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Return of the Living Dead 5 - Rave to the Grave

(Originaltitel: Return of the Living Dead 5)
Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Komödie, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,89 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Nach der Hölle von Necropolis geht Julian aufs College. Als er zu Besuch bei seinem Onkel ist, entdeckt Julian auf dessen Dachboden einen mysteriösen Kanister. Er lässt dessen Inhalt bei seinem Freund analysieren und stellt fest, dass es sich um eine Droge handelt, die stärker als Extasy ist.

Der skrupellose Drogenhändler Skeet verkauft die Droge, die er als "Z" bezeichnet und halluzinogenische Bilder von Zombies hervorruft, an die ortsansässigen Studenten. Julian versucht die Schüler zu warnen - aber keiner nimmt ihn ernst. Auf einer Rave-Party machen sich die grausamen Nebenwirkungen von "Z" bemerkbar. Die Gäste verwandeln sich in mordlüsternde Zombies und beginnen sich auszubreiten...
eine kritik von dicker hund:

Regisseur Ellory Elkayem drehte die vierte Fortsetzung der Reihe "Return of the Living Dead" mit dem klangvollen Subtitel "Rave to the Grave" gleich im Anschluss an "Necropolis". Inszenatorisch wirkt vieles dann auch grenzwertig parallel: Der Prolog mit dem Fasshandel, dann die Überblendung zum Sohn des Händlers, der daheim "erschreckt" wird - da fürchtet man fast schon eine bloße Nacherzählung aus "Necropolis", quasi altes Zombiegas in neuen Containern. John Keefe bekam zudem wieder die Hauptrolle des "erwachsenen Teenagers" Julian verpasst, diesmal zusammen mit seiner "Teenager"-Partnerin Jenny, gespielt von Jenny Mollen, die zur Drehzeit 26 Jahre alt war. Bekannte Gesichter aus dem Vorgänger sind weiterhin Peter Coyote (Charles) und Aimee-Lynn Chadwick (Becky). Coyote tritt diesmal nur im Prolog auf, in dem zwar diesmal bereits heftig gesplattert wird, dessen Set sich aber leider auf austauschbare Raumkulissen beschränkt.

Die übrigen Schauspieler sind vor die berufliche Herausforderung gestellt, die Gradwanderung zwischen kalkuliertem Overacting und ernsthaften Darstellungen zu meistern, womit sie in ihren "Teenagerrollen" hoffnungslos überfordert erscheinen, die indes auch gewohnt undankbar sind: Chadwick muss mit Ananas-Frisur und bunter Haarspange auftreten und einen Blowjob im Off verrichten. Bei späteren Parties wippen dann die Brüste einiger ihrer Statistenkolleginnen durchs Bild (Sex: 3/10). Organisiert werden die Feiern von Jeremy (Cain Manoli, mit 23 Jahren auch nicht mehr Teenager) als Mollens Bruder mit gelbem Cappy. Mollen wiederum ist diejenige, die Keefe bei ihm daheim just beim Entdecken der Kanister des Bösen so erschreckt. Die beiden rufen natürlich nicht die Nummer auf dem Fass an, sondern fragen ihren chemieaffinen Kumpel Cody um Rat (grauenhaft overactend: Cory Hardrict). Dieser lässt sich von dem "Bioschäden"-Symbol nicht abschrecken, sondern bastelt mit Jeremy aus dem gasförmigen Teil des Inhalts Extasypillen zum gewinnbringenden Weiterverkauf - "Redneck Zombies" von 1987 lässt grüßen!

Ist der Plot damit gewohnt hanebüchen, hat die Drogenkomponente durchaus etwas für sich. Bereits bei der Produktion der Pillen bringt die freche Musikuntermalung mit wiederholtem "I like the girls like I like my drugs" etwas Stimmung ein. Die vereinzelten Trips lockern den Film zusätzlich auf, und die überzogene Dealerkarrikatur (Catalin Parachiv als Skeet) ist ebenfalls nicht frei von Einfallsreichtum. Bei der Zeichnung eines "Vegetariers" geht es zwar etwas plumper zu, aber selbst dieser entwickelt sich dank recht witziger Ideen zu einer annehmbaren Beilage. Sogar die beiden Anzugträger Aldo und Gino (Claudiu Bleont und Sorin Cocis), die ein wenig an Jules Winnfield und Vincent Vega aus "Pulp Fiction" von 1994 erinnern, ohne natürlich deren Klasse zu erreichen, foppen sich mit nettem Akzent und gefälligem Wortwitz. Der prägende Humor (7/10) ist hier gar nicht mal so schlecht...

