rahmen einer Fantasy-Geschichte über Eulen halt) und Phantasie. Wie bereits erwähnt, sind die computeranmierten Bewegungen von unglaublicher Detailfülle, zeigen viele Facetten des Gefieders (bis hin zu einzelnen Federn bei den Flugmanövern) und dessen Transparenz, wenn die Eulen im untergehenden Sonnenlicht segeln oder von Blitzen in Stürmen jäh erhellt werden.

Der Reifeprozess des Hauptcharakters Soren vor dem Hintergrund von Leben und Tod ist zwar einfach, aber mitreißend erzählt. So wie auch in AVATAR die ansich simple Geschichte in Verbindung mit der audiovisuellen Präsentation mehr wird als die Summe ihrer Teile. Natürlich bekommt man hier nicht oscar-reifes Storymaterial geliefert, aber klassische Versatzstücke aus Heldenepen sind meiner Ansicht nach zeitlos und können wieder und wieder erzählt werden, ohne in ihrer Grundsubstanz schal zu werden.

Wenn ich noch irgendwas zu bemängeln hätte, dann, daß leider die übrige Tierwelt nicht näher beleuchtet wird (obwohl eine Mamba auch eine kleine Nebenrolle spielt) und insofern auch keine Verhältnisse dieser gegenüber der Eulen-Gesellschaft abgeleitet werden können. Lediglich eine Maus, ein tasmanischer Teufel, Krähen, Fledermäuse und ein Ameisenigel kommen in mehr oder weniger kurzen Szenen vor. Hier hätte ich gern noch mehr gesehen und über die Mythologie dieser Welt erfahren.

Bleibt also ein atemberaubend schön ausschauender und schön animierter Fantasyfilm, bei dem man sich einfach auf die wunderbare Fabelwelt der Eulen einlassen muss und so zauberhaft unterhalten wird. Spannung, Action (immerhin saß Zack Snyder auf dem Regiestuhl) und große Gefühle verschmelzen hier zu einem epischen Filmereignis. Die kurzen, aber wirkungsvollen Andeutungen zum Schluß lassen mich hoffen, daß es irgendwann nochmal eine Fortsetzung geben wird. Bis es soweit ist, werde ich LEGENDE DER WÄCHTER ganz sicher noch das eine oder andere mal konsumieren - und jedem Fantasy- und Animationsfan nur allerwärmstens ans Herz legen.

^ovo^

9/10
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Kommentare

16.01.2016 19:15 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Wieder tolle Arbeit von dir und ein schöner Kontrast zu dem Verriss, den hier einst das Fallobst verfasst hat.
Von dem Film habe ich schon mehrfach gehört, ihn aber noch nicht gesehen. Er klingt jedoch wirklich lohnenswert!

16.01.2016 19:48 Uhr - Argamae
1x
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 276
16.01.2016 19:15 Uhr schrieb NoCutsPlease
Wieder tolle Arbeit von dir und ein schöner Kontrast zu dem Verriss, den hier einst das Fallobst verfasst hat.


Schönen Dank für das Lob!

17.01.2016 01:46 Uhr - Paratrooper
1x
User-Level von Paratrooper 29
Erfahrungspunkte von Paratrooper 21.381
Nachdem ich seinerzeit immer mal wieder Trailer gesehen habe, verpasste ich den Film dann, als er in die Kinos kam.


Sei doch froh, den Film verpasst zu haben. Uncut gibts den nur auf Blu-Ray.

18.01.2016 07:41 Uhr - Argamae
User-Level von Argamae 4
Erfahrungspunkte von Argamae 276
17.01.2016 01:46 Uhr schrieb Paratrooper
Sei doch froh, den Film verpasst zu haben. Uncut gibts den nur auf Blu-Ray.

Ja, das stimmt. Da gebe ich Dir recht. *g*

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