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Stirb langsam

(Originaltitel: Die Hard)
Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Nothing Lasts Forever
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,59 (183 Stimmen) Details
inhalt:
Heiligabend in Los Angeles. Eine Gruppe schwerbewaffneter Männer stürmt ein Bürohochhaus. Die Gangster wollen 624 Mio. Dollar erbeuten, die als Wertpapiere in einem computer-gesicherten Safe lagern. Eine Partygesellschaft, die im obersten Stock feiert nehmen sie als Geiseln. Nur der New Yorker Polizist McClane kann entkommen. Doch alle Ausgänge sind blockiert, die Telefonverbindungen unterbrochen. Dann wird kaltblütig eine Geisel erschossen: McClane begreift, dass nur er eine Chance hat - völlig auf sich selbst gestellt nimmt er den bedingungslosen Kampf auf...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                          STIRB LANGSAM

In den Achtziger Jahren wurde der Actionfilm vor allem von Genrestreifen dominiert, in denen der Muskelumfang und das Schusswaffenarsenal des Helden am wichtigsten waren. Die Könige dieser Zeit waren Arnold Schwarzenegger (Terminator, 1984) und Sylvester Stallone (Rambo, 1982). Ende der Achtziger kam es jedoch zu einer Wandlung des Publikumsgeschmacks. Die Filme der eindimensionalen Helden zogen immer weniger Publikum an. Es schien, als habe das Publikum die Nase voll von den ewig unbesiegbaren Ein – Mann – Armeen, mit denen man nicht mal mitfiebern konnte. 1988 betrat ein neuer Held die Kinolandschaft, der in dem Actionfilm Stirb Langsam genau den Nerv der Kinogänger traf. Sein Name war John McClane und dargestellt wurde er von Bruce Willis.

Stirb Langsam basiert lose auf dem Roman Nothing Lasts Forever von Roderick Thorp, den dieser 1979 als Fortsetzung seines Buchs The Detective (1966) schrieb. Die Regie des Films ging an John McTiernan (Predator, 1987), der ursprünglich mit Arnold Schwarzenegger eine Fortsetzung zu dessen Actionkracher Phantom Kommando (1985) drehen sollte. Schwarzenegger hatte aber keine Lust auf das Sequel. Also bot man ihm die Hauptrolle in Stirb Langsam an, doch auch die passte der „steirischen Eiche“ nicht. Auch Sylvester Stallone, Harrison Ford (Jäger Des Verlorenen Schatzes, 1981), Mel Gibson (Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis, 1987) und Richard Gere (Ein Offizier Und Gentleman, 1982) lehnten die Rolle ab. Der Zuschlag ging an Bruce Willis, der vier Jahre lang in derTV – Serie Das Model Und Der Schnüffler (1985 – 1989) zu sehen war. Willis´ Gegenspieler wurde Alan Rickman, ein britischer Theater – und Filmschauspieler, der nach Stirb Langsam vor allem durch seine Rollen in Robin Hood – König Der Diebe (1991) und den Harry Potter – Filmen (2001 – 2011) bekannt wurde. Die weibliche Hauptrolle ging an Bonnie Bedelia (Nur Pferden Gibt Man Den Gnadenschuss, 1969), während McClanes Buddy Al Powell von Reginald Veljohnson gespielt wurde.Gedreht wurde im 1987 fertiggestellten Fox Plaza in Los Angeles. Das Budget des Films betrug 28 Millionen Dollar.

Es ist Heiligabend und der New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) will seine Frau Holly (Bonnie Bedelia) an ihrem Arbeitsplatz, einem Wolkenkratzer in Los Angeles besuchen. Dort feiert ihr Arbeitgeber Joe Takagi (James Shigeta – Yakuza, 1974) mit der gesamten Belegschaft eine riesige Weihnachtsfeier. Kaum ist McClane angekommen, kommt es zum Streit zwischen ihm und seiner Frau, so dass sich McClane knurrend in einen Waschraum verzieht. Doch dann entert eine Bande von Terroristen unter der Führung des Gentleman – Gangsters Jack Gruber (Alan Rickman) das Hochhaus, bringt das Gebäude unter Kontrolle und nimmt alle Partygäste als Geisel.Gruber hat es  auf die Wertpapiere im Safe des Hauses abgesehen. Nur McClane wurde übersehen und ist der einzige, der sich noch frei bewegen kann. Da die Polizei seinen Notruf zunächst nicht ernst nimmt, beschließt McClane, den Kampf gegen Gruber und seine Schergen auf eigene Faust aufzunehmen. Seine einzige Verbindung nach draußen ist der Kontakt zu Streifenpolizist Al Powell (Reginald Veljohnson), der McClane von Anfang an unterstützt …

Wann immer ein Filmmagazin oder eine Website eine Liste der besten Actionfilme aller Zeiten herausbringt, steht oft Stirb Langsam auf Platz 1 und das völlig zurecht. Der Film ist auch heute noch ein Klassiker, der damals neue Maßstäbe setzte und auch heute – fast dreißig Jahre nach seiner Entstehung – nichts von seiner Qualität eingebüßt hat, im Gegenteil!

Einer der wichtigsten Gründe, warum Stirb Langsam so gut und populär ist, ist die Leistung von Bruce Willis. Willis mag zwar kein Shakespeare – Interpret sein (Dafür ist Rickman zuständig!) und wird in diesem Leben wohl auch keinen Oscar mit nach Hause nehmen, aber seine Darstellung des John McClane ist bis heute unübertroffen. McClane schien genau der Typ Held zu sein, auf den das Publikum gewartet hatte. Im Gegensatz zu Filmhelden wie John Rambo, die ihre Unbesiegbarkeit aus jeder Pore verströmen, ist John McClane ein sympathischer Jedermann, der auch mal Angst und Schwäche zeigen kann, der Sinn für Ironie hat und mit dem man mitfiebern kann. Niemand kann so bluten, leiden und dann die Schurken doch noch – mit einem coolen Spruch auf den Lippen – so gepflegt plattmachen wie Willis. Sein John McClane war anno 1988 eine willkommene Abwechslung zu den Rambos, Braddocks und amerikanischen Fightern der Achtziger.

