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The Strangers

Herstellungsland:USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (115 Stimmen) Details
inhalt:
Nach der Hochzeit eines Freundes wollen sich James und Kristen in die Einsamkeit ihres abgelegenen Sommerhauses zurückziehen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft müssen sie feststellen, dass sie nicht allein sind. Aus der Dunkelheit des Waldes tauchen maskierte Gestalten auf, die gewaltsam versuchen ins Haus einzudringen. Obwohl sie sich nicht erklären, wird schnell klar, dass ihre Absichten tödlich sind...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von das-marten:

Irgendwann muss mal was Schreckliches passiert sein, nur keiner hatte eine Ahnung was genau passiert ist, also wurde dieser Film auf (halb-)wahren Begebenheiten gedreht, genauso wie Dawn of the Dead, Independence Day und Hellraiser. Solche Intros stoßen bei mir immer wieder auf Magen- und Weinkrämpfe, da die meisten dieser Filme doch eher für die Mülltonne sind. Aber Strangers sollte anders sein, gute Kritiken, hohes Budget, alles klang wie geleckt.


Story

James (Scott Speedman) und Kristen (Liv Tyler) führen ein langweiliges und tristes Leben. James möchte seiner Freundin gerne einen Heiratsantrag machen, ein "Ja" bleibt jedoch aus. Beide sind zu diesem Moment niedergeschlagen, hinzu kommt eine Frau, die an der Haustür klopft und nach einer gewissen Person fragt. Einige Zeit später setzt dieses Klopfen wieder ein, jedoch intensiver und bedrohlicher. Anschließend merken sie, dass jemand in ihre Wohnung eingebrochen sein muss, die Telefonleitung ist mittlerweile auch schon durchtrennt. Eine Flucht misslingt, so dass sie schnell als Geiseln von drei eiskalten Killern enden, die nicht den Plan verfolgen, die zwei wieder lebend freizulassen.


Kritik

"Wie kann man nur so doof sein!" - Der Satz, den ich zirka alle fünf Minuten vor mir hergesagt habe, als ich diese Perle des Pseudo-Horrors sah. Nach zirka einer halben Stunde, in der man Vorgeplänkel über das wohl langweiligste Paar unseres Planeten mitbekommt, geht die ganze Chose endlich in die nächste Runde. Bis dahin hat man schon sein Bettchen herbeigewünscht, da hier nur sinnlose Worthülsen fallen. Nach dieser Zuschauerfolter bekommt man dann alle Klischees des Horrorfilms runtergekurbelt: in einem Moment sieht man den Killer, im anderen Moment ist er dann spurlos verschwunden, Scream, Ich weiß was du letzten Sommer getan hast und Scary Movie lassen grüßen. Wirklich alle dieser Szenen sind vorhersehbar, sodass diese sich als Spannungskiller erweisen. Unsere Hauptakteure agieren dann auch noch so dämlich, dass es einem beim Zuschauen nur noch wehtut und man am liebsten selbst schreien möchte (was Liv Tyler zum Glück schon abnimmt). Insbesondere unser männlicher Adonis macht sich durch sein Fehlverhalten dermaßen bemerkbar, dass man ihm als Zuschauer einfach nur einen langsamen und schmerzhaften Tod herbeiwünscht; Dummheit muss eben bestraft werden. So knallt er beispielsweise seinen besten Freund ab, in einer Szene, die ab dem Zeitpunkt, als dieser Typ (also der Freund) das Haus betritt, vorhersehbar ist und man mit Ungeduld den abschließenden Moment herbeiwünscht.

Meist haben Horrofilme auch Humorelemente, hier wurde komplett darauf verzichtet. Man wird ziemlich früh in das Leben unserer beiden Schnarchnasen eingeführt, die bedrückende Stimmung der Beiden überträgt sich auch sehr schnell auf den Zuschauer. Der triste Sound trägt sein nötiges dazu bei, dass die Stimmung absolut in den Keller sinkt. Die Spannungselemente hat man in allen anderen Horrorvertretern bereits gesehen, wobei die Bezeichnung Thriller wohl eher für diesen Film passen würde. So sieht man beispielsweise eine Hand an James seiner Schulter als er im Auto sitzt, er dreht sich um, aber niemand ist da. Genau das ist rein von der Logik her ein geistiger Tiefflieger und maximal in billigen B-Movies oder Geisterfilmen tragbar. Mit Blut wird hier auch gegeizt, es wird zwar jemand erschossen, auch ein Messer wird in einen Bauch gerammt, aber viel bekommt man davon nicht mit.

