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Hellbound - Hellraiser II

Herstellungsland:Großbritannien (1988)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Hellraiser II - Hellbound
Hellraiser 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,80 (217 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach den grausamen Vorfällen im Haus ihrer Eltern kommt Kirsty, die einzige Überlebende, in ein Sanatorium. Der Arzt Channard zeigt großes Interesse an Kirstys Fall, aber nicht um ihr zu helfen, sondern um hinter das Geheimnis des Würfels und der Zenobiten zu gelangen. In einem blutigen Ritual lässt er Kirstys tote Mutter wieder auferstehen. (Kinowelt)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                          HELLBOUND - HELLRAISER 2

Hellbound - Hellraiser 2 gilt als eins alles der besten Horrorfilmsequels überhaupt, das das Original (möglicherweise) sogar übertrifft. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir den ein oder anderen User "zum Feind" mache, möchte ich erklären, warum Hellbound - Hellraiser 2 zwar ein brillanter Horrorfilm ist, aber dennoch nicht (ganz) an das meisterhafte Original herankommt.

Hellraiser (1987), das Regiedebut des erfolgreichen Horrorautors Clive Barker, ist ein Klassiker des modernen Horrorfilms, das außerdem ein großer finanzieller Erfolg war. So verwundert es nicht, dass die Fortsetzung Hellbound – Hellraiser 2 bereits ein Jahr später in die Kinos kam. Allerdings entstand das Sequel nicht mehr unter der Regie von Barker. Er fungierte hier als Drehbuchautor und Produzent und übergab den Regieposten an Tony Randel. Da die Fortsetzung unmittelbar an die Ereignisse des ersten Teils anknüpfte, tauchten nahezu alle Hauptfiguren des ersten Teils wieder auf; soll heißen: Kirsty Cotton, Clare Higgins, Sean Chapman und Doug Bradley waren wieder mit an Bord. Bradley bekam hier erstmals den Namen Pinhead und taucht auch ohne seine Maske auf.

Nach den schrecklichen Ereignissen in Hellraiser kommt Ashley Laurence (Kirsty Cotton) in eine psychiatrische Klinik. Ihr behandelnder Arzt ist Dr. Philip Channard (Kenneth Cranham), der allerdings weniger an Ashleys Heilung interessiert ist, sondern eigene Zwecke verfolgt. Seit Jahren befasst er sich mit den Zenobiten und deren Geheimnissen. Er opfert einen seiner Patienten auf der Matratze, auf der Ashleys Stiefmutter Julia Cotton (Clare Higgins,) starb und holt sie somit ins Leben zurück. Mit ihrer Hilfe will der Arzt die Hölle erforschen. Ashley hingegen glaubt, dass ihr Vater in der Hölle ist, und will ihm helfen. Als Dr. Channard das Tor zur Hölle öffnet, machen sich Channard, Clare, Ashley und eine Patientin namens Tiffany (Imogen Boorman) auf den Weg, um ihre Ziele zu verfolgen. Damit ziehen sie allerdings den Zorn der Cenobiten um Pinhead (Doug Bradley) auf sich …

Hellbound – Hellraiser 2 wurde von der Kritik in der Luft zerrissen und spielte mit 12 Millionen Dollar auch weniger Geld in den USA ein als sein wesentlich billigerer Vorgänger. Unter den Fans hingegen genießt der Film Kultstatus und viele halten den zweiten Teil für besser als den ersten.

Sicherlich ist Hellraiser 2 ein Genreklassiker und einer der letzten ernsthaften Horrorstreifen, bevor sich das Genre immer mehr in die Komik flüchtete. Im Gegensatz zu anderen, oft formelhaften Horrorfilmsequels gelingt Hellraiser 2 einerseits das Kunststück, beliebte Versatzstücke des Originals zu übernehmen, andererseits auch neue Elemente hinzuzufügen. Da wäre z.B. Clare Higgins, die genau so eiskalt und berechnend spielt wie im ersten Teil, die prägnanten Taglines („What´s your pleasure, Sir?“) und nicht zuletzt Doug Bradley als ikonischer Pinhead. Im zweiten Teil erfährt man mehr über seine Hintergrundgeschichte: man sieht ihn als Menschen und erfährt, wie er zu Pinhead wurde. Obwohl er etwas mehr Screentime hat als bei Barker, bleibt er allerdings wiederum eher eine Nebenfigur. Erst mit dem dritten Teil versuchte man, aus Pinhead einen neuen Horrorstar im Freddy Krueger – Stil zu machen.

