SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware The Dark Pictures: Little Hope · Rette deine Seele · ab 29,99 € bei gameware

The First Avenger: Civil War

(Originaltitel: Captain America: Civil War)
Herstellungsland:USA, Deutschland (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:Captain America 3
Captain America: Serpent Society
Captain America: The Fallen Son
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,69 (41 Stimmen) Details
inhalt:
THE FIRST AVENGER: CIVIL WAR beginnt genau dort, wo „Avengers: Age Of Ultron“ aufgehört hat. Unter Führung von Captain Steve Rogers ist das neue Team der Avengers weiterhin für den Erhalt des Friedens im Einsatz, als sie in einen internationalen Vorfall verwickelt werden, der erhebliche Kollateralschäden verursacht. Schnell werden Forderungen nach einem neuen Führungsgremium laut, das entscheidet, wann die Dienste der Avengers wirklich benötigt werden. Der neue politische Druck und das daraus entstehende Kräfteringen treiben das Team langsam auseinander und spalten es in zwei Lager. Das eine wird angeführt von Steve Rogers und seinem Wunsch, die Freiheit der Avengers aufrechtzuerhalten und sie in ihrer Arbeit zum Schutz der Menschheit vor jeglicher Einmischung der Regierung zu schützen. Das andere Lager folgt Tony Stark und seiner überraschenden Entscheidung, die Avengers unter staatliche Kontrolle und Verantwortung zu stellen. Unüberwindbare Gräben tun sich auf – gerade als ein neuer, ruchloser Feind auf der Bildfläche erscheint.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dimetrodon12:

Review: Captain America: Civil War

 

Mit Batman v Superman: Dawn of Justice wurde jüngst ein erster Versuch getätigt, ein übergreifen­des und miteinander verwobenes Universum für die Charaktere aus den DC-Comics zu starten. Trotz eines finanziell starkem Start stieß der Film bei vielen Kritikern und Zuschauern eher negativ oder enttäuschend auf. Marvel Studios haben seit 2008 mit Iron Man und The Incredible Hulk auf so ein vereintes Universum hingearbeitet, dem MCU (Marvel Cinematic Universe). Mit Captain America: Civil War, der thematisch seinem DC-Konkurrenten ähnelt, tritt das MCU bereits in seine dritte Phase.

Um die Superhelden der Avengers besser zu kontrollieren wird von der UN die „Sokovia Accords“ vorgeschlagen, ein Programm, welches die Avengers unter die Kontrolle der UN bringt. An diesem Vertrag spaltet sich jedoch die Avengers-Truppe in zwei Lager. Tony Stark/Iron Man unterstützt das UN-Abkommen, während Steve Rogers/Captain America sich dem entgegenstellt um so seinen Freund Bucky, den Winter Soldier, zu retten, der für einen Anschlag verantwortlich gemacht wird. Es läuft dabei alles auf eine Konfrontation zwischen den beiden Seiten hinaus, während ein un­scheinbarer Mann im Hintergrund die Fäden zieht.

Die Grundidee zu Captain America: Civil War ist natürlich die Comicvorlage Civil War. Allerdings wird ein einem Vergleich schnell klar, das vieles abgeändert wurde. Außer dem Vertrag Superhelden zu Kontrollieren und der darauf folgenden Feindschaft zwischen Iron Man und Captain America gibt es kaum Übereinstimmung. Viele Charaktere wurden einfach weggelassen und die Story wurde stark abgeändert um in das MCU zu passen. Somit sollte es vor allem Fans des MCU gefallen, wäh­rend eingefleischte Fans der Vorlage vielleicht einige Wendungen vermissen könnten. Der ganze ti­telgebende Civil War wird hier in einem sehr verkleinerten Rahmen dargestellt, wodurch man sich aber auch besser mit den Charakteren identifizieren kann.

Die Geschichte selbst wird dabei spannend und rasant erzählt. Es sind durchaus Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger Captain America: The Winter Soldier zu erkennen, es wird aber weniger Fokus auf Verschwörungen gelegt. Der Hauptfokus bezieht sich viel eher auf den Konflikt zwischen den bei­den Parteien von Superhelden. Die Handlung lässt dabei mehrere Actionszenen wunderbar einflie­ßen und sorgt somit für einen hohen Unterhaltungswert. Was leider etwas negativ auffällt sind die Motive hinter einigen Charakteren. Bei einigen wird hier nichts genaues angegeben. Auch wirkt der Film, besonders im Vergleich mit seiner Vorlage, etwas ins Nichts führend. Auf die heftigen und teils unerwarteten Wendungen des Comics wird hier nicht eingegangen. Zwar sieht es am Ende an­ders aus als vorher, allzu enorme Veränderungen darf man aber nicht erwarten.

