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Shakma

Herstellungsland:USA (1990)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Trash
Alternativtitel:Nemesis
Der Killer Pavian
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,71 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Sam gehört zum Team von Professor Sorensen, der an dem menschlichen Gehirn forscht und versucht eine Substanz zu entwickeln, die Gehirnzellen wieder regeneriert und nachwachsen lassen kann. Seinen Theorien nach steht er kurz vor einem Durchbruch und führt darum Experimente an Affen durch. Besonders vielversprechend zeigen sich die Experimente mit dem Pavian Shakma, doch ausgerechnet bei einer wichtigen Operation, bei der die Substanz getestet werden soll, stirbt Shakma. Sorensen, Sam und die andere Mitarbeiter sind bitter enttäuscht, wollen aber unbedingt weitermachen. Zur Zerstreuung planen sie für diesen Abend ein Rollenspiel, was in der Universität stattfinden soll. Aus diesem Grund kann ihnen auch niemand helfen, als Shakma über einen nach dem anderen herfällt und sie zerfleischt. Denn Shakma ist nicht tot und wurde durch die Substanz zu einer reißenden Bestie, die nur noch Blutlust kennt.
eine kritik von dicker hund:

Noch im selben Jahr, in dem sie "Dream Trap" abgedreht hatten, machten sich die beiden Regisseure Hugh Parks und Tom Logan an ein weiteres Werk, den Tierhorrorfilm "Shakma".

Die oben blumig beschriebene Story hat über die paar Zeilen hinaus kaum mehr Inhalt zu bieten. Das Szenario um das kollegiale Rollenspiel des Professors Sorenson ist im Grunde eine austauschbare Slasher-Geschichte, in welcher der maskierte Killer durch einen wütenden Pavian ersetzt wurde. Wie passend es sein mag, dass der Akteur des spielleitenden Professors schon im "Planet der Affen" (1968) den Cornelius mimte und auch schon vor der hier besprochenen Rolle im Horrorgenre aktiv war (Terry Corrigan in "Die Klasse von 1984"), sind seine Auftritte doch eher bescheiden. Als der Mann mit der Fliege erinnert er mit seinem Overacting an Dieter Hallervorden. Zu allem Überfluss fällt nach seiner Ansprache zum Auftakt des Spiels der Kommentar "Looks like fun!". Tracy (Amanda Wyss) meint damit zwar gar nicht das eher drollige Schauspiel ihres Kollegen (Humor 2/10), sondern den Inhalt des obskuren Überstundenrituals. Besonders ernst kann man das nachfolgende Geschehen in Anknüpfung an eine solche Szenenfolge indes kaum noch nehmen. Hierzu tragen auch die belanglosen Flirtereien bei, die unter anderem zwischen Tracy und Sam (Christopher Atkins, also ausgerechnet Richard aus der "blauen Lagune") ablaufen. Die übermäßig balzaffinen männlichen Rollen sind mit der im Drehbuch vorgesehenen Null-Lösung im Erotikbereich absolut inkompatibel. Hier und da ein paar schlüpfrige Andeutungen, höchstens mal ein Kuss, bei intimeren Angelegenheiten wird brav ausgeblendet (Sex 1/10). Auch sonst stellt sich oft die Frage nach der geistigen Reife der maskulinen Teilnehmer. Einer von ihnen springt zum Beispiel mit einer Karnevalsmaske in den Warteraum, in dem sich die weiteren Spieler aufhalten. Hierdurch erschreckt er seine KollegInnen, während er den Zuschauer ob des ausgelutschten Klischees und der rekordverdächtig wirkungslosen Inszenierung des Auftritts fremdbeschämt.

Der eigentliche Star des Films ist der Pavian mit dem titelgebenden Namen "Shakma". In bester Slashertradition fährt er mit einer martialischen Präsenz auf. Man hat es hier mit einem tobenden Ungetüm zu tun, das an Türen springt und mit Fäusten dagegen hämmert, wenn es nicht gerade randaliert. Derartiges Verhalten erhält durch den intensiven Score aus zitterig-tröpfelnd gestalteten, instrumentalen Tönen den passenden Rahmen, wenn es in eine Jagd auf die zahlenmäßig kleiner werdenden Überlebenden übergeht. Obwohl die Kills fast ausschließlich im Off stattfinden und für Effekte im Grunde Fehlanzeige gemacht werden muss (Gewalt 4/10), entfaltet sich in solchen Szenen durchaus erst einmal die intendierte Stimmung (Horror 6/10). Dieses aufgehende Rezept reizt der Film dann vollständig aus, bis sich der Zuschauer an die Wiederholungen gewöhnt und alles gesehen hat, was die routinierten Schockmomente hergeben können. Der Höhepunkt der Schauwerte wird nach etwa einer Stunde geboten.

