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Star Wars: Das Erwachen der Macht

Originaltitel: Star Wars: The Force Awakens

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy,
Science-Fiction
Alternativtitel:Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht
Star Wars: Episode VII - The Force Awakens
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (95 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

30 Jahre nach dem Tod Darth Vaders ist sein Sohn Luke Skywalker verschwunden. Der Widerstand, unter der Führung von Leia Organa versucht verzweifelt den letzten Jedi-Ritter zu finden. Doch nicht nur die ehemaligen Rebellen versuchen Luke zu finden, sondern auch der mysteriöse Kylo Ren und die erste Ordnung sind hinter ihm her. Währendessen trifft die Schrotthändlerin Rey auf Jakuu den Astromechdroiden BB-8. Das Abenteuer beginnt... (Harley Q.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von argamae:

Wie man sich als Meinungs-Außenseiter im Freundeskreis fühlt, konnte ich jetzt bereits ein paar Wochen intensiv erleben. Wie es auf Schnittberichte.com wird, bleibt noch abzuwarten. Und somit ahnt der geneigte Leser schon, daß ich mit STAR WARS VII: DAS ERWACHEN DER MACHT alles andere als zufrieden bin. Mehr so gar nicht. Und damit hinein in mein Review zu J.J. Abrams' neustem Streich.

STAR WARS - Episode VII: DAS ERWACHEN DES FAN-SERVICE

Früher einmal, in einer anscheinend weit, weit entfernten Galaxis, war ich ein großer Star-Wars-Fan. Natürlich. Welcher Jugendliche war es nicht? Und ich mag die ursprüngliche Trilogie (Episode IV-VI) auch heute noch ganz gern. Für mich zählt DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK zum mit Abstand besten Film dieser Reihe. Vader's Fight gegen Luke und seine Erzeuger-Offenbarung zählen sicherlich zu den stärksten Momenten der Sci-Fi-Geschichte. Doch seitdem ist viel Zeit vergangen. Lucas schob 15 Jahre nach Episode VI den ersten Teil der Prequel-Triologie hinterher und konnte nicht überzeugen, weder mit diesem noch mit den folgenden zwei. Aber - so krass es sich auch anhören mag - Episode I: Die Dunkle Bedrohung hat mir insgesamt besser gefallen als J.J. Abrams' Einstieg in dieses Film-Universum. Denn: Lucas hat versucht, dem von ihm (auch eher "on the go") erschaffenen Filmuniversum neue Aspekte abzugewinnen. Vielleicht waren sie nicht toll, mag sein. Nein, ganz gewiß waren viele Dinge - nicht zuletzt die furchtbare "Erklärung" der Macht mittels Midichlorianern - nicht toll. Aber es gab neue Elemente, z.B. Raumschiffe, Aliens, Planeten und Organisationen. So sehr man sich auch über viele andere Dinge (zurecht) lustig machen kann - dies jedenfalls ist ihm nicht abzusprechen.

Doch er verprellte viele Fans, spülte die SW-Saga windelweich (Stichwort: Anakin/Darth Vader) und scheute auch vor Geschichtsfälschung nicht zurück, indem er seine Originaltrilogie umschnitt und "anpasste". Unverzeihlich in meinen Augen. Seitdem darben die Star-Warsianer und halten sich mit vielen anderen Folgeprodukten anderer Medien (etwa einigen vorzüglichen Computer-/Videospielen) über Wasser. Das eh bruchstückhaft umrissene Universum wuchs und wucherte in viele Richtungen, befruchtet und mutiert durch zahllose Autoren und Fans. Schließlich aber wollte Lucas nicht mehr, der zwischenzeitlich wohl auch gegen Depressionen behandelt wurde (und was ich hier nicht als süffisanten Witz hinstellen will), und verkaufte das ganze Franchise an DISNEY. Zu einer horrenden Summe.

Und ich erinnere mich noch an die Gags, die damit einhergingen. Doch alsbald keimte Hoffnung auf - DISNEY würde daraus schon wieder was passables machen. So dachte auch ich nach einiger Zeit. Als dann J.J. Abrams als Regisseur genannt wurde, kam Skepsis auf. Der hatte nämlich gerade dem anderen Branchen-Primus STAR TREK zu neuem Glanz verholfen und die Trekkies waren noch ganz geblendet. Nein, ich spiele nicht auf die Lens-Flare-Effekte an, tsk, tsk, tsk. Die mir übrigens gefielen. Und weil ich durchaus von der Art und Weise, wie er die blau-rot-gelben Hemdenträger verarztet hatte, recht begeistert war, erschien es mir irgendwie eine dumme Idee zu sein, ihn auch an STAR WARS zu lassen. War mehr so ein Gefühl. Und ich fühlte mich dann schlußendlich auch bestätigt. Und damit komme ich jetzt zur eigentlichen Kritik am Film. Ja, endlich.

