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Versus - Fürchte deinen Gegner

(Originaltitel: Versus)
Herstellungsland:Japan, USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Splatter
Alternativtitel:Down to Hell 2
Down 2 Hell - The Return
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,52 (69 Stimmen) Details
inhalt:
Zwei Ausbrecher auf der Flucht. Zuerst läuft alles nach Plan, aber ihre Komplizen spielen falsch: Der Treffpunkt im Wald wird zur Stätte eines unfassbaren Blutbads. Und dieses Massaker ist erst der Anfang in einem gnadenlosen Kampf um Leben und Tod, bei dem nicht weniger als die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht.
eine kritik von laughing vampire:

Anscheinend gilt das vorliegende Werk des Final-Wars-Regisseurs Ryūhei Kitamura als Kultfilm, und dennoch konnte ich mich erst kürzlich dazu überwinden, mir Versus anzutun. Ein Grund ist sicherlich, daß ich bereits im Voraus wußte, daß quasi der komplette Film in einem Wald gedreht wurde, und so etwas funktioniert in den seltesten Fällen -- schon gar nicht bei Filmen, die weder mit interessanten Charakteren oder einer durchdachten Handlung punkten wollen (Sprichwort Kammerspiel), sondern allein mit Action und Splatter. Und dämlichem Humor.

Irgendwo im "Wald der Wiederauferstehung" (Kōsen-gaeri no mori) liegt eines der Portale zur Hölle (oder so), und ein paar Yakuza-Gangster treffen sich dort, weiß der Teufel warum. Zwei sind irgendwie aus einem Gefängnis entkommen, die restliche Bande soll sich irgendwie um sie kümmern/sie hintergehen/was weiß ich. Dann kommen Zombies, weil es eben der "Wald der Wiederauferstehung" ist und die Gangster dummerweise ihre ganzen Toten dort verbuddelt hatten. Dann kommt ein Joe-Odagiri-Klon, der irgendeine Art Gottheit ist. Dann gibt's Action und Splatter, und was weiß ich. Der eine Gangster ist dann die Wiedergeburt eines Typen von vor 500 Jahren, und gähn.

Das ist alles völlig nebensächlich, denn Kitamura brauchte lediglich irgendein beliebiges Setting, um seine mit Ledermänteln, Sonnenbrillen und fetten Knarren ausgestatteten Schauspieler in diversen "coolen" Kameraeinstellungen zu (zugegebenermaßen ganz tanzbarer) Technomusik gegeneinander kämpfen zu lassen. Also in etwa das, was er mit Godzilla: Final Wars mit seinen Alien- und Monsterkämpfen wiederholt hat, nur gab's dort wenigstens etwas mehr zu sehen als Wald, und die bescheuerte Story konnte ebenfalls einiges retten, wodurch sich dieser Eintrag in der Godzilla-Saga tatsächlich etwa so anfühlt wie zu langer Geschlechtsverkehr: Hirnlos und geil, wenn auch auf Dauer etwas anstrengend.

Bei Versus ging die Rechnung für mich jedoch gar nicht auf: Es gibt nicht einmal eine Entschuldigung für eine Handlung, die Charaktere sind völlig belanglos, die Action auf Dauer einfach nur ermüdend und gewollt cool. Auch effektmäßig konnte mich hier nichts vom Hocker reißen, obwohl zwei, drei Splatterszenen doch ganz interessant waren. Aber gut, zweckmäßig eben. Irgendwann rutschte ich nur noch unruhig auf meinem Bett (in Ermangelung eines Sofas) rum und hoffte, daß der ganze Quatsch bald vorbei ist und ich vielleicht noch irgendeinen dialoglastigen 50er-Jahre-Film in Schwarzweiß sehen kann. Da es dann aber noch 50 Minuten so weiterging, war ich danach effektiv zu müde und irgendwie auch zu genervt. Auffällig war im Nachhinein allenfalls noch, daß ich bei der Zigarette danach unbewußt versuchte, coole Posen zu machen. Na ja.

Schlimm auch, wie der Film etwa ab der Hälfte versucht, sich und seine kaum vorhandene Mythologie ernst zu nehmen, nachdem er zuvor wirklich ausschließlich auf Slapstick der übelsten Sorte gesetzt hat. Hätte er einfach so weitergemacht, wäre mein Urteil vielleicht ein kleines bißchen milder ausgefallen, aber dieser plötzliche Wandel, die ermüdenden und lächerlichen "Rückblicke" und das völlig behinderte Ende haben dem Werk dann effektiv den Rest gegeben.

Ich gehe davon aus, daß Kitamura zu der Riege von Regisseuren gehört, die in ihrem Leben noch nie ein Buch gelesen oder einen Filmklassiker ohne Zombies und Dämonen gesehen haben. Deren Ergüsse können manchmal glücken, wenn sie mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten, aber in den meisten Fällen geht's trotzdem in die Hose. Vor allem, wenn sie meinen, mit ihrer "Kreativität" auf dem Niveau eines hyperaktiven Sonderschülers zwei Stunden Film füllen zu können -- das geht einfach nicht. Manche Regisseure schaffen es ja tatsächlich, daß sich vier Stunden wie eine anfühlen, aber hier ziehen sich 90 Minuten bereits wie Kaugummi, selbst wenn man dem Szenario bzw. Konzept nicht bereits von vornherein abgeneigt ist.