Viel Raum für Horror (4/10) bleibt da fast schon zwangsläufig nicht, wobei ein entsprechender Bestandteil in knappen Einblendungen der Marke "nackt und verspeist" oder Konfrontationen mit gewandelten, nahestehenden Personen nicht zu leugnen ist. Bei den Goreeffekten geht es zudem drastisch (Gewalt 7/10) zur Sache, wobei sich einige Tricks doch arg wiederholen und gelegentlich der böse Offscreen wütet. Erst das letzte Drittel führt übrigens die titelgebende Ravemusik ein, die vor der 60. Minute nicht zu hören ist. Der Party-Schauplatz wird zuvor nach Jeremys Anweisungen mit rockiger Untermalung hergerichtet - unter Beobachtung der beiden Anzugträger, die abwechslungsreicherweise in ihrem Autoradio Opern bevorzugen. Die musikalische Variationsbreite gereicht dem Ergebnis sicher nicht zum Nachteil. Ist die Partyzone fertiggestellt, gibt sie ein zweckmäßiges Set her, das bei Einsatz von Stroboskop oder Schwarzlicht jedenfalls ein par ansehnliche Momentaufnahmen bietet. In dieser Hinsicht hat Teil 4 aber ähnlich wie in puncto "martialische Waffentechnik", die hier bestenfalls Randerscheinung ist, klar die Nase vorn.

Der Schluss verärgert etwas, weil er wie eine albern weichgespülte Version des Erstlings der Reihe daherkommt und nach Logik-Kriterien jenseits von Gut und Böse verortet werden kann. Ein netter Gag im Epilog entschädigt ein wenig hierfür. Was nach Reflektion des Gezeigten bleibt, ist wie Teil 4 nicht mehr, aber auch nicht weniger als solide Genrekost (5/10 Punkten). Derber Gore, ein klein bißchen nackte Haut, eine vergleichsweise unverbrauchte Drogenkomponente, abwechslungsreiche Musik und bisweilen sympathischer Humor sind die Pluspunkte. Die hat der Film bitter nötig, um im hanebüchenen Plot, den nervigen "Teenagern", viel zu offensichtlichen erzählerischen Parallelen zum Vorgänger, dem mauen Ende und einigen Wiederholungen bei den blutigen Tricks nicht unterzugehen. Vor den geprüften deutschen MiB-Fassungen des bislang nicht indizierten Films sei gewarnt. 

5/10
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Kommentare

19.02.2016 10:50 Uhr - Angertainment
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Bin ganz deiner Meinung, ist mittelmässig und diese Doppelproduktion hat nicht wirklich funktioniert, bei den ganzen Ideen wurde irgendwann zu viel "aufgefüllt".

19.02.2016 11:09 Uhr - NoCutsPlease
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Hut ab, dass du so konsequent alle fünf Teile besprochen hast und trotz offensichtlich sehr wechselhafter Qualität der einzelnen Filme die Güteklasse deiner Texte stets auf hohem Niveau lag bzw. liegt! :-)

19.02.2016 11:53 Uhr - Insanity667
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Same here, ist bisher an mir vorbei gegangen. Nach Teil 3 war für mich irgendwie Schluss. Womit aber keinesfalls schluss sein sollte, ist deine hervorragende Arbeit als tierisch guter Reviewautor hier. :D Bin schon gespannt, was du als nächstes ausgräbst!

19.02.2016 12:29 Uhr - Punisher77
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Der Film scheint ja nicht so der Bringer zu sein ... wusste gar nicht, dass nach "Return Of The Living Dead III" noch weitere Filme der Reihe gedreht wurden.

So durchschnittlich der Film auch sein mag - dein Review ist es nicht! Es ist einmal mehr informativ und unterhaltsam ("quasi altes Zombiegas in neuen Containern") geschrieben. Immer weiter so!

19.02.2016 16:05 Uhr - dicker Hund
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Es freut mich, dass manche hier so viel Gefallen am Lesen finden wie ich am Schreiben!

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