Captain America: Civil War bietet eine Vielzahl an Actionszenen, die allesamt gut zu unterhalten wissen. Leider sind sie aber auch, bis auf eine Ausnahme, nicht grade originell. Sie bestehen aus den üblichen Verfolgungsjagden und Kämpfen, deren Ausgang oftmals vorhergesagt werden kann. Die große Ausnahme ist hier die in den Trailern und auf den Postern schon angeteaserte Schlacht zwischen den beiden Heldenteams. Und hier schafft es der Film deutlich Pluspunkte zu sammeln. Zwölf Superhelden stehen sich in einem erbitterten Kampf auf einem Flughafen gegenüber. Der Film schafft es dabei aber jedem der Kämpfer genug Zeit zu geben, so dass man alle in Aktion se­hen kann. Das ist besonders interessant bei den Neuzugängen oder jüngeren Charakteren des MCU, wie Ant-Man, der im Kampf noch eine große Überraschung mitbringt. Alle Actionsequenzen sind hier gut in Szene gesetzt. Besonders von den Effekten her gibt es kaum etwas zu bemängeln. An ei­nigen Stellen wirkt extremes Kamerawackeln etwas störend, wenn es drauf ankommt ist aber alles im Bild.

Der Film bombardiert uns mit einer großen Menge an alten und neuen Gesichtern. Steve Rogers/Captain America ist dabei deutlich in der Hauptrolle zu sehen (sein Name gibt ja auch den Titel des Films). Erneut von Chris Evans verkörpert, gibt es hier eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Wir bekommen den bekannten, loyalen und tapferen Captain wie üblich. An seiner Seite steht an erste Stelle Bucky Barnes/Winter Soldier (Sebastian Stan), der Antagonist aus dem zweiten Soloa­benteuer von Captain America und sein ehemals bester Freund. Hier bekommt Bucky Teile seiner Persönlichkeit wieder und wird allgemein humaner dargestellt, als im Vorgänger. Falcon (Anthony Mackie) und Hawkeye (Jeremy Renner) stellen sich ebenfalls auf Rogers Seite, lassen aber kaum neue Charakterzüge erkennen. Anders sieht das bei Wanda Maximoff/Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) aus. Nach dem unglücklichen Verlauf einer Mission, die zu mehreren zivilen Todesfällen führte, fühlt sie sich für diese verantwortlich. Der Film geht nicht besonders stark darauf ein, zeigt uns damit aber auch kurzzeitig die Schattenseiten des Superheldenlebens. Als letzten Verbündeten konnte sich Cap noch Scott Lang/Ant-Man (Paul Rudd) sichern. Seit Ant-Man vom letzten Jahr ist er mein persönlicher Favorit im MCU und hat somit subjektiv betrachtet zu wenig Screen-Time. Aber da es ja ein Captain-America-Film ist, ist es durchaus zu verkraften, besonders da er in seinen wenigen Szenen mit Humor und coolen Aktionen überzeugen kann.

Dieser Seite gegenüber steht Tony Stark/Iron Man (Robert Downey Jr.), der hier etwas vernünftiger und auch trauriger wirkt, als in den ersten beiden Phasen des MCU. Ein kleiner Teil seiner Vergan­genheit findet dabei auch noch einen Weg in die Geschichte. Wie üblich steht War Machine (Don Cheadle) an seiner Seite. Hierzu kommen noch Black Widow (Scarlett Johansson) und Vision (Paul Bettany). So weit so bekannt, aber Team Iron Man trumpft noch mit den beiden Neuzugängen des MCU auf. Der afrikanischer Prinz T'Challa (Chadwick Boseman), der als Black Panther Rache an Bucky für den Anschlag auf seinen Vater ausüben möchte und der junge Peter Parker (Tom Hol­land), der als Spider-Man besonders in dem großartigen Superheldenkampf mit geschickten Manö­vern und ordentlich Humor überzeugen kann (quasi der Ant-Man von Team Iron Man). Beider Cha­raktere wurden gut eingeführt und bekommen ein paar klasse Szenen, so dass man ihre Solofilme in der dritten Phase des MCU mit Vorfreude erwarten kann. Das bei dieser Vielzahl an Charakteren ei­nige etwas untergehen ist kein Wunder. Captain America, Bucky und Iron Man sind hier ganz klar im Vordergrund anzusiedeln, bei den anderen handelt es sich eher um wichtige Nebenrollen. Das dabei auch viele andere prominent besetzte Rollen in den Hintergrund geraten ist aber zu verkraf­ten. Neben den Helden sieht man unter anderem Daniel Brühl als Zemo, Frank Grillo als Crossbo­nes, Marisa Tomei als Spideys Tante May, Martin Freeman und Wiliam Hurt in kleinen Nebenrol­len. Und natürlich auch das obligatorische Stan Lee Cameo.

