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Kings of Rock - Tenacious D

Originaltitel: Tenacious D in 'The Pick of Destiny'

Herstellungsland:USA, Deutschland (2006)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Komödie, Musikfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,50 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

JB hatte als Kind schon gewusst, dass er für etwas höheres Bestimmt sein muss. Die Musik ist sein Leben und dafür nimmt er alle Gefahren auf sich. Er reist nach Kalifornien um dort ein Star zu werden. Seine Reise gestaltet sich aber ganz anderes als er zuerst gedacht hat. Die Realität holt ihn ein und er muss feststellen, dass er für seinen Traum ein Rockstar zu werden sehr hart kämpfen muss. Als er sich mit dem Straßenmusiker KG zusammentut machen die beiden eine unglaubliche Entdeckung. Alle Rocklegenden haben eine Sache gemeinsam, das Pleck. Dieses Pleck ermöglicht es jedem Besitzer unglaubliche Töne hervor zu bringen, kein Wunder, dieses Pleck wurde aus dem Zahn des Teufels geschmiedet. Gemeinsam machen die beiden sich auf den Weg um dieses Pleck zu bekommen und müssen so einiges erleben, was sie nie für möglich gehalten hätten. ()

eine kritik von angertainment:

"Tits or Destiny?"

Diese Frage kommt so oder leicht anders formuliert schon fast in die Kategorie "Die Suche nach dem Sinn des Lebens".

Dieses Mal entführe ich Euch in die gitarrenlastige Welt von Schauspieler, Comedian und Vollblut-Musiker Jack Black und seinem Bühnenpartner Kyle Gass. Hier muss ich gezwungenermaßen ein wenig ausholen. Diese beiden Herren sind nämlich eine Band namens Tenacious D und haben in diesem Film die fiktive Entstehungsgeschichte der Band cineastisch verewigt. Der markante Schauspieler Jack Black hatte mit seinem Bandkollegen bereits Ende der 90er Auftritte in TV-Shows und Spielfilmen mit dieser Formation. Da ich Fan erster Stunde war, könnte ich nun nostalgisch werden und jedes kleinste Detail auspacken, möchte aber dann doch sachlich und beim Thema bleiben :)

Der in Deutschland völlig irritierende Filmtitel Kings of Rock wurde höchstwarscheinlich in Anlehnung an den 2003 erschienenen Erfolgstitel School of Rock von Richard Linklater (Before Sunrise, A Scanner Darkly) erdacht, welcher zwar thematisch auch um das Eintauchen in die Welt des Rock geht, aber bis auf den Hauptdarsteller zumindest storytechnisch nichts mit diesem Film zu tun hat. The Pick of Destiny ist die Bezeichnung einer pseudo-epischen Geschichte um das Kennenlernen der Bandmitglieder und deren Herkunft sowie ersten Erfolges. Gleichzeitig wird die von der Band im bekannten Song "Tribute" erwähnte Begegnung mit dem Teufel in Person, und deren musikalischen Triumph über den Belzebub durch einen Gitarren-Contest in den Film eingewoben. Der Song "Tribute" selbst, sowie die verschrobene "Erinnerung an den besungenen besten Song der Welt" ist erstmals in der ursprünglichen TV-Serie präsentiert und dient somit als Brückenschlag zwischen der Bandhistorie im Film und den späteren Versuchen (chronologische Fortführung in der HBO-Serie) mit Tenacious D erfolgreich zu werden. Der film selbst, als auch die zur Band zugehörige Serie sind von Liam Lynch (nicht verwandt mit David L.) auf dem Regiestuhl gedreht worden. Als langjähriger Begleiter der Band, auch bei dem Musikvideo zu Tribute und für diverse Sarah Silverman-Projekte ist der Tonus und die komödiantische Seite des Regisseurs schon zu erahnen.