Meine lange Einführung diente nämlich dazu, mich als Betrachter von EPISODE VII auf zwei Arten aufzustellen. Einmal als jener kindliche Star-Wars-Fan von damals, der mit den originalen Episoden aufgewachsen ist, begeistert die Saga um die Jedi-Ritter und Familie Skywalker verfolgt hat und noch einmal ganz hinten links im Hinterstübchen zaghaft hoffte, erneut zum staunenden Kind werden zu können. Und ein andermal als weitestgehend objektiver und gereifter Kinogänger, der noch zwischen Episode I und III das große Interesse an STAR WARS abgelegt hat, sich eher anderen Sci-Fi-Universen zugetan fühlte und einfach einen unterhaltsamen Popcorn-Film sehen wollte.

Am Ende bekamen beide, das SW-Kind in mir und der gereifte, kritisch dreinblickende Erwachsene, etwas vorgesetzt, daß keinen von ihnen befriedigte. Ihnen beiden dämmerte, daß Abrams sich mit EPISODE VII in ein gemachtes Nest gesetzt und schamlos die hungernde Fangemeinde mit wieder ausgewürgten Brocken abgespeist hat, an denen noch der Geruch zurückhaltend verdauter Fan-Nährlösung anhaftete. Wir sahen im Grunde ein Remake von Episode IV mit Zugaben aus V und VI.

Alles war schon einmal da gewesen. Der Filmkonsum bestand aus einem konstanten Fluß aus Déjà-vus und Vorahnungen. Ein neues Imperium, neue Rebellen, wieder ein Wüstenplanet, wieder eine Alien-Kneipe mit Live-Musiktruppe, wieder Schmugglerschuldeneintreiber, wieder ein Vader, ein Imperator, ein karrieregeiler Oberkommandant, ein Todesstern und dessen ähnlich gelagerte Achillesferse, wieder ein Grabenflug von X-Wings, ein kleiner Droide als Geheimnisträger, ein machtbegabter Einsiedler, usw. usf. et infinitum. Nur die Seriennummern waren abgefeilt worden und man hatte sich neue, tolle Namen ausgedacht. Es gab kaum Anknüpfung an die Vorgeschichte, nur zaghaft Referenzen an Geschehenes und KEINERLEI Erklärung für das dazwischen Stattgefundene. Als wolle Disney möglichst viel vom teuer eingekauften Erbe assimilieren und neu aufsetzen.

Okay. Und das ist nun die große Fortsetzung? Ich fühlte mich mehr als einmal beleidigt. Und trotzdem hat sich der Popcorn-Freund unterhalten gefühlt. Denn vieles von dem, was ihm Disney unter neuem Namen verkauft hat, schmeckte recht gut. Ich mochte Rey, ich mochte BB-8 (das Kerlchen ist mir sogar etwas ans Herz gewachsen) und ich mochte einige der tollen Kulissen (vom Sand begrabene Sternenzerstörer, z.B.). Und natürlich waren die Effekte und Tricks wirklich klasse. Anderes war okay - ohne besonderen Beigeschmack. Etwa Finn, der de-indoktrinierte Sanitär-Sturmtruppler und verkappte Lichtschwert-Kämpfer. Oder das etwas fade Wiederauftauchen alter Nasen wie Han und Chewie, von der Plot-Device-Rolle eines R2-D2 mal ganz abgesehen. Aber es gab auch etwas mit Sodbrenn-Garantie: Kylo Ren, der zu trotzigen Wutanfällen neigende Vader-Fanboy. Oder die Starkiller-Base, die ganze Sonnen aufsaugt, um damit wieder Planeten wegzuglühen. Wow. Darin besteht also die Bedrohlichkeit des Imperiums? Megalomane Hyperwaffen, die doch wieder von einem abgehalfterten Schmuggler und einer desertierten Reinigungskraft (unter Zuhilfenahme einiger X-WIngs) zerstört werden können?