Alles in allem ist Captain America: Civil War ein sehr unterhaltsamer und durchaus spannender Film, der mit viel Action Langeweile keine Chance gibt. Aus der normalen Masse an Actionsequen­zen sticht eine besonders hervor und schafft es, allen zwölf Beteiligten etwa gleiche Screen-Time einzuräumen. Das große Ensemble an Superhelden sorgt zwar dafür, dass einige Charaktere in den Hintergrund fallen, es ist aber immer noch ein Captain-America-Film, kein neues Avengers-Abentu­er, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Viel Action und viel Humor (inklusive einem kleinen (vielleicht sogar ungeplanten) Seitenhieb auf den DC-Konkurrenten) und fast alles was das MCU zu bieten hat macht den Film zur Pflichtveranstaltung aller Marvel-Fans. Allen anderen ist der Film für einen unterhaltsamen Abend mehr als nur empfohlen, aber Achtung, es wird Vorwissen aus der zweiten Phase vorausgesetzt. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten, und meine erfüllten Erwartungen, so wie neue Erwartungen an die weiteren Filme, besonders die Soloabenteuer der Neuen.

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Jenseits
Dimetrodon12
8/10
Cure
Dimetrodon12
9/10
Life
Dimetrodon12
8/10
die neuesten reviews
Savaged
tp_industries
5/10
John
Phyliinx
7/10

Kommentare

04.05.2016 18:19 Uhr - NoCutsPlease
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.125
Also für mich als Nicht-MCU-Insider liest sich das Review auf jeden Fall interessant und aufschlussreich.
Ansonsten würde ich dir noch empfehlen, ein paar Flüchtigkeitspatzer ins frühe Paläozoikum zu verbannen, denn dann liest sich das Ganze noch besser! :-)

PS: Vor knapp zehn Jahren hat Marisa Tomei noch Doggystyle-Szenen abgeliefert und mittlerweile ist sie alt genug, um Tante May zu spielen. Wie doch die Zeit vergeht!

04.05.2016 20:19 Uhr - UncleBens
1x
User-Level von UncleBens 4
Erfahrungspunkte von UncleBens 274
Berechtigte Wertung! Der Film hat sogar Chancen, bei mir auf Blu Ray ganze 9 Punkte zu erlangen. Super Review, womöglich der bisher beste MCU-Film!

05.05.2016 10:13 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.227
Differenziert und aufschlussreich besprochen! Tolle Review!

NCP. "Außer dem Vertrag Superhelden zu Kontrollieren...."

Genau, vielleicht schaust du noch mal drüber. Aber das Review ist so oder so super.

06.05.2016 09:40 Uhr - leichenwurm
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Jau... ich hab mir den Film gestern auch angesehen und kann mich deiner positiven Bewertung anschliessen. Ausserdem empfand ich die jeweiligen Handlungsmotivationen wirklich ALLER Figuren sehr gut nachvollziehbar. Generell gelingt es dem Film den Konflikt mit einer stets nachvollziehbaren und logischen Kausalität zu unterfüttern. Ich hatte zu keinem Zeitpunt das Gefühl, dass sich Figuren konträr zu ihrer bisherigen Entwicklung im "MCU" verhalten würden. Das passt alles wie die Faust aufs Auge und funktioniert gerade durch die Tatsache, dass man die Figuren schon mehrere Filme lang kennt, ausgezeichnet (ein Vorteil den der allseits verschmähte "Batman v Superman" nicht hatte). Einzig und allein "Spider-Man" lässt etwas Raum für (minimale) Kritik... sein Auftritt und vor allen Dingen seine Action-Szenen sind super, allerdings hätte ich auch nix dagegen, wenn der gute Peter Parker so langsam mal die High-School verlassen und erwachsen werden dürfte... ;-))

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)