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Der weiße Sohn der Sioux

(Originaltitel: The Savage)
Herstellungsland:USA (1952)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Western
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Der junge Jim Aherne ist der einzige Überlebende eines Überfalls der Crow-Indianer, er wird von den Sioux gerettet und von ihrem Häuptling großgezogen. Der erwachsene Aherne (Charlton Heston) genannt Warbonnet ist völlig in den Stamm der Sioux integriert und trägt einen tiefen Hass gegen die Crows die seinen Vater ermordeten.
Warbonnet wird jedoch zu einem Kavalleriefort geschickt, da er die Sprache des weißen Mannes kennt, um herauszufinden was die Pläne der Armee im Land der Sioux sind. Nach kurzer Zeit erkennt Aherne seine Kultur wieder und ist nun hin- und hergerissen zwischen den Kulturen, seine Loyalität wird bald auf eine harte Probe gestellt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von pratt:

Hintergrund:

Charlton Heston (The War Lord, Ben Hur) dreht von Juni bis Juli 1951 den Western 'Der weiße Sohn der Sioux' ('The Savage'), sein Gage betrug zur damaligen Zeit etwa 50,000 $. Der große Durchbruch stand ihm noch bevor, ließ aber nicht mehr lange auf sich warten, da er gerade mit Cecil b. DeMille 'Die größte Schau der Welt' abgedreht hatte, der zum Kassenschlager wurde. Ironischerweise drehte Heston ein Jahr später 'Die Bestie der Wildnis' (O: 'Arrowhead') der ein völlig anderes Indianerbild entwirft. In weiteren Rollen tauchen eher mäßig bekannte Darsteller aus TV-Filmen oder Serien auf, bis auf Milburn Stone ("Doc" aus Rauchende Colts, Kampf am Roten Fluss) als hilfreicher Corporal. Regie führte George Marshall (Der große Bluff, Die blaue Dahlie), der zuvor schon mit Laurel & Hardy, sowie Audie Murphy  gearbeitet hatte. Die Musik stammt von B-Movie-Komponist Paul Sawtell (Die Fliege, Tarzan), der mehr als 300 Filmcredits innehält. Der Film wurde in den Black Hills von Dakota gedreht und sollte ursprünglich unter dem Titel 'Warbonnet' veröffentlicht werden, in der Produktion wirkten mehr als 200 "echte" Indianer mit. Der Film wurde in Deutschland nur im Kino und später im TV veröffentlicht, eine DVD oder gar eine Blu-Ray Veröffentlichung steht noch aus.

Zum Film:

Der Film beginnt ohne großartige Einleitung fast direkt mit dem Angriff der Crow-Indianer auf den Siedlertreck der Weißen, den nur der junge Jim überlebt, das ganze wird via Voice-Over erzählt, so dass es schlüssiger und schneller erzählt werden kann. Zeitsprung, Jim ist erwachsen und trägt den indianischen Namen Warbonnet bzw. Wolfssohn in der Synchronisation. Insgesamt schreitet die Handlung zügig voran und wirkt niemals zäh oder gar langweilig. Die Actionszenen sind zügig geschnitten und gut auf den Film verteilt, Brutalität findet man in dem Film allerdings nirgendwo. Die Kostümbildner haben ganze Arbeit geleistet und so zeigt der Film zahlreiche, farbenfrohe, rituelle Bekleidungen der Indianer, sowie die zeitgemäße Uniform der Soldaten. Überhaupt werden die satten Technicolor Farben wunderbar ausgenutzt, neben der Ausstattung glänzt der Film auch durch famose Landschaftsaufnahmen aus den Dakota Black Hills. Die Musik unterstützt den Film in allen Belangen und schafft eine gute Westernatmosphäre. Die darstellerischen Leistungen sind allesamt vollkommen befriedigend, aber bis auf Wilbun (Doc) Stone und Charlton Heston fällt niemand besonders auf. 'Rauchende Colts' Darsteller Stone gelingt eine gute Darstellung des hilfsbereiten, aber müden Corporals, der in 20 Jahren Krieg einfach zu häufig Tod und Leid gesehen hat. Charlton Heston gelingt dank des geeigneten Make-ups und seines gut dargestellten inneren Konflikts, einer Prise Naivität, eine deutlich differenzierte Darstellung eines Indianers in den 50er Jahren in Hollywood. So sind in diesem Film nicht alle "Roten" die Bösen die nur schlachten und rauben wie es ihnen beliebt, sondern werden häufig als etwas verzweifelt dargestellt, da sie zwar keinen Krieg wollen, dieser ihnen jedoch aufgezwungen wird.  Letztendlich greift man mit den bösen Crows teilweise aber doch auf bewährte Klischees zurück. Was stört ist das doch sehr konventionelle Hollywood-typische Happy-End und dei etwas aufgezwungen wirkende Romanze, aber in den Fünfziger Jahren gehörte das wohl einfach dazu.

Fazit: Guter mehr oder weniger Pro-Indianer Western, mit einem sehr jungen Charlton Heston und einer deutlich differenzierten Darstellung der Indianer. Unterlegt mit guter Musik, phantastischen Landschaftsaufnahmen, gut gemachten Action-Szenen und Stunts. Ein Film der durchweg gut unterhält, vorausgesetzt man mag alte Filme, in denen mehr Wert auf Charaktere gesetzt wird als auf plumpe Action oder Effekthascherei. Fazit: Noch 8 von 10 Punkten (Review No. 8)

8/10
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Kommentare

28.02.2016 19:41 Uhr - Tom Cody
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Eine sehr interessante Kritik, in der du mir als Leser in kurzen, prägnanten Worten alles vermittelst, was ich über den Film wissen muss!

Du hast meine Neugierde zumindest so weit geweckt, dass ich mir den Film sicher ansehen werde, falls er irgendwann mal wieder im TV gezeigt wird. Zu meiner Schande muss ich nämlich gestehen, dass ich diesen Streifen von George Marshall noch nie gesehen habe.

29.02.2016 13:12 Uhr - NoCutsPlease
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Nach "Der Mann aus Kentucky" ein weiterer mit einem sehr bekannten Hauptdarsteller besetzter 50er-Jahre-Western, den Tom Cody nicht kennt. ;-)
Ich übrigens auch nicht, aber das Review ist so oder so natürlich wieder sehr gut.

29.02.2016 13:28 Uhr - Tom Cody
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Autsch - kipp' noch ein bisschen MEHR Salz in meine Wunde! Gott sei Dank hat hier noch keiner eine Kritik über "Der Garten des Bösen" geschrieben, weil ich dann zugeben müsste, dass ich...ach, verdammt - schon wieder verrraten... ;-)

29.02.2016 13:43 Uhr - Pratt
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Danke, danke, ist ein schöner Film aber in Deutschland leider nur sehr schwer zu bekommen, wird nur auf Filmbörsen gehandelt, da der Film glaube ich sogar inzwischen im Public-Domain ist.

29.02.2016 13:43 Uhr - NoCutsPlease
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@ Tom Cody:
Und dabei stammt ironischerweise der Titeleintrag von dir. ;-)

29.02.2016 13:45 Uhr - Pratt
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Ich mag einfach diese alten Filme. Meinen Lieblingsfilm 'Gesprengte Ketten' @ Tom Cody hast du ja schon hervorragend besprochen.

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