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Dimetrodon12
Level 5
XP 432
Eintrag: 26.02.2016

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Kind 44

(Originaltitel: Child 44)
Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
In der Sowjetunion unter Stalin wird der staatstreue Fahnder der Geheimpolizei Leo (Tom Hardy) von seinem rivalisierenden Kollegen Vasili (Gary Oldman) des Hochverrats beschuldigt, nachdem er sich weigert seine Frau Raisa (Noomi Rapace) zu denunzieren. Zusamen mit seiner Frau wird zur Miliz in einer Retortenstadt degradiert, wo er bald auf eine Reihe von Kindesmorden stößt. Obwohl für jeden der Morde bereits ein ‘Schuldiger’ in unliebsamen Bevölkerungsgruppen gefunden und abgeurteilt wurde, glaubt Leo aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen den Fällen an einen Einzeltäter. Er will er herausfinden, was hinter seiner Theorie steckt, auch wenn er sich in Lebens-Gefahr begibt. Trotzdem beginnt er gemeinsam mit Raisa mit unauthotisierten Nachforschungen. Doch in einem System, in dem Verbrechen offiziell nicht exisitiert, macht sich jeder, der die Existenz eines Serienmörders behauptet, zum Staatsfeind. Und Vasili wartet nur auf einen Vorwand, um Leo endgültig verschwinden zu lassen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dimetrodon12:

Review: Child 44

 

There is no murder in paradise. Mit diesem Satz wird der Thriller „Child 44“ eingeleitet. 1953 wird in Moskau ein Junge tot aufgefunden. Zugunglück sagt der offizielle Bericht, wirklich glaubhaft bei seinen Verletzungen scheint das aber nicht. Somit ist entweder die Annahme vom Mord im Paradies falsch, oder aber die Sowjetunion unter Stalin war gar kein Paradies. Während wir uns schnell für die zweite Möglichkeit entscheiden würden, hat es unseren Hauptcharakter Leo Demidov nicht die Wahl, den wer sich gegen Stalin, Staat und Kommunismus stellt, der wird von Leuten wie Leo ab­geholt, verhört und verurteilt, meist zum Tod oder zu einer langen Zeit im Gulag.

Leo Demidov ist Agent beim MGB (Ministerium für Staatssicherheit) und jagt „Verräter“. Nachdem er selbst seine eigene Frau Raisa beschatten sollte, weigert er sich sie anzuschwärzen. Damit fällt er beim MGB in Ungnade und wird als Strafe nach Wolsk geschickt. Auch hier kam es zu mysteriösen Kinder“Unfällen“. Leo und sein neuer Vorgesetzter, Milizgeneral Nesterov, begeben sich mit Hilfe von Raisa auf die Jagd nach einem Serienmörder, etwas was in der Sowjetunion nicht möglich sei. Ihnen im Nacken sitzt dabei Leos brutaler Ex-Kollege Vasili.

„Child 44“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Rob Smith. Der Roman selbst ist sehr unterhaltsam und ein richtiger Pageturner. Der Film kommt aber leider nicht an die Qualität des Ro­mans ran. Dennoch ist auch der Film sehr spannend gemacht. Am Anfang fehlt zwar leider ein biss­chen Tempo, das nimmt der Film aber im Verlauf immer stärker auf. Wenn es schließlich mit der ei­gentlichen Jagd nach dem Killer losgeht bekommt der Film auch seinen Spannungshochpunkt. Ab diesem Punkt treten auch keine Längen mehr auf, die den Filmfluss unterbrechen. Was im Film be­sonders gut überbracht wird, ist die Darstellung der stalinistischen Sowjetunion, wo es kaum Hoff­nung gibt und man niemandem Vertrauen kann. Das gibt dem Film einen sehr düsteren und depri­mierenden Hauch, der sich durch die Story zieht.