Auch auf der Gegenseite ist Stirb Langsam perfekt besetzt. Alan Rickman brilliert in der Rolle des feingezwirnten Edelterroristen Jack Gruber, der es hasst Anzüge mit Blut zu ruinieren (es aber doch tut, wenn´s sein muss…) und setzte mit seiner Darstellung ebenfalls neue Maßstäbe. Wenn es um Bestenlisten mit den größten Hollywoodschurken geht, landet Rickman als Jack Gruber meistens ganz vorne. Kuriosum am Rande: In der amerikanischen Originalversion sind die Terroristen überwiegend Deutsche und Gruber heißt mit Vornamen Hans. Untereinander sprechen die Terroristen ein so herrliches Krüppeldeutsch, dass man Stirb Langsam unbedingt einmal in der englischsprachigen Fassung gesehen/gehört haben.

Auch die Nebenrollen sind bestens besetzt. Sei es Bonnie Bedelia als McClanes Ehefrau, Streifenpolizist Al Powell (Reginald Veljohnson), der McClane in den Gefechtspausen den Rücken stärkt, der sympathische Chauffeur Argyle (De´ voreaux White), der Würde ausstrahlende James Shigeta als Joseph Takagi oder William Atherton (Ghostbusters, 1984) als widerlicher Sensationsjournalist Richard Thornburg – jeder Darsteller passt perfekt zu seiner Rolle.

Aber Stirb Langsam überzeugt nicht nur durch seine tolle Besetzung, sondern auch durch seine packende Geschichte. OK, wie die meisten anderen Actionfilme auch setzt Stirb Langsam häufig die Gesetze der Physik außer Kraft, aber nichtsdestotrotz bietet McTiernans Streifen eine immer spannender werdende Story, die mit mehreren überraschenden Wendungen auftrumpft, wodurch sich der Film ebenfalls vom Gros der Achtziger – Actioner unterscheidet. Stirb Langsam bleibt bis zur letzten Sekunde spannend!

Stirb Langsam setzte aber auch in puncto Actionszenen neue Maßstäbe. Sicher, die im gleichen Jahr erschienenen Filme Rambo III (Stallone) und Red Heat (Schwarzenegger) mögen zwar mehr Explosionen und Leichen, bzw.  Verfolgungsjagden mit Bussen im Programm haben, aber McClanes Feuergefechte und Zweikämpfe mit Grubers Terroristen, die sich in ihrer Intensität von Szene zu Szene steigern und von Kameramann Jan de Bont (Speed, 1994) hervorragend eingefangen wurden, übertreffen diese locker. Außerdem bietet Stirb Langsam deutlich spektakulärere Stunts, wie z.B. McClanes Sprung vom explodierenden Dach des Wolkenkratzers.

Zu guter Letzt wird Stirb Langsam von einer gesunden Portion Humor abgerundet. McClane kommentiert das mörderische Geschehen um ihn herum stets mit einem lockeren, ironischen Spruch und auch außerhalb der Kampfzone kommt es zu der einen oder anderen witzigen Situation, allerdings ohne in billigen Klamauk abzugleiten. Beispiele hierfür sind  Al Leong (Handlanger in zig Actionfilmen, z.B. in Lethal Weapon – Zwei Stahlharte Profis, 1987), der kurz vor einer entscheidenden Schießerei,sich verschämt umschauend,nach einem Schokoriegel greift oder der Kommentar des Polizeichefs, als die beiden FBI – Agenten mit ihrem Helikopter abgeschossen werden.

Wie man´s auch dreht und wendet: Stirb Langsam ist durch und durch perfektes Actionkino, wie man es nicht besser machen kann. Wer sich auch nur ansatzweise für das Genre interessiert, muss Stirb Langsam mindestens einmal gesehen haben. 

10/10
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Kommentare

01.05.2016 10:33 Uhr - Pratt
DB-Helfer
User-Level von Pratt 23
Erfahrungspunkte von Pratt 11.737
Amen to that. Tolles Review, ein Film der Maßstäbe setzte!!!

01.05.2016 12:07 Uhr - Horace Pinker
User-Level von Horace Pinker 21
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 9.350
Tolle Besprechung eines Klassiker des Action Genres. Auch wenn mir dieser Film sehr gut gefallen hat, muss ich gestehen das Teil 2 mein Favorit der Reihe ist.

01.05.2016 13:29 Uhr - NoCutsPlease
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.120
Super Review zu einem der größten Meilensteine des Genres.
Da "Stirb langsam" hier wohl wirklich jeder kennt, ist auch dein freudiges Spoilern kein Problem. :-)

Für manch einen Film mag es der Todesstoß sein, wenn man mit vier Oscar-Nominierungen leer ausgeht, aber hier hat das keinerlei Nachteile gebracht. Wie auch, der Streifen ist einfach zu gut!

02.05.2016 14:02 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 14
Erfahrungspunkte von Punisher77 3.423
Vielen Dank, Leute, freut mich, dass Euch das Review gefällt.
Ich versuche mein Mögliches, allzu grobe Spoiler zu vermeiden, aber was STIRB LANGSAM angeht, denke ich, dass er im Grunde schon Allgemeingut ist und ihn die meisten kennen dürften.

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