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Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A.

(Originaltitel: Lethal Weapon 2)
Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Arma Letal 2
Brennpunkt L.A. - Lethal Weapon 2
Brennpunkt L.A. - Lethal Weapon II
Lethal Weapon 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,13 (103 Stimmen) Details
inhalt:
Riggs (Mel Gibson) und Murtaugh (Danny Glover) sind wieder unterwegs: Das Tempo erreicht die Geschwindigkeit sirrender Kugeln, als sie das Leben eines wichtigen Zeugen schützen müssen und dabei fast selbst draufgehen. Zwischen dem Auftakt mit einer atemlosen Verfolgungsjagd durch L.A. und dem bleihaltigen Finale lässt die Spannung in diesem Film keinen Moment nach: Dafür sorgen der Sturz aus dem sechsten Stock, die Bombe unter dem Klositz, die Entfesselung unter Wasser à la Houdini und das Stelzenhaus, von dem nur noch eine Rauchwolke übrig bleibt. Bei diesem Tempo kann Joe Pesci als wieselflinker Zeuge spielend mithalten – zumindest mit seinem pausenlosen Geplapper.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                      LETHAL WEAPON II - BRENNPUNKT L.A.

Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis gehörte zu den erfolgreichsten Filmen des Kinojahres 1987, installierte mit Mel Gibson und Danny Glover eines der legendärsten Duos der Filmgeschichte und gilt nach wie vor als Klassiker des Genres. Kein Wunder also, dass nur zwei Jahre später mit Lethal Weapon II – Brennpunkt L.A. eine Fortsetzung des Erfolgsfilms in die Kinos kam. 

Nach dem Motto „Never change a winning Team“ übernahm Richard Donner erneut die Regie und neben Mel Gibson und Danny Glover waren mit Darlene Love ( = Trish Murtaugh), Steve Kahan (= Captain Murphy) und Mary Ellen Trainor (= Polizeipsychiaterin Stephanie Wood) auch etliche Nebendarsteller aus dem ersten Teil wieder mit von der Partie. Shane Black hatte wieder ein Drehbuch verfasst, das von den Produzenten des Films jedoch stark verändert wurde, da es ihnen zu düster und zu hart war – ursprünglich sollte Riggs wieder gefoltert werden und am Ende sogar sterben. Man beauftragte erst Autor Warren Murphy (Im Auftrag Des Drachen, 1972) und dann Jeffrey Boam (Indiana Jones Und Der Letzte Kreuzzug, 1989) mit der Überarbeitung des Drehbuchs. Black war darüber so verärgert, dass er dem Lethal Weapon – Franchise darauf den Rücken kehrte.

Aber Lethal Weapon II weist auch eine Menge Neuzugänge auf, wie z.B. die äußerst attraktive Patsy Kensit (Absolute Beginners, 1986) sowie Joss Ackland (Der Sizilianer, 1987) und Derrick O´ Connor (Time Bandits, 1981), die die Schurken des Films spielen. In einer kleinen Rolle taucht auch Dean Norris auf, der als DEA – Agent Hank Schrader in der TV – Serie Breaking Bad (2008 – 2013) bekannt wurde. Der wichtigste neue Darsteller in Lethal Weapon II ist jedoch zweifelsohne Joe Pesci, der u.a. Rollen in den Filmklassikern Wie Ein Wilder Stier (1980) und Es War Einmal In Amerika (1984) gespielt hatte und hier als geschwätziger Kronzeuge Leo Getz eine seiner absoluten Paraderollen spielt.

Nachdem sie im Rahmen einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd durch Los Angeles mal wieder einen gewaltigen Sachschaden angerichtet haben, werden Martin Riggs (Mel Gibson) und Roger Murtaugh (Danny Glover) mit einem vermeintlich ruhigen, harmlosen Job beauftragt. Sie sollen auf den Kronzeugen Leo Getz (Joe Pesci) aufpassen, der eine halbe Milliarde Dollar für ein Drogensyndikat gewaschen hat. Nachdem sie einen Anschlag auf Getz verhindert haben, stellt das ungleiche Cop – Duo Ermittlungen an und kommt den südafrikanischen Diplomaten Arjen Rudd (Joss Ackland) und Pieter Vorstedt (Derrick O´ Connor) auf die Spur, die ihren Status missbrauchen, um Drogen zu schmuggeln…

Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis gibt von Anfang an Vollgas. Zu Beginn des Films flammt kurz der Filmtitel auf und schon findet sich der Zuschauer inmitten einer spektakulären Verfolgungsjagd wieder. Es gibt keine Creditsequenz, keine Exposition, man wird sofort ins Geschehen katapultiert, das aus jeder Menge Schießereien, Explosionen und in den Autohimmel geschickten Fahrzeugen besteht. Der Lethal Weapon II – Auftakt ist spektakulärer als so mancher Actionfilmshowdown und auch danach gilt, was die Actionszenen betrifft, die Devise „Höher, schneller, weiter“, was nicht zuletzt dem Budget von 25 Millionen Dollar (Das sind zehn Millionen Dollar mehr im Vergleich zum Original) zu verdanken ist. Sei es eine weitere furiose Verfolgungsjagd mit einem Abschleppwagen oder der Showdown auf dem Hafen – Lethal Weapon II ist es gelungen, die hervorragenden Actionszenen des Erstlings noch zu übertreffen und erneut Maßstäbe zu setzen. Und auch wenn einige dieser Szenen deutlich temporeicher inszeniert und geschnitten wurden als im Original, kann man jede Actionsequenz genießen, ohne die Orientierung zu verlieren und/oder Kopfschmerzen zu bekommen.

Aber nicht nur in puncto Action ist Lethal Weapon II erstklassig und ein Beweis dafür, dass eine Fortsetzung mindestens genauso gut sein kann wie das Original.

Anstatt einfach stumpf das Konzept des ersten Teils zu kopieren, hat man das, was das Original ausmachte, beibehalten und ein paar gelungene Neuerungen hinzugefügt. So ist Lethal Weapon II ein großer Schritt Richtung Komödie. Fans, die das Original auch wegen seiner (aller witzigen Sprüche zum Trotz) grundsätzlich eher dunklen Atmosphäre, die sich auch in den Gewaltszenen (die im zweiten Teil allerdings auch nicht gerade zahm sind) widerspiegelte, mochten, könnten bemängeln, dass die Fortsetzung zu glatt und poliert daher kommt, aber im Grunde baut Lethal Weapon II auch den im Original schon vorhandenen Humor aus, ohne in Albern – oder Plattheiten abzudriften. Die Teilnahme von Joe Pesci, der zuvor so manche ernsthafte Rolle gespielt hatte, beweist hier unnachahmliches, komödiantisches Talent. Sicher kann man es anstrengend finden, dass seine Figur keine zwei Minuten lang die Klappe halten kann, aber trotzdem ist Pescis Teilnahme an Lethal Weapon II eine unglaubliche Bereicherung. Er harmoniert bestens mit Mel Gibson und Danny Glover und zusammen erleben die drei eine Menge hochkomischer Situationen, die auch heute noch bestens zu unterhalten wissen. Dabei ist es den Machern der Lethal Weapon – Serie hier am besten gelungen, das richtige Maß zwischen Action und Humor zu finden – Witz und Verwüstung halten sich perfekt die Waage.

Aber auch die Darstellung des Privatlebens der Figuren Riggs und Murtaugh, die einen großen Pluspunkt des Originals ausmachte, wurde in Lethal Weapon II vertieft. Riggs erscheint hier als vollwertiges Mitglied der Familie Murtaugh, das kocht und der ältesten Tochter sagt, wann sie wieder zu Hause zu sein hat. Zwar könnte man auch hier bemängeln, dass Riggs nicht mehr trinkt und nicht mehr selbstmordgefährdet ist und seine Figur damit quasi "verwässert" wurde, aber auch das sollte man eher unter „Weiterentwicklung“ verbuchen, zumal er im letzten Filmdrittel wieder zur „tödlichen Waffe“ wird, die er schon im ersten Teil war – an der Figurenzeichnung des Martin Riggs lässt sich also bestens erkennen, wie man Altbewährtes mit Neuerungen verquickt. Auch Danny Glover brilliert in der Rolle des Cops und Familienvaters, der seine liebe Not mit seiner Familie hat – allein die Szene, in der er Zeuge des Fernsehdebuts seiner ältesten Tochter wird, ist Gold wert! Man bekommt noch mehr von seiner Rolle als Familienvater zu sehen und auch das macht Lethal Weapon II menschlicher und mehrdimensionaler als viele andere Buddy - Movies.