Viele befreundete Hollywood- und Musikgrößen ließen sich für einen kurzen Cameoauftritt im Film verpflichten und konnten somit die fiktive Geschichte wunderbar untermalen und zugleich mit skurrilen Charakteren schmücken. Hierzu gehören Namen wie Ben Stiller, John C. Reilly, Tim Robbins, Amy Poehler, Colin Hanks, Meat Loaf, die leider bereits verstorbene Musikerlegende Ronnie James Dio und sozusagen als wiederkehrender teuflischer Gast Dave Grohl. Auch ein weiterer Freund der beiden dicklichen Musiker ist JR Reed, welcher in der Serie als Lee / Sasquatch mehrere Rollen zugesprochen bekam und im Film als erster Fan überhaupt teilnimmt. JR Reed gehört zwar musikalisch nicht zur Band, hat aber auch die beiden Jungs auf Konzerten begleitet und an der furiosen Bühnenshow teilgenommen.

Doch was einen hier erwartet ist mehr als nur ein Biopic über eine Band, sondern eine gutgelaunte Unterhaltungsbombe mit durchweg toller Musik. Die Jungs haben Ihr Repertoir an Songs passend zum Film als Soundtrack veröffentlicht und diese kongenial in die Handlung eingeflochten. Die Geschichte beginnt mit einem grandiosen Opener (Kickapoo), der Jack Black in seiner (fiktiven) Kindheit zeigt und wie er zu dem Musiker wurde der er nun ist. Weiterhin wird die Geschichte um das Kyle Gass (Solo-) Project eingestreut, welches die beiden letztlich durch ein Casting zusammenbringt. Hier wird dann die immer wiederkehrende Open-Mic-Stage aufgegriffen, welche sowohl im Film aus auch in der Serie vorkommt und die Band auftreten kann. Doch nun müssen sie sich als Band beweisen und sich gleichzeitig durch Laserschranken fortbewegen, dem sagenumbobenen Sasquatsch begegnen und wilde Verfolgungsjagden meistern nur um dem Teufel persönlich gegenüber zu stehen. Tolle kurzweilige Szenen mit lässigen Sprüchen und gelungenen Special-Fx entführen den geneigten Zuschauer in eine theatralische Welt mit Musikern, die sich selber nicht zu ernst nehmen.

Es gibt flapsigen Bierlaunenhumor, ergreifende Freundschaften und sogar Reminiszenzen an Uhrwerk Orange. Der Film ist wirklich sehr unterhaltsam und ich kann nicht verstehen, wieso er an den Kinokassen so gefloppt ist. Vielleicht ist der Humor nicht tief genug gesunken für das Proletariat und es gab keine American-Pie-Sex-Gags. Auch der Soundtrack zum Film, welcher gleichzeitig das zweite offizielle Album der Band darstellt ist die in der Bandgeschichte am schlechtesten verkaufte Platte. Regietechnisch ist der Film mehr als solide, mit überdrehten Szenen und Trips gespickt, aber kann auch ruhige Momente bieten. Vergleichbare Werke (bitte nicht alle direkt losmeckern) sind vielleicht Jay & Silent Bob schlagen zurück, Walking Hard oder Freddy got fingered, um die Humorschiene vielleicht etwas einzugrenzen. Irrwitzige Einfälle und die passende Untermahlung runden das Ding wunderbar ab und lassen den Fan darüber enttäuscht zurück, das es dann plötzlich endet. Die beiden Rockmusiker spielen ihre Parts mit Passion und lassen sich durch das wilde Geschehen treiben, spielen Ihre Songs und brauchen sich beide auch darstellerisch nicht verstecken.

Wer also den quirligen Jack Black in der Rolle seines Lebens sehen möchte, alle die einen rockigen Buddy-Road-Movie gucken wollen oder noch nie was von Tenacious D gehört haben, sollten sich den Film unbedingt mal ansehen und einfach geniessen. In meinem Regal und in meinem Herzen hat dieses Werk jedenfalls einen ganz besonderen Platz und ich selbst besitze sogar auch ein Pick of Destiny. Viel Spaß!

This could be the best fuckin' Review in the World, but this is just a Tribute...

10/10
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Kommentare

15.02.2016 12:50 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Spitzenarbeit wieder vom King of Rocktainment! ;-)

Den Film kenne ich nur auszugsweise (die Szene mit dem "blow your mind"), fand das Gesehene soweit auch ganz spaßig, aber er scheint eben primär für echte Fans bzw. Insider gedacht zu sein.

15.02.2016 16:03 Uhr - NICOTERO
User-Level von NICOTERO 1
Erfahrungspunkte von NICOTERO 15
Tolle Kritik...
Absolut Deiner Meinung.

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