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X-Men: Apocalypse

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Fantasy, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,30 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Seit Anbeginn der Menschheit wurde er als Gott verehrt: Apocalypse, der erste und mächtigste Mutant des Marvel X-Men Universums, vereint die Kräfte vieler verschiedener Mutanten und ist dadurch unsterblich und unbesiegbar. Nachdem Apocalypse nach tausenden von Jahren erwacht, ist er desillusioniert von der Entwicklung der Welt und rekrutiert ein Team von mächtigen Mutanten – unter ihnen der entmutigte Magneto (Michael Fassbender) – um die Menschheit zu reinigen, eine neue Weltordnung zu erschaffen und über alles zu herrschen. Als das Schicksal der Erde in der Schwebe ist, muss Raven (Jennifer Lawrence) mit Hilfe von Prof. X (James McAvoy) ein Team junger Mutanten anführen, um ihren größten Erzfeind aufzuhalten und die Auslöschung der Menschheit zu verhindern..
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von aquifel:

Ich persönlich bin nicht unbedingt ein Comic-Crack. Als ich ein Kind/Jugendlicher war habe ich eher Comics der Marke Clever & Smart, Sturmtruppen oder Garfield gelesen. Von den "klassischen" US-amerikanischen Comics haben sich höchstens ein, zwei Lobo Comics, einige Spawn Ausgaben und die Ursprungsgeschichte von Daredevil verirrt. All die Supermans und Batmans, all die Spidermans und Iron Mans oder halt auch die X-Men waren einem zwar ein Begriff (gerade durch Zeichentrick und Real-Serien), aber die Comics hab ich nie gelesen. Von daher sei mir auch verziehen (oder halt angerechnet), dass ich in Reviews zu Comic-Verfilmungen nicht ständig auf das Ursprungsmaterial verweise. Wenn, dann ist entweder mein Bruder die Quelle oder Wikipedia^^

Aber fangen wir erstmal mit der Story an. Vor über 5000 Jahren, wenn man 3400 vor unserer Zeit mal als vor Christi Geburt interpretiert, gab es einen Mutanten namens En Sabah Nur (Oscar Isaac; Episode VII – Das Erwachen Der Macht). Er konnte seine Seele in andere Körper übertragen und so quasi ewig leben. War der andere Körper ein Mutant... nun, dann konnte er nebenbei sogar Fähigkeiten sammeln. So wurde er immer mächtiger und mächtiger, bis einige Ägypter genug hatten und eine Zeremonie unterbrachen, bei der er in einen Mutanten wechseln wollte, der enorme regenerative Kräfte hatte. Allerdings überlebte En Sabah Nur den Einsturz der Pyramide, zwar im Tiefschlaf, aber lebendig.

Im Jahre 1983, 10 Jahre nach den Ereignissen in X-Men – Days of Future Past (ich weigere mich hier den blöden deutschen Titel zu nehmen), ist an sich alles "friedlich". Die Menschen "akzeptieren" die Mutanten (mehr oder minder), Prof. Charles Xavier (James McAvoy; X-Men Erste Entscheidung & Days of Future Past) leitet weiter seine Schule mit Hank "Beast" McCoy (Nicholas Hoult; Mad Max – Fury Road) und sogar Erik "Magneto" Lehnsherr (Michael Fassbender; 12 years a Slave) lebt in Ruhe in Polen mit seiner jungen Familie. Dass nicht alles so perfekt ist, sieht man bei Raven/Mystique (Jennifer Lawrence; Die Tribute von Panem-Reihe), die versucht junge Mutanten vor ihrem Schicksal zu retten, da in vielen Gegenden Mutanten immer noch als Freaks oder Gefahr angesehen werden.

Moira MacTaggart (Rose Byrne; Bad Neighbours), deren Gedächtnis Charles geändert hat, ist derweil in Ägypten und wird Zeuge von etwas, das ziemliche Probleme verursachen wird: Einige "Kultisten"helfen En Sabah Nur wieder aufzuerstehen (bzw. da Sonnenlicht an ihn dringt gelingt ihm das selbst ganz gut).