Aber auch die neuen Nebendarsteller des Films tragen entscheidend zur Klasse von Lethal Weapon II bei. Patsy Kensit sieht nicht nur extrem gut aus, sondern schafft es auch, Riggs´ menschliche Seite etwas mehr in den Fokus zu rücken – außerdem ist ihr Schicksal mehr als ein guter Grund, die Polizeimarke in der Schreibtischschublade zu verstauen und den Ballermann rauszuholen. Die Sexszene mit Mel Gibson soll ihr allerdings extrem unangenehm gewesen sein, da sowohl sie als auch Mad Mel verheiratet und katholisch waren. 

Wenn die These, dass ein Film nur so gut ist wie seine Schurken, dann ist auch das ein Beweis für die Klasse von Lethal Weapon II. Joss Ackland und Derick O`Connor spielen ihre Schurkenrollen auf unnachahmliche Art. Ackland überzeugt in der Rolle des feisten, überheblichen „Diplomaten“ Arjen Rudd ebenso, wie es O´ Connor als dessen eiskalter, schmieriger Handlanger tut.

Nicht zuletzt gipfelt Lethal Weapon II in eine der schönsten Schlusssequenzen, die der Actionfilm zu bieten hat und rundet damit einen von A – Z gelungenen Genrestreifen ab, den man unbedingt gesehen haben muss. Das Original war, bzw. ist in meinen Augen auch und immer noch ein perfekter Actionfilm, aber die Fortsetzung steht dem - meiner völlig unmaßgeblichen Meinung nach - in nichts nach und hat die Höchsbewertung ebenso verdient wie der Vorgänger.

10/10
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Kommentare

15.04.2016 21:43 Uhr - JasonXtreme
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So sieht das aus! Mein Lieblingsteil der Reihe! Da wurden mit 25 Millionen noch FILME gedreht, heute kriegen sie mit 300 Millionen nur noch lahme Kopien der Kopien hin. sorry, aber mit 25 Mio is man doch heute schon froh wenn man keinen 0815 C-Schrott serviert bekommt!

15.04.2016 22:04 Uhr - Horace Pinker
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Wie bereits deine Kritik zum Vorgänger gut und unterhaltsam geschrieben . Auch Teil 2 gelingt mit einer Mischung aus explosiven Actionszenen und wirklich lustigen Humor zu punkten .

16.04.2016 08:43 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für euer nettes Feedback!

Diese gekonnte Mischung ist es, die den zweiten Teil so überragend macht. Und es ist schon erstaunlich, was damals mit 25 Millionen Dollar alles möglich war, wobei man sich natürlich fragen muss, was diese Summe heute inflationsbereinigt wert wäre.

16.04.2016 09:54 Uhr - Pratt
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Saubere Arbeit, wie bei deinem Review zu Teil Eins wieder absolut gelungen. Eine der wenigen Filmserien bei der die Qualität gehalten wird.
Allein der Anfang des Films gehört mit zu dem besten was das Actionkino zu bieten hat!!!
Ok, ok, ok, ... (Joe Pesci wurde mir erst mit den LW-Filmen richtig ein Begriff, diese Mafia-/Gansterfilme mit DeNiro und ähnliches sind nicht so meins).

17.04.2016 09:57 Uhr - leichenwurm
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Spitze, genau wie dein Review zum legendären Erstling ! Und der hier relativ heitere Tonfall passt ja auch zu der Entwicklung die die Figuren im ersten Teil durchgemacht haben. Riggs hat einen Freund und quasi eine Ersatzfamilie gefunden. Erst als der Tod seiner Frau wieder eine Rolle spielt schlägt auch Teil 2 wieder eine düstere und härtere Gangart ein...

19.04.2016 17:24 Uhr - Ismael
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16.04.2016 08:43 Uhr schrieb Punisher77
Vielen Dank für euer nettes Feedback!

Diese gekonnte Mischung ist es, die den zweiten Teil so überragend macht. Und es ist schon erstaunlich, was damals mit 25 Millionen Dollar alles möglich war, wobei man sich natürlich fragen muss, was diese Summe heute inflationsbereinigt wert wäre.


Heute wären es ca. 55 Millionen Dollar, also ungefähr das Budget von "Deadpool" (58 Mio. US-$).

21.04.2016 17:37 Uhr - RetterDesUniversums
Besser geht nicht UNSCHLAGBAR!!!

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