Liv Tyler, die Tochter von Kongolippe Steven Tyler spielt hier die Hauptrolle, neben ihr agiert ein noch farbloserer Scott Speedman, der sich gerne als ihr Ehemann ausgeben würde. Es ist klar, dass zwischen den Beiden etwas nicht stimmt, nur so wirklich bekommt man nicht mit, was genau der Auslöser dafür ist. Das wären dann auch schon die Hauptdarsteller, hinzu gesellen sich drei Killer und ein Typ, der das Wort Opfer in roten Buchstaben auf der Stirn stehen hat. Liv Tyler sticht besonders hervor, da sie auch die einzige Identifikationsfigur ist und am meisten Screentime hat, wobei ich ihr kein großes Schauspieltalent anrechnen möchte. Scott Speedman ist insbesondere an den dämlichen Aktionen, die es massenweise im Film gibt, beteiligt. Von den Killern erfährt man kaum etwas, nur, dass sie unberechenbar sind und um einiges intelligenter als unsere beiden Hauptdarsteller agieren. Einige Hintergrundinformationen über die Beweggründe hätten der dünnen Story ziemlich gut getan, da sie so nur vor sich hindümpelt und für den Zuschauer eher eine Tortur darstellt. Darstellerisch wird von den Meuchlern nicht viel abverlangt, da sie ohnehin fast die komplette Laufzeit Masken tragen, die aber in diesem Fall sehr gut ausgewählt wurden, auch wenn sie sehr an Michael Myers beziehungsweise Batman Begins erinnern. Ein Blick auf die Gesichter bleibt aber verwehrt, obwohl die Masken in den letzten Minuten fallen. Vielleicht wollte der Regisseur dadurch die Atmosphäre noch weiter hochtreiben, das gab's ja schließlich auch noch nie, außer in Halloween, Freitag der 13. (zumindest in ein paar Teilen), Texas Chainsaw Massacre und in gefühlten 500 000 anderen Genrevertretern. Und The Strangers reicht an keinen dieser Vertreter ran.

Die letzte halbe Stunde zieht sich, genauso wie die erste halbe Stunde, wie ein Kaugummi dahin. Da der Film 90 Minuten geht, kann man also sagen, dass 2/3 davon öde sind. Zum einen machen unsere beiden Dumpfnasen alles falsch, was man falsch machen kann, zum anderen lassen sich die Killer auch ziemlich viel Zeit. So kriecht Liv Tyler von einer Ecke in die andere, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Irgendwie erwecken die beiden auch zu keiner Sekunde den Eindruck, dass sie die Killer platt machen könnten. Wir können also einer sinnlosen Hasenjagd mit vorhersehbarem Ausgang beiwohnen, da man bereits in den Anfangsminuten erfährt, wie viele Opfer es geben wird (Gäääähnnnn). Ein möglicher Plot Twist, der die ganze Chose etwas spannender gestalten würde, fehlt. Dadurch siecht das ganze Gebilde vor sich hin. Ist auch blöd, wenn man einen Fall nimmt, den es irgendwo und irgendwann vielleicht schon mal gab.

Es ist aber nicht alles schlecht. Neben den Masken überzeugt auch die Location. Hierfür wurde ein abgelegenes Bauernhaus gewählt. Der Film spielt fast ausschließlich in diesem Gebäude beziehungsweise auf dem dazugehörigen Grundstück. Leider ist das Bild in einigen Szenen zu dunkel, da irgendwann auch der Strom im Haus abgeschalten wird. Ansonsten kann man sich aber über Kameraführung und Schnitte nicht beschweren, hier ist alles auf anständigem Niveau.

Welcome to Hollywood! Ein normales Happy End ist doof, also entscheidet man sich für die noch doofere Variante, indem die Bösen am Ende entkommen und die Guten…naja…an einem anderen Ort sind. Anstatt ein innovatives Ende zu wählen, wird halt vorzugsweise so ein Ende genommen. Wichtig bei einer Beurteilung eines Filmes ist auch der Eindruck danach, dieser war bei mir im Keller, da ich das was ich gesehen habe nicht als Film bezeichne, sondern als Bahnhofs-Dokumentation. Was ist nun mit den Killern passiert? Wieso haben die das überhaupt gemacht? Genau hier hätte eine überraschende Wendung gut hineingepasst, denn genauso gut hätte auch Kristen, alias Liv Tyler, dieses Massaker anrichten können. Hinweise darauf gibt es aber keine, also muss man sich hier mit dem lieblos vorgesetzten Haufen begnügen, den uns der Regisseur hinwirft, aber das begrenzt den Diskussionsbedarf nach dem Schauen ein, der ohnehin sehr niedrig ist. Sicherlich war es auch beabsichtigt so viele offene Fragen zu lassen, für mich war das aber eher ein Störfaktor. Hier geht es halt ums "Töten aus Spaß"…gab's ja auch noch nie, außer in...ach lassen wirs.


Fazit

Genau so gut kann man sich auch Gesichter des Todes anschauen, nur da geht das mit dem Sterben viel schneller und es ist für den Betrachter auch angenehmer, da dort die Opfer kein so großes Gejammer veranstalten wie hier. Die Masken und das Haus wurden gut gewählt, der Rest ist aber absolut indiskutabel. Die Schockeffekte hat man bei Scream geklaut, Vollidioten werden uns als Identifikationsfiguren vorgesetzt und es gibt ein Ende, welches einem Schlag in die Magengegend gleicht. Trotz der paar positiven Aspekte macht es The Strangers keinesfalls empfehlenswert, da ich mich nach solchen beschissen Filmen, wie nach diesem hier, ebenso fühle und mich um die verschwendete Lebenszeit ärgere. Innovationen bleiben vollkommen außen vor, vielleicht waren die Erwartungen auch sehr hoch, aber von einem Streifen, über den man so viel hört und liest, sollte man schon etwas erhoffen.

