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Der schöne Körper der Deborah

Originaltitel: Dolce corpo di Deborah, Il

Herstellungsland:Frankreich, Italien (1968)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Thriller
Alternativtitel:L'Adorable corps de Deborah
Married to Kill
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Pärchen, das in den USA geheiratet hat, will seine Hochzeitsreise in die Heimat des Ehemanns in die Schweiz machen. Dort erfährt er von einem alten Freund, dass sich seine Exfrau wegen ihm umgebracht haben soll. Das kann er nicht glauben und es verschlägt ihn in seine mittlerweile unbewohnte Villa. Dort erklingt eine mysteriöse Musik, doch niemand scheint im Haus zu sein. Das Paar flüchtet in eine gemietete Villa nach Italien. Doch der mysteriöse Bekannte taucht wieder auf, und auch vom neuen Nachbar scheint eine Bedrohung auszugehen. In der ersten Nacht spitzt sich die Lage mörderisch zu. Ein dunkles Geheimnis schwebt über dem jungen Paar. (Edition Tonfilm DVD)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von angertainment:

Der Schöne Körper der Deborah fällt wohl auf Grund des Schemas sofort als Giallo auf, den es geht um einen feinen leicht sleazig angehauchten italienischen Krimi mit Genregrößen wie Jean Sorel (Nackt über Leichen, Der Schakal) und George Hilton (Der Killer von Wien, Der Schwanz des Skorpions) und Luigi Pistilli (Bay of Blood, Zwei glorreiche Halunken) und kann so durchaus Interesse wecken. Hinter dem Drehbuch verbirgt sich auch niemand geringeres als Italo-Drehbuch-Künstler Ernesto Gastaldi, welcher schon mit über 100 Werken auch Genreklassiker wie Sartana, Mein Name ist Nobody und Fireflash schrieb und sozusagen als Stammauthor für diverse Verwandte aus Sergio Martino's Filmographie die Vorlage gab.

Im Regiestuhl selbst nahm der Italiener Romolo Guerrieri (10.000 Blutige Dollar, Die Klette) Platz, welcher in meinen Augen das Interessante und mit Intrigen gespickte Drehbuch leider nicht ganz stimmig umgesetzt hat. Es fehlt überall an der gewissen Finesse oder Spitzen, denn um des Film so richtig als sleazig zu bezeichnen fehlt die Nackte Haut, die Kills sind zahm und manche Szenen wirken etwas gedehnt oder holprig. Auch auf die gefahr hin, das nun viele Leser die Hände über den Kopf schlagen und ich auf Unmut stoße, aber mich konnte die plätschernde Erzählweise dieses Films einfach nicht so fesseln, wie ich es von anderen Gialli gewohnt bin. Selbst unter der Rücksicht den Jahrgang zu betrachten, der eben noch vor der goldenen Ära des Giallo ist, fehlte einfach das zündende Feuer. Immerhin reissen die Darsteller hier noch ein paar Szenen raus, denn die sind alles andere als falsch besetzt.

Der gute Marcel fährt mit seiner frischen Liebe Deborah aufs Landhaus und will ein schönes Wochenende dort mit ihr verbringen. Doch alsbald werden die beiden von Gestalten aus seiner Vergangenheit eingeholt und auch ein komischer Nachbar, ist überaus neugierig. Geheimnisvolle Anrufe und eine Melodie erinnern Marcel immer an seine verblichene Liebe Suzanne, welche bei einem tragischen Unglück von ihm ging.

SPOILER !! Der Plot ist recht simpel und geht um Zaster. Man könnte sogar schon seicht blinzeln und diverse Parallelen zum "Killer von Wien" ziehen, welcher aber alleine durch das Spiel von Giallo-Queen Fenech in andere Dimensionen gehoben wurde. Manche Handlungsstränge zogen sich etwas und ein heiteres Getanze der beiden vermeintlich Verliebten sowie andere Szenen sind im Nachhinein einfach fraglich. Wenn hier schon eine Intrige die nächste Jagd, dann ist das drumherum einfach nur ausgeschmückt um den Zuschauer zu verwirren, aber inhaltlich nicht konsequent. SPOILER ENDE

Ja ich weiss, man sollte nciht immer alles auf die Goldwaage legen, und es gibt durchaus ein paar interessante Momente. Irgendwie kommt es mir aber reflektierend so vor, als wenn hier nur ein Drehbuchversuch fertig war. Das Gesamtprodukt hatte dann auch von allem etwas, aber von allem auch zuwenig. Auch Carroll "Baby Doll" Baker als titelgebende Deborah ist zwar hübsch anzusehen, konnte mich aber nicht wirklich an die Story kleben. Auch musikalisch gesehen gibt es hier keine giallo-typischen mitreissenden Score, der einem auch im Anschluss noch im Gedächtnis bleibt. Die Untermalung ist dezent im Hintergrund und fällt fast gar nicht auf.

Ich werde hiermit vermutlich nicht Jedermanns Meinung teilen, aber für mich ist Der schöne Körper der Deborah eher ein mittelmässiger Film, welcher sich auf Grund einer züchtigen Inszenierung und teilweise ausgedehnten Erzählweise nicht so recht findet. Da hilft auch der Cast nichts, wenn die sich noch so ins Zeug legen und die Regie sich vermutlich nur auf das Können der Darsteller verlässt, statt vielleicht ein paar Akzente zu setzen.

6/10
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Kommentare

25.01.2016 16:12 Uhr - dicker Hund
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Züchtig ist nichts für Liebhaber von Möpsen. Aber danke für die schön geschriebene Warnung...

Tante Edith rät: "interessant" im 2. und im vorletzten Absatz noch kleinkriegen;-)

25.01.2016 18:43 Uhr - Insanity667
2x
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Sehr schön getroffen, muss ich sagen! "Deborah" habe ich auch erst nach "Der Killer von Wien" (9/10) und "Der Schwanz des Skorpions" (7,5/10... weil ohne Fenech) gesehen aber gerade mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es sich hierbei um eine Art Gastaldi-Prototyp für die beiden Martino-Gialli handelt, hat der mich ein bisschen mehr beeindruckt! Trotzdem, 6/10 ist ja immer noch fair und ja, ich gebe es zu, stellenweise ist das Teil schon etwas schnarchig... aber symphatisch!

PS.: Dass an Edwige sowieso keine andere rankommt, sollte ja mal sowas von vornherein klar sein! :D :D :D

26.01.2016 07:22 Uhr - Angertainment
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25.01.2016 16:12 Uhr schrieb dicker Hund
Züchtig ist nichts für Liebhaber von Möpsen. Aber danke für die schön geschriebene Warnung...

Tante Edith rät: "interessant" im 2. und im vorletzten Absatz noch kleinkriegen;-)

Danke Tantchen ;)

26.01.2016 09:21 Uhr - NoCutsPlease
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Anschauliche Kritik wieder einmal und vom Ausdruck her gewohnt angertaining!

Nur bei ein paar Worten haben dir scheinbar Deborahs Kurven etwas die Sicht genommen, das kannst du besser. ;-)

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