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Daughter of Darkness

(Originaltitel: Mit Mun Caam Ngon Zi Jip Saat)
Herstellungsland:Hongkong (1993)
Genre:Horror, Drama, Erotik/Sex, Komödie,
Krimi, Thriller
Alternativtitel:Mie Men Can An Zhi Nie Sha
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Wei wird von ihren Eltern als Minderwerdig eingestuft. Nur ihr Freund Kei hat sie schon immer geliebt. Der Alptraum beginnt. Wei wird von ihrem Vater vergewaltigt. Frustriert und hilflos flüchtet sie zu ihrem Freund. Aber ihr Vater quält sie weiterhin. Bei einem Vorfall schnappt sich Wei die Waffe von ihrem Freund Kei und erschießt ihren Vater sowie die Mutter. Jahre nach der Unterdrückung und der Frustration die sie ertragen musste, tötet sie brutal ihre ganze Familie...
eine kritik von angertainment:

Daughter of Darkness ist ein kleiner fieser Film, der eigentlich als Liebes-Drama inszeniert ist, aber auf Grund der dargestellten Misshandlungen einen besonderen Ruf unter den Cat-III-Titeln geniesst. Dieser Umstand kommt wohl durch den recht reisserischen Titel (für ein Drama) und besonders dem Umstand, das im Ursprungsland Hongkong sowie international keine vollständig ungeschnittene Fassung mehr auf digitalem Medium erhältlich ist. Die damalige Erstauflage auf VHS ist 1993 nur kurzzeitig auf dem Markt gewesen und hat auf Grund diverser delikater Szenen und Inzest-Anleihen sogar in Hongkong Freigabeprobleme bekommen.

Story: Das Mädchen Fei stürmt auf die Polizeistation und berichtet, dass ihre gesamte Familie umgebracht wurde und sie sie dort tot aufgefunden hat. Polizeiinspektor Lui fährt mit der neuen Kollegin sofort zum Tatort und möchte ihr seine eigene Art präsentieren, den Tathergang zu rekonstruieren. Da sich die Aussagen Fei's aber im Laufe der Zeit unterschiedlich ergeben, wird diese noch mal zum Verhör mitgenommen. Sie berichtet ein schreckliches Ereignis und von ihrem Leid.

Der Film thematisiert die Unterdrückung einer Jugendlichen in ihrer eigenen Familie und die sexuelle Misshandlung ihres Stiefvaters, die von den restlichen Familienmitgliedern pauschal "übersehen" wird, da sie eh keine große Meinung von ihrer Schwester haben. Fei, die betroffene Tochter wird regelmäßig von ihren Geschwister beleidigt und von der Mutter als Schande beschimpft. Der Stiefvater hat es eh nicht so mit Treue und vergewaltigt die Tochter eines Tages im Alkoholrausch. Ihre Pein wird allerdings noch größer, als das die restlichen Familienmitglieder nicht interessiert. Durch kompromittierende Fotos und der Scham darüber, wird sie nun erpresst und es bleibt eben kein Einzelfall der sexuellen Übergriffe. Der Liebhaber der jungen Fei ist allerdings außer sich und sie planen einen Racheakt.

Wichtig ist meiner Meinung nach, das man den Film nicht pauschal mit Horrorfilmen gleichsetzt und ihn eben als tragische Erzählung einer seelisch-geschändeten jungen Frau ansieht, um auch keine falschen Erwartungen zu wecken. Ja, es gibt nackte Haut zu sehen, aber genau hier unterscheiden sich die Szenarien ungemein. Denn beim Sex mit ihrem Partner wird langsame Musik und ein weiches Bild genutzt, wohingegen bei den Übergriffen des Vaters schnelle Bildabfolgen, ein verstörender Score und passenderweise unbequeme Stimmung herrscht. Die Präsenz ihres Stiefvaters wird hervorragend durch Ho Ka-Kui (Underground Banker, Story of Ricky) verkörpert, der einfach schon durch seine Anwesenheit unbehagen auslöst, was gut mit dem Score untermalt wird. Die Tochter wird von Lily Chung gespielt, welche anscheinend eine Affinität hat in Vergewaltigungs-Szenarien (Red To Kill) mitzuspielen. Chung war zum Dreh-Zeitpunkt bereits 29 Jahre alt, schafft es aber dennoch die unschuldig-geplagte Minderjährige zu mimen, obwohl ihr Körper bereits weiter entwickelt ist. Ihre Szenen mit Ho Ka-Kui sind wirklich unangenehm, wenn er über sie her fällt, was gut zur Stimmung des Films passt. Den eigentlichen Liebhaber spielt Hugo Ng, welchen sie auch in weiteren Filmen zur Seite hat und 1995 sogar heiratete. Die Liebesszenen und Dialoge zwischen den beiden sind schon fast eine Romanze für sich.