Versus ist definitiv der Film, den ich mit 12 Jahren für den besten Film der Welt gehalten hätte und der mich gerade deshalb gleichermaßen gelangweilt wie peinlich berührt hat. Meiner Meinung nach kann man sich diesen Quatsch also getrost sparen.

3/10
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Kommentare

08.05.2016 23:03 Uhr - NoCutsPlease
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Höhö, das ist ja mal ein sehr unterhaltsamer Einlauf, den du diesem Film verpasst.
Ich habe den bislang nicht gesehen, da mir der zappelige und sinnlos wirkende Trailer schon gereicht hat. Vor ein paar Monaten hatte mich das 10/10-Review zu dem Titel mal kurz aufhorchen lassen, aber dabei blieb es dann auch.

09.05.2016 01:49 Uhr - Grrrg
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Äußerst unterhaltsames Rev, das meine Meinung zum Film ziemlich trifft. Bevor man aber Kitamura komplett verdammt, sollte man sich noch "No one lives" anschauen. Der ist nämlich sehr gut.

09.05.2016 02:55 Uhr - Freeman
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Ein sehr gutes Review. Unterhaltsam, amüsant und locker flockig im Lesefluss. Meinen Dank dafür. :-)

"Versus" war eigentlich immer einer der Filme, die ich irgendwann mal noch schauen wollte. Mittlerweile und nach Genuss deiner Filmkritik, muss das nicht mehr wirklich sein. Gut, bleibt mehr Zeit für interessante Filme. Ach ja, ich stimme "Grrrg" zu, "No One Lives" ist wirklich sehr gut.

MfG Freeman

09.05.2016 08:04 Uhr - dicker Hund
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Coole Posen bei der Zigarette danach? Was für ein spaßiger Text;-)

Den Film fand ich als splatterigen No-Brainer gar nicht mal so schlecht. Die Besprechung spitzt allerdings durchaus berechtigte Kritikpunkte zu...

09.05.2016 09:07 Uhr - Angertainment
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Hui,
da sind wir nicht einer Meinung. Ok, deine Kritikpunkte treffen im Großen und Ganzen zu, aber mit so einer schlechten Note muss dieses übertriebene Werk dann doch nicht gestraft werden. Du sagst es ja selbst, es ist eine Betrachtungssache und wenn man inzwischen lieber tiefgehendere Werke schaut, ist dieses Trashfest vielleicht nicht das richtige... Aber dein Text ist durchaus lustig zu lesen :)

09.05.2016 09:10 Uhr - JasonXtreme
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Hähä ok, kann man so ausdrücken. Ich fand den bei Erscheinen auch ziemlich cool, würde den heute aber ganz sicher völlig anders werten, wenn ich ihn nicht kennen würde. Auf mehr als ne 5 oder 6 käme der aber auch so nicht mehr. Damals waren halt noch andere Zeiten, und der asiatische Film hier noch alles andere als verbreitet - da ging es ja grade mal mit den DVDs los hierzulande...

Kitamuras MEAT TRAIN ist dennoch wirklich unterhaltsam, und NO ONE LIVES mehr als nen Blick wert, wie meine Vorredner schon sagten!

09.05.2016 09:16 Uhr - Crítter
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Hehe! Autsch. Da wurde einer meiner All-Time Favorites aber zerrissen. Jedenfalls recht interessant formuliert. Ein paar wichtige Story-relevante Infos werden komischerweise aber wieder mal mit keinem Wort erwähnt und ich frage mich, ob es sein kann, dass manche den Film gar nicht richtig checken? Mal sehen, vielleicht werde ich ja irgendwann mal ein kleines schriftliches Gegengewicht verfassen. "Down to Hell" steht jedenfalls auf der Liste der Sachen, über die ich in Zukunft vorhabe was zu texten. Die 1.5 Version hat übrigens seine Vor- und Nachteile, wobei "Samurai Zombie" überraschende Gemeinsamkeiten zu "Versus" aufweist, und für Fans nach dem enttäuschenden "Death Trance" durchaus sehenswert sein könnte. Dessen Deutsche Synchro man aber wirklich meiden sollte.

09.05.2016 16:34 Uhr - Laughing Vampire
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Ich hab's natürlich ein bißchen übertrieben formuliert und wollte dem Film sogar 4/10 geben, aber der Text las sich im Endeffekt doch zu aggressiv für diese Wertung, daher wurden es nur drei Punkte. Hat mir jedenfalls gar nicht zugesagt, und selbst wenn es etwas zu "checken" gäbe (kannst es ja gerne erläutern, Crítter :)), hätte es mich wohl ebenfalls nicht interessiert. Die Story ist hier doch wohl wirklich nur Mittel zum Zweck.

No One Lives muß ich mir dann wohl tatsächlich noch anschauen... Aber wie gesagt, "Final Wars" mag ich in seiner eigenen Hirnlosigkeit eigentlich ganz gerne. Guter Partyfilm, bei dem Kitamuras Rechnung auf jeden Fall auch für mich aufgegangen ist.

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