Von all den abertausend erträumten und geschriebenen Romanen, Ideen und Fan-Fiktionen über eine Fortsetzung der großen Weltraum-Saga nimmt J.J. dann einen Wiederaufguß des ersten Films, ohne sich überhaupt die Mühe zu machen, irgendwas zu erklären oder mit dem letzten Teil zu verknüpfen? Er erbringt eine plumpe Dienstleistung in Sachen Fan-Service, indem er Beliebtes/Vermisstes erneut darreicht und zeitgemäß aufpimpt. Das ist seine Leistung am Erbe von George Lucas? Das kann es nicht sein. Das darf es nicht sein. Ja, ich weiß: ist es aber. Mit all den klaffenden Logikfehlern bzw. Plotlöchern. Aber die alle aufzulisten, würde hier definitiv den Rahmen sprengen und wäre einen separaten Beitrag wert.

Am Ende des Kinoabends war das Star-Wars-Kind in mir tot. Es wird nicht noch einmal erwachen können. Aber macht nichts. Der kritische Filmfreund dagegen erkennt, daß Star Wars einfach nicht mehr sein Ding ist. Nicht erst unter Abrams, bereits unter Lucas wurde das langsam mit Wüstensand zugeschüttet. Aber ist okay. Alles geht einmal zuende.

So auch dieses Review, daß - ich kann es nicht verhehlen - doch mehr zu einem Befindlichkeits-Report geraten ist. Am Ende vergebe ich für das rasant gedrehte, tricktechnisch an der Perfektion entlang schrammende Sci-Fi-Potpourri gute 7/10 Punkten. Es unterhält, soviel möchte ich klarstellen. Als Fortsetzung von Star Wars, jenem großen Abenteuer-Universum aus Kindheitstagen, dem ich u.a. mein Interesse an Science-Fiction verdanke, kann ich maximal 3 von 10 Punkten vergeben. Im Gegensatz zu anscheinend vielen Fans hätte ich nämlich gern NEUES gesehen. Bleiben am Ende 5 von 10.

Für mich muss ich ganzheitlich aber feststellen: "Durchschnitt" ist mir hier nicht mehr genug. Und wie Episode 8, 9 und wer-weiß-was-noch werden, interessiert mich auch nicht mehr. Danke für Eure Geduld und fürs Lesen.

5/10
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Kommentare

17.01.2016 08:29 Uhr - Marty Wan Kinobi
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Zuerst dachte ich mir, "ach nicht noch ein Star Wars Review. ..", habs aber dann trotzdem gelesen. Und siehe da, obwohl Du dem kritischem Lager (und das gibts auch hier auf userer Lieblingsseite) keine wirklich neuen Apekte zufügst, war ich aufgrund deines extrem persönlichen aber gleichzeitig sehr unterhaltsamen Schreibstil irgendwie angetan.
Deine Meinung teile ich zwar nicht (kann sie aber verstehen) aber gut getschrieben ist der Artikel allemal!

17.01.2016 09:50 Uhr - Argamae
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Vielen Dank für Deinen Kommentar, Marty. Freut mich, dass dich mein Geschreibsel unterhalten hat.

17.01.2016 10:27 Uhr - Insanity667
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Wirklich sehr schöne Rezension, auch wenn ich deine Meinung nicht teile bzw. nur bedingt teilen kann. Sicher hast du mit deinen Ausführungen z.T. absolut Recht, das "Star Wars Kind" in mir hat sich da aber gedacht "Scheiß drauf J.J. gib Gummi!" und mich hat der Streifen geflasht, auch beim zweiten Kinobesuch. Dass das bei dir nicht der Fall war, tut mir nach deinem Text aber schon ein bisschen leid. :(

17.01.2016 12:30 Uhr - leichenwurm
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Ein toll formulierter Text und deine Enttäuschung hast du nachvollziehbar begründet. Ich bin zwar ebenfalls so gar nicht deiner Meinung, hoffe aber, dass du Episode 7 evtl. doch noch zu schätzen lernst, wenn er dann in einigen Jahren Teil einer Trilogie geworden ist, die die geschichte ausformuliert und diese Episode in einen sinnvollen, kontinuierlichen Gesamtkontext einbettet. Ich persönlich bin vom "Erwachen der Macht" immernoch begeistert (nach der zweiten Sichtung sogar noch etwas mehr als nach der ersten ;-) ).