Auch die Schauplätze des Films sind viel weitläufiger und aufwändiger als im ersten Teil. Da man diesmal ein höheres Budget zur Verfügung hatte, konnte man viel Geld in das Höllenlabyrinth stecken, das das Hauptdarstellerquartett durchqueren muss.

Ein gutes Stück des Budgets wurde außerdem in die Make Up – und Splattereffekte des Films gesteckt;  und in dieser Hinsicht ist Hellraiser 2 auch heute noch hervorragend. Während die Labyrinth - und anderen  Effekte, in denen Blitze und Lichtstrahlen vorkommen, aus heutiger Sicht teilweise billig und albern aussehen, wirken die Masken und Gewaltszenen auch heute noch furchteinflößend. Besonders die Szene, in der ein Patient sich selbst mit einem Rasiermesser verstümmelt, ist auch aus heutiger Sicht nur schwer zu ertragen.

Allerdings ist Hellraiser 2 dem ersten Teil in mancherlei Hinsicht unterlegen. Obwohl auch der zweite Teil von einer düsteren Atmosphäre geprägt ist, erreicht er nicht ganz die atmosphärische Dichte des Originals. Auch die satirischen Elemente, die der erste Teil enthielt (z.B. in Bezug auf die Ehe zwischen Larry und Julia), sind nicht mehr vorhanden. Stattdessen wirkt die Handlung des zweiten Teils, sobald er von der Erde in die Hölle wechselt, etwas 

Das sind zwar nur kleine Schwächen, aber trotzdem sorgen sie dafür, dass Hellbound – Hellraiser 2 knapp an die Qualität des ersten Teils verfehlt. Was nichts daran ändert, dass der Film ein brillantes Horrorfimsequel ist!

9/10
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Kommentare

16.01.2016 19:10 Uhr - Insanity667
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Jaaaaa :D Da ist es! Und erwartungsgemäß wieder voll ins Schwarze! Was sonst?

Auch die Argumente, warum er das Original nicht übertreffen kann, sind schlüssig und nachvollziehbar, auch wenn im vorletzten Absatz was zu fehlen scheint. :O
Nichtsdestotrotz liegt er ja bei dir auch auf dem selben Level!

Ich hab' ihm halt einen Punkt mehr gegeben, weil mich eben die Tatsache, dass hier alles Gute vom Vorgänger mitgenommen, vervielfältigt (mehr Blut, mehr Cenobites, mehr Hölle) und durch die Handlungsstränge um Channard und die Entstehung von Pinhead brillant ergänzt wurde, ohne an Stimmung und Substanz zu verlieren, schlichtweg vom Hocker gehauen hat. Ein Trauerspiel, dass bei Teil 3 dann schon die Luft raus war... Da hätte noch soviel um Leviathan, Julia und Frank passieren können. :(

16.01.2016 19:17 Uhr - dicker Hund
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Das Review bringt es auf den Punkt! Die Rasierklingenszene auf der Matratze wird völlig zu Recht hervorgehoben. Jetzt nur noch den Vervollständigungshinweis umsetzen und die verdienten Lobhudeleien genießen...

16.01.2016 19:22 Uhr - Angertainment
1x
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Prompt haut der gute Punisher ein weiteres mal zu!
Guter Einstieg, aber ist auch ein klein wenig Schwärmerei.
Dennoch stimmig und wenn man die Menge an Reviews sieht die du gerade schriebst dann sind die beiden Hellraiser besonders hervorzuheben.
Mit besagter Rasierklingen-Szene hat Regisseur Tony Randel wirklich Eier bewiesen und den Gore-Faktor maßgeblich erhöht!

16.01.2016 20:16 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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"Es ist dein Fleisch das wir erforschen wollen."
"Keine Tricks mehr JETZT WIRD GESPIELT !!!"

Die ersten beiden sind eine Legende. Der dritte scheisst leider etwas ab. Spielt aber noch in der Liga mit.