Der frisch auferstandene Apocalypse sieht auch gleich, wie es um "seine" Welt steht: Nicht gut, denn die Schwachen regieren und es wäre mal wieder Zeit für einen seiner "Neustarts". Dafür sucht er sich nun vier Gefährten, die er in Ororo Munroe (Alexandra Shipp; Straight Outta Compton), Angel (Ben Hardy; East Enders), Psylocke (Olivia Munn; Magic Mike) und schlussendlich auch Magneto, dem ein erneuter Schicksalsschlag widerfahren ist.

Um das mal etwas abzukürzen, kommt jetzt die entscheidende Frage: Schaffen es die "guten" Mutanten, in deren Reihen sich auch ein junger Scott "Cyclops" Summers (Tye Sheridan; Scouts vs. Zombies), Kurt "Nightcrawler" Wagner (Kodie Smit-McPhee; Planet der Affen Revolution) und vor allem eine junge Jean Grey (Sophie Turner; Sansa Stark in Game of Thrones) befinden, Apocalypse aufzuhalten?

2000 hat Bryan Singer mit dem ersten X-Men Film den Grundstein für diese Reihe hingelegt und eine der, meiner Meinung nach, immer noch besten Comic-Verfilmungen abgeliefert. Auch der zweite Teil stammte von ihm. Nach 4 weiteren Filmen übernahm er das Zepter für X-Men Days of Future Past erneut und beweist auch hier wieder, warum er DER Mann für die X-Men ist. Schließlich wurde der dritte Teil der "alten" Trilogie, X-Men – the Last Stand, neben X-Men Origins: Wolverine in meinen Augen der schwächste der inzwischen 8 Filme (eine Zahl, die man eher aus Horrorfranchises, der Godzilla- oder Zatoichi-Reihe kennt), doch etwas an die Wand gefahren, betrachtet man die Möglichkeiten der Story. Ich erinnere mich noch an die Vorträge meines Bruders, wie falsch und lahm die ganze Geschichte um Jean Grey hier zu Ende geführt wurde.

Aber Singer macht wieder mal alles richtig. Anhand der Inhaltsangabe merkt man, wie viel Story da im Background wirklich mitschwingt. Dementsprechend ist X-Men Apocalypse auch herrlich anders als viele der "höher, schneller, weiter"-Verfilmungen, in denen die Tricktechnik die Hauptrolle spielt. Charaktere wie Xavier, Mystique und vor allem Magneto sind keine Sprücheklopfer oder eindimensionalen Abziehbildchen. Selbst Apocalypse ist, auch wenn er auf den ersten Blick doch etwas leicht durchschaubar wirkt, bei näherer Betrachtung etwas ambivalenter als man denkt.

Singer gibt seinen Charakteren und der im Zusammenhang auf die Vergangenheit und vor allem auch auf die Zukunft sehr komplexen Geschichte eine Menge Raum. Anders als bei den Avengers, bei denen gut 2 1/2 Stunden Laufzeit vor allem auch der Action dienen, werden hier enorm viele Kleinigkeiten mit eingebracht, die im Gesamtbild wichtig sind: Wir erfahren etwas über Storms Herkunft und grundsätzliche Motivation, wir sehen die ersten Anfänge der speziellen Beziehung zwischen Jean Grey und Wolverine (ja, Logan spielt eine kleine Nebenrolle), wir erleben einige einschneidende Ereignisse, die das Misstrauen der Menschen gegenüber den Mutanten wieder erhärten, sogar einige Hinweise auf das, was am Ende des dritten Teils der Original-Trilogie hätte passieren können/müssen erhalten wir. Und und und. Selbst nach dem Abspann gibt es noch eine kleine Szene, die manch einem nicht viel sagen mag, aber wohl gerade den Comicfans einige Andeutungen liefern dürfte.