17.01.2016 12:54 Uhr - Tom Cody
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Auch wenn ich sicherlich nicht deiner Meinung bin, was die Qualitäten des Films angeht, so finde ich dennoch, dass du hier eine wirklich sehr interessante und lesenswerte Kritik abgeliefert hast, in der du deine nachvollziehbaren Standpunkte mit durchaus stichhaltigen Argumenten untermauerst.

Wie ich schon einmal bemerkt, brauche ich auch nicht unbedingt 2 Stunden Exposition, die mir jedes Detail erklärt. Das hatte auch Episode IV nicht nötig (und da blieben auch jeden Menge Fragen offen). Aber ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben. Jede Wette, dass Episode 8 in allen Belangen absolut erstklassig werden wird. Und auch ein paar der (beabsichtigten) Plotholes werden sicherlich genauer erklärt und gefüllt werden! Da habe ich bei Rian Johnson nach "Looper" ein sehr gutes Gefühl.

17.01.2016 16:11 Uhr - NoCutsPlease
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Zu deiner (rhetorischen) Eingangsfrage: Ich war zum Beispiel nie wirklicher "Star Wars"-Fan. Die Ur-Trilogie empfand ich als sehr unterhaltsames und gelungenes Sci-Fi-Abenteuer, aber war niemals der typische begeisterte Anhänger.

Dein Review ist argumentativ und formal auf einem sauberen Niveau und lässt sich sehr gut lesen.
Ob man deine Ansichten teilt, ist doch eher sekundär. Schließlich verfasst man Reviews, um SEINE Meinung kundzutun und nicht um der Allgemeinheit nach dem Munde zu reden.

17.01.2016 16:15 Uhr - Grrrg
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Toll formuliert und trifft ziemlich genau meine Meinung zum Film.

17.01.2016 17:47 Uhr - alraune666
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Sehr schoenes review zum Film. Ich erinnere mich noch wie ich 1984 in meinem ersten Filmmagazin - der Film Illustrierten - den Zeitplan und die Titel fuer die weiteren 6 Filme in einem Interview mit George Lucas las. Damals plante er noch innerhalb von knapp 15 Jahren alle 3 Trilogien fertiggestellt zu haben. Das nun erst 31 Jahre spaeter der erste Teil der letzten Trilogie rauskommt hab ich damals nicht geahnt, obwohl er damals schon nicht mehr im Zeitplan lag, schon gar nicht, dass er das Zepter an Disney weiterreichen wuerde. Was waere wenn ... er es damals wirklich angepackt und vollendet haette ... we will never know! ~Nostalgie~

17.01.2016 22:18 Uhr - Frank Drebin
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Deine Review liest sich wirklich gut, ich selbst war nach dem 2. Schauen nicht mehr ganz so geflasht wie beim 1. mal, aber der Saal war kleiner und der Ton hatte Macken gemacht, leider.

Mir tut es schon irgendwo leid, wenn es dich nicht so gefesselt hat, und deine Argumente lassen sich wirklich gut nachvollziehen und verstehen! So mancher deiner Aspekte hat mich sogar ein wenig nachdenklich gemacht, was die Bewertung der "Innovation" bspw. angeht, weil da das Thema "Remake" in deinen Augen sehr stark vorherrschte...

Jedenfalls Vielen Dank und Hut ab, dass du dir die Mühe gemacht hast, eine persönliche Meinung so aufbereitet darzubieten. Bin zwar keiner der Mods, daher dürfte meine Meinung zu deiner RV ganz klar sehr sekundär sein, doch ich denke, deine Kriktik hebt sich angenehm hervor aus dem, was hier sonst so rumschwirrt!

Grüße,
Frank Drebin, S.E. ;)

18.01.2016 07:39 Uhr - Argamae
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Wow, ich kann mich nur bedanken für Eure interessanten und freundlichen Kommentare zu meinem Review, selbst wenn oder gerade weil ihr nicht alle meiner Ansicht seid. Ich schätze jede einzelne Einlassung von Euch. Ein paar (ungeordnete) Erwiderungen und Gedanken:

- eine Megaexposition habe ich auch nicht erwartet; SW-Filme begannen schon immer "in medias res" und das hat mich auch zu Beginn nicht gestört; leider ergeben sich aber auch durch die Handlung und die Dialoge keine weiteren Bezugspunkte zur Zeit zwischen VI und VII
- trotz meines etwas resignierten Fazits will ich insgeheim ja auch nicht ausschließen, daß mich in späteren Episoden oder Spin-offs nicht doch noch einmal das Star-Wars-Fieber packt
- auch ich habe mich an damals zurückerinnert, wo ich erstmals erfuhr, daß SW als Neunteiler konzipiert war/werden sollte; da hat Lucas sicher mehr abgebissen, als er dann kauen konnte (was angesichts dieses unglaublichen Phänomens "Star Wars" nur allzu verständlich ist); aber ich habe auch mehr als einmal versucht, mir vorzustellen, was wohl entstanden wäre, hätte er so weitermachen können - dieses "what if" Universum zu erkunden, wäre sicherlich spannend

18.01.2016 11:47 Uhr - Frank Drebin
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@Argamae: So lange in diesem "What-if"-Universum kein 2. Jar Jar mehr vorkommt, kann uns doch schon fast alles recht sein. *grins*

Wobei: Kein Gesang natürlich, das hatten nämlich die meisten meiner Freunde befürchtet, als sie hörten, dass SW zu Disney kommt.
*Kopfkino...*

18.01.2016 17:16 Uhr - leichenwurm
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Moment... das mit dem Singen geht auch ohne Disney. Das hatten wir schon im Star Wars Holiday Special... ;-) !

18.01.2016 22:52 Uhr - NICOTERO
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Mit Abstand eines der besten Reviews auf dieser Seite! Grandios....
Bin anderer Ansicht aber dies gehört jetzt nicht hierhin. Bravo

19.01.2016 09:09 Uhr - Argamae
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18.01.2016 11:47 Uhr schrieb Frank Drebin
@Argamae: So lange in diesem "What-if"-Universum kein 2. Jar Jar mehr vorkommt, kann uns doch schon fast alles recht sein. *grins*

*betretenes Schweigen* Tja, wie soll ich es Dir sagen, Frank... ich, äh, also... ich bin auch bei Jar Jar in gewisser Weise ein Außenseiter in Sachen Meinung. Den fand ich nicht so schlimm wie so ziemlich jeder andere, den ich kenne. ;)
Kennst Du eigentlich die Fan-Theorie, Jar Jar Binks sei ein Sith-Lord? Falls nicht, unbedingt gucken. Mal bei YouTube danach googlen. Genial - und verblüffend überzeugend!

18.01.2016 22:52 Uhr schrieb NICOTERO
Mit Abstand eines der besten Reviews auf dieser Seite! Grandios....
Bin anderer Ansicht aber dies gehört jetzt nicht hierhin. Bravo

Ich... wow. Danke!

20.01.2016 17:26 Uhr - Laughing Vampire
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Mit Star Wars habe ich leider überhaupt nichts am Hut, da ich mich konsequent weigere, die "überarbeiteten" Versionen der alten Filme zu schauen und mir die Originalversionen bislang noch nicht untergekommen sind. Deine Kritik hingegen ist genau mein Ding: persönlich, ausführlich, unterhaltsam. Das ist dann auch wesentlich spannender als eine nüchterne Auseinandersetzung mit einem Film, davon gibt's genug. Weiter so, ich freue mich auf Neues von dir!

21.01.2016 19:57 Uhr - rebbrown2
Kann dir nur zustimmen aber mehr noch als der müde Aufguss störte mich dieser infantile Humor ich hatte teilweise das Gefühl eine Parodie zu sehen.Ich hoffe das Rouge One düsterer wird ansonsten kann ich mit Episode 7 genau so wenig anfangen wie mit Episode 1-3.Warum sich so viele Leute über die letzten Teile und Jar Jar aufregen und bei dem neuen Teil plötzlich alle in Nostalgie Amnestie fallen verstehe ich nicht.