16.01.2016 20:55 Uhr - Intofilms
1x
Meine Güte, da hast Du aber schnell nachgelegt! :D
Und einmal mehr kann ich Dir in allen Punkten nur zustimmen!
Übrigens würde ich beiden Filmen auch die gleiche Punktzahl geben, obschon der erste Teil mir etwas besser gefällt.

"Hellbound" kommt mir bisweilen doch etwas überambitioniert vor, auch wenn z.B Pinheads Vorgeschichte, der finstere Dr. Channard und die großartigen Effekte einfach nur als sehr gelungen bezeichnet werden können :D

Ich mag einfach den bescheideneren Zuschnitt des ersten Teils, der für mich im Wesentlichen eine Geschichte über sexuelle Obsession ist, und der darüber hinaus eine der genialsten special effects-Szenen bietet, die ich kenne: die Rematerialisierung von Frank auf dem Dachboden, die mich selbst heute noch verblüfft...! :D

Übrigens: Das Höllenlabyrinth, das die Protagonisten betreten, kam mir irgendwie immer wie eine Anbiederung an die surrealen Alptraumwelten eines Freddy Krueger vor. Deshalb beginnt mMn die Nightmarisierung der Reihe bereits mit diesem Film. Zumal auch die Freddy-typischen Oneliner in "Hellbound" schon recht häufig zu hören sind.


16.01.2016 21:24 Uhr - Insanity667
2x
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16.01.2016 20:55 Uhr schrieb Intofilms
Übrigens: Das Höllenlabyrinth, das die Protagonisten betreten, kam mir irgendwie immer wie eine Anbiederung an die surrealen Alptraumwelten eines Freddy Krueger vor. Deshalb beginnt mMn die Nightmarisierung der Reihe bereits mit diesem Film. Zumal auch die Freddy-typischen Oneliner in "Hellbound" schon recht häufig zu hören sind.



VORSICHT! EVENTUELLE MINISPOILER! O.o

Mhhhh ich bin mir nicht sicher, es ist gute 10 Jahre her, dass ich das Buch "Raising Hell" von Aaron Boone gelesen habe, aber ich meine mich zu erinnern, dass das Konzept zum Höllenlabyrinth und die albtraumhaften Szenen, die die Protagonisten dort durchleben, insbesondere das Spiegelkabinett und die geschichte mit den nackten Frauen unter den Laken (auch das Pinhead Design sowie der gehäutete Mann) aus Barker's ersten experimentellen Kurzfilm "The Forbidden" von 1975 stammt! Will mich da aber jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen!

Mit den Onelinern hast du aber irgendwie Recht! ;)

"Hier empfehle ich... Amputation! Muhahahaha"

SPOILER ENDE!

16.01.2016 21:45 Uhr - NoCutsPlease
3x
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Und auch hier wieder gute Arbeit! :-)
Kurzum: Treffend beschrieben!
Die Atmosphäre ist beim Erstling schlichtweg dichter und einfach mal legendär, aber dafür sind im Sequel die Ausweitung der Effekte bzw. die tieferen Einblicke in die Welt der Zenobiten sehr gelungen.

16.01.2016 22:16 Uhr - Intofilms
1x
@NCP
Perfekt auf den Punkt gebracht! :D

@Insanity
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du mit Deiner Vermutung richtig liegst :D
"The Forbidden" konnte ich bislang leider noch nicht sichten. Das Bonusmaterial der 'Scarlet Box' ist einfach nur erschlagend.

Ich wollte aber auch nicht sagen, dass das Labyrinth ein dreister Plagiatsversuch sei oder so. Dafür ist es ja auch viel zu individuell gestaltet, und letztlich fügt es sich ja auch fantastisch in den "Hellraiser"-Kosmos ein.

Die geweckten "Nightmare"-Assoziationen werde ich aber trotzdem irgendwie nicht los...

17.01.2016 16:34 Uhr - Mc Claud
1x
Gute Kritik!
Ich finde das der zweite Teil nur ein kleines bisschen schwächer ist als der erste aber definitiv gehören 1-3 für mich unangefochten zusammen was danach passiert ist war eine Frechheit. Ein Schrott jagte den nächsten.
Leider braucht man auch von der Story her Hellraiser 4 aber gut ist der mit Sicherheit nicht. Danach kommt für mich nur noch Hellraiser Hellseeker der so ein bisschen für sich steht und noch irgendwo in Ordnung ist aber das war es auch schon.

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