Im Vergleich zum Roman geht der Film aber leider etwas unter. Der größte Fehler des Films liegt darin, dass die gesamte Geschichte in den Sommer (oder einen sehr, sehr warmen Winter) verlegt wurde. Im Buch war die Geschichte im Schnee, im grauen Wetter und in langen Nächten angesie­delt. Das gab der Atmosphäre einen starken Schub und passte mit der Dunkelheit sowohl zur Dar­stellung der Sowjetunion als auch zum Kindermörderthema. Der Film spielt dabei viel im Sonnen­schein und Schnee sucht man vergebens. Das hat leider einen starken Einfluss auf die Atmosphäre des Films. Obwohl die Geschichte sehr spannend ist fehlt einfach das richtige Setting was dem Buch seinen düsteren Anstrich verlieh.

Neben dem Setting wurden auch andere Details abgeändert und ganze Handlungsstränge entfernt. Einige sind durchaus nachvollziehbar und hätten den Film selbst unterbrochen oder die eigentliche Geschichte verzögert. Andere Informationen aus dem Roman, besonders über die Vergangenheit von Leo, Raisa und dem Mörder bringen wichtige Details in die Handlung und sorgten für ein bes­seres Verständnis, der jeweiligen Personen, ihrer Motive und eine Einsicht in ihre Persönlichkeit. Da dies im Film komplett übergangen wurde, oder im Fall von Leo sogar umgeändert, fehlen einige Plottwists oder wirken uninspiriert. Was ebenfalls negativ auffällt, ist ein wichtiger Punkt im Ro­man, der die Verfolgung von Homosexuellen in Zusammenhang mit den Kindermorden beschreibt. Das wird im Film zwar aufgegriffen, aber in fünf Minuten abgearbeitet und wirkt dabei eher wie das unmotivierte Einbauen des Themas, als eine Auseinandersetzung damit.

Wirklich gut gelungen sind im Gegensatz die Charaktere und ihre Darstellung, wenn man von dem unnötigen und aufgesetzten russischen Akzent absieht. Tom Hardy liefert hier eine solide Leistung ab, mit der er zwar nicht an jüngste Filme wie „Legend“ oder „The Revenant“ heranreicht, aber ein gelungenes Portrait des MGB-Agenten liefert. Sein Darstellung entspricht dabei sehr stark den Vor­gaben des Buches und sorgt dafür, dass man in ihm sowohl einen Protagonisten als auch einen Ant­agonisten sehen kann. An seiner Seite spielt Noomie Rapace („Verblendung“, „Prometheus“) Leos Frau Raisa. Auch sie liefert eine gute Performance und hält sich an ihre Vorlage. Gary Oldman („Leon – Der Profi“, „Tinker Tailor Soldier Spy“) enttäuscht leider etwas, allerdings nicht durch seine Darstellung von General Nesterov, sondern durch eine geringe Screentime. Anders als im Buch wirkt sein Charakter meistens irrelevant und einige Szenen aus dem Buch, die für das Charac­ter Development von Nesterov verantwortlich sind, sind nicht im Film zu finden. Großes Lob sollte an dieser Stelle Joel Kinnaman („The Killing“) erhalten. Er spielt Leos Gegenspieler beim MGB, Vasili, großartig. Seine Performance bewegt sich dabei zwischen furchteinflößend und unwissend, was seinen Charakter unberechenbar macht. In kleinen Nebenrollen sind unter anderem Vincent Cassel („Black Swan“), Jason Clarke („Everest“) und Charles Dance („Game of Thrones“) zu ent­decken. Insgesamt weiß der Cast zu überzeugen und macht eine gute Sache (mit Ausnahme dieser dummen, falschen Akzente!).

Auch auf der technischen Seite kann der Film an vielen Stellen überzeugen. Besonders die wenigen Actionsequenzen sind gut choreografiert und mit rauer Brutalität in Szene gesetzt, was zum Thema des Films passt. Dabei wird es aber nie zu hektisch, so dass der Zuschauer auch nicht den Überblick verliert. Einige CGI-Effekte (z.B. eine Luftaufnahme von Moskau) sind sehr offensichtlich und eher unschön, halten sich aber nur sehr kurz in eher selten im Film auf.