24.01.2016 08:45 Uhr - leichenwurm
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Nun... das liegt doch eigentlich auf der Hand: zum einen ist "Das Erwachen der Macht" wieder etwas Bodenständiger und "Echter" inszeniert. Reale Kulissen, echte Statisten, viele praktische Effekte, kein ünnötiges "Green Screen mi möglichst vielen und unnötigen Effekten Zukleistern", die Story ist endlich wieder simpel, frei von unnötigem politischem Ränkespiel-Ballast, der Humor endlich wieder witzig fernab vom infantilen "michse binse dirse Pippi Kacka Teletubbiesprachen-Humor", die "Macht" umweht endlich wieder ein mystischer Hauch und wird nicht durch simple biologische symbiose simplifiziert, und selbst wenn das grobe Storykonstrukt etliche Motive aufgreift die aus der Urtrilogie bekannt sind (übrigens hat "Die Rückkehr der Jedi-ritter" damals auch nix anderes gemacht), ordnet der Film sie trotzdem so an, dass genügend Platz für eigene Ideen und Story Elemente bleiben, die interessante Pfade für die Zukunft einschlagen. Sympathisch gespielt ist das ganze auch noch...
Insgesamt macht "Das Erwachen der Macht" Soooo unglaublich viel richtig, dass ich ihm die paar Kleinigkeiten die er nicht ganz so gut hinbekommt einfach nicht krumm nehmen kann...

Edit: Des weiteren wurde hier penibel darauf geachtet, dass die Kontinuität zur Ur-Trilogie bestehen bleibt... (für mich immer noch DER zentrale Kritikpunkt der Prequel - Trilogie... neben der unsympathisch geschriebenen und schrecklich Fehlbesetzten Hauptfigur... ;-) ) !

26.01.2016 09:37 Uhr - Argamae
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24.01.2016 08:45 Uhr schrieb leichenwurm
... selbst wenn das grobe Storykonstrukt etliche Motive aufgreift die aus der Urtrilogie bekannt sind (übrigens hat "Die Rückkehr der Jedi-ritter" damals auch nix anderes gemacht)...


Hui, das sehe ich tatsächlich ganz anders. Nur, weil in RdJR auch ein (unfertiger) Todesstern auftaucht, ist es beileibe kein Aufguß von "Eine neue Hoffnung". Abrams' Film aber leider imho schon.

26.01.2016 21:56 Uhr - leichenwurm
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Um Gottes Willen... ich will hier in keinster Weise die "Rückkehr der Jedi-ritter" schlecht reden... ganz im Gegenteil. Wollte nur zum Ausdruck bringen, dass sich "Star Wars" noch nie durch inhaltliche Brillanz ausgezeichnet hat... eher durch simple, sich durchaus einander ähnelnde Storymechanismen... und das ist in diesem Fall mehr als positiv gemeint (ne Ausgeburt von Originalität war "RdJR" nämlich auch nicht ;-)) !

30.01.2016 18:14 Uhr - Argamae
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26.01.2016 21:56 Uhr schrieb leichenwurm
(ne Ausgeburt von Originalität war "RdJR" nämlich auch nicht ;-)) !

Das ist allerdings wahr und sollte auch nicht durch die Nostalgie-Brille schön geredet werden.

08.05.2016 21:56 Uhr - Frank Drebin
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@Argamae: Sorry, wenn ich jetzt erst antworte, dein Post war mit iwie entgangen.
Nein, diese Theorie betreffend Binkx und Sith-Lord kannte ich tatsächlich noch nicht.

Aber so (unerträglich) clumsy wie der ist, müssen die Sith ihn ja auch aus dem Orden geworfen haben. Da bekommt der Ausdruck "von der Hölle ausgespuckt" eine ganz neue Interpretation o.O

Jedenfalls: Ich gucks mir gerne an und mach´mich auf die Socken.

Gruß
Frank. :)

23.07.2016 09:47 Uhr - Cyberdyne
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Sehr gut formuliert und argumentativ schlüssig! Zusammen mit den zusätzlichen Anmerkungen von "rebbrown2" spiegelt das Review (leider) auch meinen Eindruck wider.
Aufgrund einer technisch bedingten Blu-ray-Allergie habe ich dennoch ganz kurz mit dem Gedanken gespielt, mir die DVD zuzulegen – und ihn wieder verworfen. STAR WARS VII fällt für mich eher in die Kategorie "Reboot" und nicht in die einer Fortsetzung. Innovation liegt nahezu bei null. Da waren die Episoden I bis III deutlich mutiger. Aber gut, das Zielpublikum ist sicher nicht identisch mit den Anhängern der Ur-Trilogie von 1977 bis 1983, und Disney hat kräftig investiert und MUSS erfolgreich sein. Also: Altes Rezept mit "modernen" Zutaten. Wer will es ihnen verdenken?
Ich bleibe bei den alten Filmen und tue mal so, als hätte es STAR WARS VII nie gegeben. Ähnlich verhält es sich bei mir mit STAR TREK, spätestens seit "Into Darkness".

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