3/10
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Kommentare

14.02.2016 15:03 Uhr - dicker Hund
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Kompetent formulierte Meinung zu einem Film, den ich diametral gegensätzlich bewerte. Vorhersehbarkeit ist eben subjektiv und nicht jeder Zuschauer stuft die Protagonisten nach Kategorien wie "dumm" oder "schlau" ein. Ich für meinen Teil will keinen MacGyver in einem Horrorfilm sehen...

14.02.2016 15:37 Uhr - NoCutsPlease
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Angesichts der Punktzahl dachte ich vorab: Na, da wurden bestimmt die martenschen Bedürfnisse in puncto Gore und "Tittenmäusen" nicht befriedigt, aber die ausführliche Begründung hat mich dann doch eines Besseren belehrt.

Ich bewertet ihn allerdings auch besser, so in die Richtung 7/10.
Die Rolle der verängstigten Kopflosen passt einfach eher als die der wehrhaften Helden.

14.02.2016 16:26 Uhr - das-marten
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Einen MacGyver will ich aber auch nicht in einem 0815-Slasher sehen, beziehungsweise erwarte ich da keinen, dieser Vertreter hier hat jedoch bereits im Vorfeld einen anderen Eindruck gemacht, weshalb auch meine Erwartungen größer waren und ich dann leider nur eine Versatzstücksammlung des Horrorgenres vorgesetzt bekommen habe.

Und Danke, mein Image habe ich weg, das werd ich nun wohl auch nicht mehr los...

14.02.2016 17:45 Uhr - cecil b
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Habe ich mich über diese Review gefreut!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Endlich schreibt mal jemand etwas zu diesem schablonenhaften Hollowood-Schmu, der "alle Klischees des Horrorfilms runtergekurbelt", was ich NUR teilen kann. Da sind ja welche hinter dem Vorhang! Ui!

Ich dachte dass die ersten Gruselszenen ein Scherz sein sollten (ernsthaft), und war schockiert, dass die das offensichtlich ernst gemeint haben. Ich liebe Horror seid dem Ich 12 bin. Gerade deswegen kann ich nichts mit diesem Film anfangen.

Meine Meinung zu diesem Film ist aber subjektiv, da ich den nicht bis zum Ende geschafft habe. Und natürlich heisst es wieder: Jedem seine Meinung. :)


15.02.2016 00:16 Uhr - Rated XXL
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Natürlich ist das 08/15-Horrorkost für den Mainstream, aber nichtsdestotrotz fand ich den Film nicht soo schlecht - für "zwischendurch" schon brauchbar.

15.02.2016 04:25 Uhr - Grrrg
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Ich fand den auch nicht schlecht, wenn auch nicht innovativ, kam bei mir doch Spannung auf. Und das konsequente Ende und die Atmosphäre haben mir auch gefallen. Gerade das Fehlen eines Grundes hat das ganze noch fieser gemacht. Erklärbär hat mir hier keiner gefehlt.

15.02.2016 07:29 Uhr - Angertainment
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Hätte den Film nicht ganz so verrissen, aber mehr als mittelmässig finde ich ihn auch nicht. Ist alles begründet und lässt sich gut lesen.

15.02.2016 07:59 Uhr - Insanity667
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Mhhh okay. Also von der Warte aus ist ja fast jeder Horrorfilm ein potenzieller 3/10 Kandidat. Gestalten im Dunkeln, böse Menschen mit Masken, Jumpscares, Protagonisten die völlig überfordert sind (wäre wohl JEDER in so einer Situation)... Welcher Streifen hat das denn nicht? Horror besteht (seit den 20ern) eben hauptsächlich aus solchen Klischees...

Nichtsdestotrotz hat mich deine Rezension mal wieder schwer beeindruckt! Dafür muss man ja nicht zwangsläufig einer Meinung sein. ;)

16.02.2016 19:42 Uhr - cecil b
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@- Insanity667 Das sehe ich anders.

The Woman, The Descent, Dread, Hellraiser, Augen ohne Gesicht, Cannibal Holocaust, Suspiria, Profondo Rosso, Tenebre, Romeros Zombie-Filme, Maniac, ....die Liste von Horrofilmen die keine Klischees bedienen (zur ihrer Zeit) ist damit noch laaaange nicht zu Ende.

Whatever, Geschmackssache. :)

08.07.2016 12:22 Uhr - naSum
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Was? Ich fand den super. Er ist halt nichts für Leute, die es spritzen sehen wollen. Es wird ganz klar die psychologische Angst bedient. Genau das, was man empfunden hat, wenn man als Kind nachts aufs Klo musste und in jedem Schatten im Haus etwas vermutet hat.
Und genau das setzt der Film perfekt um. Die ernste Atmosphäre ist dabei sicher nicht als langweilig zu verstehen, sondern gibt dem Zuschauer Raum für eigene Entdeckungen und unterstreicht die triste Stimmung perfekt!
8/10 Punkten

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