Danach gehen dem Drehbuch die Ideen aus, so dass sich die restlichen 40 Minuten in zähem Tempo dahinschleppen. Zwischen den bewährten und überstrapazierten Einsätzen des buschigen Affens inspizieren die austauschbaren Charaktere diverse Räume, besprechen Fluchtstrategien oder stieren einfach nur ängstlich vor sich hin. Mit überragender Schauspielkunst ließe sich eine solche Drehbuchhürde vielleicht überwinden, das gebotene Mittelmaß lässt jedoch Langeweile aufkommen. Diese wird verstärkt durch die unübersehbar schlechte Alterung im äußeren Erscheinungsbild: Das Spiel wird über einen PC geleitet, dessen C64-Grafik im Gegensatz zu den aus der Konkurrenz bekannten, hier aber fehlenden Blutfontänen und nackten Brüsten immer wieder onscreen ist. Der uralte graue Klotz von einem Rechner wirkt einfach blass - genau wie das ganze Set. Denn das Universitätsklinikum, das ununterbrochener Schauplatz des Geschehens bleibt, ist genauso karg und farblos gehalten. Und dies macht aus ihm nicht etwa eine triste oder verstörende Umgebung - nein, vielmehr hinterlässt das Gebäude den öden Eindruck einer Arbeitsamtaußenstelle nach Dienstschluss. Die Linse versucht vor einem solchen Hintergrund zu retten, was zu retten ist. Hierbei findet sie manchmal günstige Winkel, was das einmalig zu erkennende Mikrofon am oberen Bildrand in der Szene "Tracy ruft im Treppenhaus" verzeihen lässt. Das Ergebnis wird allerdings nicht selten durch die mangelhafte Ausleuchtung sabotiert, durch welche die im Dunkeln gedrehten Einstellungen nicht unheimlich, sondern einfach dilettantisch wirken.

So gestaltet sich "Shakma" als Film mit einigen Stärken, aber auch zahlreichen Schwächen (4/10 Punkten). Wer Wert auf akustisch wohlbegleitete Schockpassagen legt, die auf kompetenter Tierdressur basieren, kann dennoch einen Blick riskieren. Aus dem Plot könnte man übrigens noch Subtext dahingehend herauslesen, dass Tierversuche böse sind und die unterdrückte Kreatur sich dafür schrecklich rächt. Wie überzeugend das angesichts einiger Einstellungen, die ohne Provokation des Pavians wohl kaum gelungen wären, erscheinen mag, sei dahingestellt. Freigegeben ist dieser Tierhorror jedenfalls für Subgenreverhältnisse seltenerweise nur für Erwachsene (FSK 18) - vielleicht weil viele Jugendliche sich aus Behördensicht ohnehin schon wie Paviane benehmen?

4/10
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Kommentare

13.06.2016 07:24 Uhr - Horace Pinker
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Erneut ist dir eine sehr unterhaltsame und exellent geschriebene Kritik gelungen dicker Hund . Auf das gelungene Werk werde ich aufgrund der von dir verdeutlichten Defizite wohl lieber verzichten.

13.06.2016 08:31 Uhr - NoCutsPlease
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Mehr als 5/10 würde dieser Aggro-Affe von mir auch nicht bekommen.
Da halte ich mir doch lieber einen gefräßigen Mops mit Schreibtalent! ;-)

13.06.2016 09:03 Uhr - JasonXtreme
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Als Kiddie war der noch durchaus unterhaltsam, mittlerweile kann man Dir nur beipflichten - lieber ein dicker Hund als ein wütender Pavian!

13.06.2016 09:25 Uhr - dicker Hund
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Danke, Leute!

Lieber einen Mops in der Hand (na ja, eher mühsam mit beiden Händen hochgestemmt) als 'nen Pavian auf dem Dach...

13.06.2016 23:13 Uhr - Dissection78
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Is wahr. Dies Werk ist äußerst bescheiden, und ich meine mich erinnern zu können, dass die deutsche Synchro in der Tat noch bescheidener war.

PS:
Lieber zwei dicke Möpse im Shirt als ein fetter, roter Pavianarsch in Shorts...
...und damit erreicht das Niveau hier wieder mal ungeahnte Höhen. Ihr braucht mich nicht zu beglückwünschen. Nicht dafür.

14.06.2016 15:42 Uhr - Laughing Vampire
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O je, den Film kenne ich nicht, aber nach Lesen der Kritik irgendwann in der Nacht hatte ich doch tatsächlich einen Traum von einen Pavian, der in die Wohnung wollte, in der ich mit Trash-Rapper Money Boy und Bundeskanzlerin Angela Merkel(!) am essen war. Vielleicht sollte ich dieses Machwerk tatsächlich noch schauen, hehe.

Tolle Kritik wie immer.

14.06.2016 20:18 Uhr - Dragon50
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Top Review.
Doch eine Sache hast du vergessen.
Die unglaublich schlechte Synchro.

14.06.2016 23:07 Uhr - Präsident Clinton
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Uff...dieser Film.
Der hat mich mit 14 oder 15 echt fertig gemacht und galt im Freundeskreis immer als Paradebeispiel für schlechten und vor allem langweiligen Horrortrash.
Mehr als drei Punkte sind da leider nicht drin.
Dein Review ist da weitaus spannender :-).

15.06.2016 05:06 Uhr - cecil b
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Ich lese sie immer wieder gerne, deine Reviews. :)

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