Hier machen die X-Men Verfilmungen übrigens einiges richtig, was mich bei anderen Comicverfilmungen etwas stört: Die Vernetzung. Filmisch ist das X-Men Universum bisher stark in sich geschlossen, aber gerade dadurch wirken diese Verweise für Filmfreunde, die die Comicvorlagen nicht in- und auswendig kennen, auch wesentlich plausibler und nachvollziehbarer. Ich möchte, einfach mal als Beispiel dahingestellt, nicht einen Captain America Film gucken, um mehr über Iron Man zu erfahren (gerade da ich Iron Man cool, Captain America als Figur aber ziemlich langweilig finde. Aber mal schauen, ich muss den zweiten und dritten Cpt. America ja noch sehen, der erste gefiel mir nicht so). Egal, ob die Vorlage das so vorschreibt oder nicht. Denn ein Film ist ein vollkommen anderes Medium.

So oder so, es wäre keine Comic/Superheldenverfilmung, wenn nicht auch die Augen und Ohren etwas zu bestaunen bekämen. Natürlich wird hier teilweise ein Effektfeuerwerk abgebrannt, das sich sehen lassen kann. Zwar gibt es eher wenige "klassische" Actionszenen im Sinne vom Kampf zwischen Mutanten (die gibt es vereinzelt zwischendurch und natürlich ganz besondere im Showdown), dafür aber sehr viele beeindruckende Demonstrationen der Kraft von Apocalypse bzw. auch Magneto. Auch Quicksilver (Evan Peters; Kick Ass) hat wieder seine Hyper-Slow-Mo-Szenen, von denen insbesondere die an der Schule gleichzeitig tricktechnisch, als auch inszenatorisch mit so einigen Schmunzlern, die einfach perfekt zu dem Charakter passen, in Erinnerung bleibt. Auch Wolverines Auftritt hat was, wobei der für eine FSK 12/FSK 6 in Begleitung Erwachsener recht deftig ausfällt. Dazu gesellt sich der bei Zeiten "epische" oder eher pompöse Score mit eingien Rock und Metal-Einlagen der 80er (ich sag nur Metallica bei Angels Rekrutierung => sehr nice)... gefällt mir auch.

Über schauspielerische Leistungen brauchen wir hier nicht sprechen, der bunt gemischte Cast macht seine Sache klasse, aber selbst trotz der vernünftigen Charakterzeichnung gibt es, abeits von Fassbender als Magneto, wenige Chancen sich so richtig auszutoben. Nur eins muss man sagen: So sehr mir McAvoy als junger Xavier gefällt, den Glatzen-Look, der hier übrigens erklärt wird, sollte er lieber Patrick Stewart überlassen ;)

X-Men Apocalypse ist also wieder mal eine runde Angelegenheit: Er bietet die Effekte und genug Action um als Sommer-Blockbuster zu begeistern, hat aber auch genug Geschichte und Charaktertiefe, um das X-Men Universum voranzutreiben und wirklich zu bereichern. Mal schauen, ein dritter Wolverine wird ja schon gefilmt und es gab auch schon Gerüchte um eine adäquate Umsetzung der Dark Phoenix-Saga. Und da werde ich wieder im Kino sitzen, wohingegen mich viele andere Marvel oder Comic Verfilmungen inzwischen eher nur vor den Fernseher locken.

8/10
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Kommentare

25.05.2016 20:58 Uhr - Necron
1x
User-Level von Necron 4
Erfahrungspunkte von Necron 270
Sehr umfangreiche, aber auch passende Review. 8/10 kann ich genau so unterschreiben, nach der Sichtung im Kino. Kann man eigentlich nichts mit falsch machen. Einer der guten X-Men Filme. :)

05.06.2016 16:14 Uhr - Bearserk
Von den aktuell 3 großen Superheldenclashs (BvS, CA:CW) hat mir der Streifen am besten gefallen!

Kritik ist auch gut!

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