Alles in allem ist „Child 44“ ein spannender Thriller, der die stalinistische Sowjetunion als einen sehr unschönen Platz darstellt. Besonders die Schauspieler überzeugen und ihre Charaktere wirken glaubwürdig und sind interessant gestaltet. Die aufgesetzten Akzente im Originalton sind aber etwas störend. Leider zeiht der Film im Vergleich zum Roman den Kürzeren. Meiner Meinung nach wur­den zu viele Details und Szenen weggelassen oder zu drastisch Verkürzt. Dabei wurde auch das at­mosphärische Setting des Buches ersetzt. „Child 44“ wird dadurch kein schlechter Film, lässt aber einiges Vermissen, was besonders den Romankennern negativ aufschlagen dürfte. Trotzdem würde ich mich über eine Verfilmung der Fortsetzung „The Secret Speech“ freuen, solange man sich näher an der Vorlage hält. Insgesamt gibt es von mir 7 von 10 Punkten für „Child 44“.

7/10
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Kommentare

26.02.2016 11:14 Uhr - NoCutsPlease
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Wie gewohnt sehr anschaulich beschrieben und nachvollziehbar begründet!

Nur ein paar Schnitzer gehören echt nach Sibirien verbannt: "Sowjet Union" (man schreibt ja auch nicht " Deutsch Land"), die Miliz agiert ohne ein "t", an der einen oder anderen Stelle sind einzelne Worte etwas zu groß geraten und dieser eine Satz klingt komisch "...in Ungnade und wird Wolsk geschickt").

26.02.2016 12:11 Uhr - Dimetrodon12
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Vielen Dank für die Hinweise. Ich habe mal probiert so viel wie möglich zu berichtigen unteranderem den komischklingenden Satz, den ich auch nochmal ein bisschen umgeschrieben habe.

26.02.2016 13:41 Uhr - dicker Hund
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Die Beobachtungen zur Stimmung des Films haben mir sehr gut gefallen. Es sind aber immer noch Fehler im Text. Die weibliche Hauptrolle heißt "Raisa" und nicht "Rasia"! Überzeugend fand ich wiederum die interessanten Vergleiche zum Buch.

Vom Film selbst hatte ich ebenfalls einen ambivalenten, aber auch nicht wirklich schlechten Eindruck. Die Drehbuchlöcher nerven und vom Mörderplot und den politischen Begebenheiten hätte mehr enthalten sein dürfen.

26.02.2016 15:06 Uhr - Dimetrodon12
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Du hast natürlich recht. Ich habs alles nochmal überarbeitet. Ich hoffe echt jetzt sind keine Fehler mehr drinnen, sonst wirds ja nur noch peinlicher :D
Aber Danke für den Tipp mit dem Namen.

26.02.2016 18:14 Uhr - sergow
"von seinem rivalisierenden Kollegen Vasili (Gary Oldman) des Hochverrats beschuldigt" ist natürlich vollkommen falsch. Gary Oldman spielt eine andere Rolle. Wassili Nikitin wird gespielt von Joel Kinnaman, Gary Oldman spielt General Mikhail Nesterov, den Vorgesetzten von Tom Hardy in der Provinz, wo Tom Hardy bei der Miliz arbeiten soll, nachdem er bei seinem Chef der Geheimpolizei (Vincent Cassel) in Ungnade gefallen ist.

26.02.2016 19:57 Uhr - JasonXtreme
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Ich kenne Buch und Film, ich liebe solches zu vergleichen und das hier unterschreibe ich voll und ganz!!! Danke

27.02.2016 14:49 Uhr - Grrrg
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Sehr anschauliche gut geschriebene Kritik. Ich kenne nur das Buch und den Trailer und fand das Buch ganz gut. ABer diese bescheuerten Akzente haben mir jede Lust darauf, den Film anzuschauen, verleidet. Wer hat denn so eine Idee? Ausser jemand der sehr beschränkt ist und denkt, alle Russen (bzw. alle Menschen) reden Englisch, aber mit Akzent. Ich weiss, es gibt solche Menschen
Zitat Imdb Kritik: "What this movie did very well was show the fear and moral bankruptcy in the communist regime in the Soviet Union. I think for that reason, everyone should consider watching this movie. Liberals and feminists probably will not like such a raw display of what life would be like if they were given free reign to destroy traditional American values and replace with theirs."
, aber wie haben die es geschafft, so viel Geld für einen Film zu bekommen.

27.02.2016 19:52 Uhr - JasonXtreme
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naja wenigstens ist es auf deutsch nicht so geworden mit den Dialekten

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