Im Kontrast zur düsteren Familien-Tragödie, gibt es dann noch Charakter-Darsteller Anthony Wong als tollpatschigen polizeilichen Ermittler. Völlig anders geartet zum Rest des Films, blödelt dieser Bulle gerne mal mit seinen Delinquenten rum und hat auch Freude daran sich bei Tatorten in lustigen Posen fotografieren zu lassen. Die neue Kollegin im Dienst wird von ihm angelernt und so kommt es zu einigen komischen Momenten. Dieser Part wirkt im Nachgang betrachtet etwas konstruiert, aber eben nicht überflüssig da so ein passendes Bild von dem vermittelt wird, wie das Polizeiverhör überhaupt zusammenkam, da Fei hier die Tat in Details gesteht.

Regisseur Kai-Ming Lai (Peeping Tom, Prison on Fire) hat 1994 auch direkt ein Sequel gedreht, welches zwar ebenso mit dem bedrohlichen Ho Ka-Kui gut besetzt ist, aber sonst lange nicht so intensiv rüber kommt. Das Sequel hat nichts mit der Geschichte von diesem Film hier zu tun, sondern ist ein quasi themenverwandter Neuaufguss mit etwas mehr Sleaze. Ohne zu viel verraten zu wollen, ist die Geschichte um Fei hiermit konsequenterweise abgeschlossen. Ohnehin ist der Regisseur später eher in zeigefreudigere aber ebenso banalere Gefilde (Ancient Chinese Whore House, Trilogy of Lust) abgeglitten.

Ein weiterer Film, der auf Grund seiner expliziten Vergewaltigungs-Thematik einen Ruf geniesst, aber grundsätzlich nicht nur schocken will. Mit beklemmender Atmo, einer Note Klamauk, einer Portion Romantik und ein bitterer Blick hinter eine kaputte Familie. Der Einstieg wird durch die ulkigen Polizeitrottel vereinfacht, endet aber im dramatischen Finale und bietet den Figuren genügend Tiefe um den Zuschauer mitzureissen. Längen kommen so gut wie Keine auf, ausser das die sexuellen Übergriffe vielleicht etwas - aber das steigert für den einen die Schauwerte und für den anderen die Intensität.

Nicht für jeden zu empfehlen, hat aber Charme.

7/10
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Kommentare

04.05.2016 11:12 Uhr - JasonXtreme
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Abermals... Hut ab! Schließe mich da völlig an. Als reinen CATIII würde ich den nicht wirklich sehen - eher als düsteres Drama. Hier hat mich die Blödelei um Wongs Charakter definitiv gestört - wirkt angesichts des Rests absolut fehl am Platz.

04.05.2016 11:39 Uhr - cecil b
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Wieder ein schönes Beispiel dafür, auf welch hohem Niveau man auch 'geschmacklose' Filme der derben Art rezensieren kann! Von vielen Seiten beleuchtet, sprachlich gewand, treffend, gut durchdacht. Mein Eindruck. :)

04.05.2016 11:42 Uhr - NoCutsPlease
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Interessant, da war jemand zum Urlaub in Spanien und kommt auf einer Fernost-Welle reitend zurück! ;-)
Aufschlussreich beschrieben! Der Film klingt wirklich nach einem harten und verstörenden Drama, das man nicht mit plakativen Rape-and-Revenge-Streifen in einen Topf werfen sollte.

PS: "Daughter of Darkness", da fällt mir als erstes ein gleichnamiges Lied von Tom Jones ein.

04.05.2016 11:51 Uhr - Angertainment
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Hey :)
Danke für das tolle Lob an alle. Ja, ich habe mich beim entspannen im Urlaub trotzdem mit ein paar unbequemen Filmchen erfreut. So muss das, wenn die Sonne untergeht - wird's eben dunkel ... muhaha.
@Jason: ja es mag deplatziert wirken, aber sind ja quasi nur die ersten 15 Minuten.

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